Reden, nicht werben

Veröffentlicht am 25. April 2005 um 14:40 Uhr von

„Marke ist keine Fiktion, keine Erfindung der Kommunikation. Werbung ist wichtig, aber nicht das Wichtigste. Auch wenn viele glauben, das müsste ganz vorn stehen. Die Erfahrung lehrt anderes. Bei vielen Kunden herrscht heute eine ausgeprägte Allergie gegen Reklame. Sie schalten auf Durchzug. (...)  Von Angesicht zu Angesicht ist immer noch die überzeugendste Form der Kommunikation“.
Quelle: Brandeins

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Google hat Deutungshoheit

Veröffentlicht am 25. April 2005 um 13:59 Uhr von

Google_adwordsNur Google kann die gängigsten Formate der Webwelt als neu verkaufen. Um es kurz zu machen: Google kann jetzt auch nach Tausenderkontaktpreis abrechnen und Banner plazieren. Interessant daran ist, daß die FTD, heise.de & Co. die Google-Sprachregelung unreflektiert übernehmen. Deutungshoheit über Begriffe zu haben, das ist wahre Macht.

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Wofür der Papst alles gut ist

Veröffentlicht am 20. April 2005 um 18:09 Uhr von

Scholz & Friends Berlin wirbt für den Besuch beim neuen Papst mit den günstigen Flügen von HLX

Berlin, 20. April 2005 - Wieder reagiert HLX unglaublich schnell auf ein gesellschaftspolitisches Ereignis und greift dieses in der Kommunikation auf. HLX gratuliert dem ersten deutschen Papst seit 482 Jahren in bekannt pointierter Manier.

In der neuen Anzeige, gestaltet von Scholz & Friends Berlin, fordert der Billigflieger aus Hannover die Deutschen auf, den neuen Papst zu den günstigen Taxipreisen in seiner Wirkungsstätte zu besuchen.

Die Anzeige erscheint am 21. April in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

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Audi USA lädt zur digitalen Schnitzeljagd

Veröffentlicht am 20. April 2005 um 12:52 Uhr von

Audi_stolena3 Audi USA bittet in seiner Einführungskampagne des neuen A3 Sportback um Unterstützung bei der Suche nach dem auf einer New Yorker Autoschau angeblich gestohlenen Exemplar. Hierfür brennt Audi ein hochvernetztes multimediales Feuerwerk ab, das Events, PR, Online-Media, Weblogs, Videos und Spiele integriert.

Alles begann mitte April mit einer Party in New York, umfangreicher PR und zieht jetzt immer weitere Kreise. Derzeit sind mehrere Weblogs involviert, über die täglich neue Hinweise zu erfahren sind. Nächste Stufe sind allem Anschein nach Online-Spiele, in denen der Nutzer aktiv über den Ausgang der digitalen Schnitzeljagd mitentscheidet. "Alternatives Realitätsspiel" nennt Audi seine vielfach vernetzte Werbeform und rät fröhlich-lapidar auf stolena3.com: "have fun". Alle Infos inklusive FT-Bericht auf adland.com.

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Der Kampf um Aufmerksamkeit

Veröffentlicht am 19. April 2005 um 9:47 Uhr von

TrenddiagrammAuch wenn alles noch ein wenig chaotisch aussieht: Dieses Chart (dessen Quelle/Urheber mir leider nicht bekannt ist) zeigt das aktuelle Spannungsverhältnis kommerzieller Kommunikation. Der Informationsüberfluß wird begünstigt durch denkbar einfache Publikationsprozesse und leidet unter knappen Budgets. Das  Mißverhältnis von Quantität und Relevanz verschärft sich dadurch immer weiter.

Der Befreiungsschlag des Konsumenten heißt: ich verweigere mich allem, was mich nicht interessiert, gebe dafür aber weiter, was mir wichtig ist. Im Ergebnis erlebt Kommunikation eine digitale Renaissance von Sippenführern. Verlierer im Kampf um Aufmerksamkeit ist die artifizielle Kommunikation von Unternehmen und Medienhäusern.

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Politik in der Unternehmens-PR

Veröffentlicht am 13. April 2005 um 18:04 Uhr von

Bundestag_plenarsaalUnternehmerische Naturtalente nutzen selbstverständlich auch politische Meinungsprozesse zur Selbstdarstellung. Mir fallen da spontan ein der ex-Mobilcom-Chef Gerhard Schmidt oder der Grandseigneur des thementreibenden Wirtschaftslenkers, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Nur wird nicht jeder medial so erhört, wenn er seine Ansichten über Lohndumping vertritt. Jedes Unternehmen kann aber viel mehr machen, als es denkt.

Gerhard Schröder hat heute in einer Grundsatzrede die Bedeutung der Familie und ihre Vereinbarkeit mit dem Beruf betont. Die Tagesthemen zeigen heute Abend am Beispiel von SinnerSchrader, wie sowas in der Praxis aussieht. Der Grundtenor wird (hoffentlich) sein, daß mit einem flexiblem Arbeitgeber mehr möglich ist, als manch Arbeitnehmer gemeinhin glaubt.

Nicht, dass ich das Thema auf dem Zettel hatte und aktiv die Tagesschau-Redaktion angegangen wäre. Wir wurden durch einen bestehenden Kontakt beim NDR angefragt. Mich gemahnt das, politische Themen für die unternehmerische Kommunikation ernster zu nehmen.

Solche Grundsatzreden gibt es viele, und sie werden von allen Medien aufgegriffen. Hätte ich das Thema früher erkannt, hätte ich uns als Exempel bei allen relevanten Medien ins Spiel gebracht. Das Schöne ist: Anlässe gibt es genug. Die des Bundestages finden sich hier, die Bundesregierung treibt diese, und das bewegt die Opposition.

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Schaulaufen auf Hauptversammlungen

Veröffentlicht am 11. April 2005 um 16:28 Uhr von

Schrempp_hv2005Gute Eigen-PR machen derzeit die Fondsgesellschaften. Die Zeilen von Alexander Gutzmer, Chefredakteur vom Verbands-Fachblatt "Pressesprecher", spiegeln schön die allgemeine Erwartungshaltung, daß Großanleger durch ihre Stimmacht wirkungsvolle Kontolltrupps bei unternehmerischen Schieflagen sind. 

Ein harter Tag für Jürgen Schrempp: Die Hauptversammlung hat den DaimlerChrysler-Chef so richtig rangenommen. Das Aktionärstreffen ist ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung großer Investmentgesellschaften. Dies ist, anders als Verteufelungsdiskurse um das böse Großkapital nahe legen, zu begrüßen: Damit bekommen Hauptversammlungen ein höheres Argumentationsniveau. Mediale Großereignisse waren diese schon immer. Doch auf bloßen Krawall gebürstete Hobby-Analysten verleihen HVs den Charakter pseudodemokratischer Showevents. Fonds wie DWS hingegen haben wirklich etwas zu sagen.
Quelle: PDF-Newsletter "Sprecherszene 56"

Leider wird, abgelenkt durch die überflüssigen Schmähungen Richtung Kleinaktionär, vollkommen ausgeblendet, daß in Realität nicht mehr als ein laues Lüftchen herauskam:

1. Der DaimlerChrysler-Vorstand - also auch Schrempp - wurde mit 94,59 Prozent entlastet. 2004 waren es nur 88,49 Prozent. Den Aufsichtsrat entlasteten die Aktionäre mit 94,38 Prozent. Im Jahr davor waren es 87,28 Prozent.

2. Die Investmentgesellschaften, die vorab am lautesten gemosert haben, enthielten sich bei der Abstimmung. Warum stimmten sie nicht dagegen?

3. Soweit sie zitiert wurden, hielten sich die argumentativen Höhenflüge der institutionellen Anleger in engem Rahmen.

"Mindestens ein Zylinder läuft nie rund".
"Wer Premiumprodukte zu Premiumpreisen anbietet, muss auch Premiumqualität liefern"

Thomas Meier, Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment

"Fehlentwicklungen im Konzern werden zu spät erkannt und adressiert"
"Die Geduld der Aktionäre ist erschöpft"
"Eine Ikone ist Mercedes längst nicht mehr."
"Der Wert der Marke Mercedes werde leichtfertig aufs Spiel gesetzt"

Klaus Kaldemorgen, DWS Investment

"Fünf Jahre Misswirtschaft nach der Chrysler-Fusion"

SEB-Fondsmanager Thomas Körfgen
(Zahlen und Zitate: ftd.de)

Merke: Auch wenn Profis besser als Laien die Geschäftszahlen interpretieren können, müssen sich ihre Erkenntnisse nicht unterscheiden.

5. Laut dem in Berlin anwesenden Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer war die Stimmung auf der HV "erstaunlich lau" (Hier sein lesenswerter, weil sehr realtitätsnaher Bericht)

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Markenstolz in Geschichten verpackt

Veröffentlicht am 6. April 2005 um 15:30 Uhr von

"(...) Die Geschichte eines Supermarktbesitzers in Duisburg: Wie bei allen Händlern tauchen auch bei ihm immer wieder unangemeldet Außendienstler der Marke Lindt auf, um die Geschäftsbeziehung zu pflegen – aber auch, um zu kontrollieren, ob er ihre Pralinen nicht mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum verkauft. Seine Konsequenz: Er lässt den Inhalt vom Ablauf bedrohter Schachteln von einer reizenden Gymnasiastin mit weißem Schürzchen im Laden als Kostprobe anbieten. (Mit der Folge drastisch gestiegener Lindt-Umsätze.) Die Marke Ralph Lauren lässt das Verkaufspersonal sogar darin schulen, wie ein Lauren-Pullover korrekt zusammengelegt und präsentiert wird. Auch bezüglich der Stilistik ihrer Verkaufsmöbel zeigt sich diese Marke gegenüber Händlern hartleibig. So musste ein großes Bekleidungshaus in Düsseldorf akzeptieren, dass inmitten eines durchgängig in hellem Holz gehaltenen nagelneuen Ambiente plötzlich Mahagoni-Wände, Messingbeschläge und Kapitänsbilder auftauchen: Ralph Lauren. So und nicht anders."
Klaus Brandmeier in Brand eins

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Medienhysterie: Immer das gleiche Muster

Veröffentlicht am 4. April 2005 um 9:46 Uhr von

Spiegel_titel_feinstaub"Das hysterische Muster ist immer das gleiche. Die Aufregung über die Umwelt bietet seit vielen Jahren dafür beste Anschauung. Als Themen wie Waldsterben und Smog aus heiterem Himmel zur öffentlichen Aufmerksamkeit kamen, wurden sie stets lautstark erörtert. Stets wurde auch davor gewarnt, ja nicht hysterisch zu werden. Und nach einiger Zeit verschwand alles wieder sang- und klanglos. Als wäre nichts gewesen."
Quelle: FAZ.net

 

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Gesprächige Unternehmen

Veröffentlicht am 1. April 2005 um 15:48 Uhr von

SEI EIN MARKEN-MODERATOR
Marken-Moderatoren wissen, dass die Zeit der "Markenwächter" vorbei ist und diese für den Markt nicht länger von Bedeutung sind. Der Verbraucher von heute will von großen, aufregenden und attraktiven Marken involviert werden, in ein Gespräch verwickelt, aber auf seine Weise. Marken können die Party schmeißen und versuchen, sie für die Verbraucher attraktiv zu gestalten, aber sie müssen erkennen, dass der neue Verbraucher einen vollen Terminkalender und viele Angebote hat.

Vom Kollegen geklaut. Wobei "Marke" auch mit "Unternehmen" oder "Produkt" ersetzt werden kann. Das Gespräch, das nunmal auch das Zuhören meint, fällt Unternehmen (oder Marken) noch immer verdammt schwer. Mit dem Internet könnte man den Dialog jetzt endlich händeln. Doch es schreitet niemand voran, so daß der Konkurrenzdruck fehlt. Oder hat jemand Positivbeispiele parat?

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