Wahre Liebe ist einfach

Veröffentlicht am 30. Juni 2005 um 10:10 Uhr von

Vom Trend zum Marktmotor: Plötzlich will jeder transparente Preise, unkomplizierte Bedienung, klaren Mehrwert - you get what you paid for. Die No-Frills-Flieger haben gezeigt, daß - und wie - es funktioniert. Jetzt wird eine Branche nach der anderen von der Suche nach Klarheit erfaßt.

Nach dem Tourismus ist der Mobilfunk dran. Erst Tchibo, jetzt simyo, bald der Rest der in hohen Margen erstarrten Handywelt. Für mich die Referenz schlechthin: Das Preissystem von Budget ("Zwei Tarife und Schluß"), mit dem der Autovermieter gerade dabei ist, seinen Marktanteil zu verdoppeln.

Beeindruckend ist zu sehen, wie mit dem Einzug von Einfachheit die Sympathie sich bis zur wahren Liebe steigert, siehe Apple und Google. Philips ("Sense and Simplicity") und Sony ("intelligent einfach") sind bereits auf den Zug gesprungen, ohne derzeit recht zu überzeugen. Worauf ich jetzt warte: die Autohersteller. Keine Sondermodelle, Rabatte oder Ausstattungspakete, sondern nur noch eine Basis für billig und alles für preiswert.

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Imageschaden bei Ebay?

Veröffentlicht am 29. Juni 2005 um 18:07 Uhr von

Ebay hat einen Markenrechtsstreit um den Slogan "3..2..1..meins" gegen einen nicht weiter genannten "Unternemensberater aus Willich" verloren, der den Spruch eine Woche früher als Ebay hat schützen lassen. Das kann man hier und detaillierter hier nachlesen. Nun, das ist sicher ärgerlich für Ebay, schließlich geht der Claim seit seiner Einführung wie geschnitten Brot und alle Beteiligten sind - zu recht - sehr stolz auf ihn. Der handwerkliche Fehler, den Eintrag schlichtweg versäumt zu haben, sei hier nur am Rande erwähnt und mag vor allem brancheninterne Gemüter erwärmen.

"Selbst die großen Agenturen, ausgestattet mit viel Geld und beraten durch spezialisierte Anwälte, machen Fehler. Über vier Monate wurde eine Werbekampagne gefahren, obwohl es keine Markenanmeldung gab. Ein solcher flankierender Markenschutz ist aber absolut üblich."

Viel interessanter aber ist die Frage, ob Ebay durch das Verfahren einen Imageschaden erleidet, wie die Tageszeitung Die Welt behauptet. Hier laufen zwei Stränge zusammen, die nicht zusammengehören. Zum einen ein für Nichtbetroffene vollkommen irrelevanter Rechsstreit. Zum anderen das Lauern der Öffentlichkeit auf einen Fehler des Giganten. Wann kommt er? Wo kommt er? Wie groß wird er sein? DASS er kommt, scheint allen sicher zu sein. Zu groß das Unternehmen, zu strahlend der Erfolg, zu lang andauernd der Jubel. Langsam, still und heimlich scheint Ebay sich als Idol schlechthin (die Gründerin, die Vorständin, die Kunden, die Powerseller, die Jobmaschine, der Kampfjet, der Papstgolf usw.) abzunutzen. Was jetzt kommt, wird hart für Ebay, das zeichnet sich ab: Häme über jedes Mißgeschick, sei es auch so unbedeutend wie in diesem Fall. Die Meute scheint bereit, über das Unternehmen, das sie selbst groß gemacht hat, herzufallen.

Was Ebay derzeit bei aller professionellen Kommunikation hierzulande vielleicht besonders fehlt, ist das, was man gemeinhin mit "Human Touch" tituliert. Sicher, es gibt CEO Mag Whitman. Und sie ist eine geradezu perfekt menschelnde Konzernchefin - in Amerika. Hier bei uns ist sie nicht greifbar, ja geradezu fiktiv. Ebay hat in Deutschland versäumt, in den guten Jahren eine prominente und präsente Vertrauensperson aufzubauen, die alles, was Whitman tut und sagt, für den weltweit zweitwichtigsten Markt übersetzt. So gibt es folgerichtig auch nur sehr indirekte Informationen über die Reaktionen von Ebay zu dem Gerichtsurteil. Jetzt fehlt der Vorstand, der mal eben schnell vor die Mikros tritt und erklärt, daß das Urteil ärgerlich, aber ziemlich folgenlos ist. Erschwerend kommt hinzu, daß amerikanische Unternehmen dezentrale Kommunikation prinzipiell nicht mögen. Das könnte jetzt Konsequenzen haben.

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Sehnsüchte der Konsumenten

Veröffentlicht am 21. Juni 2005 um 16:32 Uhr von

"Die Zukunft gehört denen, die die besten Geschichten erzählen."

Radikale Trends. Die heimlichen Sehnsüchte der Konsum- und Dienstleistugsmärkte von morgen. GDI Studie 2004

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Personen-PR: Einer für alle?

Veröffentlicht am 20. Juni 2005 um 18:33 Uhr von

In den wenigsten Unternehmen ist die Welt so schön geordnet, daß jeder weiß: der Chef ist der Frontmann. Da gibt es neben dem CEO noch den CFO, CTO, COO oder CMO. Und jeder hält ein beträchtliches Stück Verantwortung in der Hand, das jeder von ihnen öffentlich wahrgenommen wissen möchte.

Die Frage, die sich an dieser Stelle regelmäßig stellt: Ist es vom Ergebnis nun besser, alle Themen auf eine Person zu projizieren, die den Alleinunterhalter gibt, oder jedem sein thematisches Feld zu überlassen. Die Chancen und Risiken scheinen gleichmäßig verteilt. Auf eine Person zugespitzte Themen entfalten eine bessere öffentliche Wahrnehmung. Dafür bleiben viele Themen liegen, weil die katalytische Wirkung nur begrenzte Kapazität verträgt. Umgekehrt zeugt Teamarbeit zwar von großer Harmonie, inhaltlich nutzt sie aber immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, weil sich ein Orchester nunmal auf die (vorgegebenen) Noten konzentrieren muß, um zu klingen.

Ich empfehle in dieser Diskussion, die Mentalitäten der handelnden Personen nicht ganz außer acht zu lassen. Es gibt wahre Rampensäue, die einen Draht zur Außenwelt herstellen, wo noch gar keine Verbindung ist. Das sind meist die Generalisten, nicht die Experten. Dazu ist die persönliche Belastbarkeit ein nicht zu unterschätzender Faktor. Öffentlichkeit ist nicht nur Lust, sondern auch Last. Denn dieser Mensch wird nicht nur die schöne Umsatzsteigerung in guten Zeiten, sondern auch die Entlassungen und gestrandeten Strategien vertreten müssen - mit seiner Person, mit seinem Namen.

Wenn sich einer in der Führungsmannschaft findet, der Gesprächpartner lebendig für sich einzunehmen weiß und dennoch von geerdeter Erscheinung ist, ist dies auch der richtige Mann für die Medien. Wenn so einer fehlt, sollten es lieber alle machen. Dann ist es gut, wenn die Verantwortung auf vielen Schultern verteilt wird.

Wer ein wirklich gutes Thema hat, braucht eigentlich keine PR. Die Funktion von PR entscheidet sich dann, wenn der Wind von vorne bläst. Das gilt auch für die Frontfiguren, die diese zu vertreten haben. Wetterfest sollte man dann schon sein. Man muß eine Krise schon selbst einmal öffentlich ausgestanden haben, um zu wissen, was das heißt.

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Deutschkurs für Heuschrecken

Veröffentlicht am 14. Juni 2005 um 15:00 Uhr von

Wie macht ein Italiener der deutschen Wirtschaft klar, daß er hier viel vorhat, auch wenn er zuallererst 2.000 Stellen abbaut? Mit fünf Worten: "Ich werde Deutsch lernen müssen". (Unicredito-Chef Allessandro Profumo im Interview mit der F.A.Z.)

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Gespräche mit einem Toten

Veröffentlicht am 9. Juni 2005 um 17:56 Uhr von

Dont_panicSo verkauft man Produkte! Ein wunderschönes Beispiel, wie Storytelling persönliches Engagement zur Hymne auf das Produkt verstärkt, führt Robbie Stamp vor. Er ist für die Verfilmung von "Per Anhalter durch die Galaxis" verantwortlich. Dessen Autor, Douglas Adams, starb 2001.

Ich bin überzeugt, er wäre sehr angetan. Während der Dreharbeiten hatte ich folgenden Traum: Ich bekomme eine Nachricht, dass Douglas mich sehen möchte. Und ich dachte, er ist doch tot. Doch alle anderen fanden das ganz normal. Also traf ich mich mit ihm in einer Bar zum Champagnertrinken, wie wir das früher oft taten. Er hatte zwei Sporttaschen bei sich, als käme er von einer langen Reise zurück. Und nach einer dicken Umarmung bat er mich, ihm von dem Film erzählen. Am Ende meiner Ausführungen meinte er: "Hört sich gut an".
Quelle: Spiegel Online

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Der Feind in meinem Mac

Veröffentlicht am 6. Juni 2005 um 22:09 Uhr von

Intel_inside_appleUnd unsere Enkel werden fragen: "Wo warst du, als Steve Jobs den Intel-Mac vorgestellt hat?"

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Wie ist Leicas Vision?

Veröffentlicht am 1. Juni 2005 um 9:42 Uhr von

Die Leica Camera AG solle vor allem mit Neuheiten in Sportoptik und Digitalfotografie wachsen. „Die Leica Camera AG soll keine kleine Boutique für Nostalgiker werden, sondern Tradition und Innovation sinnvoll verbinden, um so auch wieder zu wachsen”, hob Spichtig hervor.
aus: FAZ

Leica ist eine stolze Marke, der ganz unbedingt zu wünschen ist, daß sie als Referenz vollendeter Ingenieurskunst erhalten bleibt. Leider ist mir in der aktuellen Berichterstattung um die drohende Insolvenz nicht viel Perspektive vermittelt worden. Die in der Kommunikation gewählten Schlüsselworte scheinen Nichteingeweihten geradezu zwangsläufig. Aber wo sind die Produkte und Dienste, mit denen Leica wieder begeistern will? Für welche fotograrische Sicht auf die Welt steht die Marke? Wo sind die ungelösten Aufgaben, die nach einer Lösung von Leica schreien? Wofür brauche ich eine Leica überhaupt heute noch? Diese oder ähnliche Fragen stellen sich wohl nicht nur Investoren, sondern alle, die sich der Marke mit heißer Verehrung verbunden fühlen, ganz gleich, ob Kunde oder nicht.

Leica sollte sich nicht mit dem Wort Nostalgie quälen, sondern sich ein Beispiel an Porsche nehmen. Ich vermute, daß beide Unternehmen von Menschen leben, die einen Jugendtraum haben und irgendwann tatsächlich in der Lage sind, ihn sich erfüllen zu können. Und die wichtigsten Vertriebler von Porsche sind Kunden, die nicht müde werden, das Außergewöhnliche des Produktes derart intensiv und überzeugend zu schildern, daß der Preis für sie zur nickligen Nebensächlichkeit wird. Und das bevorzugt gegenüber Leuten, die nicht im Traum daran denken dürfen, jemals eines der Produkte besitzen zu können. (Ich weiß wovon ich rede. Ich hatte gerade letzte Woche so eine Konfrontation.) Wenn Leica das wieder schafft, haben sie es geschafft. Bestimmt.

P.S. Nicht einmal auf der Leica-Website werden die Produkte ausreichend zelebriert. Die Darstellungen sind alle viel zu klein und die Ausführungen zu knapp. Ich vermisse den Fetisch ums Produkt: Großansichten, Details, Erklärungen zu Einzellösungen, Zahlenhuberei, Statements großer Fotografen. Wo sind die Emotionen? Das macht ja dpreview.com besser.

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Kapitalismusdebatte & Wirtschaft

Veröffentlicht am 1. Juni 2005 um 9:30 Uhr von

Pischetsrieder sagte zur laufenden Kapitalismusdebatte, dass die Unternehmen ein Kommunikationsdefizit hätten. Sie müssten ihre Rolle in Volkwirtschaft und Gesellschaft viel deutlicher artikulieren.
aus: heise.de

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