Freitag, 30. Juli 2010
  • The Next Big Thing

    Die Revolution der Märkte heißt: Zuhören. Die Macher von MAVENS Empfehlungsmarketing, Mark Pohlmann und Anna Friedrich, berichten an dieser Stelle über Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, bevor sie selbst reden.
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Glaubst du dem Internet?

Twitter und andere Newsfeeds sind das Medienverständnis der Zukunft. Für die meisten Internetnutzer sind sie ein hilfreicher Filter für die Informationsmassen im Netz. Über persönliche Newsstreams erfahren sie doch noch am ehesten, was relevant ist. Aber sind die Inhalte deshalb auch richtig?

Der Amoklauf in Winnenden hat Journalisten und Lesern gezeigt, dass Twitter kein verlässliches Informationsmedium ist: Zu viel Sensationslust und zu wenig neutrale Berichterstattung, so die Kritik des Deutschen Journalisten-Verbands DJV. Meedia hat die Meinungen einiger wichtiger Journalisten eingeholt. Besonders scharf kritisiert Tagesspiegel-Kolumnist Harald Martenstein das Microblogging-Tool als journalistisches Medium im Zusammenhang mit der Bluttat letzte Woche:

Guter Journalismus braucht Zeit, Geld und Raum. Die Tendenz geht zu mehr Tempo, mehr Kürze und geringeren Etats.

Medienwissenschaftler und Präsident des Deutschen Digital-Instituts, Jo Groebel, betont, dass Soziale Plattformen zwar beliebt und wichtig sind für die Informationsrecherche. Das macht sie aber aus seiner Sicht noch lange nicht glaubwürdig – genau das zeige die Irritation durch die Falschmeldung zur Amok-Drohung:

Die Authentizität ist vermeintlich größer, doch um den Preis der Aufhebung der Distanz zwischen dem Kommunizierenden und dem Kommunizierten. Das Ego des Senders rückt in den Vordergrund, seine Gefühle, Meinungen, schlimmstenfalls finsteren Absichten. Und zwar zunächst meist ohne professionellen, und manchmal auch ohne ethischen Anspruch. Selbst die Vervielfachung einzelner Nachrichten macht den Wahrheitsgehalt nicht zwangsläufig größer. (…) Wer schnell ist, kriegt die Aufmerksamkeit, wer die Wahrheit will, braucht Zeit.

Twitter-Nachrichten schreibt man aus einem Impuls heraus. Das macht sie automatisch emotional und gleichzeitig ihren Wahrheitsgehalt fragwürdig. Journalisten aber sind zur objektiven und neutralen Berichterstattung verpflichtet. Gleichzeitig müssen sie am Puls der Zeit leben und sollen auch Micro-Nachrichten versenden können, ohne dafür Schelte zu erhalten. Ausserdem dürfen Journalisten auch eine private Meinung zu Ereignissen in der Öffentlichkeit haben.

Die berühmte und vieldiskutierte Micro-Bloggingseite soll kein “Nonplus-Ultra” bei der Informationssuche sein. Der Kreis derjenigen, denen wir dort folgen spiegelt wieder, was aktuell diskutiert wird und welche Stimmung zu brisanten Themen im “Freundeskreis” herrscht.

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4 Reaktionen zu “Glaubst du dem Internet?”

  1. eric
    Am 16. März 2009 um 22:13 Uhr

    Danke!

  2. Jürgen
    Am 17. März 2009 um 08:07 Uhr

    Zustimmung!

    Frag mich nur warum Journalisten, zur objektiven und neutralen Berichterstattung verpflichtet sind soviel Blödsinn twittern?

  3. Michael
    Am 17. März 2009 um 08:41 Uhr

    Genauso wenig wie ein Twitterer sofort ein (guter) Journalist ist, sind Journalisten von Haus aus gute Twitterer. Ich könnte mir vorstellen, dass Twitter bislang erst in wenige Redaktionsstatuten Eingang erhalten hat und der Umgang erst erlernt werden muss. Dazu kommt noch das Verschwimmen von Grenzen: Twittere ich als Journalist? Oder als Prvatperson? Da wird derzeit noch viel probiert – bei allen Nutzergruppen.

  4. Glaubst du dem Internet? | schwarzdesign blog
    Am 17. März 2009 um 15:05 Uhr

    [...] (Zum Originalbeitrag von Themenblog.) By Oliver Schwarz Posted in 1, 2, Marketing You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed. « Studie: Onlineshopping boomt trotz Krise [...]

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