Ist Apple asozial?

Veröffentlicht am 29. Juni 2007 um 20:26 Uhr von Mark Pohlmann

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Achtung. Wer auf der Suche nach iPhone-News ist: Bitte gehen Sie weiter. Es gibt hier nichts zu sehen. Auch sonst geht es hier um keinen Glaubenskrieg. Ganz und gar nicht, ich bin gerade auf Mac umgestiegen. Alles ist gut. Es geht um einen Aspekt, den Christian Jung ins Spiel brachte und der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht. Seine Aussage ist, dass Apple alles richtig macht, was für ihn als Designer seit Bauhaus als Wertekodex gilt. Dass die Produkte allen gestalterischen Ansprüchen genügen - bis auf den einen, den wichtigsten: Gesellschaftliche Relevanz. Ich zitiere mal kurz die Bauhaus-Stiftung in Dessau:

Wie kaum eine andere Institution hat sich das Bauhaus innerhalb einer krisenhaften Situation der Industriegesellschaft der Frage nach der Beherrschbarkeit des Modernisierungsprozesses mit den Mitteln der Gestaltung gestellt. Die Gründer des Bauhaus wollten die Trennung von Kunst und Produktion aufheben durch eine Rückbesinnung auf handwerkliche Traditionen als Grundlage allen künstlerischen Schaffens. Sie wollten vorbildliche Gegenstände und Räume für eine künftige humanere Gesellschaft schaffen.

Bauhaus ist also bis heute Leitmotiv für die Verbindung von Ästhetik, Technologie und Nutzen. Zurück zu Apple. Ganz sicher ist das Unternehmen seit Jahrzehnten wegweisend in Sachen Form, Handhabbarkeit, Haptik und Bedienbarkeit von Computern. Nur in einem Punkt hapert es: Apple produziert Ein-Personen-Produkte. Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich noch schlimmer: Apples Produkte isolieren den Nutzer. Besonders deutlich wird dies beim iPod, der sogar von autistisch versunkenen Tänzern beworben wird. Wer den Kopfhörer aufsetzt, ist von seiner Umwelt isoliert. Soziale Relevanz sieht anders aus. Klar kann man einwenden, dass es am Kopfhörer liegt und nicht an Apple. Oder man kann man sagen, dass internetfähige Computer, zu denen alle Macs nunmal gehören, schon alleine dadurch sozial sind, dass sie Menschen digital verbinden. Aber das Gerät selbst bleibt in seiner realen Umgebung immer einem einzelnen vorbehalten. Alle Geräte von Apple sind Einzelanwendergeräte. Es geht auch anders. Beispielsweise Computerspiele, allen voran die Wii von Nintendo, mit der man zusammen vor dem Monitor steht, spielt und schwitzt.

Was für Apple gilt, gilt natürlich auch für jeden anderen PC, jeden anderen Mp3-Player. Aber gerade von Apple möchte man eigentlich mehr sehen als das nächste Hedonistengerät, so wie es das iPhone ist. Wann endlich werden die Netzwerke, die der Computer schafft, physisch sichtbar? So wie das Bauhaus es geschafft hat, die Industrialisierung für den Menschen, nicht nur für Produkte, sinnstiftend anzuwenden, indem es beispielsweise billigen und dennoch anspruchsvollen Wohnraum schuf (die Wohnsilos aus den 60er und 70ern darf man an dieser Stelle ruhig als Vergewaltigung der Idee ansehen).

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3,5 Mrd. Gespräche über Produkte - jeden Tag

Veröffentlicht am 28. Juni 2007 um 10:57 Uhr von Mark Pohlmann

Nicht das Unternehmen, der Kunde kontrolliert die Markenbotschaft. Schließlich ist er es, der Botschaften empfängt und weiterträgt - allerdings in seinen Worten, mit seinen Themen und letztlich auch mit seiner eigenen Wertung. Dieser Mechanismus nennt sich Empfehlungsmarketing (oder "Word of Mouth", Virales- bzw. Buzz-Marketing") und ist so alt wie die Welt der Marken selbst.

Mit dem Internet hat sich etwas verändert. Gespräche finden nicht mehr nur im Privaten statt, sie werden öffentlich geführt. Hierdurch sind sie für Dritte wahrnehmbar und können so eine wesentlich höhrere Reichweite erzielen als zuvor. (Siehe auch "Der Kunde als Produktvorteil")

Noch regiert aber das direkte Gespräch. Eine Studie der Keller Fay Group , über die die CEOs in einem sehr lesenswerten Artikel jetzt in der Advertising Age berichten, besagt, dass alleine in Amerika täglich 3,5 Milliarden Gespräche geführt werden, in denen Produkte vorkommen. 3,5 Milliarden, das sind bei 300 Mio. Einwohnern für jeden 11 Gespräche, vom Säugling bis zum Greis. 2,5 Mrd. Gespräche, die dem Empfehlungsmarketing zuzuordnen sind, werden ganz normal von Angesicht zu Angesicht geführt. 630 Millionen am Telefon.

Das meiste passiert also immer noch offline. Aber immerhin schon 245 Millionen Gespräche, rund jedes 14. also, wird mittlerweile digital geführt. In Chats, Communities und Foren. Weltweit, für jeden auffindbar, für jeden zum mitreden offen.

Was aber noch viel entscheidender ist als die schiere Menge: in fast der Hälfte aller Gespräche wird eine Markenpräferenz gegeben. Und "überraschend oft" auch über das Marketing einer Firma gesprochen, also über die konkreten Erfahrungen mit Filialen, Call Centern, den Themen und Kampagnen. Leider nennt Advertising Age an dieser Stelle keine konkreten Zahlen. Wichtig ist an dieser Stelle aber die Erkenntnis, dass Kunden nicht nur ein konkretes Bild über Marken haben, sondern diese auch weitergeben und mit denen anderer abgleichen.

Wir alle sind also tagtäglich in eine gewaltige, dabei äußerst mehrschichtige Markenmaschinerie eingebunden, die unser Markenbild wiederum ständig verändert, weil wir die Zusatzinformationen unseres Umfeldes ständig mit einbauen. Marken sagen eben nicht nur etwas über Produkte, sondern auch viel über den Menschen aus, der sie im Mund führt. Und interessante Menschen haben eben eine interessantere Meinung, der wir uns alle lieber anschließen als der eines Außenseiters. Die Qualität der Kunden hat also einen direkten Einfluss auf die Qualität der Marke. Wie gesagt: Die Marke gehört den Kunden, nicht dem Unternehmen.

Wie können Marken stärker an diesen Gesprächen partizipieren? Auch hierzu gibt die Studie eine Empfehlung: Nehmt alle Einflüsse auf eure Marke wahr und ernst! Wie die Kunden längst jede Kanalpräferenz hinter sich gelassen haben, sollte dies auch die Marke tun. Und eine positive Produkterfahrung ist die Grundvoraussetzung, um in den Kundengesprächen nicht zerrieben zu werden.

Was soll man noch tun? Ed Keller sagt:

Today, many marketers are so bedazzled by high-tech capabilities that they fail to see that consumers spend most of their lives in an offline world. Marketers who really want to join in conversation with the consumers, especially during those moments when they're talking about the brands, had best put their WOM marketing strategies in better balance and provide consumers with more "high touch" experiences.

Genau darum geht es: Kunden, die sich begeistern lassen wollen und dies in ihrem Umfeld auch gerne kundtun, in die Erlebniswelt hineinzuziehen. Mavens halt.

Der hohe Offline-Anteil am Empfehlungsmarketing ist übrigens Wasser auf die Mühlen von trnd ("The Real Dialogue Network"), die genau diese markenbezogenen Gespräche im privaten Umfeld initiieren. Wer mag, kann sich bei trnd anmelden und bei Offline-Events mitmachen, wie dem von Live Earth, oder Produkte ausprobieren, die zum eigenen Profil passen oder um die man sich beworben hat, und diese auch im eigenen Freundeskreis ausprobieren. Hierüber geben die trnd-Scouts ein qualifiziertes, also auch für die Marktforschung verwertbares Feedback. Wer so bei so etwas mitmacht? Derzeit rund 50.000 Menschen, viel Jungvolk darunter, sicher. Aber das ist ja auch eine der Hauptzielgruppen der Werbeindustrie und sowieso in vielen Markenfragen stilbildend.

All das in einem Satz: Wo die Marke in die Hände der Konsumenten fällt, sind Gespräche die Zukunft des Marketings.

Und hier nochmal der Link zur PDF-Version des Artikels "Word of Mouth: The real action is offline".

p.s.
Lieber Martin: Erster! ;-)

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Holger Schmidt bloggt für FAZ

Veröffentlicht am 25. Juni 2007 um 16:06 Uhr von Mark Pohlmann

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Wenn ein Thema polarisiert, dann das, "ob Blogger Journalisten" sind. Die Antwort lautet: Ja, sie sind es immer häufiger. Besonders freue ich mich auf den allerneuesten Zugang, Holger Schmidt, Ressortleiter FAZ Netzwirtschaft. In seiner Freizeit (vermutlich) entwickelt er Dinge wie FAZ.net oder FAZjob.net, hält sich also an der digitalen Strategie seines Mutterhauses schadlos. Sein Blog ist noch ziemlich versteckt auf der dritten Ebene, und seine ersten drei Blogeinträge lassen noch das zaghaft Herantastetende an dieses doch so harmlose Werkzeug spüren. Wie auch immer, die Abrufzahlen einzelner Artikel sind ohne jede Werbung schon vierstellig. Das zeigt, dass das Interesse vorhanden ist und jetzt systematisch entwickelt werden muss.

Wenn Holger Schmidt bislang der einzige ist, der für die FAZ in die Blogtasten haut, so darf man vermuten, dass er nicht lange alleine bleiben wird. Ich hoffe sehr, daß es (mindestens) der FAZ gelingen wird, eine neue Riege aufmerksamkeits- und meinungsstarker Alpha-Tiere zum Bloggen zu bewegen, um dieses wunderbare Werkzeug endlich einmal richtig in die Öffentlichkeit zu rücken. Wenn ich mir so überlege, wen ich gerne mal bloggend lesen würde... fällt mir zum Beispiel den Schriftsteller Ralph Giordano ein, der derzeit sehr prominent von der FAZ in den Kölner Moscheenstreit eingebunden wird.

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Querbeat

Veröffentlicht am 25. Juni 2007 um 11:11 Uhr von Mark Pohlmann

Was gibt es Neues im Web? Der Frage begegnet man natürlich ständig, wenn man seine Brötchen damit verdient. Und in der Tat, es tut sich was. Was bei mir hängengeblieben ist aus der letzten Woche, hier in der Kurzübersicht.

1. Dove "Evolution" gewinnt Cannes.
Ein viraler Film gewinnt einen der wichtigsten Preise der Werbeindustrie, den Cannes Film Lion, nachdem er wenige Tage zuvor schon den Cyber Lion gewonnen hat. Warum das so erwähnenswert ist, beschreibt Adage:


Cannes is changing. And if "Evolution" isn't indication enough, consider that for most of the week there was more excitement among delegates about the cyber, integrated and titanium categories than there was about film.

Nicht nur gewinnt ein viral konzipierter Spot einen Preis für den besten Werbefilm (er lief allerdings auch im TV), sondern im Prinzip gewinnt auch nicht die Marke, sondern die Dove-Stiftung gegen Magersucht.

Mehr Infos zu Spot und Mechanismus hier.


2. Facebook verändert Web-Strategien
Die Entscheidung vom Netzwerkportal Facebook, die eigene Website für die Dienste Dritter zu öffnen, hat innerhalb der Web 2.0-Szene bereits zum Umdenken geführt. Was wir in den kommenden 12-24 Monaten erleben werden, ist nichts weniger als die zweite Welle im Web 2.0 (nein,nein, dadurch wird es nicht zum 3.0). Was heute meist noch als Start-up mit einer zentralen Gründungsidee daherkommt (im Sinne von: wir bieten Videos, Kontaktmanagment, Bewertungen, Geschenke), wird sich zu komplexen Infrastrukturanbietern entwickeln.

Zu abstrakt? Dann vielleicht so: Facebook muß nicht mehr alles selbst entwickeln und auf Relevanz testen, sondern es läßt andere an der eigenen Markenbekanntheit und Reichweite partizipieren. Im Umfeld des großen Bruders können sich kleinere, innovativere und vielleicht auch intelligentere Dienste beweisen. Schon jetzt sind es über 1.000. (Mehr zur Zukunft von Facebook drüben auf dem Fischmarkt). Es ist für die Facebook-Macher eine Art Emanzipation von sich selbst. Spannend. Linked-in, der zweite Riesenanbieter auf diesem Markt, hat schon angekündigt, dem Trend zu folgen. Ich weiß von mehreren hiesigen Gründern, die an solchen Konzepten arbeiten. In Deutschland versucht sich gerade Xing mit einem für alle offenen Marktplatz (wird aber selbstredend bezeichnet als "Marketplace"), der aber wohl noch verbesserungswürdig ist, wie Robert Basic schreibt.

Vorläufer dieser Idee sind wieder mal die Großen, Ebay und Google, die ihre Gründungsidee (Handel / Information) soweit ausgedehnt haben, daß sie zunehmend Qualitätsprobleme bekommen. Größe ist eben doch nicht alles.

3. Was kommt nach Ebay?
Diese Frage bewegte die FAS am Wochenende unter dem Titel: "Ebay verliert seine Freunde". Die Arbeitsthese lautet, dass der Handelsgigang zu groß, unpersönlich und schlecht geworden ist und so viel Freiraum für die Entwicklung kleinerer und hochwertiger Dienste bietet, wie dies beispielsweise Dawanda ist.

4. Apple iPhone: Kein Buzz
Auch wenn die FAZ ganze Seiten mit Null Inhalt dazu schreibt, das Ding ab Freitag in den Staaten zu haben sein wird und alle ganz aufgeregt sind. Mich läßt das Ding kalt. Erstens hat es keine Tastatur, worüber ich mich hier schonmal beschwerte. Zweitens ist es wahrscheinlich in der Bedienung sehr innovativ, in der Art der Dienste aber überhaupt nicht - man kann telefonieren, Musikhören und hat zwar einen Internetzugang, aber kein UMTS. Na, und? Einige werden jetzt sagen, jaaa, das war ja beim iPod genauso! Stimmt, antworte ich dann, aber auch der iPod haut mich nicht annähernd so vom Hocker wie die dazugehörende Software, iTunes. DAS ist für mich die Innovation. Wo ist also das Softwareäquivalent zu iTunes, vielleicht iEar?


5. Spreadshirts handelt mit Designs

Ist vielleicht noch ein paar Takte älter als aus der letzten Woche, sollte aber auf jeden Fall eine Erwähnung finden: Der T-Shirt-Hersteller produziert ausschließlich Individualdesigns ab Auflage 1. Die Designs selbst können jetzt auf einem eigenen Marktplatz (schon wieder einer. E-Commerce boomt, scheint´s) verkauft werden. Gute Idee!

6. Life is beta, so why not business?
Die schönste Verteidigungsrede hielt Edelman-Blogger Steve Rubel auf den Apple-Browser Safari, der jetzt erstmals auch für den PC verfügbar ist. Leider ist er in der ersten Version so fehlerbehaftet, dass der Start als Flop bezeichnet werden kann. Steve greift tief in die Lebensphilosophiekiste und findet eine ergreifend einfache Erklärung: Wenn das Leben beta ist, ist es auch der Rest. Und erklärt, warum die Geschäftswelt deswegen umso mehr von etwas anderem braucht: PR

Business, however, is evolving. In the new Web 2.0 landscape where everyone is connected, more and more companies will open kimono start to talk about their products and services before they even ship - and collaborate with their audiences in the process.

As business opens their communications, they will learn as will consumers that it's ok not to be constantly perfect - though certain things (like planes that fly) will remain non-negotiable.

Web 2.0 will facilitate openness and collaboration with consumers and hopefully soon business too will be able to operate in beta mode to a certain degree, just like humans and technology. PR will play a valuable role here.

7. Blogs werden professionelle Branchendienste
Wer bestreitet, dass Blogs sich professionalisieren? Nun haben wir schon zwei wirklich gute Branchendienste. Deutsche-Startups.de, verantwortet von Alexander Hüsing, und - endlich wieder einmal neu erfunden - Peter Turis turi2.de.

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Flickr doch zu was nutze: Mindmaps

Veröffentlicht am 18. Juni 2007 um 17:33 Uhr von Mark Pohlmann

Tja, das hat sich Flickr anders vorgestellt. Anstelle wohlwollender Anteilnahme für die deutschsprachige Adaption schüttet die hiesige Öffentlichkeit Spott und Häme über die Yahoo-Tochter aus. Der Grund: Bilder, die mit weniger als "vollkommen unbedenklich" gekennzeichnet sind, werden in einem deutschen Account gar nicht erst angezeigt. Die deutschen Gesetze verlangten einen härteren Jugendschutz, so die Erklärung der Yahoo-Pressestelle aus München. Andere nennen das Zensur. Schließlich ist mit einem US-Account auch über deutsche Rechner wieder alles sichtbar. Die FAZ schrieb, "der Schwung ist dahin". Nicht nur das. Die Blogosphere erhält die notwendige Energie, sich nach Alternativen umzusehen. Zwar ist Flickr eine der zentralen Anlaufstellen für das, was das "Web 2.0" ausmacht, aber es steht seit dem Aufkauf von Yahoo eigentlich nicht mehr unter Protektion - was man jetzt beim ewigen Google-Konkurrenten wenigstens im lokalen Maßstab schmerzvoll erfährt. Wir werden sehen, auf was die Blogosphere in Zukunft verweisen wird.

Noch ist es aber Flickr, und nicht etwa 23hq.com, das Fotosharing-Projekt des Reboot-Mitinitiators Thomas Madsen-Mygdal. Beispielsweise, wenn es um Mindmaps, also Visualisierungen von Vorträgen, geht. Ich hatte übrigens nach dem Vortrag auf der Reboot über Microblogging von Jyri Engeström, dem Gründer des Twitter-Konkurennten Jaiku gefahndet. Und bin schließlich glücklich bei Flickr gelandet.

Wer sich für das Thema "wann und warum entstehen eigentlich Netzwerke" interessiert, sollte sich zumindest die Grafik einmal ansehen.

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Ich bin jung, ich kann warten....

Veröffentlicht am 13. Juni 2007 um 14:20 Uhr von Mark Pohlmann

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StudiVZ hat mehr Seitenabrufe als T-Online

Veröffentlicht am 13. Juni 2007 um 10:51 Uhr von Mark Pohlmann

Man sollte mit dem Wörtchen Sensation sehr vorsichtig sein, aber jetzt ist es angebracht: Web 2.0 schlägt Web 1.0 auf dem wichtigsten aller Schlachtfelder: Das der Reichweite (stimmt noch nicht ganz. Noch sind es erst die Klicks. Nach Reichweite, also einzelnen Besuchern, ist die alte Hierarchie noch hergestellt). Und zwar deutlichst. StudiVZ kommt auf 2,6 Mrd. Seitenabrufe (PI), der jahrelange Primus T-Online auf 2,1 Mrd. Was für ein Massenspektakel. Hier einfach mal die wuv-Meldung:

IVW-Sensation: Das größte Studentennetzwerk Europas hat die meisten PIs aller deutschen Webseiten. Insgesamt zählt StudiVZ 2,4 Millionen Nutzer, die im Mai 2,6 Milliarden Page-Impressions produziert haben. Damit liegt StudiVZ vor T-Online mit 2,1 Milliarden PIs, Yahoo (1 Milliarde), Mobile.de (1 Milliarde) und ProSieben Online (713 Millionen). Die meisten Visits verzeichnet nach wie vor T-Online mit 263 Millionen, StudiVZ meldet 80 Millionen Besuche und rangiert damit auf Platz sechs. Die für Mai erstmals ausgewiesenen IVW-Zahlen rechtfertigen damit den teuren Kauf von StudiVZ. Holtzbrick hatte im Januar 55 Millionen Euro plus eine erfolgsabhängige Variable gezahlt.

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Wir Werber... gründen einen Verlag

Veröffentlicht am 12. Juni 2007 um 16:49 Uhr von Mark Pohlmann

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Noch ein spannendes Online-Projekt, das ein innovatives Format zu werden verspricht: Die Werber-Plattform "Wir Werber", die sich zwar noch im Ankündigungsstadium befindet, aber schon weiß, was es alles besser machen will:

1. Entwicklung einer alternative Werbeform. Konträr zu den blinkenden, mittlerweile von der großen Mehrzahl der Usern ignorierten Werbebannern, die Informationszugang und -fluss größtenteils behindern.
2. Eine Werbeform, die dialogorientiert ist. Märkte sind Gespräche.
3. Errichtung eines Marktes, der für unser Klientel interessant ist. Wir bleiben thematisch branchenrelevant.
4. Content is king. Ohne relevante Inhalte geht nichts.
5. Kombination aus Branchennetzwerk, Dialogplattform und Textlinkwerbung mit direkter Schnittstelle zu werbeblogger.de, einer der reichweitenstärksten Mediendienste der Kommunikationsbranche.
6. Mediengerechte Umsetzung. Wir sind im Web aufgewachsen und müssen nicht erst den Graben zwischen Print und Online überwinden und wissen was Internetnutzer wollen: Schnelle und relevante Informationen im Dialog. Daher setzen wir größten Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Anmut.
7. Schnelle und günstige Produktion von “Adcasts”, also Audio-/Video-Werbeformate für das Internet.
8. Plattform zur übersichtlichen, aber ausführlichen Darstellung der Werbe- und Kommunikationsbranche. WirWerber will die Branche transparent und symphatisch darstellen.
9. Zentrale Anlaufstelle für den Werbernachwuchs.
10. Unser Entwicklungsziel: Der digitale Fachverlag.
Na denn, viel Erfolg von dieser Seite!

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New Blog on the Web: Social Computing Magazine

Veröffentlicht am 12. Juni 2007 um 16:26 Uhr von Mark Pohlmann

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“To find something comparable," said Rupert Murdoch to Wired Online in July 2006, "you have to go back 500 years to the printing press, the birth of mass media – which, incidentally, is what really destroyed he old world of kings and aristocracies. Technology is shifting power away from the editors the publishers, the establishment, the media elite. Now it’s the people who are taking control.”

Für alle, die solche Sätze gerne lesen, oder jene, die die Innovations- und Buzzword-Geschwindigkeit des Digital Lifestyle überfordern: es naht Rettung. Das Social Computing Magazin erklärt die Welt, und das online und kostenlos. Sein Versprechen lautet: Nicht nur nie wieder einen Trend verpassen - sondern ihn auch verstehen. Leider hält die Optik nicht ganz Schritt mit den - auf den ersten Blick - sehr ansprechenden Texten.

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Zeigt her euren... besten unbeachteten Beitrag

Veröffentlicht am 8. Juni 2007 um 9:18 Uhr von Mark Pohlmann

Jeder Blogautor kennt das: Seit Tagen geht einem dieser eine, geniale Gedanke durch den Kopf, und endlich findet man die Zeit, ihn in einem großen Leitartikel zur Lage der Nation zusammenzufassen. Nach unenendlichen Mühen entsteht am Ende völlig überraschend ein fantastisches Dokument der eigenen Intelligenz. Mit einem fast weihevollen Gefühl wird der "Publish"-Button gedrückt, in der sicheren Erwartung, die nächste Revolution wenigstens mit ausgelöst zu haben. Und was passiert? Nichts. Gar nichts. Ein paar Klicks, vielleicht zwei, drei müde Kommentare, Wochen später noch ein hämischer Kommentar aus unberufenem Munde. Das wars.

Wer kennt dieses Gefühl, wer hortet in seinen Archiven noch Perlen, die es lohnen ein zweites Mal hervorgeholt zu werden? Erik Hauth hat schon einmal angefangen, ich liefere hier einen weiteren dazu (es gibt natürlich dutzende, die... ach, lassen wir das...)

Ein Gefühl des Stolzes verbinde ich beispielsweise noch immer mit dem Post "stern findet H&M fabelhaft" aus dem November 2005. Damals berichtete ich über einen Artikel bei Stern Online, für den sich die hauseigenen Mode-Redakteurinnen in die neueste H&M-Kollektion verliebten ("Die Teile sind ja fabelhaft"). Einen Tag später wurde die Geschichte vielfach medial aufgenommen, natürlich ohne zu erwähnen, daß eigentlich ja ICH es war, der diese ausgegraben hatte. So jedenfalls bilde ich es mir bis heute ein...

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Blogger sind keine Journalisten III

Veröffentlicht am 7. Juni 2007 um 11:34 Uhr von Mark Pohlmann

Eine sehr schöne und treffende Definition von Handelsblatt-Reporter Thomas Knüwer dazu, was Blogs sind - und was nicht:

Ich denke, es ist an der Zeit zu unterscheiden zwischen den Nutzern von Weblog-Software und Bloggern. Erstere schreiben Texte ins Internet. Zweitere kommunizieren über Weblogs.

Siehe auch:
Blogger sind keine Journalisten II
Blogger sind keine Journalisten I
und
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Relaunch Tagesspiegel.de

Veröffentlicht am 6. Juni 2007 um 11:49 Uhr von Mark Pohlmann

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Kleiner Hinweis auf den frisch gelaunchten digitalen Tagesspiegel. Mein erster Kurzeindruck (sozusagen beta): Das Layout ist sehr nach dem Geschmack eines News-Junkies wie mir. Schön viel Text und gut strukturiert. Ziemlich viel ziemlich häßliche Werbung. Der untere Teil gefällt mir besser als der obere (tabellarischer Überblick aller Ressorts). Noch kein Bürgerjournalismus-Zeug entdeckt. Lädt sehr langsam.

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Remaking Advertising As Conversation

Veröffentlicht am 6. Juni 2007 um 10:30 Uhr von Mark Pohlmann

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Folgendes großartiges Zitat von Tim O'Reilly ist nicht mehr ganz taufrisch, aber unverändert aktuell, weil wir trotz aller Omnipotenz des Mediums und aller Geilheit aufs Geldverdienen ständig verdrängen, wie schlecht Werbung im Internet eigentlich ist (im Sinne von Aktzeptanz, also Relevanz und Wertigkeit).

Deswegen habe ich es aus dem seinem Blog "Radar" aus dem Oktober 2005 noch einmal emporgehoben und stelle es hiermit ein zweites Mal der Weltöffentlichkeit vor. Gehört habe ich es erstmals vor wenigen Tagen auf der Reboot.

Doc Searls famously remarked that "markets are conversations." It seems to me that advertising ought to be a conversation as well. Only it's normally a conversation with a bore (or a drunk) at a cocktail party, someone who backs you into a corner, talks incessantly about himself, and laughs too loud at his own jokes. Den ganzen Eintrag lesen

(Kleiner Einschub: Es ist derzeit sehr viel Destruktion im Blogumfeld zu beobachten. Ich habe beschlossen, mich wieder vermehrt den schönen Aspekten des vernetzen Lebens zu erfreuen. Dieses Zitat gefunden zu haben, gehört dazu. )

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Petersen patzt Plazes publik

Veröffentlicht am 5. Juni 2007 um 11:54 Uhr von Mark Pohlmann

Tschuldigung, die Alliteration mußte einfach sein. Ich bin begeistert von dem Plazes-Scoop um Felix Petersen, neben Stefan Kellner der Gründer des "Zeig-mir-wo-du-bist-dann-zeige-ich-dir-wo-ich-bin"-Dienstes. Was ist passiert? Felix hat einen Vortrag in Amsterdam abgesagt mit der Begründung, daß seine Tochter in Berlin erkrankt sei, zur gleichen Zeit aber über den eigenen Dienst Plazes der Welt gezeigt, wo er sich wirklich aufhält: Auf der Reboot in Kopenhagen. Der Veranstalter beschwerte sich via Blog über Felix, Michael Arrington berichtete, woraufhin eine Lawine der Berichterastattung losbrach. Jetzt sind Felix & Plazes Blogthema Nummer eins, die Geschichte stand im People-Magazin des Silicon Valley ("Geek Drama"), dem Valleywag, und prangt auf Seite 1 von Spiegel Online.

Ich bin mir sicher, daß Felix das alles überhaupt gar nicht geplant hat und die Sache ihn ziemlich wurmt, weil der ganzen Sache wohl eher ein Mißverständnis zugrundeliegt. Aber besser kann man doch gar nicht begreiflich machen, wie der eigene Dienst funktioniert. Klar ist, daß die Nachfrage nach Plazes in den kommenden Wochen förmlich explodieren wird. Ich überlege mir schon, wie ich einen solchen Scoop bei meinen Kunden plazieren könnte. Vielleicht sollten die Dawanda-Gründer H&M-Klamotten nachmachen oder Stephan Uhrenbacher von Qype beim Michelin abschreiben?

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Blogger sind keine Journalisten II

Veröffentlicht am 4. Juni 2007 um 15:40 Uhr von Mark Pohlmann

An dieser Stelle eine kleine Hommage an eine der Perlen der Blogzunft, Anke Groener. Ich lese ihren Blog seit bestimmt drei Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Ihr durchgängig hochwertiger Schreibstil, die Mischung aus Substanz und Subjektivität, haben mir geholfen vor rund zwei Jahren selbst den Einstieg in die Bloggerei zu finden- und das Online-Geschreibsel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, weil da draußen Menschen sind, die die Meßlatte ziemlich hoch gehängt haben. Danke Anke! an dieser Stelle noch einmal dafür.

Anke Gröner äußert sich selten öffentlich, und wenn, dann auf Lesungen, sie erlaubt keine Kommentare in ihrem Blog und hat trotz des ganzen Rummels um das Thema immer der Versuchung widerstanden, sich in der Webszene zu profilieren - obwohl sie zweifelsohne das Zeug dazu hätte. Hier ein aktuelles Interview mit ihr auf politik-digital, bei dem sie auch ihre eigene Definition von dem Unterschied zwischen Blogs und Medien mitbringt.


Ich persönlich habe mit meinem Blog nicht den Anspruch, den Journalismus zu revolutionieren oder Skandale aufzudecken; ich möchte einfach ein bisschen vor mich hin plaudern, so wie ich mit Kollegen an der Kaffeemaschine plaudere, während der Espresso durchläuft: Wie war's im Kino, hast du einen hübschen Link entdeckt, wie geht's denn so, wer hat „Deutschland sucht den Superstar" gewonnen und so weiter.

Manche Blogs haben aber den Anspruch, eher journalistisch zu arbeiten und auf Dinge hinzuweisen, die ihrer Meinung nach in den klassischen Medien zu kurz kommen. Das Bildblog zum Beispiel. Oder Stefan Niggemeier, der nicht müde wird, auf halbgares Zeug wie 9Live hinzuweisen. Oder Don Alphonso und Jörg-Olaf Schäfers, die StudiVZ auf den Zahn gefühlt haben. Derartige Blogs sind für mich weitaus mehr als mal eben weggelesene Witzseiten.

Aber ich glaube, das hängt auch mit der Neuigkeit des Mediums zusammen. Wahrscheinlich gab es bei den ersten Zeitungen auch Diskussionen wie „Du hast ja gar keine Leserbriefseite, du bist ja gar keine richtige Zeitung.“ Oder beim Fernsehen: „Iiiihh, du sendest ja jetzt in Farbe ... wo bleibt die Glaubwürdigkeit?“ Und die Außenstehenden haben sich gewundert, warum die Jungs sich so ernst nehmen. Zum gesamten Interview

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