Monitorisierung

Veröffentlicht am 29. Januar 2008 um 9:48 Uhr von Mark Pohlmann

Ich habe mal nachgerechnet. In unserem privaten Haushalt (2 Erwachsene, 2 Kindergartenkinder ohne eigenes Equipment) existieren 11 Geräte mit Monitor (vielleicht präziser ausgedrückt: digitale Geräte mit Display). Davon sind 8 internetfähig, 6 werden tatsächlich auch dafür genutzt:

- 2 Handies mit Tastatur, Internetbrowser und E-Mail-Push-Funktion
- 3 Notebooks (2x Job, 1x privat)
- 1 Internettablett (Formfaktor eines Taschenrechners mit großem Display und ausziehbarer Tastatur. Paßt in die Hemdtasche)

Das fällt mir selbst auch erst jetzt auf: Alle sind mobil. Sicher ist das derzeit nicht wirklich repräsentativ. Aber für uns ist es Alltag. Wir sind vielleicht früh dran mit dem Digital Lifestyle. Aber wenn die Handy-Datenflatrates erst einmal unter 10 Euro gefallen sind, und das werden sie in spätestens 12 Monaten, erleben wir eine weitere Blüte von Mobilisierung und Monitorisierung.

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Leuchttürme beim Abendbrot

Veröffentlicht am 23. Januar 2008 um 10:57 Uhr von Mark Pohlmann

Die Kunst des Marketings ist es, Botschaften in die Sprach- und Gefühlswelt des Kunden zu übersetzen. Mavens sind deswegen so wertvoll, weil sie mit ihrer Empfehlung nicht nur ihre eigene Repuation auf die Marke übertragen, sondern weil sie auch die richtigen Worte finden. Kurzum: Der Adressat versteht, was ihm sein Gesprächspartner erzählt. Wenn Marken sprechen, ist das selten der Fall.

Zu meinem Erstaunen las ich vor zwei Tage in der FAZ, dass die Mavens auch bei der CDU angekommen sind. Nur heißen sie dort natürlich nicht Mavens, sondern: Leuchttürme. Gemeint ist aber dasselbe. So ist's recht.

"Da 43 Prozent der Wahberechtigten (in Hessen) laut Umfrage noch nicht wüßten, wo sie ihr Kreuz machen werden, ruft Roland Koch die Zuhörer auf, sich zu ihrer Zuhörerschaft zu bekennen und mit Nachbarn und Kollegen darüber zu sprechen. Koch nennt es "Leuchtturm-Theorie": Die Leute sollen also Signale setzen, wo sie stehen und wohin es gehen soll. Auf die Berichterstattung der Medien will der CDU-Politiker, so scheint es, nicht angewiesen sein. Die Meinungsführer im Bekanntenkreis oder in der Familie sollen einer drohenden Schweigespirale entgegenwirken."

Soweit, so gut. Und nun solle man sich in den Parteizentralen doch bitte einmal vorstellen, wenn diese Leuchttürme nicht nur in den eigenen Familien am Abendbrottisch strahlten, sondern im Internet. Dort, wo Meinungsführer locker drei-, vierstellige Leserzahlen erreichen. Dazu müßten die Parteien ihre Mavens erkennen, motivieren und incentivieren. Eine Ahnung davon, wie wichtig das wäre, scheinen sie aber tatsächlich mittlerweile zu haben. Immerhin.

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DLD08

Veröffentlicht am 22. Januar 2008 um 22:56 Uhr von Mark Pohlmann

Nun bin auch ich wieder in Hamburg angekommen. Es ist spät geworden, weil ich intelligenterweise einen viel zu späten Flug gebucht habe. Anyway, hier ein kurzes Resumee des DLD, dem jährlichen Internetkongress aus dem Hause Burda, der zum dritten Mal ausgerichtet worden ist.

Mir wurde im Vorfeld zugeraunt, dass rund 300 Personen weniger eingeladen worden seien als im letzten Jahr. Das, soviel ist klar, kann nicht wahr gewesen sein. Das HVB-Forum quoll noch stärker aus allen Ecken, drei Tage sah man auf jedem Quadratmeter ins Gespräch vertiefte Menschenmassen, wohin man auch blickte. Ich schätze, dass insgesamt rund 1.500 Personen über die Tage vor Ort waren.

Und damit kommen wir gleich zum stärksten Pluspunkt der Veranstaltung: Die Gäste. Glückwunsch den Machern dafür, dass sie wieder wie in den Vorjahren (fast) alle nach München bekommen haben, die man auf so einer Veranstaltung gerne sehen möchte. Dabei geht es gar nicht um die Celebrities, sondern die ganzen Menschen, die mit ihren Themen und Projekten diesem Medium wirklich sein Gesicht geben. Auffallend war, dass nicht ganz so viele internationale Gäste da waren (bei den Referenten hingegen war es genau andersum) und nicht ganz so viele VCs. Dafür war mehr echtes Unternehmertum vertreten, was auch sehr schön war. Die Kontaktdichte und -Qualität macht den DLD zur derzeit hochwertigsten und vielfältigsten Veranstaltung für dieses Thema in Deutschland. Herzlichen Glückwunsch nach München dafür. Wir arbeiten mit der Next daran, diese Krone bald nach Hamburg zu holen ;-)

Nicht in gleichem Maße begeistert hat mich das Programm. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich es kaum wahrgenommen habe. Sicher, mit Marissa Meyer, Martin Varsavsky, Esther Dyson, Jimmy Wales und vielen anderen waren wieder die bekannten internationalen Top-Größen vertreten. Leider haben sie nicht die Top-Themen mitgebracht, so wie dies in den letzten Jahren der Fall war. Das brauchen sie eigentlich auch nicht, schließlich ist auch das ein Zeichen für einen reifenden Markt - dass er sich nicht immer neu erfinden muss. Eine echte Ausnahme bildete das Projekt "23andme", das jedem sein eigenes Genom entschlüsselt und beispielsweise Verwandschaftsgrade oder Genrisiken aufdeckt. Und bei dem man nie vergessen wird zu erwähnen, dass es das Projekt der Frau des Google-Gründers ist. Wie hieß er nochmal? Und sie? Egal.

Aber es gibt ja "Issues" zuhauf da draußen. Unter anderem die Media-Krise im Web-2.0, die weiter drängende Frage der Geschäftsmodelle für Netzwerke und die Zukunft des Datenschutzes. Die Themen wurden zwar immer wieder angerissen, ein echtes Agenda-Setting fand hierzu aber nicht statt. Dazu kam, dass die Vorträge im Programm nicht angeteasert wurden. Sie hießen "getting social" oder "surfing risks". Den Rest musste man sich denken. Die Referenten waren das Programm. Vermehrt tauchten Themen auf, die mit dem Internet oder digitalen Medien nichts zu tun haben. Wie beispielweise ein Vortrag über die Lust am Fliegen von Karina Hollekim.

Aber es gab auch Highlights, die ich verpaßt habe. Den Auftritt von WPP-Chef Martin Sorell am Sonntag. Die Moderation von Marc Samwer, der seine Runde offenbar quälend treffende Fragen zu den ausbleibenden Geschäftsmodellen stellte. Die Ratlosigkeit der TV-Runde, wie Fernsehen wirklich im Internet neu zu erfinden sei. Die Coolness von Morten Lund.

Kurzum: Ich habe den DLD08, die perfekte Organistion, die Kontakte und Gespräche rundum genossen. Danke an Burda und das DLD-Team für drei fantastische Tage in München.

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Mavens Dialog sucht Mitstreiter (m/w) in Vollzeit

Veröffentlicht am 16. Januar 2008 um 17:35 Uhr von Mark Pohlmann

... und zwar einen PR Manager (m/w) mit mindestens drei und einen PR-Junior Manager (m/w) mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung.

Wer wir sind:
Mavens Dialog ist die deutschlandweit erste Agentur für Empfehlungsmarketing. Wir glauben daran, dass Gespräche das Marketing der Zukunft sind. Wir helfen, Marken und Konsumenten miteinander ins Gespräch zu bringen. Zu unseren Leistungen zählen Empfehlungsmarketing, Community Building, Public Relations und Events. Unsere Kunden sind große Marken wie Sixt, Burda, WAZ und Greenpeace, aber auch Online-Brands wie Qype, DaWanda, DocInsider und SinnerSchrader. Mavens Dialog wurde im September 2007 von Mark Pohlmann in Hamburg gegründet.

Was wir bieten:
Pressearbeit kann den echten Dialog nicht ersetzen. Aber sie kann ihn enorm beschleunigen. Deswegen profitieren alle Kunden von Mavens Dialog von einer umfangreichen PR-Expertise des Teams, dem Know-how um das richtige Agenda-Setting und umfangreichen und lebendigen Kontakten in alle relevanten Redaktionen der deutschen Medienlandschaft. Auch für unsere Media Relations gilt: Schema F suchen Sie vergebens. Wir erzählen die Geschichte unserer Kunden, individuell und begeisternd. Hierfür suchen wir engagierte und professionell agierende Mitstreiter.

Was wir suchen:
Wir erwarten von Ihnen als PR Manager mindestens drei Jahre Berufserfahrung, den selbstverständlichen Umgang mit allen klassischen Instrumenten der PR sowie eine starke Affinität zu allen Kommunikationsmitteln des Web 2.0. Idealerweise verfügen Sie bereits über ein intaktes Netzwerk in die deutsche, vielleicht sogar internationale Medienlandschaft. Sie sind eloquent, haben eine flüssige Schreibe, schrecken vor Tätigkeiten wie Verteilererstellung nicht zurück und haben insgesamt eine pragmatische wie ergebnisorientierte Arbeitseinstellung. Sie erwartet ein tolles Thema, ein motiviertes Team, sehr hochwertige Kundenprojekte, viel Raum zur Entfaltung der eigenen Stärken sowie ein attraktives Gehalt.

Als PR-Junior Manager sollten Sie auf dem Weg sein, in zwei bis drei Jahren über die oben beschriebenen Qualifikationen zu verfügen. Sie wissen, dass zur PR heute mehr als die PM gehört. Deswegen ist Ihnen das Schreiben eines Blog- oder Forenbeitrages ebenso vertraut wie einer Pressemitteilung. Wir bieten ihnen die Mitarbeit in unserem Team, bieten ein attraktives Gehalt und fördern Sie gezielt auf dem Weg vom Talent zum Profi.

Kontakt:

Mavens Dialog.
Christine Donner
T. 040 - 50681317
c.donner@mavens.de
www.mavens.de

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Das nächste Opfer des Mitmachens: Porno

Veröffentlicht am 14. Januar 2008 um 8:19 Uhr von Mark Pohlmann

Spiegel Online weist zurecht auf die Sorgen der Pornoindustrie hin, die dank Angeboten wie Pornotube.com und Youporn.com Umsatzrückgänge verspüren. Die Angebote sind so einfach wie bestechend: Auf den Mitmachseiten können wie auf Youtube Videos kostenlos hochgeladen und angeschaut werden. Dabei handelt es sich nicht nur um massenhaft raubkopierte Ware. Genauso fürchten die Porno-Anbieter selbstgebastelte Home Videos.

Wer hätte das gedacht? Dass die Zielgruppe der Sex-Filmchen den Anbietern den Garaus machen, indem sie sie selbst drehen? Damit reiht sich diese Sorte Filmindustrie in die Liste der Branchen ein, deren Geschäftsmodelle sich durch das Mitmachen verändern. Hierzu zählen die klassische Musik- und Film-Industrie (Hier bislang eher durch das Peer-to-Peer-Tauschen. Angeblich sind 50 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet auf illegale Filmdownloads zurückzuführen.) der Tourismus (ohne positive Bewertung voriger Gäste auf Holidaycheck werden auch in Deutschland keine Ferienzimmer mehr gebucht). Und nicht zu vergessen die Verlage, hier vor allem die Tageszeitungen und das Kleinanzeigengeschäft.

Zurück zum Thema. Porno war ja schon immer DAS Geschäftsmodell fürs Web. Mehr als 10.000 Filme werden alleine von Hollywood aus produziert und bescheren den Studios geschätzte zehn Milliarden Dollar Umsatz, schreibt die FAZ. Und nun also haben diejenigen, die rund ein Jahrzehnt diskret und bereitwillig ihre Kreditkarte gezückt haben, das Paradies im Lande Kostenlos gefunden.

wachstum_pornosites.png

Die Alexa-Grafik zeigt neben den absoluten Zahlen wieder einmal auch, wie intensiv das Wachstum im Mitmachweb ist und damit: wie groß der Bedarf ist. Während klassische Verlagsangebote nur schwach wachsen, oft natürlich auch auf durchaus beeindruckend hohem Niveau, können Dienste, in denen der User sich selbst seinen Inhalt schafft, in wenigen Monate in die Top10 aufstoßen. Youtube, Facebook, SchuelerVZ oder eben diese Pornodienste machen es vor.

Ein großes Problem dieses Erfolges soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: Ihr Jugendschutz ist so derart einfach zu umgehen, dass man als Eltern sich schon Sorgen machen darf, in welchem Alter ihre Kinder in Kontakt mit diesen Inhalten kommen und welche Konsequenzen das für ihre Erwartungen und Eindrücke von Sexualität hat. Deswegen der schlichte wie hilflose Rat, Adoleszenten niemals alleine surfen zu lassen, wenn man sie diese Schwelle nicht zu früh übertreten wissen will.

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Der Kunde ist ein Produktvorteil

Veröffentlicht am 11. Januar 2008 um 21:13 Uhr von Mark Pohlmann

Gerade über einen Beitrag in einem sehr großen Digitalkameraforum gestolpert, der zeigt, wie gerade gutsituierte Käufer sich vom Niveau der Diskussionen um ein Produkt in ihrer Entscheidung lenken lassen. Der Kunde wird zum Produktvorteil. Was nichts anderes bedeutet, als dass wir in naher Zukunft den Kampf um die interessantesten und aktivsten Kunden erleben werden.
Why did you decide to buy Olympus ?
Not getting easier making a decision, for budget was not a real problem I eventually decided for Olympus because of the attitude of the users. Initially I though a Canon 40D would suit my needs nicely, but after reading post after post after post of the so called Canon Fan-Boys I wouldn’t want to be seen dead with such a contraption hanging over my shoulder, similar but slightly less goes for Nikon... owners that defend their sanity over 4 mp more or less, arguing about every feature their camera does-, or doesn’t have... absolute insanity. I never noticed this attitude amongst Olympus users, they all seemed to like their cameras, admitting that it certainly isn’t the best since sliced bread but all happily making use of their equipment... this is the sort of “team” I wanted to be part of.

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Zum Freundschaftspreis zur Next08

Veröffentlicht am 11. Januar 2008 um 20:27 Uhr von Mark Pohlmann

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Da ich das dritte Mal das Programm und die Sprecher der Next08 betreue, hiermit an alle Freunde des Themenblogs ein freundlicher Hinweis: Seit gestern ist die Registrierung für den SinnerSchrader Kongress next08 am 15. Mai 2008 möglich. Thema dieses Jahr wird sein: "Get Realtime". Wir beschäftigen uns mit der Frage, warum Kunden über das Internet längst in Echtzeit kommunizieren, die Unternehmen aber noch nicht.

Und: Wir starten mit einem Freundschaftspreis. Der Ticketpreis von 190 Euro richtet sich vor allem an diejenigen, die gerne langfristig planen wollen, wenn sie so deutlich sparen können. Das Kontingent ist begrenzt, und: billiger wird's nicht. Wer die bislang eingeladenen Sprecher sich einmal anschauen möchte, klicke bitte hier. Und zur Registrierung bitte hier entlang.

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Klickkönige werden schwer Umsatzmillionär

Veröffentlicht am 10. Januar 2008 um 9:29 Uhr von Mark Pohlmann

Das vor knapp einem Jahr gegründete Schülerportal SchuelerVZ (VZ steht wie bei der Mutter StudiVZ für "Verzeichnis") ist im aktuellen iwv-ranking die meistgenutzte Website in Deutschland. Sagenhafte 5,3 Mrd. mal wurde eine Schueler-VZ-Seite im Dezember 2007 angeklickt. StudiVZ folgt mit ein paar Millionen weniger, vor T-Online, mobile.de, Yahoo und Lokalisten. Allerdings werden nicht alle Seiten ivw-überprüft. So werden eBay und Google nicht indiziert. Zum Vergleich: Spiegel Online kommt auf 400 Mio. Klicks. Das ist nicht einmal ein Zehntel von SchuelerVZ.

An dieser Tatsache ist einiges erstaunlich. Erstens, dass zwei technisch quasi identische Systeme die Klicklisten mit so deutlichem Abstand anführen und selbst wiederum ursprünglich ein Klon der US-Website Facebook waren. Der Erfolg basiert also nicht auf einem originären Angebot, sondern schlicht auf der Befriedigung eines grundlegenden Bedürfnisses der Nutzer. Das sollten sich all jene hinter die Ohren schreiben, die von ihrem eigenen Desinteresse an Netzwerken auf die Restbevölkerung schließen.

Beeindruckend ist auch der Abstand zum Rest. Die vier Nächstplazierten erreichen zusammen nicht die Klickmenge einer der beiden Websites. Erstaunlich also, mit welcher Vehemenz die Jugendportale genutzt werden. Pro Besuch fallen bei den Schülern 54 Klicks an, bei StudiVZ sind es noch immer knapp 40. Als gut geklickt gilt ein Portal in der Restwelt, wenn es mehr als 5 Klicks pro Besuch ausweist, normal sind zwei bis drei Klicks.

Eigentlich dürfte Holtzbrinck als Eigner der beiden Systeme vor Lachen nicht in den Schlaf fallen können, leben die beiden Websites doch von Werbung, die in der Regel pro Klick abgerechnet wird. So wird kolportiert, dass Spiege Online pro Klick 0,3 Cent verdient, also einen Tausenderkontaktpreis von 3 Euro einstreicht. Selbst wenn man 1 Euro pro Tausend Klicks zugrunde legt, ein Wert, den jedes mitteldurchschnittliche Portal erreicht, wären satte Umsätze zu erwarten. Bei 10 Mrd. Klicks für beide Anwendungen addiert kämen dann...moment, jetzt nicht mit den Nullen durcheinanderkommen, 10 Mio. Euro Umatz im Monat oder 120 Mio. Jahresumsatz heraus. Bei Spiegel Online Dimensionen wären es sogar 360 Mio. Euro. Stattliche Summen. Der Kaufpreis von kolportierten 60 bis 80 Mio. Euro wäre also in wenigen Monaten wieder drin, denn außergewöhnliche Betriebs- oder Werbekosten fallen nicht an.

Wahrscheinlich aber liegt Holtzbrinck weit, sehr weit von diesen Dimensionen entfernt. Das hat einen einfachen Grund: Der Klick ist viel weniger wert als das, was die Media Planer "Unique Visitor", oder eben: Reichweite nennen. Oder auf deutsch: Es klicken zwar die Leute wie wild auf den Plattformen rum, es sind aber immer dieselben. Die Schüler klickt auf seinem Verzeichnis pro Besuch durchschnittlich 53,79-mal. Wahrscheinlich geht er einmal täglich auf die Site. Das sind summiert 30 Besuche im Monat mit je 54 Klicks, also 1620 Klicks pro User., was bei 5,3 Mrd. Klicks zu 3,2 Mio. Unique Visitors führt.

Das ist selbstverständlich immer noch ein großartiger Wert, aber viel weniger als beispielsweise Spiegel Online mit einem Zehntel der Klicks erreicht. Und ist beispielsweise genau die gleiche Reichweite, die Qype hat. 3 Millionen. Bloß hat Qype gerade einmal 60.000 Mitglieder und einen Bruchteil der Klicks. Hier kommt die Reichweite von außen, über Google-Suchen, und eben nicht aus der Community selbst.

Will heißen: Große Netzwerke haben zwar viele Klicks, aber eine im Vergleich geringe Reichweite. Ehrlich gesagt, sind sie meist autistische Zirkel, in denen sich die User immer wieder nur mit sich selbst und ihrem direkten Freundeskreis befassen. Dagegen ist inhaltlich überhaupt nichts zu sagen. Nur der Werbeindustrie hilft es wenig, ständig wieder denselben Menschen die gleiche Werbung zu präsentieren. Ihre Wirksamkeit nimmt mit jeder Wiederholung rapide ab. Und genauso schnell gehen die TKP-Preise in den Keller. Sie liegen bei den großen Portalen im niedrigen zweistelligen Centbereich. Viel wichtiger als die Klicks ist also die Reichweite.

Ist es nicht tröstlich? Auch Milliardäre haben es schwer, Millionär zu werden.

p.s.: ich hoffe, ich habe mich nirgends verrechnet. Eventuelle Korrekturen sind herzlich willkommen!

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DSL-Wahnsinn im Jahre 2008

Veröffentlicht am 9. Januar 2008 um 11:07 Uhr von Mark Pohlmann

Ich will nicht jammern, ich hätte es besser wissen können. Aber es tatsächlich so gekommen, wie man selbst es normalerweise immer nur aus der Zeitung liest: Wir sitzen hier zu dritt im neuen Büro und sind von einem DSL-Anschluß weiter entfernt denn je. Ja, es ist derzeit sogar unklar, ob es überhaupt funktioniert.

Kurzer Ablauf: An 14. Dezember, der Tag, an dem wir unseren Mietvertrag unterschrieben haben, haben wir den DLS-Anschluß bei Hansenet beantragt. Zwei Tage später kam von der Telekom grünes Licht, dass DSL hier möglich sei. Als Termin versprach man uns etwas um den 27. Dezember, der dann auf den 4. Januar verschoben wurde.

Hierzu muss man wissen, dass die Telekom sich vorbehält, den Anschluss durch einen Techniker vor Ort freischalten zu lassen - aber nur, wenn man diesen bei einem Konkurrenten beantragt. Bei der Telekom selbst wäre angeblich der Anschluss ohne Besuch und innerhalb von drei Tagen möglich gewesen. Aber da wir gehört hatten, dass diese Zeitangaben allenfalls theoretisch sind, und wir diese Form der Wettbewerbsverzerrung nicht auch noch fördern wollten, nahmen wir eine gewisse Verzögerung in Kauf und bleiben Hansenet treu.

Gestern, am 8. Januar 2008, eröffnete uns Hansenet, dass die Telekom kein DSL für unser Büro zur Verfügung stellt, sie somit den Auftrag nicht ausführen kann. Man muss dazu wissen, dass die Telekom mittlerweile verpflichtet ist, wenigstens innerhalb von vier Wochen die Fremdaufträge zu bearbeiten. Diese Frist endet in zwei Tagen. Erstaunlich daran ist, dass eine Internetagentur unser Vormieter war und hier alles mit Ethernet-LAN bestens verkabelt ist. Und jetzt, wo wir die weiße Fahne schwenken und lieber zur Telekom gehen als gar kein Internet zu bekommen, sind die Aussichten prompt auch wieder gestiegen. Man werde sehen, was man tun kann. Dennoch fängt damit aber die vier-Wochen-Frist für die Anschlußfreigabe wieder von vorne an.

Was wir machen, wenn - aus welchen Gründen auch immer - die Telekom der Meinung ist, keinen DSL-Anschluß liefern zu können, mag ich mir in diesem Moment gar nicht ausmalen.

Während meine just gestartete Mitarbeitern Christine Donner also schon in der zweiten Woche zum Home-Office gezwungen ist, wir mehr telefonieren als uns sehen, kralle ich mich hier, langsam vereinsamend, an mein T-Mobile-UMTS über das Handy fest. Auch so hat die Telekom schon prächtig an der Situation verdient: Ich war aus Mangel an Zugangs-Alternativen gezwungen, den Datentarif deutlich zu erhöhen.

Wie um alles in der Welt konnten aber 40 Millionen Menschen in Deutschland, die zu 99,9 Prozent keine Leute vom Fach sind, an einen DSL-Anschluß kommen? Ich stehe vor einem Rätsel.

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2008. Was kommt.

Veröffentlicht am 2. Januar 2008 um 0:26 Uhr von Mark Pohlmann

So, nach zwei Wochen Pause hier im Blog geht es mit dem heutigen Tage wieder los. Allen Themenblog-Lesern und Freunden von Mavens Dialog wünsche ich erstmal ein erfolgreiches Jahr 2008!

Das Allerbeste vorweg: Christine Donner, die mich seit einem halben Jahr als Feste Freie unterstützt, ist ab sofort als erste festangestellte Mitarbeiterin in Vollzeit dabei. Sie wird wie bisher in den Projekten der Kunden carmondo und DaWanda arbeiten und sicher an vielen anderen Stellen sichtbar sein - auch hier im Blog. Christine: an dieser Stelle ein herzliches Willkommen und viel Spaß im neuen Job ;-)

Fast genauso wichtig war der Umzug Mitte Dezember in das erste eigene Büro in der Ehrenbergstraße direkt am Bahnhof Altona in Hamburg und damit der gefühlte Schritt vom Freiberufler hin zum richtigen Unternehmen. Der Büroraum gehört zum ehemaligen Vorstandsbereich der Volksbank Hamburg, die vor einiger Zeit dort ihren Hauptsitz hatte, von Glamour ist aber bis auf einen Kamin und ein paar überschwengliche Holzververtäfelungen in einem ansonsten ziemlich gesichtslosen 60er-Jahre Bau nicht viel zu sehen. Dafür haben Christine und ich Platz und Sonne satt, 106qm, den wir uns mit Mathias Mainholz teilen, einem freien NDR-Hörfunk-Reporter, der sich ebenfalls in diesen Tagen mit Podcasts und Radio-PR selbständig macht. Ich hoffe, mit Mathias auch das eine oder andere Projekt machen zu können.

Kommen wir vom Beruflichen zum Inhaltlichen. Das gerade zu Ende gegangene Jahr verbuche ich mal als Zwischenjahr in Sachen Mitmach-Marketing und -Medien. Und ich kann nicht sagen, dass ich überzeugt bin, dass es dieses Jahr wirklich richtig losgeht.

Zwar ist die Offenheit für dialogische Werbeformate so groß wie nie. Das liegt an dem Erfolg von Youtube und StudiVZ, dem iPhone und dem Blackberry, aber auch an Dingen wie WLAN, billigeren Datentarifen und eine Selbstverständlichkeit von mobilen Datengeräten wie Navigationsgeräten oder Spielekonsolen. Wir erleben die Epoche monitorbasierter Kommunikation.

Doch gleichzeitig fehlt es weiter an intelligenten und vor allem erfolgreich getetstenen Vermarktungskonzepten und Erlösquellen. Wie das eben so ist in Zwischenjahren: Reichweitenbasierte Werbung funktioniert zwar nicht mehr so perfekt wie noch vor einigen Jahren, sie ist aber immer noch gut genug, um ordenliches Wachstum und Renditen abzuwerfen. Neue Werbemodelle sind bereits sichtbar, sie sind aber für viele Märkte noch nicht hinreichend attraktiv, als daß es für einen breiten Paradigmenwechsel reichen würde. Vor allem aber sind sie nicht gelernt. Wir sind, was die Individualisierung von Marketing und PR angeht, auf dem Weg, aber noch längst nicht am Ziel. Das Interesse, Neues zu probieren, ist noch nicht umgeschlagen in die Gewißheit, es anders in Zukunft gar nicht zu können.

Symptomatisch hierfür ist die erneute Vormachtstellung der alten Medienverlage im Mitmachweb. Holtzbrinck (allen voran: StudiVZ, SchuelerVZ), Axel Springer (MotorTalk) und Burda (Holidaycheck, Etsy, Sevenload), aber auch ProsiebenSAT1 (lokalisten, myVideo) und sogar Madsack (DocInsider), kaufen sich systematisch in den Web-2.0-Markt ein. Warum eigentlich? Wenn sie ehrlich sind, werden sie meistens zugeben müssen: Um hier Banner zu plazieren. Von Revolution keine Spur.

Verwunderlich ist dieser Eifer, weil Verlage mit ihren auf Reichweite ausgerichteten Werbemodellen und kleinteilige, betreuungsintensive und schwer monetarisierbare Web 2.0-Spielereien auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen. Denn ein Klick auf ein klassisches Medienangebot wie Spiegel Online oder Zeit.de ist weiter viel mehr wert als auf StudiVZ oder Lokalisten. Oder umgekehrt: Aus den Klickmilliarden im Mitmach-Web ist kaum zu Geld zu machen, weil es an Werbeformaten fehlt, die dieses Werbeumfeld intelligent ausnutzen.

Und dennoch: Es zieht den Kunden in diese Formate. Und Medien und Werbung ziehen eben nach und gehen dorthin, wo der Kunde seine Zeit verbringt. Im Internet heißt dies zunehmend: Foren und Communities und sonstigen kollaborativen Systemen - also Wikis, Blogs, Netzwerken - involvieren die Nutzer immer stärker, immer intelligenter, immer reichweiten- und umsatzrelevanter. Nur, wie diese Aufmerksamkeit zu monetarisieren ist, da herrscht noch allgemeine Ratlosigkeit.

In diesem Sinne prophezeie ich für das Jahr 2008 den Durchbruch von intelligenten Werbeformaten, die nicht mehr lästig am Rand der Website blinken, sondern den Nutzer gezielt einbeziehen. In Zukunft gilt: Nur wenn WIR Werbung machen, wird noch eine Werbewirkung zu erzielen sein. Facebook ist dabei, mit Beacon solche nutzergenerierten Werbefformate zu etablieren. Auch wenn der erste Schuss zum Privacy-Desaster geriet: Hier sehen wir die Zukunft der Werbung. Und hoffentlich auch schon in diesem Jahr.

Sollte allerdings die Monetarisierung des Mitmach-Webs weiter so mühsam bleiben, wird wohl 2008 in der gleichen Warteschleife drehen wie 2007. Und wenn das passiert, dürfen wir uns jetzt schon Sorgen um 2009 machen - als letzte Chance auf ein profitables Web 2.0, bevor die Ernüchtungen in Frust umschwenkt und alles in den Strudel der Enttäuschung zieht. Hoffen wir also nicht nur das Beste, sondern machen wir uns an die Arbeit, endlich die Werbeformate zu etablieren, die der Nutzer schon seit langem verdient: Intelligente, relevante - eben individuelle Werbung.

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