Wer schreibt das Internet voll?

Veröffentlicht am 28. September 2006 um 18:13 Uhr von Mark Pohlmann

In der Internetwirtschaft kursiert ein schönes Wunschbild vom Schwarm als der Summe aller Nutzer. Der dann auch noch intelligent ist. Wenn wir alle es anpacken, jeder sein Scherflein beiträgt, dann schaffen wir etwas, das größer ist als wir selbst. Soweit der Mythos.

Nun. Des schaffenden Schwarm beeindruckendstes Werk stammt gerade einmal "von ein paar hundert Leuten". Die überraschende These: Wikipedia, das sind nicht viele. Das sind einige wenige. Sagt Wikipedia-Gründer Jimbo Wales.

Wales decided to run a simple study to find out: he counted who made the most edits to the site. "I expected to find something like an 80-20 rule: 80% of the work being done by 20% of the users, just because that seems to come up a lot. But it's actually much, much tighter than that: it turns out over 50% of all the edits are done by just .7% of the users ... 524 people. ... And in fact the most active 2%, which is 1400 people, have done 73.4% of all the edits." The remaining 25% of edits, he said, were from "people who [are] contributing ... a minor change of a fact or a minor spelling fix ... or something like that."
(Quelle via Martin Röll)

Ob diese Aussage stimmt oder nicht, damit setzt sich Aaron Schwarz, nach eigener Aussage einer der "Top 1.500-Wikipedia-Autoren" auseinander. Sein Gegenargument: Einige wenige machten zwar den Hauptteil der Aktivitäten auf der Plattform aus, aber das meiste davon sind kleine bis kleinste Korrekturen. Die Grundeinträge werden von einer viel breiteren Basis angelegt.

Wie auch immer. Wikipedia zeigt ein Bild aus wahrscheinlich fast allen Social-Software-Projekten: Die Initialbewegung kommt nicht aus der Masse heraus, sondern wird von einigen wenigen erzeugt. Diese Leute zu finden und zu motivieren, ist der entscheidende Erfolgsfaktor. Konzentration und Exzellenz lauten die Gebote. Wikipedia macht es vor.

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Qype erhält siebenstellige Erstfinanzierung

Veröffentlicht am 28. September 2006 um 11:38 Uhr von Mark Pohlmann

(Zur freundlichen Kenntnisnahme die offizielle, heute international versendete Meldung zur Finanzierung unter der Berücksichtigung, daß ich die PR für Qype mache ;-)

Finanzierung des führenden deutschen Webdienstes für lokale Empfehlungen dient europäischer Expansion

Qype, die lokale Suche und Empfehlungs-Website (www.qype.com) mit Sitz in Hamburg, gibt den Abschluß ihrer ersten Finanzierungsrunde bekannt. Die Venture-Capital-Unternehmen Advent Venture Partners und Partech International finanzieren gemeinsam mit einem Kreis Angels einen deutlich siebenstelligen Betrag.

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Buzzwords sagen nichts, sagt 37Signals

Veröffentlicht am 26. September 2006 um 9:40 Uhr von Mark Pohlmann

Wenn auch mit Sicherheit vergeblich, so doch (wie immer) lesenswert, wahr und inspirierend: Der Blog der Social-Commerce-Schmiede 37Signals. Diesesmal als Bonunstrack: Gandhi- und Einstein-Zitate. So schreibt man Blogs ;-)

These buzzwords are often a mask. People who use them are covering up their ideas — or the lack thereof. They are overcompensating. They don’t have anything substantial to say so they try to use impressive sounding words instead. But people who abuse buzzwords don’t sound smart. They sound like they are trying to sound smart. Big difference.

Simple language spreads quicker

Great communicators recognize the power of simple statements. They realize that important ideas don’t have to be dressed up in fancy language.

Simple language, intense meaning. Realize that clear and obvious thinking needs to be evident in words just as much as it does in charts or graphs.

An dieser Stelle abermals die Empfehlung, das 37Signals-Pamphlet "Getting Real" zu lesen zu der Frage, wie man auch mit kleinen Projekten groß rauskommt. Hier eine kurze Zusammenfassung in deutsch.

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Raus aus der Komfortzone! (Aufruf zur Kongreßgründung)

Veröffentlicht am 25. September 2006 um 9:22 Uhr von Mark Pohlmann

Ein paar Anmerkungen zu Sinn, Qualität und Wirtschaftlichkeit vernetzter Kommunikation.

- Jemand, der behauptet, "99,99% des Inhalts im Web 2.0 ist das Ergebnis von egozentrischen Selbstreflektierern und hat das Niveau von Teenager-Tagebüchern“, beleidigt nicht nur diejenigen, die oft mit viel Mühe und Zeitaufwand über die Themen schreiben, die sie interessieren. Er beleidigt damit die Kunden seiner Auftraggeber. Das Web 2.0, das sind wir alle; wir sind Kunde, Konsument, Zielgruppe und Meinungsmacher. Allerdings: Genau wegen dieser Mischung aus Selbstherrlichkeit und Unverständnis von Agenturen und Unternehmen ist das Phänomen Web 2.0 überhaupt so erfolgreich. Wir WOLLEN diesen Diskurs unter uns, wir BRAUCHEN ihn, weil kommerzieller Instant-Dialog unsere Bedürfnisse weder kennt noch befriedigt.

- Wer sagt, ein Dialog von vielen zu vielen sei zu aufwendig und damit unwirtschaftlich, ist zu bequem, nach Lösungen zu suchen. Die Kommunikationsindustrie hat sich wunderbar eingerichtet in der seit sechs Jahrzehnten bestehenden Komfortzone. Natürlich ist es bequemer, sich weiter nur um die Anzeigenabteilungen und Redaktionen renommierter Medien zu kümmern, als direkt mit dem Konsumenten in den Dialog zu treten. Doch was wirtschaftlich ist und was nicht, bestimmt stärker als je zuvor der Kunde selbst. Je stärker er sich dem Einweg-Dialog verweigert, umso wichtiger ist es, nach Alternativen zu suchen. Dieser Innovationsdruck ist allerdings kein allumfassender, Web 2.0 kein Allheilmittel, sondern die Wirksamkeit stark von den Produktgattungen und Zielgruppen abhängig. Dennoch ist das Thema zu komplex für Pauschalurteile.

- Jemand, der davor warnt, der Betrieb von Dialoginstrumenten koste Zeit und Geld, will offensichtlich mit diesem Aufwand selbst nichts zu tun haben. Jemand, der im Sinne einer pointierten Positionierung den offenen Dialog ablehnt und damit sich selbst die Chance auf Erfahrungen mit diesen Instrumenten nimmt, schwächt seine Innovationsfähigkeit und Beraterkompetenz unnötig. Von dem Signal nach innen ganz zu schweigen.

- Jemand, der heute noch darüber diskutiert, ob Web 2.0-Tools für den professionellen Einsatz taugen, sollte seinen Kunden auch erklären, warum man die aktuell reichweitenstärkste Website in der wichtigsten Wirtschaftszone der Welt ignorieren kann. (Zum Verständnis: Das Community-Portal myspace hat aktuell 130 Mio. Mitglieder und war im August die meistaufgerufene Website in Nordamerika. Vor Google, vor Yahoo, vor Ebay.)

- Es stimmt. Dialog in Echtzeit ist risikoreicher und reichweitenärmer als klassische Einwegkommunikation. Wessen Wille sich auf Coverage und Werbeäquivalenzrechnungen beschränkt, gehe bitte an diesen Instrumenten vorbei. Nur muß jede Marke nicht nur professionell kommunziert werden, sondern es muß über sie auch gesprochen werden. Eine Marke, die nicht im Gespräch ist, existiert nicht. Wer an dem Dialog seiner Kunden nicht partizipieren möchte, erweist seinen Auftraggebern einen Bärendienst.

- Ich rufe hiermit zur Gründung des "1. Kongresses für Bedenkenträger" auf. Dort können sich alle versammeln, die sich an Risiken delektieren und gerne im Status Quo verharren. Die nicht nur ihre Werbekonzepte, sondern auch ihre Biographien in Gefahr sehen. Die Angst vor Kontrollverlust und vor der Meinungsmacht ihrer Kunden haben.

- Eine Bitte an alle potentiellen Besucher dieses Kongresses: Hört auf, die zu beleidigen, die sich um eure Bedenken nicht scheren.

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Kann ich mir direkten Dialog leisten?

Veröffentlicht am 22. September 2006 um 12:40 Uhr von Mark Pohlmann

Zu "Cords-Gate" ist eigentlich alles schon gesagt. Nur noch nicht von jedem.

Abseits aller Polemik ist ein Punkt wirklich essentiell: Kann ich mir direkten Dialog leisten, oder: wie bekomme ich die Atomisierung der Zielgruppen in den Griff, ohne mir Heerscharen von Bloggern, Call-Center-Agents und Öffentlichkeitsarbeitern in die eigenen Reihen zu stellen?

Wo ich vorher über die Vermittlung über die Werbung oder über die Journalisten in der Lage war, eine 1:n Kommunikation zu betreiben, kann ich das Dialogangebot der Variante 2 nur durchhalten, wenn ich das Potential n:n biete. Also eine erhebliche Vergrößerung der Anzahl der handelnden Personen.
(Zitat Lars Cords, GF der PR-Agentur FischerAppelt, in den Kommentaren von basicthinking.de)

Was Cords umtreibt, entspricht dem Geist des klassischen Marketings. Werbung und PR basiert auf gesicherter Reichweite zu präzisen berechenbaren TKPs, kampagnengerecht auf einen fest definierten Zeitraum ausgelegt. Für diese Sicherheit wird Geld gezahlt.

Sie ist teuer erkauft: Durch die Unsicherheit, ob der Konsument tatsächlich diese Werbebotschaften wahr- und aufnimmt. Nicht nur viele Blogs sind irrelevant, verehrter Herr Cords, die meisten Werbebotschaften und Pressemitteilungen sind es auch.

Blogs & Co. funktionieren anders. Ihre Inhalte sind Gesprächsangebote, die nicht nur gelesen, sondern auch aufgenommen und weitergetragen werden. Die interaktive, kleinteilig vernetzte Internetwelt ist für ein Unternehmen, das Millionen Menschen erreichen will, nach wie vor kein Hauptkanal zum Konsumenten. Da gebe ich Ihnen recht. Aber es ist ein Multiplikatorenmedium.

Multiplikatoren, die werbliche Botschaften weitertragen, gibt es seit eh und je. Dazu reicht ein Stichwort: Apple.

Mit Blogs & Co. werden diese Multiplikatoren jetzt sichtbar. Und ansprechbar. Diese Chance des Dialoges zu vertun, heißt, auf den Einfluß und die Reichweite zufriedener Kunden sträflich zu verzichten. Ich finde es mutig von Ihnen, dies Ihren Kunden zu empfehlen.

Lieber Herr Cords, lange Rede kurzer Sinn: Das Internet ist kein Sack Flöhe, sondern eine Chance, mit den 50 wichtigsten Multiplikatoren unter den Kunden ihrer Kunden zu kommunzieren. 1:n=50. Darum geht es.

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Weisheiten am Rande der OMD

Veröffentlicht am 21. September 2006 um 14:21 Uhr von Mark Pohlmann

"Die wichtigsten Dinge im Leben passieren unter einem Sternenhimmel" (Axel Schmiegelow, Denkwerk)

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Urlaub

Veröffentlicht am 1. September 2006 um 22:01 Uhr von Mark Pohlmann

Liebe Freunde des Themenblogs,

hier herrscht Funkstille bis zum 18. September. Solange bitte ich Sie, den Fischmarkt zu verfolgen oder sich aus der Blogrolle rechts zu bedienen.

Bleiben Sie uns gewogen & bis bald
Mark Pohlmann

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