Soziale Netzwerke: Boom in Rezessionsphasen

Veröffentlicht am 08. April 2009 von Anna Friedrich

Anstatt eines einseitigen Kommunikationskanals nach dem Motto “Ich lasse mich unterhalten” zieht es die heutige Nutzer-Generation vor, im Netz Socializing zu betreiben: mit Freunden chatten und Informationen teilen – auf allen Kanälen. US-Internetnutzer verbringen mehr Zeit online beim kommunizieren als bei der Suche nach Unterhaltung, so die aktuelle Studie von Netpop Research.

Den Ergebnissen zufolge stieg die Anzahl der Nutzer, die sich in sozialen Netzwerken aufhalten seit 2006 um 18 Prozent. Das heißt: Social Media verändert das Verhalten der Konsumenten. Die Onliner verbringen etwa ein Drittel ihrer Zeit damit, zu kommunizieren. Viel weniger wert als noch 2006 (minus 30 Prozent) legen sie auf reine Unterhaltung. Mehr als drei Viertel der amerikanischen Internetnutzer (76 Prozent) und 105 Millionen partizipieren demnach aktiv über soziale Medien im Web. 29 Prozent davon sind regelmäßige, aktive Social Networker – das sind 93 Prozent mehr als noch im Jahr 2006.

Die Erkenntnis, dass sich das Web 1.0 zum Web 2.0 gewandelt hat, ist nicht neu. Unternehmen sollten sich aber einmal mehr klar machen, dass sie online Raum für das Feedback ihrer Kunden schaffen müssen. Tun sie das nicht, dann unterhalten sich die Konsumenten auf anderem Wege. Das erschwert es, auf ihre Wünsche einzugehen und mit ihnen direkt zu kommunizieren.

Denn die Social Networker, dies bestätigt die Untersuchung, shoppen auch am ehesten online und sind somit potentielle Käufer, die über Social Media erreicht werden können. Sie geben durchschnittlich im Monat 101 Dollar für Produkte im Netz aus während diejenigen Internetnutzer, die nicht zu sozialen Netzwerken beitragen (s. Grafik, 24 Prozent), es gerade mal auf 80 Dollar bringen.

Bei Kaufentscheidungen zogen die sozialen Netzwerker Suchmaschinen, Marken- oder Herstellerseiten, Verkaufs- oder Auktionswebsites hinzu. Etwa sechs Prozent informierten sich auch über soziale Netzwerke darüber, was sie kaufen wollen bzw. sollen. Vice President bei Netpop Research, Cate Riegner schätzt, dass der Trend, sich über diese sozialen Plattformen zu informieren, mit einer stärkeren Rezession zunehmen wird:

Social media will play the same role in this recession that movies played in the Depression. The growth of social networking is still accelerating and the bonds consumers are developing with friends and groups of like-minded people are just beginning to shape behaviors. Companies need to be there, talking to both their existing and potential ‘fans.’ Brands that experiment in social advertising now will be in the best position to leverage these important media channels when the economy turns the corner.

Netpop-Geschäftsführer Josh Crandall fügt hinzu, dass der Weg, Konsumenten über soziale Netzwerke anzusprechen, noch weit ist:

CMOs have been discouraged, understandably, by the poor performance of standard online ad formats in social media spaces. But current attempts at advertising in social networking environments have been limited to traditional, display advertising. Facebook’s new “engagement ad” unit is a new development, but there is a long way to go. Understanding those environments, and working on new approaches to advertising, will become increasingly important as social media consumption grows.

3 Antworten zu “Soziale Netzwerke: Boom in Rezessionsphasen”

  1. Soziale Netzwerke: Boom in Rezessionsphasen | schwarzdesign blog

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  2. Anne

    eine weitere durchaus spannende Studie zur Social Network Entwicklung Global und DE gibt es auch von Nielsen. Und ist hier zu finden:

    http://blog.nielsen.com/nielsenwire/nielsen-news/social-networking-new-global-footprint/

  3. Social Media: Ohne die Unternehmen wird auch geredet « Nummer 15

    [...] ebenfalls präsent sind dürfte die User dabei nicht interessieren. Wie auch beim Themenblog (Soziale Netzwerke: Boom in Rezessionsphase) zu lesen ist: Unternehmen sollten sich aber einmal mehr klar machen, dass sie online Raum für das [...]

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