Die Entmythisierung von Social Media
Es ist ein Irrglaube, den viele Marketing Manager haben: Social Media kostet nichts und bringt viel. Sie verwechseln die Anwendungen mit Direkt-Marketing-Aktivitäten und erwarten, völlig neue Zielgruppen aus dem Nichts erschließen zu können.
Dass sich aus der reinen Präsenz ihrer Marke ein positiver Effekt für ihre Marke ergibt – und das völlig ohne eigene Bemühungen – ist ein Mythos. Nicht umsonst haben diese Medien das Adjektiv “sozial”. Wichtig ist, dass Unternehmen in Social Media tatsächlich zu einem wertvollen Dialog mit ihren Zielgruppen und Kunden beitragen. Der Social Business Design Experte David Armano betont:
Die Kosten für eine wirksame Social Media Strategie werden da meist unterschätzt. Unternehmensaccount, wie z.B. eine Facebook-Fanpage oder ein Twitter-Account, “nährt” sich nicht von alleine. Es braucht Fans, Enthusiasten, die mitmachen. Wer bei Twitter beispielsweise nur Werbebotschaften und Newsletter-Inhalte abfeuert, hat in der Community bereits verloren. Ein ausgeprägterer Dialog-Charakter ist wichtig auf allen Kanälen des Social Webs.
Lufthansa beispielsweise wollte auch in der 140-Zeichen-Welt aktiv sein. Leider finden auffällig wenige Konversationen mit Nutzern statt, was der Marke mehr schaden als nutzen könnte. Überraschenderweise führt die Fluggesellschaft mit über 3.500 Followern die Top 100 der twitternden deutschen Unternehmen an! Das Twitter-Account von Leica dagegen beschäftigt sich auch tatsächlich inhaltlich mit Themen im Netz, die mit dem Produkt zu tun haben. myON-ID, die Plattform für Eigenmarketing und einem Mavens-Kunde, kommuniziert mit der Twitter-Gemeinde.
David Armano glaubt daran, dass es Regeln gibt für einen gekonnten Auftritt in den sozialen Medien. Zwar gibt es kein Patentrezept, doch jede Social Media Aktivität verläuft nach seiner Idee in drei Stufen abläuft:
1. “Seeding”: Die Basis für ein gut funktionierendes soziales System sind die richtigen Menschen, die Zielgruppe des Unternehmens. Aus ihnen entsteht, so Armano, ein “gesundes Ökosystem”. Wir nennen sie Mavens – Enthusiastien, die so begeistert bei der Sache sind, dass sie leicht aktiviert werden können und andere zum Nachahmen animieren.
2. “Feeding”: Alle Tools, von Communities, über Wikis hin zu Fanpages, brauchen gute und kontinuierliche Inhalte. Optimalerweise ist ein Teil davon automatisiert und ein anderer stammt von den Nutzern selbst. Armano betont, dass ein Feedback-Bereich hier sehr wichtig ist.
3. “Weeding”: Nachdem die Samen für die erste Generation der Nutzer gestreut sind, die Frage nach den Inhalten geklärt, gilt es nun, “Unkraut” zu jäten. Armano’s Vergleich von Social Media mit einem Garten passt ganz gut: Inhalte, die der Produktivität schaden, müssen aussortiert werden. Und da funktionieren automatische Prozesse nunmal nur bedingt.
Damit der Ablauf der Stufen reibungslos ist, braucht es ausreichend Community-Mitarbeiter. Nimmt das Unternehmen zu wenig teil und geht kaum auf seine seine Fans ein, dann hat die vermeintlich soziale Präsenz wenig Sinn und Wirksamkeit. So relativiert Armano den Mythos, dass soziale Medien schnell, billig und leicht sind. Eine gelungene Umsetzung von Web 2.0-Aktivitäten erfordert ein umfangreiches Budget, Durchsetzungsvermögen und vor allem: das Know-how der Macher selbst!
Tags: Social Media, Twitter, Unternehmen













Am 7. Juli 2009 um 06:03 Uhr
[...] Themenblog Die Entmythisierung von Social Media Themenblog.de [...]
Am 7. Juli 2009 um 06:38 Uhr
[...] 7. Juli 2009 von bayernonline Web 2.0-Aktivitäten erfordert ein umfangreiches Budget, Durchsetzungsvermögen und vor allem: das Know-how der Macher selbst http://tr.im/rbE7 [...]
Am 7. Juli 2009 um 07:05 Uhr
[...] Wirksamkeit von Social Media Kampagnen By modul4 http://themenblog.de/?p=1063 [...]
Am 7. Juli 2009 um 08:25 Uhr
Ich frage mich, wie kann es Menschen geben – die ohne dass es ihr spezieller Job ist – den ganzen Tag Zeit haben zu twittern. Wer mal ernsthaft versucht, sich der Social Media Welle zu stellen, wird schnell merken, dass er damit den kompletten Tag ausfüllt. Ergo wird sich der rein kommerzielle Nutzen in der Social Szene weiter ausbreiten – aber ist das der Sinn der Szene?
Am 7. Juli 2009 um 08:37 Uhr
@chris: ich neige dazu, dir recht zu geben, erst recht, wenn ich mir so meinen eigenen twitter-feed anschaue. da wird wirklich zu oft sinnlos publiziert. das ist das gute recht eines jeden nutzers, ich muss ja nichts davon lesen. ein staunen darüber, was da alles geschrieben wird, bleibt. gleichzeitig probieren wir alle erst einmal aus, wofür man diese tollen neuen werkzeuge überhaupt sinnhaft nutzen kann. ich nutze beispielsweise die linktipps auf twitter exzessiv. viel stärker als bei deliciuos. prinzipiell glaube ich, dass der nutzwert mit der gewöhnung steigen wird. hoffentlich
Am 7. Juli 2009 um 08:37 Uhr
[...] aus einem Kommentar im Themenblog Tags » Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Thema: Netz [...]
Am 7. Juli 2009 um 09:01 Uhr
[...] Themenblog » Blog Archiv » Die Entmythisierung von Social Media – Being social means having real live people who actively participate in your initiatives. It’s difficult to automate and a challenge to scale, but it can also help move your business forward in ways that produce leveraged outcomes such as new/better products or services. [...]
Am 7. Juli 2009 um 12:48 Uhr
Genauso ist es! Und das pic zum Beitrag ist ja auch sehr köstlich…
Viele Firmen haben noch nicht verstanden, dass man kommunizieren muss, ständig neue Inhalte bieten sollte, eben – wie du schreibst – in Dialog treten muss. Ansonsten richtet eine Social Media Präsenz mehr Schaden als Gutes an. Aber das ist ein Lernprozess….
Am 7. Juli 2009 um 13:45 Uhr
[...] (Zum Originalbeitrag von Themenblog.) By Oliver Schwarz Posted in Marketing, Technologie, Web/Design You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed No Comments You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed. « Social-Media-Marketing für TASCHEN [...]
Am 7. Juli 2009 um 14:49 Uhr
Ich habe gerade den Blogbeitrag von Soren Gordhammer gelesen: If the Buddha Used Twitter… . Ein in der Tat treffendes Zitat vom Buddha, das perfekt zur sinnlosen Twitterei passt:
Am 7. Juli 2009 um 15:09 Uhr
[...] Themenblog » Blog Archiv » Die Entmythisierung von Social Media Seeding – Feeding – Weeding – das Themeblog widmet sich häufigen Missverständnissen voon Social Media im Zusammenhang mit Markenkommunikation. (tags: Marketing socialmedia) [...]
Am 8. Juli 2009 um 07:10 Uhr
Es wird halt mal wieder Zeit, dass die Marketingabteilungen sich Gedanken machen und Geld in die Hand nehmen …
…anstatt Klicks zu zählen.
Am 10. Juli 2009 um 14:50 Uhr
[...] in dieser Ausdehnung zurecht finden. In einem sehr lesenswerten Artikel auf dem Themenblog („Die Entmythisierung von Social Media“), wird dieser Problematik auf den Zahn [...]
Am 20. Juli 2009 um 08:26 Uhr
[...] in dieser Ausdehnung zurecht finden. In einem sehr lesenswerten Artikel auf dem Themenblog („Die Entmythisierung von Social Media“), wird dieser Problematik auf den Zahn [...]