Die Sinnfrage

Veröffentlicht am 26. Mai 2005 um 18:45 Uhr von

Eine große Frage: Was ist das Interesse der Gesellschaft, der Kunden, eines Unternehmens? Und warum ist diese Sinnfrage bei einem Stellenangebot für Lobbyarbeit wichtig, aber so gut wie nie in der Selbstdarstellung eines Unternehmens?

"Sie berichten direkt an den zuständigen Director und kümmern sich schwerpunktmäßig um die Themen „Sustainable Regulation“. Ziel ist die kooperative Einflussnahme auf Regulierungsbehörden im Interesse der Gesellschaft, der Konsumenten und unseres Unternehmens."

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Agenturen heilen nicht die Angst vorm Absturz

Veröffentlicht am 24. Mai 2005 um 10:49 Uhr von

Einen Dank an Michael Hanfeld für folgende klare Worte.

"Als ob die sattgefütterten Werbeagenturen vom Goldenen Hirschen bis zum hölzernen Eber bei ihrem Tanz ums tönerne Kalb nicht längst mit ihrem Latein des postmodernen Stimmungswahlkampfes am Ende wären: Die Stimmung ist genauso mies wie die Lage, vor allem für die Mittelschicht, der Münteferings Heuschrecken-ad-hoc-Mitteilung die Angst vor dem Absturz nicht nimmt, nur die Gewißheit gibt, daß diese Bundesregierung weiter nicht mehr weiß und will."

Merke: Kommunikation kann Stimmungen erwecken oder verstärken, aber nicht erfinden. Siehe auch hier.

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Mainstream-Denken ist falsch

Veröffentlicht am 23. Mai 2005 um 16:46 Uhr von

Malik_teamarbeit_3"Beethoven hat nicht im Team komponiert. Ohnehin werden fast alle grossen Leistungen von Einzelnen erzielt. Teamarbeit zu heroisieren, wie es heute "in" ist, führt zu falschem und schlechtem Managament."

Wer sagt denn, daß Werbung nur macht,wer sonst nichts zu sagen hat? Fredmund Malik, wortgewandter Prediger wider lasche Managementweisheiten mit eigenem Managementinstitut, beeindruckt im aktuellen Spiegel mit einer doppelseitigen Anzeige, die eines der gängigsten Wirtschaftsparadigmen anprangert: Teamarbeit als Basis für Höchstleistungen. Malik, auf dessen großartige Kolumnen beim Manager Magazin ich hier verweisen möchte, hat ein schönes Reizthema besetzt. Mal sehen, was er in naher Zukunft liefert, um es auch aufzulösen.

Leider hält der weitere Anzeigentext nicht, was die Headline verspricht - zuviel und zu spröde Eigenwerbung und zuwenig Substanz. Und wieviel die Einzelleistung Beethovens ohne die Teamarbeit des Orchesters wert ist, will ich hier gar nicht diskutieren...

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"Tausende stehen bei Lidl umsonst Schlange"

Veröffentlicht am 19. Mai 2005 um 10:25 Uhr von

Ob das die Überschrift ist, für die Lidl und die Bahn ihren Billigticketzinnober entfaltet haben?

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Self-Portrait Day

Veröffentlicht am 19. Mai 2005 um 6:39 Uhr von

SelfportraitdayViel schöner kann Peer-to-Peer Marketing dieser Tage gar nicht sein. Ein einzelner Webdesigner, der eine Vermarktungsplattform für Webdesign betreibt, ruft den "Self-Portrait-Day" aus, und unzählige Menschen schicken Fotos von sich ein, erklären, was sie so umtreibt und ziehen so wieder neue Interessenten an. Die Aktion trägt als Eldorado zufälliger Begegnungen den Geist von flickr.com. Einfach schön zum Durchstöbern.

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Wer wirklich etwas zu sagen hat, braucht keine Werbung

Veröffentlicht am 18. Mai 2005 um 9:56 Uhr von

Frage F.A.Z.

"Werden Sie den Logan auch wie in einer Renault-Werbekampagne einführen?"

Renault-Deutschland-Chef Jacques Rivoal

"Nein. Eine nationale Kampagne wird es nicht geben. Der Logan ist ja auch schon bekannt, weil die Presse so umfangreich über ihn berichtet hat."

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Wahr oder nicht?

Veröffentlicht am 17. Mai 2005 um 16:32 Uhr von

Werbewunderland veröffentlicht einen Briefwechsel zwischen Springer & Jacoby und Dr. Klaus Cäsar Zehrer, Professor am Fachbereich Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation der Universität der Künste, Berlin. Es geht in der Anfrage der Agentur darum, Studenten als Praktikanten zu gewinnen. Die (angebliche) Antwort des Profs fällt schroff aus. Unter anderem heißt es:

"Ich verstehe es daher als Teil meines Bildungsauftrags, meinen Studenten ein Gefühl dafür zu vermitteln, daß das Verfassen von Reklametexten zu den unwürdigsten und nichtsnutzigsten Tätigkeiten auf Erden zählt. Insbesondere die Kampagne für den Molkereihalunken Alois Müller ist ein hirnzersetzender Scheißdreck historischen Ausmaßes, für dessen Urheber es dermaleinst keine adäquate Höllenstrafe geben wird."

Tut mir leid, aber ich glaube, das ist ein Fake. Und ich glaube, daß hier jemand gerade seine Gesellenprüfung in Sachen Viral Marketing macht.

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Mercedes I: Werbung mit Podcasting

Veröffentlicht am 17. Mai 2005 um 16:09 Uhr von

Mb_microsite_bklasse"Mercedes in neuer Dimension" lautet die Eigenwerbung. Das kann man wohl behaupten. Denn die aktuell laufende Kampagne bietet außer einer sehr schönen Microsite (Agentur: Scholz & Volkmer) sage und schreibe elf Stunden Unterhaltung zum Herunterladen: Musik, Hörstücke und Videofilme.

Wie schon bei den mittlerweile legendären "Mixed Tapes" des Herstellers werden vor allem unbekannte Künstler vorgestellt (ich hoffe, ich sage hier nichts falsches. Mir sind sie jedenfalls nicht bekannt), was den Rechteeinkauf günstig macht und für die noch brotlosen Künstler selbst eine gigantische Vermarktungsplattform darstellt.

Was das alles mit der Vermarktung des Produktes zu tun haben könnte, erschließt sich mir nicht so ganz. Sicher ist es eine Form der Kundenbindung, wenn ich mein iTunes mit Inhalt "sponsored by Mercedes" befülle und sich darin jetzt dank meiner Tochter auch das Märchen "Der Däumeling" befindet. Und es macht wirklich Spaß, die Zeichentrickanimationen von Nachwuchsregisseuren anzusehen. Doch mir ist das zu weit weg vom Produkt. Auch für diese Website gilt: Vom Auto selbst gibt es viel zu wenig zu sehen und zu erfahren.

Letztlich wirken trotz trendigem Inhalt Kampagnen wie diese doch sehr statisch. Wer sie einmal gesehen hat, wird hier auch bei größtem Interesse an dem Auto nie wieder auch nur eine neue Information erhalten. Da muß man schon den Newsletter abonnieren und warten, bis dieser versendet wird - ohne zu wissen, was einen erwartet. Ich würde mir mehr Informationen und mehr Aktualität wünschen, und zwar über so viele Monate, wie ich brauche, das Geld für ein so hochpreisiges Produkt zusammenzubekommen.

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Mercedes II: Die Antwort auf die Qualitätsdebatte

Veröffentlicht am 17. Mai 2005 um 12:06 Uhr von

Mit einem Weltrekord im Schnell-und-lange-im-Kreis-herumfahren greift Mercedes in gleich drei Themen an: Erstens als Antwort auf die leidigen Qualitätsprobleme, zweitens in die in Amerika aufflammende Diskussion um umweltfreundliche verbrauchsgünstige Motoren, und drittens ist es eine schöne Werbung Richtung Deutschland für den eigenen Partikelfilter.

Worum geht´s? Drei Serienwagen fuhren  nonstop rund 50.000 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 224 km/h und kamen so in 50 Tagen auf 100.000 Meilen - ohne eine einzige Panne. Die Kernbotschaft an die Amerikaner: Wenn ihr so viele und tolle Dieselfahrzeuge wie die Europäer hättet, läge der landesweite Verbrauch um 133 Mrd. Liter pro Jahr niedriger. So richtig rund läuft die PR allerdings noch nicht, in Deutschland ist man von der Meldung mehr angetan als im Mutterland des sinnlosen Benzinverbrauchs. Stellvertretend USA today, wo die Weltrekord-Show in einer Marktübersicht zu den aktuellen Dieselstrategien untergeht.

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wofür der Papst alles gut ist Teil II: PR per Ebay

Veröffentlicht am 7. Mai 2005 um 20:51 Uhr von

wow. 190.000 Euro für weltweite Medienpräsenz durch einen gebrauchten VW Golf. Für ein Online-Casino sicher kein besonderes Budget. Ob die neuen Besitzer der Ratzinger-Devotionalie wenigstens Katholiken sind?

Goldenpalace_ratzinger_golf

Wenn [bei Ebay] wieder einmal etwas besonders Abseitiges im Angebot ist, sind stets die gleichen Bieter zur Stelle: Die PR-Truppen des offenbar sehr gewinnbringenden Internet-Kasinos GoldenPalace.com. Die Online-Spielhalle benutzt eBay weniger zum Einkaufen denn als Werbeplattform. Publizitätsträchtiges wird, oft für viel Geld, ersteigert – und damit ist gesichert, dass der Name des Kasinos wieder einmal in den Medien auftaucht. Quelle: Spiegel Online

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Siemens greift in Kapitalismusdebatte ein

Veröffentlicht am 3. Mai 2005 um 16:09 Uhr von

Siemens_piererSpät, sehr spät kommen die Ikonen der deutschen Wirtschaft aus der Deckung und greifen in die Kapitalismusdebatte ein. Heinrich von Pierer, bis vor wenigen Wochen Siemens-Vorstand und dort jetzt Aufsichtsrat, bezieht in der FTD Stellung. Das Ergebnis: ein beherztes "einerseits, andererseits". So wohlausgewogen nichtssagend wird die Diskussion wohl ohne ihn weitergehen.

(...) Auch wir bei Siemens sind stolz, wenn wir vielen jungen Menschen in Deutschland einen neuen Job geben können. Letztes Jahr waren es - einschließlich der neu eingestellten Auszubildenden - fast 10.000. Wir sind auch stolz, wenn wir bei Siemens die Zahl der Beschäftigten im Inland unter schwierigen Bedingungen in letzter Zeit konstant bei über 160.000 halten konnten. Aber wir wissen: Wer alles so lassen will, wie es ist, wird auch das verlieren, was er bewahren will. Unsere Chancen liegen darin, dass wir unsere Kosten in den Griff bekommen. Die Agenda 2010 der Bundesregierung findet sich - abgewandelt auf betriebswirtschaftliche Erfordernisse - auch in den Unternehmen wieder. Jeder weiß aber, dass das nicht reicht.

Ich warte derweil darauf, daß ein Polarisierer wie Wiedeking den Ball aufnimmt und in besonnenem, aber politisch unkorrektem Ton erklärt, wie wichtig gewinnorientiertes, also eigentlich egoistisches, Handeln in der Wirtschaft ist. Es scheint, dass auch 150 Jahre nach Karl Marx Aufklärungsunterricht in Sachen Ökonomie notwendig ist. Wer erklärt dem Sozialstaat die Arbeitswelt? Es warten viele Sympathiepunkte darauf, vergeben zu werden. 

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