Archiv für Februar 2009

Dell und Polaroid in der Share Economy

Veröffentlicht am 04. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Virales Marketing

Innerhalb weniger Minuten bin ich heute morgen auf zwei Marketing-Kampagnen gestoßen, die die Interessen der Kunden intelligent mit den eigenen verbinden. Genau so muss Empfehlungsmarketing funktionieren!

Beispiel 1 ist Dell, die ihren so genannten “Followern” des unternehmenseigenen Twitter-Accounts für 1 Tag 30 Prozent Rabatt auf einzelne Produkte im Online-Shop einräumen. Die Twitter-Seite verlinkt auf einen Coupon-Code, der im Online-Shop einlösbar ist. Solche Aktionen werden zum Schnellballprinzip, denn jeder, der auf Twitter registriert ist, kann mit einem einzigen Klick den Nachrichten-Strang von Dell abonnieren.  Die Aktion war wohl so erfolgreich, dass es jetzt in jeder Woche eine neue Aktion geben wird, berichtet Informationweek. (via Claudia Sommer). Dell selbst stellt die Aktion in seinem Blog vor.

Beispiel 2 ist Polaroid, die iPhone-Besitzer für eine Petition gegen Apple aktiveren wollen. Polaroid möchte seinen moblien Fotodrucker auch für genau dieses Handy anbieten, braucht dazu aber Zugang zur Funkschnittstelle Bluetooth des Gerätes, die Apple aber wiederum nicht für Drittanbieter freigeschalten mag. Die Weisheit der Massen – oder vielmehr ihre Vielheit – soll Apple jetzt zur Einsicht bekehren. Es ist eine recht charmante Offensive, weil Befürworter für Transparenz und Offenheit die Sympathien bekommen, ganz gleich, ob es sich um einen Fotodrucker oder einen Präsidentschaftskandidaten handelt.

To encourage Apple to become compatible with the Polaroid Pogo printer, we are asking iPhone owners to submit an enhancement request form at the following link and to express their interest for better Bluetooth transfer capabilities including OPP profile so they can print to the Polaroid Pogo printer.
http://www.apple.com/feedback/iphone.html
Thanks in advance for your help!

Medienumsätze: Pennies, keine Pfund.

Veröffentlicht am 02. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Medien 2.0

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg stellt in Davos neue Tools und Geschäftsmodelle für seine 150-Mio-Community vor: Marktforschung. Nun denn. Die Idee hatten auch andere schon vor vielen Jahren (wie Ciao und Doyoo), und es ist eine durchaus legitime, wenn auch stark verzweifelt anmutende Lösung. Denn der Nutzer ist der MaFo entweder hilflos ausgeliefert, weil er sie gar nicht mitbekommt und er sie ertragen muss, will er weiter das Netzwerk nutzen. Oder er ignoriert die Angebote zum Mitmachen tapfer und schadet damit dem Baum, auf dessen Ast er sitzt, weil der Geldfluss nicht strömen mag. Oder, noch schlimmer: Er macht mit und gehört damit zur merkwürdigsten aller Zielgruppen: Die, die bei MaFos mitmachen. Wer sich den meist vollkommen seelenlosen Fragen hingibt und sie sogar noch beantwortet, kann entweder nicht die Wahrheit sagen (diese subversive Kraft könnte man wenigstens verstehen) oder er gehört einer komplett zu vernachlässigenden Minderheit an: die, die über MaFos glauben Produkte besser machen zu können. So oder so: Online-Umfragen sind niemals repräsentativ und dienen nur einer Gewißheit: Dass es so, wie es hier steht, auf keinen Fall sein kann.

Aber das war es gar nicht, worüber ich bloggen wollte. Sondern über das Zitat hier, das im Daily Telegraph im Zusammenhang mit der Zukunft von Online-Business-Modellen steht:

“Average revenue per user for some of the largest new media sites is measured in just pennies per month, not pounds”, said Paul Lee, Deloitte director of research for technology and telecommunications.
via: Turi2

Es wird Zeit, sich klar zu machen, dass 9,5 von 10 Online-Angeboten nicht werberefinanziert werden und dementsprechend keine Perspektive besitzen. Ein Umstand, der in Deutschland momentan eisern totgeschwiegen wird.

In diesem Sinne sehr zu empfehlen ist das aktuelle Interview von Holger Schmidt von der FAZ mit Jeff Jarvis:

„Verleger müssen wie Google denken. Sie denken aber meist noch wie Yahoo, der letzte Vertreter der alten Medienunternehmen im Netz. Yahoo will die Inhalte besitzen und die Menschen dazu bewegen, auf die Yahoo-Seite zu kommen. Diesen Menschen soll dann so viel Werbung wie möglich gezeigt werden. Das ist das alte Modell. Google dagegen verteilt seine Produkte über das Internet, seine Landkarten, seine Videos und seine Werbung. Das ist das neue Modell. Ich wünschte, mehr Medien würden diesen Weg gehen. Denn Google versteht das Internet besser als jeder andere“, sagte Jarvis der F.A.Z. Das Schlüsselwort laute „Links“. „Mit diesen Empfehlungen von anderen Internetseiten werden neue Leser gewonnen, die über die Marke nicht gekommen wären. Inhalte ohne Links haben wenig Wert im Netz“, sagte Jarvis. Zum Interview.

Berlin: Diskussionsrunde zu Creative Commons

Veröffentlicht am 02. Februar 2009 von Mark Pohlmann | Trends

Ein schöner Vorgriff auf das Thema der diesjährigen next conference, “Share Ecomony”,  ist diese Veranstaltung zu Creative Commons in Berlin. Nicht nur sind dort ehemalige (Sören Stamer) und diesjährige Referenten (Robert Amlung) zu finden, sondern auch welche, um die wir uns derzeit noch intensiv bemühen (Joi Ito), und welche die schon vor langer Zeit viel zu hohe Preise für ihr Auftreten aufgerufen haben (Tim Renner).

Also, wie auch immer: Diese Diskussion könnte spannend werden, weil Creative Commons das hehre Ziel verfolgt, Kunst, Wissen und Können so nutzbar zu machen, dass alle davon profitieren – in dem der Urheber selbst bestimmt, was mit von ihm veröffentlichten Inhalten passiert. Die Runde trifft sich am 13. Februar von 16:30 – 19:00 Uhr in der Homebase Berlin die “WE-Volume 02 Launchparty”. Wenn ich es schaffe, versuche ich auch zu kommen.

Mit dabei sind:

  • Robert Amlung, Digitalbeauftragter des ZDF
  • Markus Beckedahl, Creative Commons Deutschland | newthinking communications
  • Tim Renner, motor.de
  • Soeren Stamer, CEO CoreMedia AG und Enterprise 2.0 Evangelist
  • Joi Ito, Head of Creative Commons Worldwide (via SKYPE), TBC

    Die Homebase ist in der Köthener Str.44 nahe dem Potsdamer Platz in Berlin. Der Eintritt müsste frei sein, aber man muss sich wohl anmelden, schreibt Markus Beckedahl im Originalpost auf netzpolitik.org.