Archiv für Februar 2009

Zuviel Social Networking schadet der Gesundheit

Veröffentlicht am 25. Februar 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Themenmanagement, Web 2.0

Die Welt der “Hyperconnected” lebt gefährlich. Bei zu extremer Nutzung machen die sozialen Plattformen krank, so die britische Studie Well connected? The biological implications of ‘social networking (PDF). Twitter, MySpace, Facebook und Co. ersetzen bei vielen Nutzern reale soziale Kontakte und die Isolation wirkt sich negativ auf ihre Gesundheit aus.

Dr. Aric Sigman, Autor der in dem britischen Magazin “Biologist” veröffentlichten Untersuchung, sieht es als äußerst kritisch an, dass soziale Netzwerke mehr und mehr wirkliche Interaktionen ersetzen. Der Trend

…ermutigt uns, soziale Netzwerke aus unserem nicht-virtuellen Umfeld zu ignorieren. … Die Zeit, die wir damit verbringen, uns elektronisch zu sozialisieren grenzt uns von unseren physischen Netzwerken ab.

In seiner Studie erklärt er, warum sich die soziale Konnektivität sowohl objektiv als auch subjektiv in direkter Verbindung mit physiologischen Faktoren steht. So macht die Einsamkeit der Netzwerker nach seinen Ausführungen empfänglicher für Demenz, Herzkrankheiten oder Diabetes.

Das heißt also, Leute auf sozialen Netzwerken sind nicht nur Freaks, sondern kranke Freaks? Und ab wann genau ist es “zu viel”? Der Vorschlag von The Register ist gar nicht verkehrt:

In other words, skip that next Tweet, postpone polishing your LinkedIn profile, put off updating your Facebook status, and go hug someone. You’ll live longer.

Zuviel Social Networking schadet der Gesundheit

Veröffentlicht am 25. Februar 2009 von Anna Friedrich | Allgemein

Die Welt der “Hyperconnected” lebt gefährlich. Bei zu extremer Nutzung machen die sozialen Plattformen, so die britische Studie Well connected? The biological implications of ‘social networking (PDF), krank. Twitter, MySpace, Facebook und Co. ersetzen bei vielen Nutzern reale soziale Kontakte und die Isolation wirkt sich auf ihre Gesundheit aus.

Dr. Aric Sigman, Autor der in dem britischen Magazin Biologist veröffentlichten Untersuchung, sieht es als äußerst kritisch an, dass soziale Netzwerke mehr und mehr wirkliche Interaktionen ersetzen. Der Trend

…ermutigt uns, soziale Netzwerke aus unserem nicht-virtuellen Umfeld zu ignorieren. … Die Zeit, die wir damit verbringen, uns elektronisch zu sozialisieren grenzt uns von unseren physischen Netzwerken ab.

In seiner Studie erklärt er, warum die soziale Verbindung sowohl objektiv als auch subjektiv sich direkt auf physiologische Faktoren auswirkt, die Krankheit und Sterblichkeit beeinflussen. So macht die Einsamkeit der Netzwerker nach seinen Ausführungen empfänglicher für Demenz, Herzkrankheiten oder Diabetes.

Das heißt also, Leute auf sozialen Netzwerken sind nicht nur Freaks, sondern kranke Freaks? Und ab wann genau ist es “zu viel”? Der Vorschlag von The Register ist gar nicht verkehrt:

In other words, skip that next Tweet, postpone polishing your LinkedIn profile, put off updating your Facebook status, and go hug someone. You’ll live longer.

2,45 Euro TKP bei Spiegel Online

Veröffentlicht am 20. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Allgemein

Angesichts der Anzeigenkrise stellt sich die Frage: Wer macht denn überhaupt noch Gewinn? Und wie geht es eigentlich denen, denen es gut geht?

Ich vermute: Im Internet ist bei der derzeitigen Anzeigenkrise fast keiner mehr profitabel. Jedenfalls keiner der Qualitätsverlage mit richtigen Redaktionen und einem reichweitenbasierten Geschäftsmodell. Profitabel sind vor allem die Nischen: Themenspezialisten für Finanzanlagen, Medizin- und Pharmathemen oder der Auto- und Jobmarkt. Je massenmarkt- und reichweitenorienter die Angebote sind, umso geringer ist der TKP. Dieser, so meine Vermutung, wird in vielen Fällen nicht viel über 1 Euro hinauskommen. Damit kann niemand mehr profitabel arbeiten. Aber kann ich es belegen? Hier ist ein Versuch.

Als Benchmark nehmen wir mal den Qualitäts- und Reichweitenführer Spiegel online. Ich vermute, dass trotz der riesigen Reichweite von 600 Mio. PIs und rund 6-7 Mio. Unique Visitors (Zahlen: IVW) selbst dieses Flaggschiff des deutschen Online Journalismus es nicht länger in die Profitabilität schafft und von den Printern quersubventioniert werden muss. Je nachdem, wie sich die Anzeigenkrise im Printbereich verschärft und die Mutterblätter noch stärker ins Minus fallen, hätte dies dann eben auch Implikationen für das Online-Geschäft. Denn weiterhin gilt: Das Geld wird im Print verdient. Beim Spiegel sind waren es 2008 330 Mio. Euro (297 davon im Print) und 57 Mio. Euro Gewinn. Das Anzeigenvolumen ist in den letzten acht Jahren um 60 Prozent zurückgegangen.

Nun aber zu SPON.

Das Online Angebot hatte im Januar 2009 600 Mio. PIs und 100 Mio. Visits. Die Umsätze für 2008 sind aktuell nur für den gesamten Verlag bekannt, für Online wissen wir nur, dass sie um 7 Prozent über dem Vorjahr lagen. Für 2007 wiederum weist der Bundesanzeiger im Geschäftsbericht von Spiegel Online 20,3 Mio. Euro Umsatz und einen Ergebnis von 1,9 Mio. Euro aus. Das sind für 2008 dann 21,7 Mio. Euro oder 1,8 Mio. Euro Umsatz im Monat.

Gehen wir weiter davon aus, dass der Umsatz im Januar 2009 um 20 Prozent zurückgegangen ist. Das wäre nicht nur krisenbedingt zu erklären, sondern ein eigentlich recht normaler Effekt nach dem Hauptanzeigengeschäft in der Vorweihnachtszeit. Wahrscheinlich liegt dieser Rückgang deswegen ein ganzes Stück höher, aber sei’s drum: Minus 20 Prozent machen 1,45 Mio. Euro Umsatz für 600 Mio. PIs und damit einen TKP von 2,43 Euro. Für das Restjahr wird sich SPON  wohl mit Preisen Richtung 2 Euro anfreunden müssen, denn  Anzeigenkunden sind sehr geübt darin, Überkapazitäten in Preisvorteile umzumünzen, zudem dürfte die Quote nicht verkaufter Anzeigenplätze noch steigen.

2,43 Euro TKP. Dies ist allerdings ein Durchschnittswert, wohlgemerkt. Diese werden zudem noch sehr ungleich verteilt sein und vor allem von großflächigen Bannern auf den sichtbaren Bereichen der Homepage erwirtschaftet werden, deren Menge sich jedoch nicht beliebig erweitern läßt. Unten auf der Home und in den Unterrubriken fängt dann der Long Tail an. Denn hier wird “Performance Marketing” betrieben, also CPC-Deals geschaltet: Gezahlt wird nur, wenn ein User klickt. Und das ist selten genug der Fall – nur jedes 1.000 Mal wird überhaupt die Möglichkeit zum Klick genutzt.  Damit sind eben auch die Einnahmemöglichkeiten limitiert. Berücksichtigt man jetzt, dass Spiegel Online massiv Inhalte aus dem Print-Titel bezieht und wahrscheinlich auch in der ganzen Infrastruktur (Räume, Server) nicht die Vollkosten bezahlt, ist es mit der Profitabilität in einer Vollkostenrechnung nicht mehr weit hin.

Vanity Fair ist nicht mehr

Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Allgemein, Medien 1.0

Print zerrint – so betitelte heute turi2 sehr treffend das Aus für das People-Magazin Vanity Fair. Was kommt als nächstes? Hier ein paar lose Gedanken:

- Der Verfall der Celibrity Press ist in erster Linie ein Niedergang der Stars und des Starkultes. Vanity Fair, Park Avenue (die ich persönlich sehr vermisse, obwohl ich auch sie kaum gekauft habe) – sie hatten kein Futter, keine Sensationen und konnten damit zu wenig Nachfrage erzeugen. Das ist deutsche Realität und damit sind die Probleme für diese Mediengattung auch ein Problem der deutschen Gesellschaft. Wir sind dann in der Summe wohl zu langweilig, um interessant darüber zu berichten. Wann – und wie – trifft es Stern, Focus, Bunte & Co.?.

- Mediale Arroganz verkauft nicht. Gut, Ulf Poschardt war eigentlich nicht lange genug dabei, aber das von ihm geprägte Großkotz-Image der Zeitschrift hielt sich tapfer: arrogant, laut, verschwenderisch. Das fing bei den Auflagenankündigungen an und hörte nicht bei den Designertischchen in der Redaktion auf. So in sich selbst verliebt dürfen heute Medienarbeiter nicht mehr auftreten. Denn das macht hässliche Flecken im designten Lebenslauf.

- Billig zieht nicht. Ich habe die Zeitschrift genau einmal gekauft. Damals, als sie sich im Copy-Preiskrieg mit der Park Avenue befand und nur 1 Euro gekostet hat. Dann, als sie wieder 2,50 Euro (glaube ich) kostete war sie mir zu teuer. Merke: Einmal billig, immer billig. Wer es nicht schafft, mit seinem Produkt zu überzeugen, wird es auch über den Preis nicht schaffen. Das ist auch sonst so.

- Es gibt noch immer zu viele Zeitschriften. Magazine werden gegründet, um Werbetreibenden die Rückseite für ihre Anzeigen zu liefern. Das ist legitim. Aber wenn schon reichweitenstarke Qualitätstitel wie Spiegel und Wirtschaftswoche mit historisch dünnen Heftchen rauskommen, wie steht es dann um die ganzen bunten Blätter? Wenn die Capital nur noch 4.000 Kioskkäufer findet, was sollen dann die anderen sagen? Was kommt dann noch auf uns zu?

- Print lebt. Das hoffe ich jedenfalls. Das Digitale ist zwar effizienter, aber Kultur und distributorische Effizienz sind zweierlei. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass genau die Verlage, die jahrzehntelang hohe zweistellige Renditen auswiesen, jetzt die ersten sind, die ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen. Wahrscheinlich brauchen wir vor allem neue Verlage oder Verleger, bevor Print wieder eine Perspektive bekommt.

- Digital ist keine Alternative. Mir ist kein Online-Titel eines größeren Verlages bekannt, der überhaupt Geld verdient. Wie sollen sie auch, wenn Spiegel Online 100 Mitarbeiter hat, aber einen TKP von um 2,5 Euro herausholt? Da kann man wachsen wie man will – die Kosten wachsen schneller. Und: Es solle doch niemand glauben, dass das digitale Medienangebot das gleiche bleibt, wenn Print erst einmal geschlagen ist. Noch lebt Internetjournalismus als gigantische Quersubvention. Und wenn im Print kein Geld fließt, ist Online auch am Bettelstab.

- Die Printkrise ist eine Me-too-Krise. Eine Formatkrise. Eine Innavotionskrise. Wo ist die gelebte Berechtigung zwischen Web und TV? Dass Vanity Fair nicht mehr ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen. Ich behaupte, dass die Kunden klüger als erhofft waren, denn Vanity Fair war eben doch nicht so neu, wie die Macher selbst es glauben wollten. Neue Nischen werden ständig und immer kleinteiliger bedient, aber wo bleiben die neuen Formate? Wer schreibt die Geschichten, die die Menschen wirklich lesen wollen?

- Das Internet steht sich mit seiner Arroganz selbst im Weg. Die Selbstzufriedenheit ob der Printkrise, die einem von der digitalen Bohème entgegenschlägt, geht mir mächtig auf den Zeiger. Wer nicht versteht, dass wir alle unsere Werbewirksamkeit täglich neu unter Beweis stellen müssen, weil wir sonst nichts mehr auf den Teller kriegen, sollte sich nicht überlegen fühlen. Das Web wird das gleiche Problem wie jetzt Print erleben, wenn sich mobile Formate von dem Internet emanzipiert haben. Wie unabhängige journalistische Qualität ohne Einnahmen funktionieren soll, ist jedenfalls bislang nicht gelöst. 140 Zeichen sind ihre Zukunft jedenfalls nicht.

- Was uns droht, wenn Print denn erst einmal stirbt und Online nicht profitabel wird ( weil sich auch im Internet schon heute niemand für Werbung interessiert) ist – siehe oben – das Monopol der Nachplapperer (bitte nicht zu verwechseln mit Schwarmintelligenz, also der Weisheit der Vielen): Medien, ob User Generated oder nicht, die sich darin genügen, Dinge, die woanders auch schonmal standen, neu zu verpacken. Das ist dann zwar auch irgendwie unterhaltsam, aber eben genauso wenig relevant wie das, was Capital und Vanity Fair heute schon bieten. Aber immerhin: es ist billiger. Das hilft, denn es wird auch hierfür in Zukunft niemand bereit sein, auch nur einen Cent zu zahlen.

- Was ist noch was wert? Keine Ahnung. Aber ich hätte da ein paar Wünsche: Wo bleibt denn überhaupt der Diskurs? Wer bekommt die feigen Banker zum Sprechen? Oder Ypsilanti? Oder wer führt mal die Linken vor? Wer streitet für intelligente Verteilungs- und Motivationsmodelle? Wer bricht Tabus (und wärmt nicht stattdessen alte wieder lauwarm auf wie die Zeit gerade mit ihren Abtreibungsmännern)? Ich würde gerne mehr unbequeme Wahrheiten lesen und unbequem denkende Menschen kennenlernen. Aber was soll’s. Ist wahrscheinlich doch kein Massenmarkt.

StudiVZ: Männer und Frauen finden nicht zueinander

Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Soziale Netzwerke

Männer und Frauen passen nicht zueinander. Das wusste nicht nur Loriot, sondern jetzt auch die Hochschule Potsdam, die dafür aber eine ganze Studie brauchte, um dies herauszufinden. Das Objekt der Untersuchung war StudiVZ.

“Jungen wollen Dates, Frauen wollen quatschen”. Und zwar je jünger und weiblicher, umso intensiver. Im Ergebnis benutzen zwar beide Geschlechter ein und dasselbe Netzwerk, aber mit unterschiedlichen Interessen und damit wohl aneinander vorbei.

Im Mittelpunkt der Nutzung stehen bei allen zwei elementare Mehrwerte: Kommunikation und Vernetzung. Nur leider sind diese Motivationen ungleich verteilt. Männer gehen offenbar viel zielorientierter an die digitalen Werkzeuge heran: Sie wollen ihr Netzwerk vergrößern. Sie schauen sich viele fremde Profile an und gründen Interessensgruppen. Frauen hingegen bleiben eher im vertrauten Freundeskreis und pflegen diesen.

Interessant ist noch, dass zwar insgesamt viel über sich mitgeteilt wird, aber wenig personenbezogene Daten veröffentlicht werden: Kaum jemand gibt Adresse oder Telefonnummer an. Frauen sind signifikant ehrlicher bei der Angabe personenbezogener Daten als Männer. An den Umfrageergebnissen lässt sich laut den Autoren beweisen, dass StudiVZ nicht zur verfälschten Eigendarstellung genutzt wird. Naja.

Mein Eindruck ist bei einer kurzen Betrachtung der Erhebung ist, dass sie beweist, dass Social Networks auch nicht anders funktionieren als der Offline-Campus. Frauen suchen in öffentlichen seltener Kontakte suchen als Männer – das habe ich auch unabhängig vom Internet irgendwie schonmal gehört. Dass Männer ihr Online-Netzwerk aktiver erweitern, könnte allerdings einen weitaus trivialeren Grund haben: Im Internet ist die Anzahl der Freunde reputationsbildend. 100 Freunde sind besser als 10. Die Lust am Vernetzen ist auch eine Lust an der hohen Zahl, die für Beliebtheit und Präsenz steht. Dass dahinter nicht ansatzweise auch bestehende, vielleicht sogar lebendige Beziehungen stecken, wird weder von den Netzwerkern noch von der Studie hinterfragt.

Doch keine endlose Datenspeicherung auf Facebook

Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 2.0

Wie Mächtig Konsumenten wirklich sind, stellt die jüngst entfachte Diskussion um die Nutzerdaten auf Facebook unter Beweis. In einem Blogbeitrag der amerikanischen Verbraucherschützer Consumers Union wurde Gründer Mark Zuckerberg aufgrund eines Verbraucherhinweises zitiert mit: “Wir können mit euren Daten machen, was wir wollen. Für immer.”

Tatsächlich hat Facebook geplant, über eine Änderung der AGBs Nutzerdaten für immer zu speichern. Aber die Protestwelle war extrem, die Diskussion um den Datenschutz hat ein “nukleares” Ausmaß, wie The Consumerist schreibt:

Online, in print and on TV, Consumerist‘s Facebook terms of service change story, and the ensuing global uproar, has spread like Ebola in a monkey house (…)

750+ articles have been written about it so far in places like (…).

Innerhalb kürzester Zeit hat sich darauf hin eine Gruppe auf Facebook zusammengeschlossen, um gegen die Datenspeicherung zu protestieren. Mittlerweile hat sie fast 72.000 Mitglieder.

Mit einer solchen Lawine hatte der junge Erfinder nicht gerechnet und macht einen Rückzieher. Im gestern Abend veröffentlichten Blogbeitrag auf Facebook gibt er zu, dass die Hauruck-Aktion verkehrt war:

Based on this feedback, we have decided to return to our previous terms of use while we resolve the issues that people have raised.

Und den Mitgliedern zeigt sich heute diese Nachricht:

Immerhin hat Facebook eigens die Gruppe Facebook Bill of Rights and Responsibilities eingerichtet, in der sich die Nutzer nun zu dem Thema austauschen können. Hier können die Nutzer nun die neuen AGBs mitgestalten, so Zuckerberg selbst.

Wieder einmal viel Lärm um nichts? Ein guter Anlass für Facebook, um ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, dass ihm das Feedback seiner Mitglieder wichtig ist. Oder ist es doch das Ende einer Liebesgeschichte, wie es Geek and Poke darstellt?

Google Lifestyle

Veröffentlicht am 10. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Trends

“Do what you do best and link to the rest” (Jeff Jarvis in “What Would Google do”. Link to PowerPoint)

Twitter will Geld für kommerzielle Konten

Veröffentlicht am 10. Februar 2009 von Anna Friedrich | Allgemein

Seit einiger Zeit häufen sich die “Corporate Accounts” auf Twitter. Auch unter meinen Followern finden sich mehr und mehr Marketiers und Verkäufer, die nicht davor zurückschrecken, mich mit werblichen Direktnachrichten zu bespammen. Das ist nicht nur lästig, sondern sollte auch unterbunden werden.

Insofern finde ich die Überlegung des Mitgründers Biz Stone gegenüber dem britischen Marketing Magazine genau richtig. Er ist überzeugt davon, dass Twitter ein hybrides Marketing- und Kundenservice-Tool darstellt:

Weare noticing more companies using Twitter and individuals following them. We can identify ways to make this experience even more valuable and charge for commercial accounts.

Interessant wird es sein, zu sehen, wer wirklich bereit ist, für ihr Konto einen Beitrag zu leisten. Wie viel die Firmen-Twitterer zahlen sollen, steht laut Stone nicht fest. Aber er versichert, dass private Zwitscherfreunde den Service weiterhin kostenlos nutzen können. Dell’s Vize-Präsident für Communities und Konversationen, Bob Pearson, beispielsweise hält horrende Beträge für ausgeschlossen:

If it becomes complicated and costly, our instinct would be to move elsewhere.

Twitter muss sich ein Umsatz-Modell überlegen und diese Strategie würde durchaus Sinn machen. Ob dies den Social Media Experten ankommen, hängt vom Angebot ab und dem Mehrwert, dem sie Twitter für ihre Marke oder ihr Unternehmen beimessen.

Wie aber definiert Twitter dann ein Corporate Account? Wie sollen diese bei gut sechs Millionen Nutzern weltweit identifiziert und geprüft werden? Scott Monty bloggt als Head of Social Media bei Ford, tritt aber als Person auf und nicht als Marke.

Evolution 2.0: Business-Leute werden zu Geschichtenerzählern

Veröffentlicht am 09. Februar 2009 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Firmen haben erkannt, wie sie Social Networks, Wikis und Blogs für sich nutzen können und auch müssen. Ob zum Wissensmanagement auf Firmenebene, zur Projektkoordinierung oder zur internen und externen Kommunikation: Enterprise 2.0 Tools ermöglichen es den Unternehmen, mit ihren Zielgruppen in Dialog zu treten.

Steve Mann, Social Media Strategist bei SAP, der auch auf der next09 sprechen wird, fasst treffend zusammen:

Enterprise 2.0 is spurring the evolution of us business professionals. Its enabling employees, no matter their role in an organization to engage directly on behalf of their brand – to advocate for their brand, products and services.  We all know the market talks about our brands – with or without us being present.  By integrating conversations with business processes, brands can not only tell their story with convication and passion but they can act on those conversations.

Und er findet eine schöne Illustration hierfür:

Evolution

Affinitycircles

Kunden berichten dem Unternehmen oder anderen Kunden von ihrem Markenerlebnis, z.B. mit einem Produkt selbst oder dem Service. Und, wenn Sie an dieser Konversation Mehrwert finden, sind sie zufrieden mit der Marke – eine Markenaffinität stellt sich ein. Dies hat dann laut Mann direkte Auswirkungen auf den Kaufzyklus. Damit wird der Firmenumsatz von allen Seiten beeinflusst.

Der Vorschlag des Social Media Strategen ist es, Leute in einem nicht linearen Prozess in den Dialog einzubinden. Sie werden innerhalb einer Unterhaltung kleine Informationshäppchen herauspicken und sie an andere Gruppierungen oder Individuen weitertragen. In seinem Blogbeitrag beschreibt er ein Beispiel der Integrierung eines solchen Prozesses für die SAP Business Suite, bei der Kunden-Tweets automatisch eingespeist und geprüft werden.

Die Studie Social Media in the Inc. 500 bestätigt: Unternehmen sehen Web 2.0-Anwendungen als wichtigen Bestandteil ihrer Marketing- und Businessstrategie. Von den befragten 500 “Elitefirmen” gaben im Jahr 2008 44 Prozent an, dass Sie die Technologien für sehr wichtig erachten. Im Vorjahr waren es nur 26 Prozent. 77 Prozent der repräsentativen 500 US-Unternehmen berichten in der Untersuchung, dass sie einen Teil der sozialen Medien einsetzen. Mehr dazu gibt es im PDF zur Studie.

Ich google – also bin ich?

Veröffentlicht am 06. Februar 2009 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Web 2.0

Der Suchmaschinengigant Google kann mehr als 90 Prozent der Marktanteile für sich behaupten, so die aktuelle ComScore Studie The comScore 2008 Digital Year in Review (s. auch Blogeitrag Die Deutschen googlen wie die Weltmeister). Insgesamt ist die Suchaktivität in den USA im Jahr 2008 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Laut Studie kommen die Amerikaner auf 157 Billionen Suchanfragen.

Wie die Grafik zeigt, hat nur Google es geschafft, seine Besucherzahlen kontiniuierlich zu steigern. Ganz klar hat Google das Suchmaschinengeschäft in der Hand. Es ist das reichweitenstärkste Suchportal und damit eine Goldgrube für Werbung jeglicher Art.

Analysten von Forrester Research zufolge könnte es sich trotzdem bald ausgegoogelt haben. Sie wollen herausgefunden haben, dass alternative Suchen wie AltaVista, Yahoo oder Lycos gute Chancen haben. In ihrer neuesten Studie belegen sie, dass die Markentreue von Suchmaschinennutzern sehr gering ist. Außerdem ist es für den User einfach, zu einer anderen Suche zu wechseln. Das macht den Suchmaschinenmarkt zu einem offenen Spielfeld – für alle Player.

An der Umfrage beteiligten sich über 4.800 erwachsene US-Bürger: sie berichteten von ihrem Suchverhalten und wurden nicht getrackt. Demnach hat Google im Gegensatz zu den comScore-Ergebnissen aber nur einen Anteil von 59 Prozent. Nur 20 Prozent der Studienteilnehmer verlassen sich auf Google allein und benutzen lieber mehrere Suchen. Acht Prozent gaben an, ausschließlich Yahoo zu benutzen. Für AOL blieben drei Prozent exklusive Nutzer und für MSN gerade mal eines übrig.

Trotzdem, so fasst die Adweek zusammen, gibt es Hoffnung für die Hauptkonkurrenten Microsoft und Yahoo, die sich gegen Google aufrüsten. Gerade Yahoo habe deutliche Vorteile: im Gegenteil zu Google nutzen bis zu 30 Prozent die Suchseite als ihre Startseite. Blöd nur, dass gerade mal die Hälfte davon die Yahoo-Suche auch nutzen.

Potenzial gibt es für Yahoo und Co. laut Forrester-Untersuchung vor allem darin, eine andere Art der Suchfunktion zur Verfügung zu stellen. Die Befragten gaben an, dass sie zwar bei Google gut zu einem bestimmten Thema informiert werden. Microsoft und Yahoo liefern dagegen bessere Nachrichten und Inhalte zu Finanz- und Medienthemen.

Selbst wenn Google in diesem Jahr ein kleines Stück vom großen Kuchen abgeben muss – der Konzern hat eigentlich genug Standbeine. Spätestens die Google-Panne am letzten Samstag, als die Suche für eine halbe Stunde lang komplett lahm lag, hat die Macht von Google einmal mehr unter Beweis gestellt. “Die Zeit” empfiehlt die Meta-Suche MetaGer – vielleicht ist es gar keine so schlechte Idee, “googleunabhängiger” zu recherchieren?