Und täglich grüßt die Informationsflut
Twitter, Email, Facebook, Spiegel Online, Tagesschau, FAZ, Wirtschaftswoche und Co. Wer kennt das nicht: man will ein bestimmtes Thema bei Google recherchieren, landet aber plötzlich auf einer interessanten Internetseite, die rein gar nichts mit dem eigentlichen Vorhaben zu tun hat. Kurze Zeit später findet man sich bei Amazon oder Ebay wieder, um sich eventuell ein Buch oder einen Artikel dazu zu bestellen. Im Labyrinth des Informationswirrwars verirren wir uns nur zu gerne. Wie viel kann unser Hirn eigentlich in dieser rasant wachsenden Welt an Informationen noch aufnehmen?
Wissenschaftler glauben, dass die digitale “Flut” der 24-Stunden-Berichterstattung und des Non-Stop-Infotainments uns stark beeinflussen. Den Überblick haben wir demnach längst verloren. Die Informationsmassen versetzen uns in Stress und führen dazu, dass wir nicht mehr logisch denken oder uns nicht mehr in andere hineinversetzen können.
Untersuchungen deuten an, dass wir jetzt den historischen Punkt in der menschlichen Evolution erreicht haben: die von uns geschaffene digitale Welt fängt an, die Fähigkeit unserer Neuronen, Informationen zu überarbeiten, zu überholen.
Das Ergebnis: unsere Gehirne sind vollgemüllt mit Daten und werden gleichgültig gegenüber den Problemen und Nachrichten der Welt. Wir fliehen statt dessen in “einfache” Welten, wie dem Kontest der Germany’s Next Topmodels beispielsweise. Der Informationsüberfluss versetzt unser Hirn in eine Art Jetlag. Angstzustände und Depressionen sind die Folge, so die Forscher. Mehr dazu gibt es in diesem Times-Artikel.
Bill Farren hat diese Problematik in einem schönen Film über unsere Pseudo-Informationsgesellschaft zusammengefasst. Ein sehr treffendes Zitat daraus:
We’ve never had so much information about this planet. Yet our ability to live well on it continues to decline.
via Konsumpf












Am 15. Juni 2009 um 20:24 Uhr
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Am 16. Juni 2009 um 07:04 Uhr
Wirklich ein toller Beitrag. Dieses Phänomen hat der renommierte Medienwissenschaftler Neil Postman vor seinem Tod in seinem Buch “Wir amüsieren uns zu Tode” bereits ansatzweise skizziert.
Am 16. Juni 2009 um 07:13 Uhr
Endlich posted mal jemand zu meinem Lieblingsthema. Die Pressemitteilung von den Wissenschaftlern aus Californien hat hierzulande übrigens mit der reißerischen Headline “Twitter schadet der Moral seiner Nutzer” in den Medien Karriere gemacht. Noch zwei Links zu einem subjektiven Erfahrungsbericht zum Overload und ein kleines Startup-Konzept mit einem kollaborativen Ansatz für das Problem. Auf jeden Fall m.E. ein Thema mit wachsender Bedeutung…
Am 25. März 2010 um 19:18 Uhr
[...] auf den Punkt, wie man einen Tag nach dem verbringen kann, ohne produktiv zu sein (siehe auch: Und täglich grüßt die Informationsflut). David Hieatt bringt das auf die Formel eines umgekehrten Pareto-Prinzips. Demnach verbringen wir [...]