Wer findet, der sucht

Veröffentlicht am 25. Juni 2009 von Anna Friedrich

Mit der wachsenden Internetnutzung multiplizieren sich auch die Inhalte im Web. Ein Überfluss an Informationen bedeutet für uns: wir müssen filtern, um überhaupt etwas aufnehmen zu können von dem “Zuviel”. Das geht am Einfachsten über Google & Co.

Damit sie bei ihren Kunden ins Gespräch kommen und relevant bleiben, investieren Unternehmen seit je her in Suchmaschinenmarketing. Klickraten allein aber machen keine Marke, keine Website, keinen Blog und keine Person berühmt und bringt sie ebensowenig auf die ersten Ränge der Suchmaschinen. Marken werden genauso dezentral wie der Rest des neuen Open Social-Webs.

Wer glaubt, sein Geld sei gut in SEO (Search Engine Optimization) investiert, schafft selten den gewünschten Erfolg. Steve Rubel ist überzeugt, dass man sich die Sichtbarkeit im Netz verdienen muss. Der Konsument von heute verlässt sich bevorzugt auf Referenzen – Empfehlungen von anderen. So nannten bei einer Befragung der Duke University Fuqua School of Business in Zusammenarbeit mit der American Marketing Association (AMA) insgesamt 65 Prozent “Vertrauen” als einen der drei wichtigsten Faktoren für den Kauf von Produkten.

Für die Veränderung der Suchmaschinen-Landschaft nennt Rubel deshalb technologische und soziologische Gründe: Websites, Blogs und Social Networks mit einer hohen Reputation werden von den Suchalgorithmen besser gefunden. Der eigentliche Wandel kommt jedoch von den Internetnutzern selbst: wir werden schlauer bei der Suche nach Inhalten.

So bezieht sich Rubel auf eine Studie von Hitwise, nach der die Suchanfragen mit acht Wörtern seit dem Jahr 2004 um 34.000 Prozent (!) angestiegen sind. Und, besonders Internetaffine benutzen Live-Suchen wie Twitter Search. Laut Compete.com zählte die Twitter-Suche allein 2,7 Millionen Besucher (unique visitors) im April 2009.

Ganz klar: die Sichtbarkeit online ist höchstens die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die eigene Reputation. Und die kann nicht gekauft, sondern nur nach und nach erarbeitet werden. Zusätzlich zum SEO braucht es für Rubel zwei weitere Disziplinen zur Sichtbarkeit:

The first is reputational search. The premise and promise here is that any company, nongovernmental organization or brand can apply a search mindset to tried-and-true PR tactics and, in the process, influence the results around certain keywords.

The second is social search. As more searches take place inside social networks such as Facebook and Twitter, brands that are early adopters in building out “embassies” will be more visible.

“Markenführung in Zeiten des Social Web heißt, Zufriedenheit sichtbar machen.” Das heißt, gefunden wird die Marke nicht mehr über ihre eigenen Websiten, sondern über Gespräche in Foren, Communities und Fachblogs. Der Ruf einer Marke entsteht dort, wo wir keinen direkten Einfluss haben. Ein Konsument wird nicht zum Fan, weil die Produkte bei Google auf Rang 1 gelistet werden, sondern weil ihre Freunde sie ihnen empfehlen. Das müssen SEO-ler begreifen, um zu überleben, bestätigt auch Rubel.

2 Antworten zu “Wer findet, der sucht”

  1. links for 2009-06-27 – Hartmut Ulrich - Randbetrachtungen

    [...] Themenblog » Blog Archiv » Wer findet, der sucht Markenführung in Zeiten des Social Web heißt Zufriedenheit sichtbar machen. (tags: socialmedia Strategie Brand) [...]

  2. Simone

    Danke für den Kommentar hier: http://www.projektwerk.de/blog/markt/die-zukunft-der-seo-liegt-in-der-online-pr.html

    Auch Ihr Artikel ist sehr gut! Ich werde hier wohl mal öfter reinschauen!

    Beste Grüsse
    Simone

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