Versessenheit adelt

Veröffentlicht am 2. Januar 2006 um 10:32 Uhr von

Was für eine Personalie: Der britische PC-Designer Jonathan Ive ist zum Ritter geschlagen worden. Bewundernd schreibt die FAZ:

Apple_ive_1 Er ist versessen auf Details, zum Beispiel die fingerfreundlich angerauhte Oberfläche des iPod-Rades oder das Gehäuse eines Computers, das sich ohne Schraubenzieher öffnen läßt. "Ich weiß, daß keiner bewußt auf solche Details achtet", sagt Ive, "aber daß wir uns überhaupt über solche Sachen den Kopf zerbrechen - ich glaube, das macht unsere Produkte so kostbar", sagte er in einem Zeitungsinterview. Auf das Konto des Teams um Ive gehen der originale, bunte iMac sowie dessen weißer Nachfolger, aber auch die mit Aluminium gestalteten G5-PowerMacs. Auch die Montage des Bildschirms auf einem Schwenkarm ist eine Erfindung von Ive (Quelle: FAZ.net)

Wenn es für den Ritterschlag reicht, Rädchen anzurauhen oder einen Bildschirm an einen Schwenkarm zu hängen, warum ist die Welt dann nicht voller zum Ritter geschlagener Gestalten? Weil in einer Mediengesellschaft nicht die Arbeit an sich, sondern ihre Inszenierung zählt. Beim Personenmarketing zählt nur eine Botschaft: beseelt von seiner Arbeit zu sein. Und von wem könnte man besser lernen als von Apple und seinen Ikonen? Deswegen von dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch, Ive.

in | Kommentare (1) | TrackBacks (0)

powered by SinnerSchrader

next08 - register