Archiv für April 2009

Nur noch fünf Tage bis zur next09!

Veröffentlicht am 30. April 2009 von Anna Friedrich | The Work, Themenmanagement

Wir sind in den letzten Zügen der “heißen” Vorbereitungsphase. Am Dienstag startet die next09, erstmals als zweitägige Konferenz, am Kampnagel in Hamburg. Soviel steht fest: es werden zwei geniale Tage. Highlights gibt es unter den 130 namhaften Sprechern und Moderatoren jede Menge, darunter auch Keynotes von Jeff Jarvis, Umair Haque, Andrew Keen und Brian Solis und – last but not least – Itay Talgam und Repräsentanten von Nokia, Google und Amazon. Kurz und gut: Die bisher schon gut 1.200 Teilnehmer erwartet ein aufregendes Programm.

Das Thema der next09 ist Share Economy. Gerade jetzt in Zeiten der Krise ist Teilen ökonomische Intelligenz: Je besser wir andere an unserem Erfolg beteiligen, umso stärker profitieren wir selbst. Was motiviert uns zum Teilen? Wie wird daraus ein unternehmerischer Wert? Auf der next werden Sie sie kennenlernen: Strategien, Unternehmen und Produkte, mit denen Teilen zum Gewinn wird.

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Pandemisches Treiben auf Twitter

Veröffentlicht am 27. April 2009 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Virales Marketing, Web 2.0

Vor einer möglichen Pandemie des Schweine-Virus haben fürchtet sich jeder – mit der Angst scheinen gerade die Zwitscherer besonders infiziert zu sein. Seitdem die Nachricht zirkuliert, dass die Schweinegrippe in Mexiko ausgebrochen ist, machen sich viele auf Twitter verückt und “pushen” damit die Panik. Die aktuelle Verrücktmacherei kann über die Twitter-Suche swine flu, swineflu, Schwein und Schweinegrippe mitverfolgt werden. Es gibt sogar einen Twitter-Account eigens für das Virus @H1N1Virus. Neue Nachrichten treffen hier im Sekundentakt ein. Hier ein zwei deutsche Beispiele:

1600! Schweinegrippe-Verdachtsfälle alleine in Mexiko,öffentliches Leben lahm gelegt,mehr als 100 Tote..langsam werd ich nervös..#Epidemie ?

Schweinegrippe: Tödliche Virusproben verschwunden http://www.mmnews.de/index.php/200904272829/MM-News/Todliche-Virusproben-verschwunden.html

In der Tat stellen die 140-Zeichen-Botschaften zu diesem Thema den Enthusiasmus über Twitter in Frage. Die “Weisheit der Vielen” hat sich hier irgendwie in eine reine Panikmacherei von Millionen von Menschen umgekehrt. Und Twitter spielt bei der Verbereitung des Angstvirus eine zentrale Rolle. Das Gros der Tweets spiegelt reine Spekulationen, Missinformationen und Panikmacherei wieder – zusammenhagslose Aussagen, für die keinerlei Beweise bestehen.

Die 140-Zeichenwelt wird zur schlechten Flüsterpost bis es dann am Ende des Tages heißt: “Schweinevirus überall – wir müssen alle sterben!”? Twitter ist hier also alles andere als eine zuverlässige Informationsquelle. Evgeny Morozov spricht in diesem Zusammenhang von der Macht Twitters, fehlzuinformieren und erklärt:

In moments like this, one is tempted to lament the death of broadcasting, for it seems that the information from expert sourcesgovernment, doctors, and the likeshould probably be prioritized over everything else and have a higher chance of being seen that the information from the rest of one‘s Twitter-feed, full of speculation, misinformation, and gossip.

Morozov hat recht: Jetzt, wo sich die ganze Bevölkerung verrückt macht, ist es doch die Rolle von Regierungen, Ärzten und sonstigen staatlichen Institutionen, mit korrekten Informationen der Angstmache entgegen zu wirken. Sie müssen doch auf Twitter präsenter sein als die unwissenden “kleinen Leute”, die falsche Informationshäppchen aufschnappen und weiterverwerten.

Einige wenige Vertreter, wie das auf Krankheitsnotfälle spezialisierte Centers for Disease Control and Prevention CDC Emergency aus dem US-amerikanischen Atlanta twittern. Wo aber ist die WHO oder die amerikanische Regierung? Jedenfalls nicht auf Twitter. Es gibt natürlich auch zuverlässige Quellen im Netz abseits vom Microblogging-Tool, wie sie TechCrunch sehr schön zusammenfasst.

Morozov glaubt, dass internetaffine Cyberterroisten Twitter bald zur Panikmache für ihre Zwecke nutzen könnten. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sie uns über die nächste Epidemie verrückt machen und die Öffentlichkeit in Angst und Schrecken versetzen werden. Das könne sogar die gesamte Wirtschaft lahm legen. Ein Cyberkrieg sei, so Morozov, häufig sogar noch wirksamer und fataler als Attacken in der “realen” Welt.

Gut, dass es auch Menschen gibt, die den ganzen Aufruhr um die Schweinegrippe mit Humor nehmen, z.B. Twitterer Heck2009 und Karikaturist Randall Munroe:

Swine Flu

Soziale Netzwerke: Boom in Rezessionsphasen

Veröffentlicht am 08. April 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 1.0, Web 2.0

Anstatt eines einseitigen Kommunikationskanals nach dem Motto “Ich lasse mich unterhalten” zieht es die heutige Nutzer-Generation vor, im Netz Socializing zu betreiben: mit Freunden chatten und Informationen teilen – auf allen Kanälen. US-Internetnutzer verbringen mehr Zeit online beim kommunizieren als bei der Suche nach Unterhaltung, so die aktuelle Studie von Netpop Research.

Den Ergebnissen zufolge stieg die Anzahl der Nutzer, die sich in sozialen Netzwerken aufhalten seit 2006 um 18 Prozent. Das heißt: Social Media verändert das Verhalten der Konsumenten. Die Onliner verbringen etwa ein Drittel ihrer Zeit damit, zu kommunizieren. Viel weniger wert als noch 2006 (minus 30 Prozent) legen sie auf reine Unterhaltung. Mehr als drei Viertel der amerikanischen Internetnutzer (76 Prozent) und 105 Millionen partizipieren demnach aktiv über soziale Medien im Web. 29 Prozent davon sind regelmäßige, aktive Social Networker – das sind 93 Prozent mehr als noch im Jahr 2006.

Die Erkenntnis, dass sich das Web 1.0 zum Web 2.0 gewandelt hat, ist nicht neu. Unternehmen sollten sich aber einmal mehr klar machen, dass sie online Raum für das Feedback ihrer Kunden schaffen müssen. Tun sie das nicht, dann unterhalten sich die Konsumenten auf anderem Wege. Das erschwert es, auf ihre Wünsche einzugehen und mit ihnen direkt zu kommunizieren.

Denn die Social Networker, dies bestätigt die Untersuchung, shoppen auch am ehesten online und sind somit potentielle Käufer, die über Social Media erreicht werden können. Sie geben durchschnittlich im Monat 101 Dollar für Produkte im Netz aus während diejenigen Internetnutzer, die nicht zu sozialen Netzwerken beitragen (s. Grafik, 24 Prozent), es gerade mal auf 80 Dollar bringen.

Bei Kaufentscheidungen zogen die sozialen Netzwerker Suchmaschinen, Marken- oder Herstellerseiten, Verkaufs- oder Auktionswebsites hinzu. Etwa sechs Prozent informierten sich auch über soziale Netzwerke darüber, was sie kaufen wollen bzw. sollen. Vice President bei Netpop Research, Cate Riegner schätzt, dass der Trend, sich über diese sozialen Plattformen zu informieren, mit einer stärkeren Rezession zunehmen wird:

Social media will play the same role in this recession that movies played in the Depression. The growth of social networking is still accelerating and the bonds consumers are developing with friends and groups of like-minded people are just beginning to shape behaviors. Companies need to be there, talking to both their existing and potential ‘fans.’ Brands that experiment in social advertising now will be in the best position to leverage these important media channels when the economy turns the corner.

Netpop-Geschäftsführer Josh Crandall fügt hinzu, dass der Weg, Konsumenten über soziale Netzwerke anzusprechen, noch weit ist:

CMOs have been discouraged, understandably, by the poor performance of standard online ad formats in social media spaces. But current attempts at advertising in social networking environments have been limited to traditional, display advertising. Facebook’s new “engagement ad” unit is a new development, but there is a long way to go. Understanding those environments, and working on new approaches to advertising, will become increasingly important as social media consumption grows.

Postkarte an Google?

Veröffentlicht am 06. April 2009 von Anna Friedrich | Medien 1.0, Medien 2.0

Die Suchanfrage per Google ist heute mehr als selbstverständlich (s. Blogbeitrag Ich google – also bin ich?). Noch vor 15 Jahren hätten wir uns – ohne Internet – wohl eher per Post an Google wenden müssen, wie diese ironische Darstellung vom niederländischen Postkartendienst Boomerang treffend zeigt.

Marken leiden unter gekürzten Budgets

Veröffentlicht am 06. April 2009 von Anna Friedrich | Werbung

Die Konsumindustrie, so sollte man meinen, kann der Wirtschaftskrise am ehesten entkommen. Allerdings gilt dies vor allem dann, wenn Unternehmen nicht – wie in allen anderen Bereichen – am Werbebudget sparen. Zu diesen Implikationen führt die aktuelle Studie von TNS Media Intelligence für Sanford C. Bernstein. Glaubt man den Ergebnissen, so kann weniger Werbung sich durchaus negativ auf die Marktanteile auswirken.

So haben US-Marketiers im letzten Jahr das Werbebudget bei Körperpflege-, Beauty- und Haushaltsprodukten stärker (um 8,8 Prozent) gekürzt als dies im Vergleich zum Gesamtwerbemarkt der Fall war (5 Prozent). Eine Untersuchung der University of North Carolina von Marketing-Professor Jan-Benedict E.M. Steenkamp besagt, dass Firmen, deren Werbeausgaben gleich blieben oder erhöht wurden, in Rezessionsphasen zwischen 1985 und 2005 Marktanteile an Handelsmarken verloren haben.

Unternehmen und Marken, die ihr Budget an Auf- und Abschwung angepasst haben aber, mussten noch mehr Anteile an Handelsmarken abgeben: sowohl kurz- als auch langfristig gesehen. Bei Konzernen, deren Ausgaben sich nicht an der wirtschaftlichen Lage orientierten, stiegen die Aktienpreise von 1986 bis 2006 um durchschnittlich 1,3 Prozent im Jahr. Dies ergibt eine von Steenkamp durchgeführte Analyse von weltweit 26 Marketiers in diversen Branchen. Sein Fazit:

Companies and categories that are able to turn a recession into an advantage are [those] goingagainst economic trends. (…) Ultimately, it takes courage. But it pays off in share and in termsof the stock market.

Laut dem Marketingprofessor wird ungefähr die Hälfte der verlorenen Marktanteile in Rezessionsphasen nie zurückgewonnen. Deshalb, so seine These, müssen Unternehmen den Mut haben, gegen den Strom des Abschwungs zu schwimmen und weiter kräftig in Werbung zu investieren.