Die Kunst des Ertragens

Veröffentlicht am 30. Juli 2007 um 12:15 Uhr von Mark Pohlmann

mammut_600_450_dpa.jpg

Gestern gerade den knapp vier Wochen alten Spiegel-Aufmacher über die 35.000 Jahre alte, von Menschenhand geschaffene Mammut-Figur gelesen. Hängengeblieben ist vor allem ein Rilke-Zitat über Kunst, das - sinngemäß - lautet: "Kunst ist, den Moment einzufangen, in dem das Entsetzliche gerade noch erträglich ist." Das Mammut als 6cm große Statue verrät also das Entsetzen, das dieses Tier in Wirklichkeit beim Menschen ausgelöst hat und reduziert das nahrhafte Monster auf ein erträgliches Maß. Wichtig in der Kunst ist demnach also, sich mit seinen Ängsten zu beschäftigen. Vielleicht auch ein Grund, warum so viele schöne Menschen in der Werbung wie in der Kunst zu finden sind. Weil wir das Abbild des Schönen viel besser ertragen als das Original?

Ohne Furcht vor etwas zu haben, fehlt also die Relevanz. Das halte ich für einen sehr guten Ansatz, sich überhaupt darüber klar zu werden, mit was wir uns so den ganzen Tag beschäftigen. Es ist eigentlich die Abwehr vor Schlimmerem, die wir oft nur dadurch schaffen, dass wir die Dinge nach vorne bringen. Ein tröstlicher Gedanke, wie ich finde.

Was für die Kunst gilt, gilt auch für die Wirtschaft und insbesondere für jegliche Form der Kommunikation, also auch für PR. Wer Aufmerksamkeit will, muß Ängste artikulieren. Nur haben in einer derart harmoniesüchtigen Gesellschaft wie der unseren die wenigstens den Arsch dafür in der Hose. Der wichtigste Grund, warum PR so einen albernen Ruf hat wie es hat, ist seine Beliebigkeit. Raus mit den Ängsten! Nur wer sie benennt, kann sie bezwingen ;-)

In diesem Zusammenhang muß ich an meinen Eintrag "Das Versagen der AGOF" denken, der mir ziemlich viel Ärger mit der AGOF-Truppe eingebracht hat, weil er sehr konfrontativ, einseitig und in seiner Recherche auch nicht ganz, naja, sagen wir, präzise war. Im Kern ging es in meiner Anklage darum, dass die in der AGOF angeschlossenen Werbeplatzvermarkter in ihren Studien nicht mehr länger so tun sollen, als wären ihre Portale repräsentativ für die Internetnutzung schlechthin. Den Ansatz meiner Attacke halte ich nach wie vor für grundrichtig, auch wenn sie nicht in ihrer Gänze richtig verargumentiert ist. Die emotionale Seite meiner Attacke ist mir allerdings viel wichtiger als die Fakten zu sammeln. Ich wünsche dem Banner endlich den Tod an den Hals, ich wünsche mir, dass sich die Werbeindustrie bequemt, sich mehr Mühe zu machen, ich wünsche mir, dass eine 99,9-prozentige Nichtklickrate nicht mehr ausreicht, um einen Banner profitabel zu plazieren. Ich wünsche mir intelligente, relevante Werbung, die die Online-Werbeindustrie mir anhaltend verweigert.

Die Reaktion der AGOF auf die Attacke war erwartungsgemäß unterkühlt und von einem Gewissen Unverständnis geprägt, was mich getrieben hat. Aber, das hier, das ist ein Blog. Mein Blog, meine Gesprächsangebote, kein Hort der Wahrheit, sondern der Meinung. Hier geht es um Gedanken, Aspekte, schnell Hingeschriebenes und Wohlüberlegtes. Jeder kann hier kommentieren, korrigieren oder auf Besseres verweisen. Dies wurde nicht verstanden, konnte wahrscheinlich nicht verstanden werden, weil die Kommunikation eines Vermarkterkreises sich nicht mit der eigenen Sinnhaftigkeit beschäftigt.

Die AGOF in Person ihrer Sprecherin Nadja Elias hat dann allerdings sehr professionell und umfangreich auf die Vorwürfe reagiert, und ich muß zugeben, dass vieles komplexer ist als von mir im ersten Draft dahingezetert. Wie auch immer, das ist ja auch völlig ok so. Das ist aber gar nicht der Punkt, warum ich diese olle Kammelle an dieser Stelle nochmal aufwärme.

Ich wundere mich lieber darüber, dass auch im vierzehnten Jahr des Leidens unter Bannern die Bereitschaft, sich darüber aufzuregen, gegen Null tendiert. Wir alle haben nur ein Leben, ich führe meins zur Hälfte online, und ich bin weiter nicht bereit, jeden Mist, und hierzu zähle ich insbesondere Banner, hinzunehmen, dem ich nicht ausweichen kann. Und ich bin mir sicher - und hier schließt sich jetzt der Kreis zum Einstieg der Geschichte - dass eine Auseinandersetzung mit der nicht vorhandenen Qualität ihrer Werbung der Werbeindustrie helfen würde - einfach weil dann die Chancen stiegen, dass wir nicht nur BILLIGE sondern endlich auch mal WERTIGE Werbung zu sehen bekommen. Und sie nicht nur heute, sondern auch morgen uns besenden dürften. Nur leider, die Angst vor sinkenden Gewinnen ist stärker, die Furcht vor der Wahrheit präsenter als die vage Aussicht aufs Überleben.

Oder, um es anders zu formulieren: Die Werbeindustrie wird nie in der Lage sein, so faszinierende Mammutabbilder zu schaffen wie die Menschen vor 35.000 Jahren. Aber das wiederum hat auch sein Gutes: Mit Sicherheit spricht dann auch in 35.000 Jahren niemand mehr über sie. Wie tröstlich.

Hat jemand bis hierhin gelesen? Konnte jemand dem Gedanken folgen?

in | Kommentare (4) | TrackBacks (1)

Gurke als Gedenkstein? Ja, ich will!

Veröffentlicht am 25. Juli 2007 um 9:21 Uhr von Mark Pohlmann

gurke.gif

in | Kommentare (6) | TrackBacks (0)

Myspace: Werbung ersetzt Werbung

Veröffentlicht am 24. Juli 2007 um 9:45 Uhr von Mark Pohlmann

myspace_yaris.gif

Travis Katz, Manager von Myspace, ist auf Werbetour in Deutschland und erklärt in der FAZ den Unterschied zwischen Bannerwerbung und Community-Building:

Markenkampagnen statt Bannerwerbung

"Die Möglichkeit, auf MySpace zu werben, ist fundamental neu. Das gab es vorher im Internet nicht. Wir erlauben Unternehmen, soziale Gemeinschaften um ihre Marken herum zu bilden, so dass die Nutzer die Marken bekannt machen und mit ihnen verbunden sind. Viele Werber sind inzwischen der Meinung, MySpace sei eine der effektivsten Werbeplattformen im Internet, da der direkte Kontakt mit Kunden möglich sei. Es hat uns allerdings einige Zeit gekostet, den Werbern zu erklären, was sie auf MySpace tun können. In Deutschland müssen wir diese Aufklärungsarbeit erst noch leisten, da sich unsere Werbung doch stark von klassischer Bannerwerbung unterscheidet", sagte Katz. Für eintausend Kontakte müssen Werbekunden zwischen 5 und 25 Euro zahlen.

Wenn wir davon ausgehen, daß Netzwerke die Basisinfrastruktur im Internet werden, ich also nicht mehr nach Informationen suche, sondern mich erst in meinem Bezugssystem informiere, dann müssen die Marken dorthin, wo die Gespräche sind. Und das tun sie auch. Auf Myspace beispielsweise unterhalten hunderte Marken, wie der Toyota Yaris, eigene Portraitseiten. Über 70.000 Myspace-Mitglieder bekennen sich in ihrer Freundschaft zu diesem Auto. Das ist für die Marke aller Ehren wert. Der Grad der Interaktion kennt allerdings klar umrissene Grenzen: "Add to Friend. Add to Group. Add to Favorites." Direkter Dialog sieht anders aus. Das hier ist eine Microsite mit angeschlossenem Gästebuch.

Der Tausenderkontaktpreis von 5 bis 25 Euro ist daher teuer und billig zugleich. Teuer im Vergleich zur klassischen Instant-Bannerwerbung. Die ist eher halb so teuer oder noch weniger. Billig, wenn man bedenkt, daß für 25 Euro tausend Kontakte vornehmlich Jugendliche durch eine standardisierte Massenkommunikation geführt werden, die wenig mehr als ein kurzes "Hallo, ich finde das hier auch alles toll" erlaubt.

Echter Dialog ist nicht für 25 Euro zu haben. Instant-Werbemodelle werden, auch wenn sie im Mäntelchen der Networks kommen, nie die Relevanz bekommen, die Marken in diesen Räumen zukünftig benötigen. Dazu müssen Marken an den Gesprächen teilnehmen. Und dazu braucht es echte Kommunikation in Echtzeit. Solange Myspace - und die Werbetreibenden gleich mit - auf Fakes setzen, ist die (unternehmerische) Zukunft von Myspace unsicher. Denn statische Werbung funktioniert nur als billiger Ablasshandel, in diesem Falle: Sichtbarkeit gegen Geld. Doch die Wertigkeit der Werbung fällt gegenüber den Echtzeitdialogen der Mitglieder derart stark ab, dass sie nicht nur nicht wirkt, sondern in ihrer Anmutung schlichtweg kontraproduktiv ist.

Und so steht´s auch in der FAZ:

Allerdings ist MySpace kein Selbstläufer. Murdoch sagte in einem Interview auf die Frage, ob alle Zeitungsleser zu MySpace abwanderten, die Leser gingen leider alle zu Facebook.

in | Kommentare (1) | TrackBacks (1)

Ferien!

Veröffentlicht am 15. Juli 2007 um 20:39 Uhr von Mark Pohlmann

ferien%21.jpg

in | Kommentare (3) | TrackBacks (0)

Was im Web 2.0 anders als im Web 1.0 ist

Veröffentlicht am 13. Juli 2007 um 12:06 Uhr von Mark Pohlmann

Der Unterschied, das sind die Macher selbst.

"Status wird im Moment definiert als das Vermögen, möglichst viel überschüssiges Gewicht durch den Stadtverkehr zum Kindergarten zu fahren."
Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher im Interview auf deutschestartups.de

in | Kommentare (1) | TrackBacks (0)

Deutsche Start-ups auf internationaler Bühne

Veröffentlicht am 13. Juli 2007 um 11:28 Uhr von Mark Pohlmann

Das war lange schon überfällig: Nicole Simon schreibt auf Blognation in englisch über die deutsche Internetszene. Viel Erfolg!

in | Kommentare (0) | TrackBacks (0)

Abgesang auf die E-Mail

Veröffentlicht am 13. Juli 2007 um 10:16 Uhr von Mark Pohlmann

Themen liegen in der Luft, wenn man merkt, dass andere, in diesem Falle Klaus Eck, schneller waren: E-Mails kosten Zeit und bringen wenig. Warum eigentlich?

Zum einen ist da natürlich das schiere Mengenproblem. Die Mühe, aus den hunderten Mails täglich die wenigen wirklich wichtigen herauszuschälen, nimmt weiter zu. Da ist nicht nur Spam, der wahrgenommen und vernichtet werden will, sondern vor allem auch die ausufernde "Zur Information"-Kultur. Unschuldige Menschen werden Zeugen vollkommen unwichtiger Konversationen, deren Inhalt sie alleine deswegen wahrnehmen sollen, weil sie ja auf "Carbon Copy", also "CC" gesetzt sind. Und drittens sind da die netteren Dinge, die aber auch Zeit rauben, also eher in Richtung privater Gespräche gehen. Klaus Eck verweist zurecht auf den Zeit-Artikel "Fluch der Unterbrechung". Wer unterbrochen wird, wendet sich nach dieser Unterbrechung erst einmal für rund 25 Minunten anderen Aufgaben zu, bevor er dort weitermacht, wo er inhaltlich vorher eigentlich war. Und wir werden alle 11 Minuten von E-Mails unterbrochen. Sie sind also Gift für die Produktivität.

Blogs

Doch es gibt noch einen anderen Grund gegen die Mail: Die Kultur der Öffentlichkeit. Was ich einem erzähle, ist sicher für viele andere auch interessant, die mich kennen und meine Meinung (hoffentlich) schätzen. Warum also nicht alle, die es interessiert, daran teilhaben lassen? So wie dieser Text zum Beispiel. Den könnte ich allen meinen Kontakten per Mail schreiben, sie bei der Arbeit unterbrechen und mit Gedanken verwirren, die derzeit nicht die ihren sind. Oder ich kann warten, bis sie sagen: Mal sehen, was der Pohlmann so treibt, ich geh mal auf seinem Blog. Und dann lesen sie, dass ich mir Gedanken über Mails und die Alternativen mache. Wer keinen dieser Gedanken verpassen will, abonniert sich die Beiträge über das sog. RSS auf eine persönliche Website und muss sich fortan nicht einmal die Mühe des Surfens machen.

Wer gerne den öffentlichen Diskurs mag, also nichts dagegen hat, dass sich andere einschalten, weil das Gespräch so lebendiger und facettenreicher wird, der sollte über einen eigenen Blog nachdenken. Hier kommt all das hin, was man selbst so interessant findet, dass man es schriftlich festhalten möchte. Blogs funktionieren wunderbar als eigene Gedankenstütze und Gesprächsangebot für Dritte, die an den gleichen Themen hängen wie man selbst. Wer was zu sagen hat, bloggt. So einfach ist das.

Instant Messenger

Den Kontakt mit seinen Freunden und Bekannten halten sog. "Instant Messenger" (IM), für mich eine Art schriftliche Telefonate. Ich nutze Google Talk oder Skype. Hier kann ich nur Leute ansprechen, die mich als Kontakt bestätigt haben. IMs sind lustig, weil richtig in Echtzeit funktionieren. aber auch zeitraubend. Man sollte sie sparsam einsetzen, dann machen sie aber auch ungleich mehr Spaß als E-Mails.

Twitter

Der dritte im Bunde, ganz frisch, aber schon nicht mehr wegzudenken: Twitter. Twitter ist eine Art öffentliche SMS. Hier schreibt man kurz auf, was man gerade macht. Auch hier werden in der Regel nur die Kurzmeldungen derjenigen abonniert, die für einen selbst interessant sind. Wenn man also gerade wissen will, was einer von diesen Leuten macht, der schaut kurz bei Twitter rein, gibt selbst eine Wasserstandsmeldung ab, kann auch hier ein wenig plauschen ("chatten") und widmet sich danach wieder dem Eigentlichen. Twitter ist größtenteils harmlos, manchmal informativ und überraschenderweise auch schonmal richtig nützlich. Beispielsweise ist es beruhigend zu lesen, wenn jemand kurz meldet, dass seine Jordanien-Reise gut verläuft.

Social Bookmarks

Ein weiterer anerkannter Weg, unkompliziert über seine Themenlage öffentlich zu berichten, sind sog. "Social Bookmarks". Mit diesen Diensten werden interessante Lesezeichen nicht mehr auf dem eigenen Computer vergraben, sondern für alle sichtbar und nachrecherchierbar. Bekannt sind der US-Dienst del.ico.us und der ursprünglich einmal deutsche, aber längst auch international agierende Dienst Mr. Wong. Wenn Sie dort einmal einen interessanten Menschen entdeckt haben, ist es eine Freude, dessen Fundstücken nachzugehen. Web-affine Menschen veröffentlichen den Links zu ihren Bookmarks gleich auf der eigenen Website.

Social Networks

Ein in meinen Augen spezieller Fall sind die sog. Social Networks wie Myspace, Facebook, StudiVZ oder Xing. Ganz klar sind sie die Gewinner der zunehmend öffentlich stattfindenden Diskurse, vor allem der privaten Alltäglichkeiten. So ist StudiVZ mit 2,5 Mrd. Seitenabrufen im Mai 2007 erstmals die meistgenutzte Website in Deutschland. Dies war eigentlich schon seit immer T-Online.

Ich nutze diese Dienste eher mäßig bis gar nicht und allerhöchstens als Adressbuch und eigene digitale Visitenkarte. Mir sind alle diese Dienste zu proprietär. Wer sich aber gerne in einem einheitlichen Rahmen mit Gleichgesinnten austauschen möchte, dazu froh ist, dass er hier in wenigen Minuten eine Profilseite errichten kann, ist auf allen diesen Websites bestens aufgehoben. Und Social Networks sind längst ein Massenphänomen. Alleine Myspace geht auf die 200-Mio.-Mitgliedermarke zu, bei Facebook sind es derzeit um die 30 Mio.

Zusammengefaßt: Kommunikation wird immer situativer, die Kommunikationskultur im digitalen Raum facettenreicher. Wer sich den Trends verschließt, schließt sich von Gesprächen aus. Mitmachen ist kein Muss, Mails aber nicht die Lösung für alles. Klar ist auch, dass die Mail nicht ausstirbt, sondern "nur" an Bedeutung verliert.

in | Kommentare (1) | TrackBacks (0)

Upcoming Jobs

Veröffentlicht am 10. Juli 2007 um 18:28 Uhr von Mark Pohlmann

"Du hast viele, viele Freunde bei Facebook, Myspace usw.. Und du bist verdammt lustig."

in | Kommentare (0) | TrackBacks (0)

Political Correctness

Veröffentlicht am 10. Juli 2007 um 17:59 Uhr von Mark Pohlmann

"Das müssen wir hier nicht in ethischer Breite ausdiskutieren"

in | Kommentare (0) | TrackBacks (0)

Nutzer schaffen Werbemärkte

Veröffentlicht am 6. Juli 2007 um 11:09 Uhr von Mark Pohlmann

Dass Nutzer unentgeldlich beträchtliche Werte schaffen, läßt sich jetzt auch in Zahlen messen - das aber wiederum mal wieder nur für den US-Markt. Bis zum Jahr 2011 sollen von Nutzern publizierte Inhalte, vor allem Netzwerkprofile, Blogs, Videos und Fotos, über 4 Mrd. Dollar Werbegelder anziehen. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche Werbemarkt ist rund 20 Mrd. Euro groß (also etwa 26 Mrd. Dollar), der amerikanische etwa 100 Mrd. Dollar.

Für dieses Jahr werden 0,4 Mrd. Werbeeinnahmen mit UCG ("User Generated Content") erwartet. Markführer in Amerika sind YouTube, MySpace, Facebook und Photobucket. Besonders interessant: An den Marken Google und Yahoo geht der Boom derzeit vollkommen vorbei, da nützt es auch nichts, dass Google Qype kopiert.

Bis 2011 werden 95 Millionen US-Bürger eigene Inhalte im Internet publizieren - also jeder Dritte. Letztes Jahr waren dies immerhin schon 64 Mio. Das wäre eine Steigerung von gerade einmal 50 Prozent in fünf Jahren. Das Basisniveau erscheint mir sehr hoch, die Steigerung dafür eher konservativ geschätzt.

Wann endlich haben wir solche Zahlen auch mal für Deutschland oder die EU, das kann doch gar nicht so schwer sein....?

techcrunch_evoportal.png

Umsatzgiganten werden dann eher nicht Blogs oder Videocommunities sein, sondern Netzwerke. Das ist die These von eMarketer. Ich stimme zu. Es sieht derzeit so aus, als würde das eigene Netzwerk zum Ausgangspunkt für Informationen werden. Damit stünde Google vor seiner Ablösung als Maßstab der (digitalen) Welt. Wie wichtig Netzwerke werden, zeigt die Öffnung des Netzwerkportals Facebook für Dritte.

Das Umdenken der Nutzer, sich selbst in den Mittelpunkt des Internets zu stellen, hat gerade erst begonnen, aber der Prozess ist mächtig und wird uns noch lange beschäftigen ;-)

Quelle der Zahlen.

in | Kommentare (1) | TrackBacks (0)

Microblogging im Vergleich

Veröffentlicht am 3. Juli 2007 um 16:34 Uhr von Mark Pohlmann

miniblogging.PNG

Einen schönen Vergleich aller derzeit gängigen Microblogging-Systeme bringt Mashable. Grund ist der erste Auftritt von Pownce, das quasi ein Promi-Bonus dadurch hat, dass der Dienst vom Digg.com-Gründer Kevin Rose stammt und man somit annehmen kann, dass er schnell größere Bekanntheit erlangt. Getestet werden insgesamt neun. Das Ergebnis:

Overall, we’re still gunning for Twitter in this lineup, despite Pownce’s impressive debut. With the addition of an API however, Pownce could quickly build up a large number of third party apps and make huge gains on its rivals.

Was um Himmelswillen ist denn jetzt nun wieder Microblogging?

Zur Erklärung: Microblogging-Anwendungen wie die des Marktführers Twitter sind so etwas wie öffentlich geschriebene, für jeden abonnierbare SMS. Sie dienen dazu, seinem Freundes- oder Bekanntenkreis kurze Meldungen darüber abzugeben, was man gerade macht oder wo man gerade ist. Selten was Weltbewegendes, oft in seiner Kürze aber ganz unterhaltsam oder informativ, manchmal sogar hilfreich. Ich beispielsweise habe eine sehr twitter-aktive Kundin, was mir hilft, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, wann ein Anruf paßt -und wann nicht.

in | Kommentare (0) | TrackBacks (0)

Auch große Gärten sind verschlossen

Veröffentlicht am 3. Juli 2007 um 9:54 Uhr von Mark Pohlmann

Der Garten namens Facebook zum Beispiel, sagt Steve Rubel, und verweist darauf, dass sehr viele Informationen in das System fließen, aber kaum etwas heraus - beispielsweise zu Google. Interessanter Text zu den Vor- und Nachteilen geschlosser Systeme am Beispiel des Gramercy Parks in New York. Wer schon mal dort war und vor der verschlossenen Tür stand, sollte den ganzen Text lesen ;-)

Despite the age of openness we live in, Facebook is becoming the world's largest, and perhaps most successful, walled garden that exists today. The problem, however, lies in this fact - Facebook gives nothing back to the broader web. A lot of stuff goes in, but nothing comes out. What happens in Facebook, stays in Facebook. As Robert Scoble noted, it's almost completely invisible to Google. You can share only a limited amount of data on your public page - as he has here. That's fine for many users, but not all.

in | Kommentare (1) | TrackBacks (0)

powered by SinnerSchrader

next08 - register