Was Blogs nicht sind

Veröffentlicht am 28. März 2008 um 11:00 Uhr von Mark Pohlmann

Blogs sind ein wenig aus dem Fokus geraten, seitdem schon länger keine Skandale oder Skandälchen hier ihren Ursprung nahmen. Auch sind Blogs weiterhin keine Alternative zum klassischen Journalismus, was man alleine daran sehen kann, dass fast ausnahmslos alle großen Blogs von Journalisten betrieben werden. Leider scheint der Markt in den themenspezifischen Nischen ebenfalls nicht groß genug für außergewöhnliche und außergewöhnlich gute Blogs zu sein. Für die meisten Blogger ist es wohl ein Tool zur Selbstdarstellung. Das ist gut, aber auch nicht aufregend.

Nach langer Zeit lese ich mal wieder so etwas wie eine Blogreflektion, die sich nicht durch neue Erkenntnisse, sondern eine große Entspanntheit mit dem Thema auszeichnet. So, wie der Medienwissenschaftler Jan Schmidt es erklärt, kommt man dem Kern schon recht nahe. Und weil es dazu noch kurz und sprachlich präzise ist, sollte man das Interview auf tagesspiegel.de unbedingt auch lesen ;-)

Bei uns steht (in Blogs) das Thema Beruf an erster Stelle: Wer darüber bloggt, bloggt relevant. Persönliches in der Öffentlichkeit auszubreiten wird hingegen verachtet. Das kommunikative Muster allerdings ist bei Männern wie Frauen gleich: Beide wollen ihre sozialen Beziehungen stärken. Weiterlesen...

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Chrysler hört zu

Veröffentlicht am 26. März 2008 um 12:39 Uhr von Mark Pohlmann

Mit einem (hoffentlich) bahnbrechendem Konzept geht Chrysler an die Öffentlichkeit: Der US-Autohersteller gründet ein "Advisory Board" mit 2.000 Menschen, die Lust haben, ein bis zweimal in der Woche an Projektgesprächen der Marke teilzunehmen. In einem geschlossenen Online-Bereich sollen faktisch alle Themen behandelt werden, die für den späteren Autokäufer von Relevanz sein können: Die Produktentwicklung, das Marketing, Ausstattungen und Motoren. So nah hat wohl noch nie ein Hersteller öffentlich seine Kunden an das Produkt gelassen.

Die Marke nennt das Verfahren etwas sperrig "On-Demand-Customer-Collaboration" und sieht darin einen vollkommen neuen Weg, seinen Kunden nahe zu stehen, so jedenfalls zitiert Advertising Age die Marketing-Vizepräsidentin Deborah Wahl Meyer.

Selbstverständlich wird das Verfahren nicht nur zu Marktforschungszwecken benutzt, sondern auch medial umfangreich begleitet. Die passende Website "chryslerlistens.com" wird in der nächsten Woche, also Anfang April, online gehen. Dort kann man sich auch um eine Teilnahme an dem Projekt bewerben, muss aber selbstverständlich mindestens 18 Jahre und im Besitz eines Führerscheins sein. Ebenfalls sind TV-Spots und Online-Werbungen geplant.

Hinter dem Konzept, erst Kunden zum Bestandteil der Marke und dann Werbung mit dem Projekt zu machen, steckt die Agentur "Passenger" aus Los Angeles.

Ich hoffe, dass wir ähnlich mutige Unternehmen auch bald hier in Deutschland sehen. Chrysler hat begriffen, dass eine Marke von den Kunden gemacht wird. Sie müssen hinter der Marke stehen, sonst ist sie nichts wert.

Besonders interessant an dem Chrysler-Projekt ist, dass es
a) so viele Kunden sind, die partizipieren können - 2.000 Personen sind sicher nicht so ohne weiteres zu händeln. Und
b) diese Zusammenarbeit in eine für Chrysler harte Zeit fällt. Ich bin mir sicher, dass die Mitglieder des Advisory-Board nicht mit Kritik geizen werden. Dass das Unternehmen nicht nur bereit dazu ist, diese Kritik so nah an sich heranzulassen, sondern auch entschlossen scheint, diese Kritik in den empfindlichsten Bereichen - Produkt und Marketing - zuzulassen, verdient erst einmal Respekt.

Man darf gespannt sein, was die neue Allianz auf die Beine stellt. Was mir aber nicht zu vermeiden scheint, ist, dass sich für Chrysler hieraus ein Füllhorn an neuen Themen und Ideen ergeben wird, was Kunden eigentlich wirklich umtreibt. Und umgekehrt natürlich sind die 2.000 Personen eine fantastische Keimzelle für eine neue Generation an Evangelisten für die Marke, oder wie wir sie nennen: Mavens.

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Finanzcommunity Stockflock kommt

Veröffentlicht am 19. März 2008 um 14:21 Uhr von Mark Pohlmann

Eines unserer neuen Kundenprojekte kommt wie carmondo.de auch von Sixt: Stockflock. Stockflock ist eine Finanzcommunity, auf der Profis und Privatanleger Strategien, Tipps und Portfolios publizieren und vergleichen können. Mavens Dialog hilft Stockflock, die 1. Generation Nutzer zu finden. Weil das Projektteam mit der Entwicklung beschäftigt ist, werde ich in den nächsten Wochen auch den Blog betreuen und hier den Launch kommunizieren. Heute ging's los. Alles weitere hinter diesem Link.

Stockflock wird sich übrigens auch auf der Next08 am 15. Mai 2008 in Hamburg präsentieren. Wer als Start-up ebenfalls der Meinung ist, auf dem wunderbarsten Internet-Event des Jahres sich kurz vorstellen zu wollen, hat die Wahl: Entweder er bewirbt sich für den Elevator-Pitch, oder er schreibt mir eine Mail mit einer Kurzinformation (nicht mehr als 50 Worte) für den Start-up Track (10 min): mark bei mavens punkt de.

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Wie sag ich's meinem Randalierer?

Veröffentlicht am 17. März 2008 um 12:55 Uhr von Mark Pohlmann

Wunderbarerweise behandelt Stefan Niggemeier für die FAS in seinem Stück "Wie sag ich's meinem Randalierer?" das Problem der mangelnden Qualität von Kommentaren.

Das Problem ausufernder und nicht zu kontrollierender Anteilnahme seitens der Leser haben aber nicht nur Redaktionen. Auch Unternehmen, die sich eigene Communities anschaffen oder in Portalen wie Youtube oder Myspace selbst aktiv sind, müssen sich mit einer zentralen Frage auseinandersetzen: Wie sichert man die Qualität im eigenen redaktionellen Umfeld? Wie hält man Störenfriede außen vor, ohne gleich alle Nutzer in Aufruhr zu versetzen?

Klar, es gibt Spielregen für jede Community. Erlaubt ist nur, was nicht beleidigt oder strafbar ist. Aber selbst wenn eine Diskussion auszuufern droht - was ist schlimmer? Einen wenig akzeptablen Kommentur zu dulden oder ihn zu löschen und dann eine Diskussion über "Zensur" anzuzetteln? Zudem jede Community andere Schmerzgrenzen hat, was noch innerhalb des Erlaubten ist und was nicht

Wie immer heißt die Losung: Qualität kostet. Auch bei der Betreuung einer Community sind Zeit und damit Geld die qualitätssichernden Faktoren. Und beides ist wie immer knapp, gerade im Internet, wo die Redaktionen rund 3 Cent pro Klick verdienen, ein Nutzer also gerade einmal einen 6-10 Cent an Werbeeinnahmen bringt.

Klar wird bei der kleinen Umfrage von Stefan Niggemeier unter Deutschlands Online-Chefredakteuren: In den eigenen Kommentarspalten geht nichts ohne Aussieben. In jeder Online-Redaktion wird gelöscht, korrigiert, ermahnt, erzogen. In der Hoffnung, diese Form der Kanalisierung könne langfristig so etwas wie Qualität erzeugen.

Das eigentliche Problem ist aber ein anderes: Das Verhältnis zwischen Autor und Leser hängt noch irgendwo zwischen der neuen und alten Welt. Die Kanzel steht nicht mehr im leeren Raum, sondern dort unten, am Fuße des Predigers, hat sich ein Eigenleben entwickelt. Wie gerne die Redaktionen Diskussionen um ihre Artikel mögen, kann man schon daran erkennen, wie schwer sie es ihren Lesern machen, überhaupt einen Kommentar abzugeben. Meist muss man sich weit vom ursprünglichen Text entfernen, in die Tiefen der Community, um einen Kommentar loszuwerden. Je mehr Energie notwendig ist, um wahrgenommen zu werden, um so energiegeladener wird auch derjenige sein, der diesen Weg auch wirklich gehen mag.

Niggemeier schreibt hierzu:

Es ist ein höchst fragiles Verhältnis zwischen Lesern und Journalisten, das durch die plötzliche öffentliche und unmittelbare Auseinandersetzung entsteht, mit beiderseitigem Erstaunen über die Impertinenz der jeweils anderen Seite. Und während sich viele Online-Chefs wünschen, dass die Autoren sich häufiger in eine Diskussion einschalten, hat Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von sueddeutsche.de, schlechte Erfahrungen gemacht: Das sei nicht empfehlenswert, weil die User dann erst recht auf den Redakteur einschlügen.

Aber auch auf anderen großen Medienseiten im Internet scheint es eher die Ausnahme zu sein, dass Nutzer überhaupt eine Reaktion auf Kritik und berechtigte Anmerkungen bekommen. Dabei profitieren die Medien von der Beteiligung der Leser, wenn sie sie nur wahrnehmen. Beim „WAZ"-Ableger „Der Westen" und neuerdings auch bei Focus Online berichten die Community-Leute in den Redaktionskonferenzen, welche Themen auf welches Echo stoßen. Das Wissen der Leser ist ein Schatz, der nur gehoben werden will:

Und genau hier liegt auch der Hinweis versteckt, was Unternehmen mit des Kunden Meinung machen sollten: Inhalt. So einfach ist das.

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Netzwerke: Es wird nicht nur eines geben

Veröffentlicht am 10. März 2008 um 15:31 Uhr von Mark Pohlmann

Die Nutzungsdauer nimmt in den großen Netzwerken weltweit ab. Das berichtet Holger Schmidt heute in der FAZ unter Berufung auf die neuesten Nielsen-Zahlen. In Deutschland liegt die monatliche Nutzung bei SchülerVZ bei 111 Minuten, dann folgen StudiVZ (100 Minuten), Lokalisten (63 Minuten), Xing (40 Minuten) und MySpace (31 Minuten). In Amerika ist die durchschnittliche Verweildauer beispielsweise auf MySpace im vergangenen Jahr ebenfalls kräftig von 230 auf 180 Minuten im Monat gefallen. Das, mit Verlaub, ist eine gute Nachricht.

Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um Netzwerk-Müdigikeit, sondern um Diversifizierung. Endlich, kann ich nur sagen. Nicht, dass es sich endlich diversifziert, sondern dass dieses Phänomen endlich wahrgenommen wird. Denn vor lauter Fan-Hysterie um die großen Player und den Kampf um die Weltherrschaft der Mega-Netzwerke ging in den letzten 24 Monaten ein ganz fundamentaler Aspekt vollkommen verloren: Netzwerke sind keine Schicksalsgemeinschaften, sondern Aufenthaltsräume. Und ihre Nutzung ist keine Lebensentscheidung, sondern eine tagtägliche. Und die Attraktivität eines Netzwerkes hängt nicht von seinen Features ab, sondern Anwesenden.

Es ist eben so, dass immer die Gruppen am interessantesten sind, die die coolsten Typen beherbergen. Das war schon immer so. Aber in den Millionen-Molochen Facebook & Co. kann man schlecht besonders sein. Das ist wie mit dem Robbie Williams Konzert oder am Samstagabend bei Wetten dass: Was alle machen, ist langweilig. Deswegen beginnen diejenigen, die die aktuellen Netzwerke groß gemacht haben, weiterzuziehen. Dorthin, wo sie wieder das sein können, was sie sein wollen: Erster. Avantgarde.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jemand seinen Facebook-Account löscht. Es kommen halt nur neue dazu, die Verweildauer und Aufmerksamkeit wandert. Seien wir doch froh. Im Erfolg liegt eben immer auch der Keim für den Misserfolg: Masse ist nur für die Nachzügler wichtig. Die, die vorgehen, schreckt es ab.

Und so wird es kommen: Nachdem wir die Phase der kritiklosen Begeisterung für Netzwerke bereits hinter uns haben und uns mitten in die Epoche der Monokulturen befinden, taucht am Ende des Tunnels bereits das Licht der (Achtung, jetzt kommt eines meiner Lieblingsworte!!) MIKROMARKTSEGMENTIERUNG auf.

Oder auf Web-2.0-ish: Der Long Tail. Wir alle werden über kurz oder lang in dutzenden großer und kleiner Communities leben, je nachdem, was uns gerade bewegt. Open Social wird uns dabei helfen.

Facebook als zentrales Betriebssystem für jedes und alles? Pfff. Denkste.

Es lebe die Vielfalt.

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Wenn 68er altern...

Veröffentlicht am 5. März 2008 um 11:15 Uhr von Mark Pohlmann

Dieses auf den ersten Blick nicht gerade Community- und Empfehlungsmarketing-affine Thema beschäftigt uns derzeit in einem Kundenprojekt. Nun suche ich nach einer Person, die das symbolhaft verdeutlicht. Hat jemand eine Idee?

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Weisheit. Zusammenhanglos.

Veröffentlicht am 5. März 2008 um 11:00 Uhr von Mark Pohlmann

"Pubertät ist, wenn die Alten anfangen nicht mehr richtig zu ticken".

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