FAZ und Spiegel streiten um das Internet

Veröffentlicht am 31. Oktober 2007 um 19:07 Uhr von Mark Pohlmann

Dass ich das noch erleben darf: Frank Schirrmacher, seines Zeichens Mitherausgeber der FAZ, hält eine Rede, in der er sich als Zeitungsmacher, nunja, sagen wir, kritisch, mit dem Digitalen im allgemeinen, und dem Internet im besonderen auseinandersetzt.

Wer sich mit Fragen des Schreibens und Lesens befasst, redet auch von Abc-Schützen, die möglicherweise einmal die Welt aus den Angeln heben könnten. Das Problem ist nur: Es gibt kaum noch Abc-Schützen und das, was die Stifte einst leisteten, tun nun die Laptops. Beide Parameter zusammen beschreiben exakt, was wir die Krise der Medien nennen. Weiterlesen.

Christian Stöcker, seines Zeichens Netzwelt- und Wissenschafts-Redakteur von Spiegel Online, antwortet mit einer gezielten Geraden: "Das Internet ist an allem Schuld" .

Ob online oder gedruckt: Eine starke Medienmarke kann auf Dauer eben nur bestehen, wenn sie Qualitätsstandards setzt und hält. Die Vorstellung, dass Online-Journalisten zwangsläufig schlechter arbeiten, nur weil sie sehen können, was den Leser interessiert und was weniger, ist absurd. Was nicht heißt, dass sie nicht gelegentlich schneller schreiben, als der Sache gut tut. Weiterlesen.

Was Schirrmacher glücklicherweise nicht unbeantwortet lassen möchte. Das Ergebnis: Eine brillante Diskussion, toller Lesestoff - und das zur Primetime, live & kostenlos (und noch nicht mal gebührenfinanziert). Komme ich etwa meinem Wunschtraum näher, dass das Internet sich zur milieuübergreifenden Schaubühne für gesellschaftlich relevante Diskurse entwickelt?

Wie auch immer: Lesen! Hier der erste Absatz der Schirrmacherschen Replik-Replik:

Das nenne ich Eskalation: Aus einer Rede, die für die Koexistenz von Tageszeitung und Internet plädiert, macht der Internetredakteur kurzerhand eine Kriegserklärung (mehr...). Nur indem er Formeln reaktionärer Kulturkritik bemüht, geht seine Rechnung auf: "Das Internet ist an allem schuld". Das ist eine Formel der Moral, es folgt eine der Zeit und des Ortes: "Nur Druckerpressen können das Abendland noch retten". Das sind zwei Überschriften, die nichts mit der Rede zu tun haben. Sie stammen aus dem Kopf des Internetredakteurs, nicht aus dem Mund des Redners. Weiterlesen.

p.s. Das FAZ-Print-Abo habe ich zu 31.10. gekündigt, ich werde es mal für 3 Monate mit der SZ probieren. Schirrmacher vermisse ich jetzt schon!

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FAZ-Portrait von "Bübchengesicht" Gadowski

Veröffentlicht am 29. Oktober 2007 um 11:38 Uhr von Mark Pohlmann

Die FAZ widment heute erneut ein warmherziges Portrait Lukasz Gadowski, dem Gründer von Spreadshirt und Investor vieler, vieler Startups. Die Headline: "Erfolg mit Bübchengesicht". Mein Kernsatz in dem Portrait von Christian Geinitz lautet:

Unser Wachstum haben wir finanziert, indem wir das Geld bei den Kunden schneller einzogen, als wir Rechnungen bezahlten.
Herzlich lachen mußte ich bei folgendem Satz:
Der Gründer, der nicht frei ist von einer parvenühaften Schnoddrigkeit, konzentriert sich lieber auf seine Unternehmensbeteiligungen.

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Zwei Geburten an einem Tag: DocInsider

Veröffentlicht am 29. Oktober 2007 um 11:24 Uhr von Mark Pohlmann

Es ist selten der Fall, dass gleich zwei Kunden an einem Tag launchen. Aber heute ist es soweit. Beide haben viele Gemeinsamkeiten, könnten aber unterschiedlicher nicht sein.

Fangen wir mit dem kleineren der beiden Babies an: DocInsider ist ein neues Patientenpartal, das mit dem Ziel antritt, jedem den besten Arzt zu vermitteln. Denn Fakt ist doch, dass bis jetzt nur persönliche Empfehlungen zu guten Ergebnissen führen. Ähnlich wie Qype Transparenz bei Anbietern und Dienstleistern jeglicher Art schafft, will DocInsider fortan die Ärzteschaft von denen durchleuchten lassen, die es wissen müssen: Den Kunden, sprich: Patienten.

Für eine qualitative Bestimmung von Ärzten und anderen Pflege- und Heilberufen hat DocInsider sich für den Start drei Faktoren vorgenommen: Zum einen gibt es hier eine vollständige Liste aller Anbieter, samt detaillierter Suche in rund 300.000 Einträgen. Beispieslweise kann man sich bei Spezialisten die Ausstattung ansehen. Und die Anbieter selbst können ihre Einträge vertiefen. Hinzu kommt ein großes Synonymwörterbuch, der einem hilft, auch für volkssprachliche Krankeiten den richtigen Helfer zu finden.

Wenn ich also einen "Scheuermann" habe und nach Linderung rufe, findet DocInsider dieses Ergebnis:
docinsider01.png

Die zweit Säule ist die Vermittlung zwischen Arzt und Patient. Jeder Arzt bekommt jede direkte Bewertung weitervermittelt und kann darauf reagieren. Entweder öffentlich auf dem Portal, direkt per Mail oder mit dem Griff zum Telefon. Und wie schon bei Fachanwälten gang und gäbe können sich hier auch Fachärzte zum Zweck der Eigenwerbung profilieren und direkt auf Anfragen reagieren. Ferndiagnosen bleiben allerdings weiter verboten und Beiträge schreiben auf DocInsider kann man mit keiner Krankenkasse abrechnen, deswegen ist hier die Gefahr eines Missbrauches sehr gering.

Drittens: Jetzt kommen die persönlichen Bewertungen ins Spiel. Jeder Patient kann - und soll - seinen Arzt bewerten. Und zwar vor allem durch einen Fragebogen, der mit Fachleuten entwickelt wurde. Weil DocInsider auf alle Kriterien eingeht - Behandlung, Fachgespräche, Wartezeit, Betreuung und weitere - sind Bewertungen bei DocInsider viel aussagekräftiger für Patienten mit gleichen Leiden als alles, was bislang existiert.

Mal sehen, ob DocInsider genau solche Sprengwirkung entfaltet, wie das bereits Napster und Myspace in der Musikindustrie gemacht haben, DocMorris bei den Ärzten oder Holidaycheck im Tourismus. Schon heute sehen sich Hoteliers gezwungen, ihren Namen zu ändern, wenn sie bei den Internetbewertungen durchfallen. Ob das bei Ärzten auch bald der Fall ist?

Ich jedenfalls wünsche DocInsider-Gründer Ingo Horak und dem Team viel Erfolg!

P.S. Heise.de hat schon berichtet!

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Zwei Geburten an einem Tag: DerWesten

Veröffentlicht am 29. Oktober 2007 um 11:13 Uhr von Mark Pohlmann

Die zweite Geburt bedarf nicht mehr allzu vieler Worte: DerWesten, das neue Regionalportal für Nordrhein-Westfalen, ist gestern Abend kurz vor Mitternacht online gegangen. Ich unterstütze die WAZ bei der Projektkommunikation und freue mich über das rege und vor allem: verständige Feedback. Das revolutionäre Potential, das hier noch in einer frühen Version zu bestaunen ist, wird eine neue Ära im Lokaljournalismus einläuten, soviel ist schonmal sicher. Und wir alle können sagen: Wir sind dabei gewesen!

Und eine tolle Einstiegsgeschichte für alle Fans des Westens ist natürlich das Exklusiv-Interview mit Rudi Aussuer, das gleich noch die neuen interaktiven Qualitäten des Portals verdeutlicht: Wo kann man Rudi verorten, was sagen die Leser zu dem Artikel und was haben diese noch gelesen? Wenn der ICE vor 20 Jahren Bahnfahren wieder spannend gemacht hat, dann hat DerWesten das heuet mit dem Lokaljournalismus geschafft.

derwesten_assauer.png

Wer mehr wissen will, lese bitte vor allem den Artikel auf Spiegel Online.

Viele Gerüchte, viel Quatsch: Als die "WAZ"-Gruppe den Aufbau ihres neuen Portals an eine Bloggerin übergab, wähnten manche den Untergang des Lokaljournalismus gekommen. Tatsächlich zeigt "DerWesten", wie Regionalzeitungen im Web bestehen können - ohne ihre Seele zu verlieren. Weiterlesen

Oder das heutige Interview in der FAZ:

Ach was, keiner hier glaubt, auch nur einen Journalisten durch Blogger & Co. ersetzen zu können. Aber wir hoffen auf wertvolle zusätzliche Informationen, einen anderen Blickwinkel und spannende Diskussionen gerade im Lokalen. Wir wollen Leser gewinnen und an uns binden, die ohnehin nicht Zeitung lesen. Entweder diese Leser kommen zu uns und lernen damit auch die redaktionelle Sorgfalt zu schätzen. Oder sie suchen sich ihre Nachrichtenquelle andernorts. Weiterlesen

Ich wünsche Katharina Borchert und ihrem tollen Team, dass sie trotz Erschöpfung und Erleichterung dieses revolutionäre Gefühl schon spüren und auch genießen können.

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Live & in Farbe

Veröffentlicht am 22. Oktober 2007 um 17:25 Uhr von Mark Pohlmann

Schöne Tage liegen vor mir, und es würde mich freuen, den ein oder anderen Themenblog-Leser auf einer der beiden Veranstaltungen die Hand schütteln zu können.

Morgen und Übermorgen moderiere ich auf dem Internet World Kogress in München insgesamt sechs Gespräche über die Zukunft des Marketings und Geschäftsmodellstrategien im Internet.

Meine Gesprächspartner auf dem IWK sind (in chronologischer Reihenfolge)

Über Behavorial Targeting spreche ich mit
- Frank Wagner, nugg.ad
- Ulrich Hegge, wunderloop
- Marco Klimkeit, newtention

Über Werbeformate spreche ich mit meinem ehmaligen Kollegen
- Ralf Scharnhorst, Media Contacts

Über Markeinführung im Long Tail spreche ich mit
- Ibo Evsan, Sevenload.

Weiter gehts am Mittwoch mit
- Axel Schmiegelow, Denkwerk über nachhaltige Geschäftsmodelle
- Paul Jozefak, Neuhaus, über das Überleben nach dem Hype
- Martina Pickhardt, über das Scheitern und Neuanfangen.

Am Donnerstag folgt der Versandhandelskongress in Wiesbaden (der dann in seinen dritten Tag geht). Dort halte ich selbst um 9.00 Uhr ein Impulsreferat über Erfolgsstrategien im Web 2.0 und moderiere die Vorträge von

- Sven Kaulfuß, Cyberport über Blogs als Dialogtool
- Hagen Fisbeck, Primondo, über Blogs als Kommunikationstool (wir werden sehen, was dieser kleine aber feine Unterschied letztlich ausmacht ;-)
- Dr. Horst Lüning, Whisky24.de über Kundenclubs, Internetforen und Corporate-Blogs
- Dr. Ludgar Vogt, Intershop, über den idealen Shop im Web 2.0

Ich freue mich auf alle Referenten, Gesprächspartner und Zuhörer. Es sind spannenden Zeiten!

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Crowd Socking

Veröffentlicht am 18. Oktober 2007 um 14:58 Uhr von Mark Pohlmann

Selbsterklärend. Ich sage nur: DaWanda, bitte übernehmen!

netgrannych.png

Inklusive sehr liebevoller Details, wenn man auf einzelne Anbieter klickt:

"Achtung: Annie ist bereits dabei 2 Paar Socken zu stricken."

Via: PaulinePauline

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Professioneller Blog-Journalismus

Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 um 16:15 Uhr von Mark Pohlmann

Gerade folgendes Zitat bei Wikipedia unter dem Eintrag "Riesenmaschine" gefunden. Eigentlich war ich auf der Suche danach, warum die Riesenmaschine Riesenmaschine heißt. Mir ist da irgendwas adornomäßig Medienkritisches in Erinnerung, aber so genau weiß ich es halt nicht mehr. Wikipedia leider auch nicht. Dennoch war der Besuch nicht umsonst:

Die Zielsetzung der Riesenmaschine ist nach eigenem Bekunden „den Blog-Journalismus nach amerikanischem Vorbild in Deutschland zu professionalisieren und damit ein unkonventionelles und aktuelles Internet-Medium zu schaffen, dessen Relevanz über die Blogosphäre hinausreicht.“

Das hat leider noch keiner geschafft. Wünschen und hoffen wir also weiter. Für die Riesenmaschine wie für alle anderen, die das Ziel haben. Verdient hätten sie's.

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Einestages: Viel Interesse, wenig Inhalt

Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 um 15:42 Uhr von Mark Pohlmann

einestages.png

Das Kapitel "Geschichte zum Mitschreiben", das Spiegel vor wenigen Tagen eröffnet hat, hat in der ersten Woche 8,2 Millionen Klicks erhalten und über 2.000 neu registrierte Community-Mitglieder, die 60 Zeitzeugenberichte geschrieben haben. Das sind wirklich viele Klicks. Aber sechzig Beiträge bei so vielen Registrierungen? Ist das wirklich viel? "Na, jedefalls ist es ein Anfang.", schreibt Peter Turi zu recht. Hieran kann man erkennen, wie schwer es ist, selbst mit einer so starken Marke Leser zu Autoren zu konvertieren.

Wahrscheinlich werden sich die Zahlen schnell bessern, das Interesse für Geschichte von unten ist da. Wichtiger aber für den Erfolg wäre es, sich als Bühne / Promoter / Dienstleister seiner freiwilligen Autoren zu sehen. Das schaffen etablierte Redaktionen aber kulturell nicht richtig, auch Spiegel Online nicht. Wer sich durch einestages.de klickt, findet viele Bilder, viele Themen. Leser als Zeitzeugen findet er nicht. Wie soll man da Lust aufs Mitmachen bekommen? So ist einestages einfach eine Variante des "Low"-Prinzips: Let others work. Wir geben das Thema vor, du ergänzt es. Und da hält sich die Begeisterung, jedenfalls in Woche 1, noch in Grenzen.

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Jedem Schnitzel seine Community

Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 um 15:16 Uhr von Mark Pohlmann

Was TRND davon hält, dass jetzt jeder meint, eine eigene Community als Mash-up alles bislang Gängigen gründen zu müssen, verraten sie uns auf subtil-ironische Art.

schnitzlr.png

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Meine Krise mit den Zeitungen III

Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 um 10:21 Uhr von Mark Pohlmann

.. das ist vielleicht der bessere Titel. Da ich mein FAZ-Abo gekündigt habe, aber selbstverständlich weiter Zeitungsleser bleiben will, werde ich mich mal anderen zuwenden. Andere Mütter haben auch schöne Töchter, wie wir wissen. Dementsprechend werde ich ab 1. November die SZ abonnieren und an dieser Stelle darüber berichten, wie Frühstückszeitungstauglich die Süddeutsche in Hamburg ist.

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Die Krise der Zeitungen II

Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 um 9:42 Uhr von Mark Pohlmann

Kurze Korrektur zu gestern: Die FAZ hat entgegen meiner Aussage online gar nichts geändert. Wäre eigentlich auch verwunderlich gewesen, aber ich war mir sicher, dass der rechte Werbekanal gestern noch mit Beiträgen gespickt war. Ok, mein Fehler!

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Die Krise der Zeitungen

Veröffentlicht am 15. Oktober 2007 um 9:37 Uhr von Mark Pohlmann

Hier mal etwas ganz persönliches. Ich habe nach 15 Jahren mein FAZ-Abonnement gekündigt. Auslöser, nicht Grund, war das aktuelle Redesign der Print-Ausgabe..

faz_print.png

In kurzen Worten hier die Begründung: Zeitungen sind im besten Falle eine intellektuelle Heimat. Wer mit bunten Bildern, weichgespülter Frakturschrift und immer poppigeren Themen zu verstehen gibt, dass er seiner eigenen Klientel nicht mehr traut, macht sich austauschbar. Genau dies passiert der FAZ. Manch einer mag jetzt einwenden: "Ja, aber es doch nur das Layout". Das ist so richtig wie falsch. Denn erstens verschiebt sich der Schwerpunkt der Berichterstattung Richtung Bild. Für Bilder brauche ich nicht die FAZ, das können andere auch ganz gut. Zweitens: Für jedes schnell reingeschwurbelte Bild (und gleich das erste am ersten Tag war so eines: zum Tod von Walter Kempowski ein altes Portraitbild von ihm, so, wie es seit Jahrzehnten überall auf Buchrücken prangt) muss ein Artikel weichen. Dazu gibt es mehr Weißflächen. Es ist einfach weniger Text pro Seite in der Zeitung. Wer die neue FAZ mit einer vor sagen wir, fünf Jahren, vergleicht, wird den Unterschied bemerken. Drittens: ist das Design die äußere Form einer inneren Haltung. Und die gibt die FAZ nicht nur stückweise, sondern entschlossen auf.

Der Auslöser für das Redesign ist nicht trivial. Die Zeitung verliert Auflage, besonders gegenüber der Süddeutschen. Das schmerzt. Deswegen hat sich die FAZ wohl entschieden, lieber potentiellen Neulesern hinterherzulaufen als denen gegenüber loyal zu sein, die bislang die Zeche zahlen. Das, liebe FAZ, ist der falsche Weg. Dann, liebe FAZ, müßt ihr mit den Konsequenzen leben. Wer austauschbar sein will, weil er den Erfolg von anderen kopieren will, wird selbst ausgetauscht. Ich werde mal ein bisschen vagabundieren, mir mal die Süddeutsche abonnieren, vielleicht auch die FTD oder den Tagesspiegel. Mal schauen.

Klar ist aber auch, dass bei aller digitalen Boheme ich nicht auf die Zeitung in gedruckter Form verzichten werde.

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Der Blogger, statistisch.

Veröffentlicht am 12. Oktober 2007 um 17:31 Uhr von Mark Pohlmann

Scheint mir ziemlich viel, was da so bloggen soll, aber wenigstens hat man jetzt mal valide erstellte Zahlen zu Größe und Einfluss der Blogs in Deutschland.

Etwa 880.000 deutschsprachige 14- bis 64-jährige Internetnutzer schreiben gelegentlich in ihrem eigenen Weblog, 340.000 tun dies regelmäßig. Das geht aus der Studie "stern MarkenProfile 12" hervor. 1,6 Millionen deutschsprachige Internetnutzer kommentieren in fremden Weblogs. Die Studie, für die im Zeitraum März bis Mai 2007 10.000 Interviews durchgeführt wurden, zählt demnach insgesamt 2,1 Millionen mehr oder weniger aktive Teilnehmer der deutschen "Blogosphäre". Quelle: heise.de

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Motivation zum Mitmachen

Veröffentlicht am 11. Oktober 2007 um 21:13 Uhr von Mark Pohlmann

Warum schreiben Menschen ins Internet? Diese Frage begegnet mir täglich, und manchmal kann ich auch nicht erklären, warum Millionen Menschen plötzlich diesen oder jenen Dienst nutzen. Aber ich habe zwei Kernmotivationen ausgemacht. Nein, der erste ist nicht die Selbstdarstellung. Je länger ich mich mit Mitmachmedien beschäftige, umso weniger wichtig scheint mir die Eitelkeit. Denn wer eitel ist, hält nicht lange durch, wenn er nicht wirklich beachtet wird. Beachtetung bekommt aber in der Überfülle des Internets nur eine konkrete Leistung. Diese zu erbringen, hat wiederum seltenst mit Selbstdarstellung zu tun. Es ist ein netter Nebenfeffekt, wenn andere Faktoren stimmen.

Die beiden Punkte lauten: Gruppenzugehörigkeit und Schwarmintelligenz. Das erste kennen wir aus den derzeit überall aus den Boden sprießenden Netzwerken, für das zweite steht, ganz klar, Wikipedia, aber auch Foren, die heimlichen Stars des Internets. Aber auch Blogs. Menschen macht es Spaß, andere Leute an ihren Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Weil auch dies sie wieder mit anderen Menschen und damit anderem Wissen zusammenbringt. Es kann so einfach sein. Wie in diesem Blogeintrag, der schon viele Monate alt ist, aber ständig neu Menschen einfach in Dankbarkeit bringt. Weil sie hier über wenige Zeilen Hilfe bekommen, die ihnen bei den Herstellern versagt bleibt. Eigentlich ein Trauerspiel für die Marken, wie wenig es braucht, um Kunden zufriedenzustellen. Und wie oft es diesen dennoch versagt bleibt.

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Qype wirkt... jetzt auch mobil

Veröffentlicht am 8. Oktober 2007 um 15:47 Uhr von Mark Pohlmann

Zum Beispiel am Wochenende in Hannover. Auf der Suche nach den Schuhen eines bestimmten Herstellers. Nach dem Namen in Verbindung mit dem aktuellen Standort gesucht - und fünf Minuten später war ich da. Klasse. Und, wie es sich für jede gute mobile Applikation gehört, ist die Anwendung so bestechend einfach, dass sie für die schnelle Suche auch am Notebook besser taugt als die Originalanwendung. Erst mit dem Internet drin macht das Handy richtig Spaß.

Jetzt warte ich noch auf die Möglichkeit, auch kurze "Vor-Ort-Bewertungen" durchzuführen. Was wäre wenn...das genauso einfach wäre, wie kurz bei Twitter zu verkünden, was man gerade macht?
qypemobil.png

Interessant übrigens für den Insider ist, dass Qype im Web auf Google-Maps setzt, mobil aber auf Yahoo. Wer kennt den Grund?

Disclaimer: Qype ist Kunde!

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Weltkarte der Netzwerke

Veröffentlicht am 8. Oktober 2007 um 15:07 Uhr von Mark Pohlmann

Die Welt ist bunt. Und jeder, der glaubt, dass nur Facebook noch das Rennen um die Weltmacht aller Netzwerke machen kann, irrt (hoffentlich). Netzwerke kommen und gehen wie jeder Trend. Vorgestern SixDegrees, danach Myspace, heute Facebook. Und morgen? Wahrscheinlich werden wir bei den Netzwerken die gleiche Mikromarktsegmentierung erleben wie in jedem anderen Segment. Die Nische lebt. Es wird, wie bei jeder Marke, wichtiger, sich von anderen abzuheben, als dabei zu sein. Getreu nach dem Motto von Woody Allen: Der Club, der mich aufnimmt, interessiert mich nicht.

worldmap_socialnetworks.jpg
Quelle: Data Junkie

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Macht gegen Marge

Veröffentlicht am 8. Oktober 2007 um 14:52 Uhr von Mark Pohlmann

Paradox. Der Markt wird größer, die Einnahmequellen versiegen. Schuld ist - wie immer - die Selbstmündigkeit des Konsumenten. Von daher, Respekt Sandra Nasic, für diese Einsichten und die Offenheit. Und letztlich macht die Musikindustrie nur vor, was noch viele, viele andere Branchen erleben werden: Die Macht des Konsumenten kostet Marge. Und zwar richtig.


SPIEGEL ONLINE: Die Pop-Landschaft, in die Sie heute Ihre neue Platte hineinstellen - ist die besser als die von 1997?

Sandra Nasic: Vom Gefühl her würde ich sagen, sie ist freundlicher. Weil die Hörer nicht mehr so sehr dem Diktat der großen Plattenfirmen unterliegen wie vor zehn Jahren. Weil die Firmen es heute viel schwerer haben, den Leuten irgendetwas vor die Nase zu setzen: Friss oder stirb! Weil durch das Internet heute jeder die Freiheit hat, selbst zu entscheiden, was er hören will - weil es viel mehr Vergleichsmöglichkeiten gibt. Ich finde das gut, auch wenn es bedeutet, dass ich mit der Musik wohl nicht mehr so viel verdienen kann.

Quelle: Spiegel Online

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Kurze Gedanken kurz vor dem Wochenende

Veröffentlicht am 5. Oktober 2007 um 16:38 Uhr von Mark Pohlmann

Freitag Nachmittag, die Woche geht zu Ende. Was hat die Woche gebracht?

- Die Frage, warum so wenig über den WOMday in Berlin gesprochen wird. An dem Event selbst kann es eigentlich nicht liegen. Der von TRND veranstaltete halbtätige Kongress war toll organisiert, in einer fantastischen Kuppel in der alten Posthalle auf der Oranienburger und ziemlich kurzweilig - soweit ich ihn mitbekommen habe ;-) Interessant war, das muss allerdings gesagt werden, dass die dort versammelten World-of-Mouth-Apologeten bei kritischen Nachfragen ziemlich in die Defensive gerieten - gerade, was die absatzfördernde Wirkung angeht. Aber das Problem kenne ich aus der PR seit vielen Jahren, und auch hier gibt es keine zufriedenstellenden Antworten - bis auf die Tatsche, dass keine PR noch viel schlechter ist als eine, deren Wirksamkeit nur interpretiert und nicht nachgewiesen werden kann.

Der für mich beste Vortrag war eindeutig der von Dr. Nils Andres, Brand Science Institute. Wer sich mal den Kopf waschen lassen will, warum es ohne WOM keine Aufmerksamkeit mehr gibt in vielen Zielgruppen - anrufen!

Ansonsten nochmal ganz herzlichen Dank an Martin Oetting und das TRND-Team für diese tollen, inspirierenden Tag und dafür, dass sie helfen, WOM auch in Deutschland auf die Agenda zu hieven. Es gibt noch viel zu tun. Auch das hat der Tag gezeigt.

- Meinen ganz, ganz großen Respekt ggü. Robert Basic und allen anderen, die sich um mehr Aufmerksamkeit für die Burma-Krise in und von der ansonsten wohl vollkommen unpolitischen Web-Szene erwünscht. Und mit viel Verve vorangeht.

- Woobby ist als beta online gegangen. Wer schon immer sein wissen in eine Reihenfolge setzen wollte, findet hier die passende Spielwiese.

- Qype funktioniert jetzt auch auf dem Handy. Und wird von Golem ausreichend gewürdigt.

- Twitter wird zunehmend zur Bedrohung für Blogger. Weil es einfacher ist, seine Gedanken stoßweise in 140 Anschlägen zu artikulieren als in zusammenhängenden Sätzen (wie diese Auflistung ja auch zeigt....)

- Die FAZ kommt heute den ersten Tag im neuen Layout - ohne die vertraute Frakturschrift in den Kommentarüberschriften, dafür mit Bilder auf Seite 1. Sieht für mich aus wie eine Kreuzung aus SZ und Welt. Der Spiegel fragt sich (zu recht), wann das Seite-1-Girl es auch in die FAZ schafft. Die Gründe, FAZ-Abonnent (34 Euro im Monat) zu sein, schwinden.

- Schon ein bisschen älter, aber in seiner Relevanz wohl noch überhaupt nicht wahrgenommen: Ning. Mit drei Klicks zum eigenen Social Netzwerk. Nach den Massennetzwerken mit Millionenzahlen steht auch hier die Mikromarktsegmentierung an. Und noch wenige Monate, dann wird jedes Unternehmen vor die Frage gestellt, ob auch sie sich ein eigenes Netzwerk aufbauen sollen. Nämlich dann, wenn dies ihre Kunden tun. Hier winkt schon der nächste Long Tail ;-)

In diesem Sinne allen ein schönes Wochenende!

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