Die erste nutzergenerierte Zeitung: The Printed Blog

Veröffentlicht am 17. März 2009 von Anna Friedrich

The Printed Blog, ein Start-up aus Chicago nutzt die Idee der kostenlosen Inhalte aus dem Web – allerdings mit einem ganz anderen Ansatz. Herausgeber Joshua Karp will gut funktionierende Systematiken aus dem Online-Bereich auf das Print-Modell seiner Zeitung übetragen, um eine kombinierte Strategie zu schaffen. Er bietet damit den US-Zeitungen mit weiter schrumpfenden Auflagen Paroli.

Ein Redaktionsteam von Freiwilligen wählt veröffenlichte Fotos und Blogbeiträge aus 300 Blogs aus. Das spart – mit Einwilligung der Autoren – die Kosten für professionelle Reporter. Natürlich kann man das Papier auch online als PDF herunterladen. Der kombinierte Ansatz funktoniert so:

The Printed Blog will publish blog posts alongside other Weblike content, like user-submitted photographs and readers’ comments. The paper will be printed on three or four 11-by-17-inch sheets of white paper and laid out like a blog instead of in columns.

Users will eventually be able to log on to its site, theprintedblog.com, to choose which blogs they want in their edition, and editors will decide which posts make the paper. A city the size of Chicago could have 50 separate editions tailored to individual neighborhoods.

Die Blogzeitung The Printed Blog wird aktuell zur Probe in New York, Chicago, San Francisco und Los Angeles kostenlos verteilt. Anschließend ist ein Roll-out geplant, so dass bis zu 50 Nachbarschafts-Editionen pro Stadt entstehen. Finanziert werden soll das Ganze über lokale Anzeigen.

Nach wie vor hat ein gedrucktes Blatt Papier eine ganz andere Wertigkeit als ein Text auf dem Bildschirm. Für die meisten Blogger bedeutet die Veröffentlichung im Printed Blog Ruhm und Anerkennung. Insofern profitieren alle von den gedruckten Blogbeiträgen. Klar können Blogger keinen Journalisten ersetzen, dennoch können sich die “Guten” in The Printed Blog von der Masse abheben.

Auch der berühmte Verleger Alfred Neven DuMont glaubt an die Zukunft des Print. Allerdings ist er der Meinung, dass sich die (konservative) Zeitung zukünftig eher an eine elitäre Gesellschaft richten wird:

Wir müssen besser werden, teurer werden. (…) Die Informationsgesellschaft im Gegensatz zur Konsumgesellschaft. Das Wort Elite darf ja in Deutschland nicht ausgesprochen werden. Nur hinter verschlossenen Türen, sonst macht man sich verdächtig.

7 Antworten zu “Die erste nutzergenerierte Zeitung: The Printed Blog”

  1. FFD

    Da muß man nicht unbedingt so weit schauen, einen verwandten Ansatz gibt es hierzulande mit Myheimat: http://blog.myheimat.de. Mutiger Name ;-)
    Ist glaube ich eine Madsack-Medialab-Beteiligung.

  2. Millus

    Print wird schon überleben, aber wahrscheinlich in veränderter Form.

    Diese Blogzeitung ist interessant, aber ist mir so steril stylish. Das Blogger Feeling fehlt.

  3. Anna Friedrich

    @FFD Danke, Myheimat kannte ich noch nicht!

  4. Social Media im Mittelstand: Es funktioniert! | Medienblog München

    [...] wie diese Corporate-Social-Media-Aktivitäten zu seinem Vorteil nutzen kann. Außerdem bin ich im Themenblog auf das Startup The Printed Blog gestoßen, das besonders gute Artikel aus verschiedenen Blogs [...]

  5. ||| Handelskraft ||| Der E-Commerce und Web 2.0 Blog - Robert Basic: Buzzriders

    [...] sowieso nicht. Das wesentlich Web-2.0-affinere Amerika versucht sich zurzeit an dem Projekt “Printed Blog” und auch das “SmashingMagazine” sollte ein Begriff sein. In Deutschland sind mir [...]

  6. Andreas Schröder

    Das JPG Magazin verfolgt bereits seit einem Jahr einen sehr ählichen Ansatz. http://www.jpgmag.com

  7. online stock trading guru

    what a great site and informative posts, I will add a backlink and bookmark your site. Keep up the good work!

    I’m Out! :)

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