Mach doch mit!

Veröffentlicht am 28. September 2007 um 9:19 Uhr von Mark Pohlmann

Ich habe eine Anzeigensuche bei Immobilienscout (wir suchen 4 bis 6 Zimmer im Westen von Hamburg) laufen und bekam gestern folgende Ankündigung:

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Nun haben also auch Kleinanzeigendistributoren die Segnungen einer Community entdeckt. Und in der Tat gibt es mit ein bisschen Nachdenken einige Anknüpfungspunkte. Jeder, der neu in der Stadt ist, sucht Anschluss. Der erste Kontakt ist vielleicht wirklich der zum Makler (oje....), warum also nicht einen Zusammenschluss all derjenigen, die niemanden anderen als diesen kennen?

Gute Idee. Doch der Markt ist schon in voller Konkurrenz erblüht. Das regionale Internet ist bereits jetzt, wo viele noch gar nicht wissen, dass hier einer der zentralen Zukunftsmärkte steckt, sehr gut erschlossen. Es gibt die Lokalisten, es gibt Qype. Es gibt die Städteportale, es gibt Stadtmagazine. Es gibt bald Dienste wie DerWesten. Sie alle haben eine Menge Content und vor allem: hier tobt bereits das Leben. Wer das nicht glauben mag: hier ist ein Screenshot meiner Seite auf Qype. Ich schreibe derzeit nicht besonders viel in Qype hinein, einfach, weil die Zeit dazu fehlt. Aber Qype hat es geschafft, dass ich mich trotzdem als Teil einer lebendigen Community fühlen darf. So hoch liegt die Latte mittlerweile. Da müssen die anderen erstmal drüberspringen.

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Was passiert hier? Ich bekomme zuerst einmal angezeigt, wer meine Profilseite und meine Bewertungen in den letzten Tagen angesehen hat. Ich sehe, worüber meine Freunde schreiben, welche Kontakte sie knüpfen und in welchen Gruppen sie aktiv sind. In viele werde ich selbst eingeladen. "Mach doch mit!" - diese Botschaft dringt bei Qype aus allen Pixeln, und es ist schwer, sich dem zu entziehen. So sieht gelebte Nachbarschaft aus, heute.

Übrigens: Qype gibt es jetzt auch fürs Handy. Funktioniert auch am PC-Browser. Wer auf das ganze Community-Geraffel verzichten will und einfach nur wissen will, wie gut ein Anbieter ist, bekommt hier ein wunderbar reduziertes Tool.

Ergänzung:
mmmhhhh, ich sollte meine Bildbearbeitungssoftware doch mal registrieren....

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OMD Impressionen II

Veröffentlicht am 27. September 2007 um 22:11 Uhr von Mark Pohlmann

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OMD Impressionen

Veröffentlicht am 26. September 2007 um 12:16 Uhr von Mark Pohlmann

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Mengenlehre

Veröffentlicht am 24. September 2007 um 9:56 Uhr von Mark Pohlmann

Wer an der Diskussion über die Themen und Referenten der Next08 (Mai 2008, genauer Termin wird noch bekanntgegeben) teilnehmen möchte: hier ist der Link. Wahrscheinlich wird aber ein Facebook-Account vorausgesetzt...

Thomas Knüwer brachte mich in der Next08-Diskussion nochmal auf die (eigentlich uralte) Frage, wie sich denn nun die ganzen Web-2.0-Start-ups finanzieren wollen. In neun von zehn Fällen soll es die Werbung sein. Daran haben wir uns so gewöhnt, dass wir dies gar nicht mehr infrage stellen.

Ich stelle hier mal folgende Rechnung an mit der Bitte, mich ggf. zu korrigieren:

Grundannahme 1
Man muß sich reichweitenmäßig ganz schön an die Decke strecken.
Der TKP liegt ungefähr bei 5 Euro, jedenfalls, wenn man Banner und Adwords und Restplätze mal in Quersumme zusammenlegt. Das heißt, bei einem TKP von 5 Euro gibt es für 1 Mio. Sichtkontakte 5.000 Euro.

Grundannahme 2
Für ein funktionierendes Kleinunternehmen im Web-2.0 mit 10 Mitarbeitern braucht bummelig 50.000 Euro im Monat Umsatz, ergo: 10 Mio. Kontakte.

Das ist dann allerdings auch schon der Idealfall, will meinen, hier ist ein Vermarkter an Bord, der die Werbeplätze professionell und zu höheren Kursen vermarketet, als dies bei reiner Suchmaschinenvermarktung möglich wäre.

10 Mio. Kontakte im Monat schaffen derzeit nach ivw 165 Unternehmen. Damit sind dann allerdings Seitenabrufe gemeint. Darunter fallen fast alle Dickschiffe des Verlagswesens und damit Unternehmen, die mit 50.000 Euro Monatsumsatz überhaupt gar nicht auskommen würden (brauchen sie auch nicht, weil viele deutlich mehr Klicks generieren). Die Summe dererer, die wirklich schlank geblieben ist und auf so viele Klicks kommen, liegt vielleicht bei einem Zehntel. Will heißen: Wer 10 Mio. und mehr Klicks hat, ist größer und braucht mehr Geld als 50.000 Euro im Monat.

Grundannahme 3
Bei reinen Google-Adword-Kampagnen würde mich wundern, wenn mehr als 2 Euro pro TKP rauskämen. Hier wären also schon 25 Mio. Seitenabrufe pro Monat notwendig, um eine Chance auf einen Deckungsbeitrag zu haben.

Mal angenommen, die Annahmen oben wären richtig, dann könnten nur sehr wenige Unternehmen sich berechtigte Hoffnungen auf einen werbebasierten Umsatz machen, der zumindest nennenswert ist. Das wiederum müßte heißen, dass die Erklärung, man werden "auf Werbung als Erlösmodell setzen", einen zumindest noch ein wenig skeptischer machen, als es ohnehin schon tut.

Grundannahme 4
Das alles gilt sowieso nur für eine boomende Werbewirtschaft. Was aber, wenn viele Unternehmen mehr online werben WOLLEN, es aber, wie 2002, einfach nicht mehr KÖNNEN?

Meine Frage ans kundige Werber-Fachpublikum: Stimmen die Annahmen dort oben? Was bringen 1 Mio. Kontakte wirklich?

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Never Ending Friending

Veröffentlicht am 20. September 2007 um 10:46 Uhr von Mark Pohlmann

Was ist man ohne sein Netzwerk? Zumindest in Amerika wird die Frage zunehmend so beantwortet: Nichts. Eine neue, 68-seitige TNS-Studie für Fox Interactive Media mit dem klingenden Namen "Never Ending Friending" zeigt, wie stark der Affekt ist, sich in freien Momenten seiner eigenen Gruppenzugehörigkeit zu bestätigen. Die Frage lautete:

Wenn du 15 Minuten Zeit hättest - was würdest du tun?

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Die weiteren Erkenntnisse der Studie:

01 Making over life & media
Soziale Netzwerke sind kein (reiner) Spaß mehr, sondern werden als Bereicherung des realen Lebens wahrgenommen.

02 Stretching across hours and needs
70 Prozent aller Befragten sind ständig in Kontakt mit ihrem Netzwerk. Nicht permanent, aber kontinuierlich.

03 Enriching existing relationships
Die Kernfunktion der Netzwerke ist eine Intensivierung der Beziehung.

04 Making meaningful brand connections
Soziale Netzwerke werden für Marken immer wichtiger, in Kontakt mit Kunden und Mutltiplikatoren zu treten.

Quelle: Social Media.

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Die ignorante Elite

Veröffentlicht am 17. September 2007 um 18:15 Uhr von Mark Pohlmann

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Wenn es eine Zielgruppe gibt, die von den Möglichkeiten des Web 2.0 rege Gebrauch machen sollte, dann ist dies die intellektuelle Elite des Landes, also Wissenschaftler, Künstler, Autoren, Philosophen, meinetwegen auch Politiker. Sie alle haben eine Botschaft, sie alle leben von einem gewissen Kult um ihre Person, von dem sich-ins-Gespräch bringen. Dies ist nirgends so effizient umzusetzen wie über das Internet. In weniger als einer Stunde ist eine Seite eingerichtet, die jede Botschaft zu Nullkosten in Sekunden über die Welt verbreitet, von jedem recherchierbar, wahrnehmbar, aufnehmbar und diskutierbar. Und wir wiederum würden von ihnen profitieren: Indem die Vielfalt des Denkens, der Informationen, Meinungen und öffentlichen Diskurse an Reichweite, Aufmerksamkeit und inhaltlicher Tiefe deutlich gewinnen würde. Win-Win nennen wir Marketer sowas.

Allein, die Realität ist eine andere. Dankenswerterweise hat Robert Basic (mal wieder!) eine Diskussion aufgenommen, die offenbar von Marc Scheloske in der Wissenswerkstatt angezettelt wurde. Robert listet mal als Zeichen der Hoffnung die 20 bekanntesten bloggenden Wissenschaftler auf. 40.000 Professoren soll es in Deutschland geben. Und 20 davon führen webbasierte Zwiegespräche mir der Außenwelt.

Alleine dies muss man sich mal vor Augen führen: Ein Softwareentwickler (Robert B.) hat mehr Diskursqualitäten als die ganze Wissenskaste zusammen! Übrigens ist die sich um diese Liste spinnende Diskussion äußerst spannend zu beobachten - weil sich vor allem Jungakademiker zu Wort melden, deren Forumulierungsfreude schon sichtbar anders ausfällt als der sonst in Blogs bekannte Ton...

Zu dem Thema passt, dass sich Burda gerade in Scienceblogs eingekauft hat. Auf der Plattform schreiben laut FAZ-Bericht derzeit 65 Blogger über Wissenschaftsthemen wie Klimawandel, Medizin oder Biologie. Zielgruppe sind keine Fachleute, sondern die interessierte Öffentlichkeit. ScienceBlogs nennt 1,7 Millionen Besuche im Monat, was sehr, sehr viel wäre - auch wenn die Rate der Vielfachbesucher die Reichweite wahrscheinlich nochmal deutlich nach unten korrigieren wird. Burda plant, die wissenschaftliche Blog-Plattform jetzt auch nach Deutschland holen.

Zurück zum Thema, warum so wenige, die es könnten, tatsächlich über ihr Wissen bloggen oder es anderweitig zur Mehrung des eigenen Ruhms nutzen: Da es immer viele Gründe gibt, Dinge NICHT zu machen (die sich alle auf den Faktor "war mir nicht wichtig genug" reduzieren lassen), läßt der augenblickliche Stand nur eine Schlussfolgerung zu: Für akademische / intellektuelle Karrieren spielt der Grad der selbst inszentierten Öffentlichkeit nach wie vor keine Rolle. Es wird also nicht als Defizit wahrgenommen, nicht online präsent zu sein. Wichtiger ist immer noch die klassische, "fremdbestimmmte" Öffentlichkeit über klassische Publikation in anerkannten Fachzeitschriften. Hier bleibt man schön unter sich.

Das wiederum kann nur heißen, daß öffentliche Diskurse noch nicht im Internet angekommen sind. Wären sie es, wären auch die Meinungsmacher hier. Das Verschulden ist also beidseitig: Die Elite verkennt ihre Chancen, wir, ihre Leser und Interpretierer, verkennen unser eigenes Potential, Diskurse ins Internet zu holen. Hierhin gehört der immer wieder vorgebrachte Vorwurf an uns selbst (als die Internet-Avantgarde, wenn man so will), zu sehr im eigenen Saft zu schmoren. Wir kümmern uns zu wenig um gesellschaftliche Themen, und wenn, dann nur soweit, wie sie unsere eigenen Themen berühren. Meinungsfreiheit, Datensicherung, Antiterrorgesetze mögen hier als Beispiele reichen. Es gibt also noch viel zu tun, bis die Kraft des Internets sich auch als gesellschaftliche Kraft entfalten kann.

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Die LoHas kommen

Veröffentlicht am 17. September 2007 um 17:52 Uhr von Mark Pohlmann

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Anton Jurina und Martin Höfeler hatten vor vier Monaten noch als blutige Start-upper mit Charitees ihren ersten öffentlichen Auftritt auf der Next07 und sind jetzt schon Gewinner eines Gründerpreises. Nur dass sie jetzt nicht mehr Raider sondern Twix heißen. Oder so. Herzlichen Glückwunsch an euch, ihr habt es verdient - auch wenn die Gewinnersumme (250.000 Euro) in bar sicher noch interessanter gewesen wäre als als Agenturleistung ;-)

Armed Angels tritt in den hart umkämpften Markt künstlerisch anspruchsvoller T-Shirts, in dem sich u.a. auch LaFraise, Spreadshirt oder ABetterTomorrow tummeln. Marktführer in Amiland ist übrigens Threadless.

Armedangels haben aber auch einen sozialen Anspruch. Sie wollen Kunst und Kommerz mit der Hoffnung auf eine bessere Welt verbinden. Die Zielgruppe kann deswegen klarer kaum sein: Es sind LoHaS, oder: Lifestyle of Health and Sustainability. Und die will Qualität mit gutem Gewissen. Deswegen wohl auch die durchweg hochwertige Darstellung der Produkte auf der Website, die jedem In-Label zur Ehre gereichen würde.

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Ein ganz ähnliches Konzept mit einer ganz ähnlichen Zielgruppe verfolgt Designers Against Aids, die übrigens just eine Kooperation mit Dawanda eingegangen sind. Ab sofort vertreibt das Aids-Aufklärungsprojekt seine von bekannten Künstlern entworfenen T-Shirts (und andere Produkte) nicht mehr über den Massenmarkt eBay, sondern über DaWanda. Hier stimmt endlich auch das Umfeld für kreative Ware. Denn auch Dawanda adressiert LoHas. (Anmerkung: DaWanda ist Kunde von mir, ArmedAngels nicht). Mir noch vollkommen unbekannt, aber ebenfalls in dieser Zielgruppe aktiv, ist TheCareClub.

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Mavens für Carmondo

Veröffentlicht am 12. September 2007 um 10:18 Uhr von Mark Pohlmann

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Das von Sixt vor wenigen Wochen neu gestartete Autoforum Carmondo arbeitet für seinen Community-Aufbau mit Mavens (Enthusiasten). Hierzu haben wir in anderen Foren 60 Autoenthusiasten identifiziert und angesprochen, von denen gut 20 bei einem ersten Treffen am letzten Sonntag dabei waren - um darüber zu sprechen, was Carmondo noch verbessern kann und wie sie sich als Autofans ihr Wunschforum vorstellen. Und natürlich, um ein Erlebnis zu schaffen, das für die Mavens Anlass ist, sich nicht nur mit Carmondo zu beschäftigen, sondern auch in ihrem Umfeld darüber zu reden.

Um den Spaß nicht ganz aus den Augen zu verlieren, hat Sixt den Mavens für diesen Tag jedem einen waschechten Sportwagen zur Verfügung gestellt (Audi TT / BMW Z4 Coupe / Mercedes SLK / Ford Focus ST), mit denen die Gruppe an einem Fahrertraining auf dem Boxberg teilnehmen konnte. Zwischen die beiden Trainingsblöcke haben wir zwei einstündige Gesprächseinheiten gesetzt, in denen wir uns über Internetforen unterhalten haben.

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Das Ergebnis läßt sich in diesen Diskussionen verfolgen. Es ist sehr schön anzusehen, wie die Identifikation mit Carmondo beginnt, obwohl (oder gerade weil) die Verbesserungswünsche, sagen wir... umfangreich sind.

Sehr spannend war der Einstieg in die Kommunikation. Interessanterweise haben ein Gutteil der Angesprochenen die Einladung selbst als Spam eingeschätzt. Das hat vor allem den Grund, dass das Event bereits wenige Tage nach dem Launch angekündigt wurde und die Plattform schlicht unbekannt war. Die anfängliche Skepsis aufzufangen, hat dann auch rund 10 Tage gedauert. Besser wäre gewesen, wenn sich die Zusammenarbeit mit den Mavens hätte in Ruhe entwickeln können, dann wäre der Argwohn gegen ein so üppiges Angebot (professionelles Training und die Mietgebühr für die Autos hatten einen Wert von mehreren hundert Euro) nicht so groß gewesen.

Dennoch ist das Konzept, mit Mavens zu arbeiten, für Carmondo bereits in der ersten Runde aufgegangen. Die Mavens, die auf dem Workshop das Carmondo-Team um Konstantin Sixt kennengelernt haben, verstehen durch das Event, was wir von ihnen wollen, und wie interessant diese Form der Kollaboration für sie sein kann. Und - der Respekt vor der Aufgabe für Sixt, eine Community aufzubauen, ist deutlich gestiegen, so dass das Portal und das Event auch rege in den Mutterforen unserer Mavens diskutiert wird.

Im nächsten Schritt geht es jetzt darum, aus den Gesprächen eine konstruktive Zusammenarbeit zu formen, das heißt, immer wieder einzelne Anregungen aufzunehmen, präzise durchzudeklinieren und diese auch tatsächlich in die Website einfließen zu lassen - und die Leistung, die der Maven für das System erbracht hat, gebührend zu würdigen. Events wie das auf dem Boxberg sind Initialzündungen, keine in sich abgeschlossenen Aktionen. Das gilt erst recht für Anbieter wie Carmondo, wo das Produkt selbst eigentlich ja auch nichts anderes als das Gespräch ist.

Die Zusammenarbeit mit Mavens ist ein nach vorne offener Prozess. Das hat das Sixt-Team nicht nur verstanden, sondern auch als Chance begriffen - es macht eben viel mehr Spaß, eine Website aufzubauen, wenn man aus berufenen wie engagiertem Munde ein konkretes Feedback bekommt. Beide Seiten haben an diesem Tag viel gelernt, und wir sind gespannt, wie die Dynamik in der Kommunikation weitergeht. Wer Carmondo kennenlernen möchte, kann dies bis zum 23. September in Frankfurt auf der IAA tun.

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Wie wird man Meinungsführer?

Veröffentlicht am 7. September 2007 um 12:50 Uhr von Mark Pohlmann

Mit Mut zur Wahrheit. Und hier noch passende Zitat von Hannah Ahrendt.

Die Wahrheit ist jedem zuzutrauen.

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PR ist toll. Reicht aber nicht.

Veröffentlicht am 4. September 2007 um 9:34 Uhr von Mark Pohlmann

Ein spannendes Interview, das Jochen Krisch mit der neuen Vorständin Jana Eggers bei Spreadshirt geführt hat. Sie nahm vor wenigen Wochen den Platz von Lukasz Gadowski ein, der den T-Shirt-Produzenten vor fünf Jahren gegründet hat.

Das Interview ist deswegen so spannend, weil Spreadshirt in einer außergewöhnlichen Situation steckt - die wahrscheinlich auch außergewöhnliche Maßnahmen erfordern wird. Denn kaum ein anderes Internet-Start-up ist in den letzten 24 Monaten derartig öffentlich zelebriert worden. Und gleichzeitig ist die Zukunft des Vorzeigeunternehmens offen. Denn trotz der wohl besten Personen-PR im Web 2.0 ist Spreadshirt kein Selbstläufer.

Die Zutaten für die Gründergeschichte 2.0 sind dabei traumhaft: Lukasz, gebürtiger Pole, ist sehr smart und symphatisch dazu. Und er hat den Osten nach Intershop ein zweites Mal mit dem Internet wachgeküßt. Heute produzieren rund 200 Menschen in Leipzig T-Shirts in Kleinstserien zu günstigen Preisen. Dahinter hängt ein tolles Geschäftsmodell, das jeden Käufer zu einem potentiellen Wiederverkäufer seiner eigenen T-Shirt-Designs macht. Und die Jobs sind endlich mal wieder welche in der Produktion. Er baut einen Ableger in Amiland auf und beliefert dort mit BoingBoing den wichtigsten Kulturblog mit Devotionalien. Wo Gadwoski einsteigt, scheint der Erfolg garantiert - siehe StudiVZ, dessen Startteam er betreute und das für gemunkelte 50 bis 80 Mio. Euro an Holtzbrinck ging.

Zurück zu Jana. Sie sieht Spreadshirt vor dem Abgrund. Dem zwischen Nischen- und Massenmarkt. Jetzt entscheidet sich, wieviel Potential das Unternehmen haben wird.

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Denn Spreadshirt ist so innovativ, dass es den Weg aus der Nische in den Mainstream nicht findet - und aus diesem Grund kaum wächst. In einem insgesamt boomenden Markt ein ernstes Krisenzeichen. In der Internetszene kennt Lukasz und Spreadshirt jeder. Außerhalb zu wenige.

Was lernen wir aus PR-Sicht daraus? Der Ruhm des Gründers strahlt nicht automatisch auf die Umsätze ab. Personen-PR ist toll, reicht aber nicht, wenn sie es nicht schafft, ein Bedürfnis nach dem Produkt zu wecken. Und das scheint - bei tiefem Respekt vor der PR-Leistung von Lukasz, Kolja & Co - in der Kommunikation zu kurz gekommen zu sein.

Ich gebe Start-ups an dieser Stelle folgenden Tipp: Jede Kommunikation sollte aus der Plattform heraus geführt werden. Alles, was ich offline von der Company höre, muss ich online wiederfinden. Dann kitten Gründergeschichten auch Angebot und Kunde zusammen.

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Gut aufgestellt für die Blase

Veröffentlicht am 4. September 2007 um 9:26 Uhr von Mark Pohlmann

Lese gerade bei Turi, bei Holtzbrinck sei man "gut aufgestellt". Wenn jemand nach Indikatoren für eine Blase sucht, dann findet er sie in Formulierungen wie dieser. Wenn ein Inkubator nicht mehr anders erklären kann, warum er sich wo engagiert als mit einer Stellungsbeschreibung, dann läuft der Web-2.0-Zug bald ins Leere. Denn die Phrase will uns nur eines sagen: Hauptsache, ich bin dabei. Wobei? Egal.

Achja. Vor wenigen Tagen habe ich noch wortreich erklärt, warum wir uns noch im Boom und nicht in der Blase befinden. Ich fürchte, es stimmt beides. Nur nicht für jeden gleichzeitig.

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