Was noch zu sagen ist...

Veröffentlicht am 22. Dezember 2006 um 22:35 Uhr von Mark Pohlmann

... so, nun ist ja quasi Weihnachten. Zu meiner eigenen Überraschung sind alle Geschenke sicher im Schrank verstaut, der Toresschluß-Wahn am 23. Dezember fällt für mich das erste mal überhaupt aus. Ich kann also jetzt schon in aller Ruhe besinnlich werden und mal einen kurzen Rückblick wagen.

2006 war ein bewegendes Jahr. Die Menschheit hat sich ein zweites Mal in das Internet verliebt, und dieses mal aus den richtigen Gründen. Denn jetzt beginnt sie zu verstehen, daß der Computer, der uns alle miteinander verbindet, nicht nur das Arbeiten einfacher schneller macht, sondern auch soziale Kompetenzen transportiert. Wir sind das Netz, nicht die Computer. Technik wird endlich nebensächlich.

Das Internet, wie wir es durch das Web 2.0 neu kennenlernen, unterscheidet sich vom alten durch zwei Aspekte. Erstens geht es nicht länger um Komplexität. Das war einer der großen semantischen Fehler des Boom 1.0 - man war beseelt von dem Gedanken "end-to-end" anzubieten. Das hat das nie richtig funktioniert. Das Leben ist eben zu komplex für eine Datenbank. Es funktioniert nicht, nicht richtig jedenfalls, und wo es funktioniert, ist es trivial. Nichts gegen Buchungsmaschinen. Rechnerbasierte Geschäftsprozesse können das richtige Produkt aus Millionen anderen finden, Preise in Echtzeit erschaffen, aber sie können nichts, was nicht schon in Datenbanken angelegt ist. Schon ein falsch eingegebener Begriff führt ins Nirwana. (Kleine Exkursion: Das meiste, was Laron Lanier anführt, halte ich nur für bedingt stichfest. Doch bei einer Beobachtung gebe ich im unumwunden recht: Daß wir Menschen dazu neigen, uns dümmer zu machen als wir sind, um die Computer klüger erscheinen zu lassen als sie sind.). Das Web 2.0 bringt den menschlichen Faktor ins Spiel zurück. Das, worum es eigentlich immer schon ging.

Zweitens: Das Internet wird jetzt zur Gesprächsangebotmaschine. In dem Maße, in dem die von den Menschen selbst generierten Inhalte explodieren, vervielfachen sich die Gespräche. Diese Vielfalt macht uns allen zu Publizisten, Herstellern und Kritikern. Jeder bietet das an, was er hat oder was er kann und wartet auf Feedback. Einher geht der großflächige Kontrollverlust der bisherigen Zentralorgane, die dieser Vielfalt zwar mehr singuläre Reichweite (im Sinne absoluter Abrufe einzelner Inhalte), aber nicht mehr Aufmerksamkeit entgegensetzen können. Myspace ist seit Dezember 2006 die meistgeklickte Website Amerikas. Schon jetzt sind eine von drei Webseiten, die wir uns anschauen, von Nutzern mitgestaltet. Vielfalt ist das größte Geschenk, das sich eine industrialisierte Nation machen kann. Herzlichen Glückwunsch!

Vielfalt heißt auch: Es geht nicht mehr um den Ruhm für 15 Minuten, sondern um Ruhm für 15 Menschen. Wir entdecken unsere Privatsphäre wieder, in aller Öffentlichkeit. Und auch das ist Web 2.0: Nicht Content is King, Context is King. Die reine Information bestimmt nicht länger unser Handeln. Eine Information ohne Kenntnis über den Informanten hat keinen Wert. Ihre richtige Interpretation heißt automatisch, zu einer kleinen, nur für wenige wahrnehmbaren, aber deswegen eben hochelitären Gruppe dazuzugehören. Diese Gruppe beginnt unser Handeln stärker zu bestimmen als millionenschwere Kampagnen oder Auflagen. Das ist die Macht des Individuums. Sie wird zuerst in der Wirtschaft, aber bald auch in der Politik zu spüren sein.

Es wird plötzlich überall wichtig, wie dialogfähig etwas oder jemand ist. Es menschelt im Internet, und dabei ist unsere Erwartung, auf einen verständigen, netten Menschen zu treffen immer gleich - egal, ob wir uns privat im Forum tummeln oder im Servicebereich der Telekom. Und auch die Konsequenzen sind die gleichen: Wer unseren Gesprächserwartungen nicht entspricht, kann uns nicht länger beeinflussen, kann uns keine Zeit mehr klauen. Denn es gibt da draußen genug Alternativen.

(Serie wird über die Feiertage fortgesetzt)
Anm. 3.1.07 -> so war´s geplant, dann kam aber die innerfamiläre Einigung dazwischen, den Computer aus zu lassen. War auch schön ;-)

Ich wünsche an dieser Stelle erst einmal allen Lesern des Themenblogs ein frohes Fest, ein paar besinnliche Tage und ein phantastisches Jahr 2007!

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Korruptes Web

Veröffentlicht am 19. Dezember 2006 um 18:14 Uhr von Mark Pohlmann

Lesenswert, aber auch ganz schön reißerisch, was Christian Stöcker von Spiegel Online über das Empfehlungsmarketing im Web 2.0 schreibt.

Nachrichten-Communities gehören zu den heißesten Trends im Netz. Selbst die großen US-Tageszeitungen buhlen bei Surfen um Aufmerksamkeit. Inzwischen werden die Empfehlungs-Seiten zu Marketingplattformen - Korruption hält Einzug im Web 2.0.

Korruption heißt es in diesem Falle: Da empfehlen Menschen auf für alle offenen Plattformen Texte, nicht weil sie selbst diese für lesenswert erachten, sondern weil sie von anderen darum gebeten, nicht aber unbedingt bezahlt wurden. Und wenn das Menschen machen, die auch sonst viel empfehlen, erscheinen diese Empfehlungen dann sehr weit oben. In dem von Spiegel geschilderten Falle hat dies zum sofortigen Ausschluß der Person bei digg.com geführt, nach der Läuterung allerdings wurde er wieder aufgenommen.

Ich will den Fall selbst gar nicht kommentieren, sondern kurz ein paar allgemeingültige Aussagen zum Thema Empfehlungsmarketing machen.

1. Hinter jeder Meinung steckt eine Absicht. Eine Empfehlung ist nur soviel wert, wie die Glaubwürdigkeit der Quelle. War das jemals anders? Was soll sich durch das Web 2.0 daran ändern?

2. Empfehlungsmarketing ist trotz aller Mißbrauchsmöglichkeiten die glaubwürdigste aller Marketingformen. Weil hier Menschen für Produkte einstehen. Menschen, die man darauf ansprechen kann, mit denen man sich auseinandersetzen kann und die es vielleicht sogar interessiert, wenn man anderer Meinung ist. Das sollen Medien oder Werber erstmal nachmachen!

3. Nur weil jeder andere Empfehlungsmarketingkanal schon korrumpiert ist (ich sage nur: Produkttests über Werbekunden) heißt das nicht, daß dies in Empfehlungsportalen nicht passieren darf. An diesem Punkt muß sich die Web-2.0-Bewegung allerdings sehr wohl an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob die anarchische Verweigerung handfester Erlösmodelle nicht genau die Unterwanderung befördert.

Ich rate: Nehmt Geld und redet darüber! Wer Geld von Sponsoren bekommt, hat es in der Regel verdient. Und ist damit nicht automatisch verraten und verkauft.

So, und ich gehe jetzt zu unserer Weihnachtsfeier ;-)

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Blogs überholen Intel

Veröffentlicht am 15. Dezember 2006 um 9:36 Uhr von Mark Pohlmann

Anonyme Reichweitenabhängige versammeln sich nachts, wenn es draußen schummrig wird, bei Alexaholic. Sehr hilfreich auch für große Marken, um die eigene Attraktivität mal gegen den Rock´n Roll desInternets antreten zu lassen. Das Beispiel unten zeigt ZDnet.com, Amerikas größtes IT-Medienhaus, und die Homepage von Intel im Vergleich zu engadget, einem Tekkie-Blog, und Techcrunch, dem offiziellen Organ aller Start-ups und Wagnisfinanzierer. Letzteres hat einen Mitarbeiter, engadget rund 10.

alexaholic_inteltechcrunch.gif

Web 2.0 berührt traditionelle Branchen also bereits heute schon, zuerst und am stärksten in ihrem Marketing. Bei einigen schlagen die Konsequenzen allerdings schon auf den Umsatz durch - wie bei Medien oder Tourismus. So ist Holidaycheck zuallerst eine offene Bewertungsplattform für Hotels, bietet aber eben auch gleich die Buchung an.

Zum Chart unten: Daß tui.de im Jahr 2006 nicht mehr geklickt worden sein soll, kann ich allerdings nicht ganz glauben. Hier zeigen sich auch gleich die Grenzen dieses Tools - jedenfalls für den deutschen Markt. Mehr zu diesem Thema in einem früheren Beitrag vom Fischmarkt.

alexaholic_tuiholidaycheck.gif

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Im Gespräch mit Jörg Hoewner

Veröffentlicht am 14. Dezember 2006 um 9:52 Uhr von Mark Pohlmann

"Was wir wollen, ist ein richtiges Gespräch, und das ist nach vorne offen. Hier geht es um Kontrollverlust darüber, was ein Kunde aus einer Marke macht, wie er über sie und mit ihr spricht. Dafür fehlen die Vorbilder". Weiterlesen ...

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Das war´s: LeWeb3 (3)

Veröffentlicht am 13. Dezember 2006 um 9:23 Uhr von Mark Pohlmann

Wieder zurück am heimischen Schreibtisch ein kurzes Resumée:

- Das war kein Kongress, sondern eine Loic Le Meur Selbstinszenierung für seine politischen Ambitionen. Als ich gestern reinkam, sprach Perez schon, obwohl er nicht auf der Agenda stand. Ok, das war am Tag zuvor angekündigt worden, warum auch immer. Und es war nicht uninteressant von ihm zu hören, was er über Technik und Zukunft dachte. Als mich Loic Le Meur dann allerdings im Anschluß mit den 1.000 anderen Gästen als Teil einer Bewegung (welcher? seiner?) vereinnahmte, regte sich in mir der erste Unwille.

Dann aber fing der Wahlkampf erst richtig an. Zuerst Parteichef Bayrou, dann Innenminister Sarkozy. Auf französisch, ohne Bezug zum Kongreß. Dem, was Dieter Rappold schreibt, ist inhaltlich nichts hinzufügen. Wir alle wurden gegen unseren Willen instrumentalisiert für politische Ambitionen. Das ist unakzeptabel, und ich hoffe, daß der Veranstalter diesen Unwillen von möglichst vielen Seiten zu spüren bekommt.

- Der zweite Tag war inhaltlich erheblich schwächer als der erste, es schwingt schon ein gehöriges Stück Selbstzufriedenheit durch die Branche. Nicht gut, das erinnert stark an Web 1.0. Vorteil des schwachen zweiten Tages: es war genug Zeit für viele gute Gespräche.

- In Paris war das bislang hochrangigste Publikum in Sachen Web 2.0 präsent. Vielen Dank dafür.

- Die Zeit des Entdeckens scheint vorbei. Offenbar liegen alle wesentlichen Geschäftsmodelle erstmal auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, den Kuchen groß zu machen und zu verteilen. Geld wird wichtiger als Rock´n Roll.

- Es macht einen Unterschied, in Frankreich zu sein. Einfach das beste Veranstaltungsessen überhaupt.

- Die Start-ups wurden in ihrem Parallel-Panel unter Wert verkauft. Wahrscheinlich war es hier viel interessanter, leider ließen die Rahmenbedingungen eine vernünftige Teilnahme an diesem Panel nicht zu.

- Es gibt internationale Stars, aber wo bleiben die deutschen? An Loic LeMeur kann man sich schon ein Beispiel nennen, so kritikwürdig die Programmänderungen auch sind. Ich sehe in Deutschland niemanden, der als Grenzgänger zwischen Internetszene, Wirtschaft und Politik taugt. Das ist ein ernster Nachteil.

- Die spannendste Diskussion für mich war die Frage, wie die Europäer sich international besser gegen die amerikanische Dominanz behaupten können. Auch um diese Frage zu diskutieren, muß man wohl nach Frankreich fahren.

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Live von der LeWeb3 (2): "Let´s Talk about Money"

Veröffentlicht am 12. Dezember 2006 um 10:47 Uhr von Mark Pohlmann

Nach Schimon Peres, der mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde, nachdem er ein recht pathetisches Plädoyer für die Zukunft gehalten hat (haltet euch nicht mit der Vergangenheit auf / Demokratie ist das Recht, Fehler zu machen, aber die Pflicht, diese Fehler zu korrigieren / wir machen uns lieber von der Sonne als von Saudi-Arabien abhängig / Afrika wird die Zukunft Europas mehr prägen als China) geht es jetzt um die Zukunft der Medien, aber eigentlich um Werbung. Geld, das scheint jetzt, wo die große Politik Einzug gehalten hat, das Thema des Tages zu sein.

Jetzt geht es gerade um User Generated Content (übrigens auch heute morgen auf einer ganzen Seite in der Herald Tribune, die im Hotel auslag, das Thema ist hier wirklich so allgegenwärtig wie da draußen der Regen) und um die Frage, ob Anbieter wie lastfm ihre Glaubwürdigkeit behalten können. das ist das absurde: kostenloser content der user wird ab einer gewissen größe und kommerzialisierbarkeit schnell als korrupt vermutet. das problem haben die kommerziellen medien tatsächlich nicht, denn hier sind die geldströme bereits etabliert.

das kann für mich nur heißen, daß wir offener über geld, geldströme und professionalität im web 2.0 reden und nicht immer gleich das ende des abendlandes darin sehen. blogger und sonstige content-aggregatoren machen das, was sie machen, bislang immer noch meist kostenlos, erreichen damit aber oft eine reichweite, die die kommerzialisierung rechtfertigt. je verkrampfter der umgang mit geld sein wird, umso undurchsichtiger werden die erlösströme sein. den schaden werden wir alle tragen.

Nächstes Panel: How may die media through content"
hier geht es jetzt um die differenzierung von tv und internet und die frage, was anders wird. ganz klar: der content explodiert. content ist fluch und segen. es ist toll zu sehen, wie unterschiedlich die suchen auch bei videos sind, und wie jeder seine nische findet, sagt blinkx-cto chadritillake (oder so). long tail halt. (oder ein anderes lieblingswort von mir: mikromarktsegmentierung). naja, blinkx ist auch eine suchmaschine...

auch hier die erkenntnis: man braucht kreative user, sie entscheiden darüber, ob user generated content reichweitenstark wird oder nicht.

update six apart.
die kernaussagen der gründerin mena trott
76 prozent aller Blogger wollen einfach ihre Erfahrungen teilen.
Design matters, das Aussehen des Blogs und der inhalte ist teil der identität
Es gibt keine Monogamie im Internet. Sie experimenteren und schätzen die Vielfalt des Angebotes (myspace...)
Die Hälfte aller Blogger bei SixApart ist weiblich. Oder männlich.
Fotos werden wichtiger als Worte.
In 10.000 Posts sind 5.000 Fotos.
Die Privatsphäre ist Thema Nummereins.
Blogger werden Mainstream, weil bloggen gut tut!

update glenn fisher, marketing second life (sl)
second life ist kein spiel.
keine regeln, keine ordnung, es ist virtuelle realität. aber man kann in sl spiele spiele (beispiele: ninendo, schach, was auch immer ein einzelner oder ein unternehmen anbietet)
avatar repräsentiert deine identität

drei business driver.
community
user generated content
market place (linden dollar ist eine echte währung, die ein reales tauschverhältnis beispielweise zum dollar hat)

was macht man in sl?
1,6 mio. bewohner haben mehr als 10. mio objekte geschaffen

jeden tag 900 events und handel mit 900.000 objekten
43 prozent sind weiblich, durschnittsalter liegt bei 32 jahren

50 prozent kommen aus usa
33 prozent aus europa
7 prozent aus asien
7 prozent aus lateinamerika

bruttoinlandsproduktion liegt bei 84 mio dollar
monatlich werden 0,5 mio. dollar mit grundstücken umgesetzt
6.300 dollar einkommen für die top-100 unternehmen

nichts in sl ist von lindenlab angestoßen oder finanziert, alles ist von den usern erschaffen, weil sie es gerne machen. sie bauen pubs, colleges, firmen.

eine wichtige motivation in second life ist die lust am erschaffen von objekten, ganz gleich, ob es mode, häuser oder schmuck ist. es ist ein hobby, das spaß macht, einen mit interessanten menschen in kontakt bringt und ein wenig geld abwirft.

udate panel
jetzt sitzen eine menge spieleentwickler da oben, die ihre unterschiedlichen konzepte vorstellen. alle wollen eine möglichst hohe realitätsnähe mit einer gleichzeitigen freiheit, was im spiel passiert. es gibt spiele, bei denen die interaktion davon abhängt, wo man sich physisch befindet. ist man in chicago online, herrscht auch im spiel um einen herum mehr kriminalität. na danke. alle beschwören, dass ihnen die soziale struktur im spiel genauso wichtig ist wie draußen. das heißt, im spiel gefundene freunde sind dies natürlich auch sofort außerhalb ("meine world-of-warcraft-kumpels und ich gehen regelmäßig kajaken")

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Live von der LeWeb3 (1): "Let´s make it happen"

Veröffentlicht am 11. Dezember 2006 um 15:52 Uhr von Mark Pohlmann

Nur kurz ein paar Stichpunkte, bevor das W-Lan hier zum hundertsten mal zusammenbricht.

Groß, sehr groß. Rund 1.000 Teilnehmer. Aber alle deutschen Web-2.0-Promis sind im Umkreis von 30 Metern auffindbar (wer mir gerade so untergekommen ist: Lars Hinrichs, die drei von der Tankstelle Cellity: Sarik Weber, Tim Törne, Nils Weitermeyer; Christian Leybold, Lukasz Gadowski, Andreas Milles, Martin Oetting, Katharina Borchert, Ibu Evsan, Heiko Hebig, Axel Schmiegelow, Daniela Hinrichs, Erika Hauth, Dirk Liedtke, Oliver Wagner, Jochen Wegner, Björn Ognibeni, Christian Jung, Nicole Simon, Christian Janz, um mal ein paar zu nennen. christoph janz (pageflakes), andreas schlenker (partech) und marc samwer (noch vor der tür).
Location ist eine Halle irgendwo im Osten von Paris, weit weg vom Zentrum im direkten Anschluß an ein riesiges Schwimmbad - es riecht hier sogar noch ein wenig nach Chlor.
Gegen den Verkehr von Paris ist der in Hamburg Kindergeburtstag
Wenn ich die Grundidee der Konferenz einmal zusammenfasse, dann geht es um folgendes: Wir wissen, das Web ist gut, Web 2.0 sowieso. Wie können wir jetzt die Welt erobern? Und tatsächlich, wenn man die Startup- und Wagnisfinanziererdichte betrachtet, ist das der Angelpunkt, der ein wirklich unglaublich internationales Publikum an den beiden Tagen zusammenbringt.
Die Stimmung ist gut, die Organisation kann da nicht ganz Schritt halten. Aber halt: Das Mittagessen (nicht umsonst ist "Mittagstisch mein am meisten benutzter Tag bei Qype) setzt Maßstäbe.
Die Konferenz besteht aus einem großer Raum mit etwa 700 Plätzen und Vorraum (in letzterm sind rund 10 Kaffeetresen aufgebaut, doch nirgends Kaffee), im ersten Stock gibt es noch einen recht engen Nebenraum, in dem im Zehminutentakt Start-ups präsentieren. Sie leiden unter dem schlechten W-Lan genau wie wir alle, mit dem Ergebnis, dass schon Präsentationen abgebrochen werden mußten. Und wenn eine Präsentation läuft, dann ist sie auf dem kleinen Monitor am anderen Ende des Raumes kaum zu erkennen. Und englischsprechende Franzosen erschweren den Erkenntnisgewinn zusätzlich.
In diesem Moment sitzt Lukasz Gadowski mit ein paar anderen Gründern auf dem Panel, darunter Brent Hoberman von Lastminute und Bjorn Kvarby von shopping.com. Es geht um E-Commerce 2.0 und die Frage, was an dem Handel von und für Jedermann denn nun so toll ist. Es geht ziemlich ruhig zu da oben, schließlich herrscht an dieser Stelle große Einigkeit: Wir haben die volle Entfaltung des Social Commerce noch vor uns, was jetzt ist, sind kleine Geplänkel gegen das, was wir in fünf oder zehn Jahren sehen.
Nach der Kaffepause berichtet Martin Vasavsky über die Aufgabe ein globales Unternehmen zu errichten. Mal sehen, ob ich davon ein wenig bloggen kann.

update. martin varsavsky (fon)
puh... was soll ich sagen. eine reine verkaufsveranstaltung: "die asiaten sind verrückt nach gadgets und lieben es, unsere fonera-w-lans zu bauen"... eigentlich geht es in der rede darum, wie man als spanier die spanische mentalität über die welt verbreitet (und allen anderen dabei einen router unterschiebt): mit fiestas. olé!

udatete Tariq Kom von Netvibes.
Sehr sympathischer Typ. Auch er spricht über das Problem, als kleines Unternehmen weltweit wahrnehmbar zu sein. Aufgabe sei es gewesen, nach innen klein und nach außen groß zu sein. beides sei überlebenswichtig, was aber gerade in einem so heterogenen markt wie in europa sehr schwer ist. aber bei netvibes ist es sehr einfach, die kunden mit einzubeziehen. da jeder anwender sich sein eigenes interface zusammenbaut, sei es sehr einfach, die unterschiedlichen mentalitäten zu erkennen und zu bedienen.

update ich
ich habe eben jobtv ein interview darüber gegeben, warum ich hier bin und was ich aus der konferenz rausziehe. derzeit übrigens noch nicht allzuviel. es ist nicht nur alles sehr groß, sondern auch sehr satouriert. man merkt, wie gut es der szene geht und wie groß die großen sind (technorati, fon, myblog yahoo, orange, nokia, lastminute.com). die vorträge laufen so: nach einer kurzeinführung einer schlüsselperson kommen immer gleich vier aus dem marktsegment auf das panel geschossen, und dann wirds schnell langweilig. zeit zu bloggen.

ich hoffe, dass jobtv-interview ist morgen online, damit ich verlinken kann. die moderatorin hat übrigens angefragt ob sie von der nächsten next10years berichten dürfen, und soeben habe ich jochen wegner, chefredakteur von focus online, als speaker gewonnen. und dass, obwohl wir noch keinen konferenztermin haben, es kann also nichts mehr schiefgehen ;-)

gerade wird diskutiert, ob und wie europa gegen die übermacht der amerikaner bestehen kann. das finde ich eine sehr interessante diskussion! als unterschiede wurden genannt: in usa ist das internet eine industrie, bei uns eine szene, drüben steht das networking im mittelpunkt, wir hier sind noch zu stark zersplittert und es fehlt die überzeugung, die welt verändern zu wollen - und zu können. tenor: let´s make it happen.

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Talk to your Mavens

Veröffentlicht am 7. Dezember 2006 um 19:14 Uhr von Mark Pohlmann

Seit heute gibt es offiziell eine neue Unit: SinnerSchrader Online Conversations. Ich werde diese aufbauen und leiten (sagte ich schon, daß ich engagierte Mitstreiter suche? mark at sinnerschrader punkt de)

Was wir mit dieser Unit machen, ist das, worüber ich hier seit 22 Monaten schreibe: Kommunikation 2.0. Worum geht es dabei?

Es geht um die Frage, wem die Marke gehört. Wir meinen, dem Kunden. Erst wenn er seine Erfahrungen in Worte faßt und weitergibt, entsteht der absatzrelevante Wert, auf den viele Unternehmen zu recht stolz sind. Eine Marke, die von ihren Kunden nicht kommuniziert wird, existiert nicht.

Besonders wertvoll sind Kunden, die eine besondere Wertschätzung in ihrem sozialen Umfeld genießen. Sie nennen wir "Mavens". Es ist ein hebräisches Wort, das eine Mischung aus Experte und Meinungsführer bezeichnet.

Mavens haben eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für jede Marke. Denn ihr Urteil beeinflußt das Verhalten von ganzen Gruppen, gleichzeitig ist der Streuverlust ihrer Meinungsverbreitung gleich Null. Sie wissen besser als jede Marktforschung, wer offen für die Botschaften einer Marke hat.

Jede Marke braucht Mavens, jede Marke hat Mavens. Doch noch nie sind Mavens so einfach und wirkungsvoll in die Markenkommunikation einbbindbar gewesen wie zu Zeiten des Internets. Das Internet verändert alles. Das Marketing eines Unternehmens, die Kommunikation der Menschen und natürlich auch die Beziehung zwischen Produkt und Konsument.

Wir helfen unseren Kunden, Ihre Mavens zu finden. Wie helfen, mit den Mavens über lebendige, glaubwürdige und nachhaltige Formate in Kontakt zu treten, die einen konstruktiven Dialog ermöglichen - mit dem Ziel, diese so zu motivieren, daß sie ihre positive Rolle für Sie als Unternehmen mit Leidenschaft und den richtigen Inhalten ausfüllen.

Mavens sind die effizienteste aller denkbaren Zielgruppen. Durch ihre Rolle als Wissensvermittler nutzen sie das Internet bereits heute schon intensiv, gleichzeitig sind sie hier für ein Unternehmen am besten auffind- und ansprechbar.

Wir glauben an die Meinungsmacht der Mavens und an die Macht digitaler Medien, die diese erst sichtbar und händelbar macht. Gleichsam ist eine rein digitale Kommunikation schnell einseitig.

SinnerSchrader Online Conversations nutzt Kommunikationsformate, die Online und Offline sinnvoll verbinden. Denn bei aller Effizienz vernetzer Kommunikation bildet das Rückgrat jedes Dialoges das direkte Gespräch. Wir suchen und führen dieses für unsere Kunden. Der echte Blickkontakt hebt die Beziehung zu Mavens auf eine bislang kaum erreichbare Intensität und führt zu einer deutlichen und nachweisbaren Stärkung der Loyalität.

Unser Leistungsspektrum verbindet innovative und klassische Kommunikationsformate und setzt sie in der jeweiligen Aufgabe individuell passend ein.

Die Dienstleistungen von SinnerSchrader Online Conversations sind:

Dialog
> Identifizierung und Ansprache von Zielgruppen & Mavens
> Konzeption zielgruppengerechter Dialogformate
> technischer Aufbau, Betrieb
> operative Betreuung der Community

Public Relations
> Monitoring des Meinungsmarktes
> Pressearbeit mit Online- und Offline-Medien
> Betreuung von Bloggern, Foren und Communities
> Corporate Publishing über Blogs, Newsletter, Infobriefe, Broschüren, etc.

Eventmarketing
> Entwicklung und Durchführung von Kunden-Events, Workshops & Kongresse, Parties, etc. (in Zusammenarbeit mit Spezialagenturen)

Ich freue mich auf den Dialog ;-)

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Blogs als Wirtschaftsfaktor

Veröffentlicht am 4. Dezember 2006 um 9:35 Uhr von Mark Pohlmann

"Weblogs erreichen in hohem Maße gut verdienende Führungskräfte. So nutzen beispielsweise 8 Prozent der beruflichen Führungskräfte Weblogs (Quelle: ACTA 2006). Das liegt über dem Durchschnitt aller Internetnutzer (7 Prozent). Und zeigt: In Weblogs werden Meinungen gemacht - und zwar besonders auch die der “Opinion Leader”.
Quelle: Brainwash, das Corporate Blog der Agenturgruppe Robert & Horst

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