Freitag, 30. Juli 2010
  • The Next Big Thing

    Die Revolution der Märkte heißt: Zuhören. Die Macher von MAVENS Empfehlungsmarketing, Mark Pohlmann und Anna Friedrich, berichten an dieser Stelle über Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, bevor sie selbst reden.
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StudiVZ: Männer und Frauen finden nicht zueinander

Männer und Frauen passen nicht zueinander. Das wusste nicht nur Loriot, sondern jetzt auch die Hochschule Potsdam, die dafür aber eine ganze Studie brauchte, um dies herauszufinden. Das Objekt der Untersuchung war StudiVZ.

“Jungen wollen Dates, Frauen wollen quatschen”. Und zwar je jünger und weiblicher, umso intensiver. Im Ergebnis benutzen zwar beide Geschlechter ein und dasselbe Netzwerk, aber mit unterschiedlichen Interessen und damit wohl aneinander vorbei.

Im Mittelpunkt der Nutzung stehen bei allen zwei elementare Mehrwerte: Kommunikation und Vernetzung. Nur leider sind diese Motivationen ungleich verteilt. Männer gehen offenbar viel zielorientierter an die digitalen Werkzeuge heran: Sie wollen ihr Netzwerk vergrößern. Sie schauen sich viele fremde Profile an und gründen Interessensgruppen. Frauen hingegen bleiben eher im vertrauten Freundeskreis und pflegen diesen.

Interessant ist noch, dass zwar insgesamt viel über sich mitgeteilt wird, aber wenig personenbezogene Daten veröffentlicht werden: Kaum jemand gibt Adresse oder Telefonnummer an. Frauen sind signifikant ehrlicher bei der Angabe personenbezogener Daten als Männer. An den Umfrageergebnissen lässt sich laut den Autoren beweisen, dass StudiVZ nicht zur verfälschten Eigendarstellung genutzt wird. Naja.

Mein Eindruck ist bei einer kurzen Betrachtung der Erhebung ist, dass sie beweist, dass Social Networks auch nicht anders funktionieren als der Offline-Campus. Frauen suchen in öffentlichen seltener Kontakte suchen als Männer – das habe ich auch unabhängig vom Internet irgendwie schonmal gehört. Dass Männer ihr Online-Netzwerk aktiver erweitern, könnte allerdings einen weitaus trivialeren Grund haben: Im Internet ist die Anzahl der Freunde reputationsbildend. 100 Freunde sind besser als 10. Die Lust am Vernetzen ist auch eine Lust an der hohen Zahl, die für Beliebtheit und Präsenz steht. Dass dahinter nicht ansatzweise auch bestehende, vielleicht sogar lebendige Beziehungen stecken, wird weder von den Netzwerkern noch von der Studie hinterfragt.

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4 Reaktionen zu “StudiVZ: Männer und Frauen finden nicht zueinander”

  1. Lesenswert: Facebook, studiVZ, Bild.de, Lokalisten :: deutsche-startups.de
    Am 18. Februar 2009 um 18:46 Uhr

    [...] StudiVZ: Männer und Frauen finden nicht zueinander Männer und Frauen passen nicht zueinander. Das wusste nicht nur Loriot, sondern jetzt auch die Hochschule Potsdam, die dafür aber eine ganze Studie brauchte, um dies herauszufinden. Das Objekt der Untersuchung war StudiVZ. “Jungen wollen Dates, Frauen wollen quatschen”. Und zwar je jünger und weiblicher, umso intensiver. Im Ergebnis benutzen zwar beide Geschlechter ein und dasselbe Netzwerk, aber mit unterschiedlichen Interessen und damit wohl aneinander vorbei. Themenblog [...]

  2. jobmixer.com
    Am 19. Februar 2009 um 09:00 Uhr

    Interessante Betrachtung mit dem Offline-Campus-Gedanken. Sicherlich kann man da das Gleiche beobachte, jedoch glaube ich nicht, dass sich die Intention von Mann und Frau da grundlegend unterscheidet. Frau will auch kennen lernen – genauso wie Mann. Nur macht die Frau das eventuell etwas subtil, oder?

  3. Mark Pohlmann
    Am 19. Februar 2009 um 09:07 Uhr

    @jobmixer: kein Widerspruch, selbstverständlich netzweken Frauen auch. Aber was du subtiler nennst, nenne ich zielgerichteterer, das heißt: Lieber weniger, aber dafür die richtigen. Männer sind da mehr auf den “ich kenne sie alle Effekt” aus.

  4. weipah
    Am 19. Februar 2009 um 18:32 Uhr

    @jobmixer @MarkPohlmann

    Da wären wir wieder beim Satz “Kennen heißt nicht mögen”, bzw. ab wann “kennt” man jmd. eigentlich?

    Ich denke einer Studentin ist das relativ peng, wenn sie von jemandem eine “Freundschaftseinladung” bekommt, der nur einmal eine Vorlesung mit ihr besucht hat. Die Situation in der sich die beiden kennengelernt haben müsste da schon etwas gefestigter sein, damit sie jemanden hinzufügt, denk ich.

    Ein Mann hingegen würde nicht zögern zu adden. “Ja schonmal gesehn irgendwo, den kenn ich *klick*” ;)

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