Archiv für Oktober 2009

Wissensdurst im Netz befriedigen

Veröffentlicht am 22. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Medien 1.0, Medien 2.0, Web 2.0

Ich klappe mein Notebook auf und lese als erstes Emails. Während die runterladen, schaue ich auch schon bei Facebook, was sich da über Nacht getan hat: Wer hat eine Freundschaftsanfrage gestellt, wer hat mir eine Seite vorgeschlagen oder mir eine Kurznachricht geschickt? Während ich meinen Kaffee trinke gucke ich in meinem RSS Reader, was die anderen Seiten – Blogs oder Nachrichtenangebote geschrieben haben und verschaffe mir so einen ersten Überblick (…). Erst dann gehe ich zum Briefkasten und hole die Zeitung.

So wie Daniel Fiene, Jahrgang 1982, seinen Tag beginnt, ergeht es mehr und mehr Menschen, vor allem den Digital Natives (Generation ab 1980). Das Internet strukturiert unser Leben und mehr noch: es ist auf dem sicheren Weg, für uns die Informationsquelle Nr. 1. Bereits 56 Prozent aller 20- bis 39 jährigen mit höherem Bildungsstand verlassen sich auf das Internet, um auf dem laufenden zu bleiben. Dies ergibt die neue Allensbacher Technik- und Computer-Analyse (ACTA 2009).

Ein anderes Licht auf das Internet wirft die Nutzung des Internets insgesamt als Informationsmedium: Die Befragung der 14- bis 64-Jährigen ergibt, dass das Internet immer noch eine untergeordnete Rolle spielt. Klassische Medien, wie Fernsehen, Zeitung und Radio sind noch deutlich belieber.

Die rasant ansteigende Nutzung des Internet führt zu einer unaufhaltsamen Datenmasse. Von der fühlen sich gerade ältere Surfer überfordert, die eben nicht mit diesem WWW aufgewachsen sind. Positiv ist aber insgesamt, dass verglichen auch die ältere Generation, vor allem die 50- 64-Jährigen vermehrt an den Rechner trauen und auch das Internet für sich entdecken.

Auch für Facebook liefert ACTA 2009 äußerst positive Ergebnisse. Das soziale Netzwerk konnte die Anzahl der Mitglieder innerhalb von einem Jahr vervierfachen. Und gerade hier machen sich die Silversurfer bemerkbar: 120 000 von insgesamt 4,3 Millionen Facebook-Nutzern in Deutschland sind über 50 Jahre alt.

Interessant ist auch, wie hoch frequentliert Weblogs mittlerweile sind. Laut ACTA 2009 sind 880.000 der Deutschen “regelmäßig oder häufiger” auch Blog-Autoren. 900.000 geben an “regelmäßig oder häufiger” Kommentare zu posten. Insgesamt lesen 16,9 Millionen Menschen in Deutschland nach eigenen Angaben Blogs (von “selten” bis “häufiger”).

Das bedeutet, auch Blogs werden immer stärker als Informationsquelle genutzt. Der Jack Wolfskin-Skandal hat einmal mehr gezeugt, dass Blogs flexibler sind als große Nachrichtenblätter und können daher schneller über neue Eregnisse berichten: Bereits am Samstag Nachmittag gab es auf dem bekannten Werbeblog Werbeblogger einen ersten Beitrag zu den Abmahnungen der DaWanda-Verkäuferinnen. Spiegel online dagegen konnte erst am Montag einen Artikel zum Thema online stellen.

Wie verliere ich meine Kunden – in 10 Tagen?

Veröffentlicht am 20. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Corporate Publishing, Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Web 2.0, Werbung

Eine Marke entsteht nicht über Nacht, auch wenn Werber sich das gerne wünschen. Sich auf eine langfristig etablierte Unternehmenstradition zu verlassen, reicht nicht aus, um Kunden an sich zu binden. Eine Marke ist nur so viel wert, wie die Gespräche, die über sie und mit ihr geführt werden.

tazen dawandaWie man den Ruf seiner Marke, der sich über Jahre hin entwickelt hat, mit einem Schlag erfolgreich ruiniert, machte jüngst – nach dem vieldiskutierten Jako-Skandal – Jack Wolfskin vor. Der Outdoor-Hersteller mahnte alle geschäftlichen Anbieter auf dem Marktplatz DaWanda ab, die Produkte mit Pfotenabdrücken im Sortiment hatten, die (angeblich) stark an die Jack Wolfskin Tatze erinnerten. Denn solche Produkte verletzen das Markenrecht der beliebten Tatze, so das Argument der Anwälte.

Das Problem: Jack Wolfskin ist zwar eine etablierte Marke, aber nicht mit Marken-Riesen wie Nivea, Coca-Cola, McDonalds & Co. zu messen. In einer Social Media Welt, in der Marken Konversationen sind, müssen auch Markenrechtler ein Gefühl dafür haben, welche Folgen derartige Klagen für den Ruf der Marke selbst haben können. Adage-Autor Gunnar Brune vergleicht die Markendimension von Jack Wolfskin mit David aus der Bibel:

Like Jako, Jack Wolfskin is a sympathetic David Last week they decided it would be better to act like Goliath.

Was für jeden Social Media Berater vorhersehbar war, scheint nicht in den Köpfen der Jack Wolfskin-Marketiers (und schon gar nicht in denen der schlauen Anwälte) präsent gewesen zu sein. Das Aufsehen in der “Szene” über die Abmahnungswelle, ausgelöst durch den ersten Bericht auf Werbeblogger, ist enorm. JWlogoSpoof2Der Server des bekannten Marketing-Blogs war überfordert und schnell griffen andere Autoren das Thema für Diskussionen auf. Twitter, Facebook und natürlich auch die Medien berichteten. Mittlerweile hat sich eine Gruppe auf Twitter gebildet, die aus Protest eine Tatze als Profilfoto einsetzt.

Ein Blick auf die Google Trends zeigt, wie extrem die Webwelt reagierte:

Bild 7

Brune erklärt die Wut der Konsumenten auch damit, dass gerade Digital Natives Outdoor-Klamotten tragen. Völlig unabhängig davon, ob Jack Wolfskin nun im Recht ist oder nicht hat der Hersteller mit dieser Aktion das erzielt, was jegliche Kunden-Loyalität ins Nichts auflöst: Seine Konsumenten fühlen sich verletzt und hintergangen. Bevor also rechtliche Schritte überhaupt erst in Erwägung gezogen werden müssen Marken den Dialog suchen. Sicherlich hätte Jack Wolfskin die Verkäufer einfach freundlich darauf hinweisen können, dass die Tatze ihrem Logo ähnelt und sie mit der Verwendung nicht einverstanden sind.

Der beanstandete Abmahnungs-Betrag werde, so die Rechtfertigung der offiziellen Stellungnahme des Unternehmens, lediglich zur Deckung der Anwaltskosten eingesetzt:

Wenn verhältnismäßig kleine Unternehmer abgemahnt werden, wird darauf geachtet, die Kosten möglichst gering zu halten. Normalerweise berechnen sich die Kosten eines Abmahnschreibens nach dem zugrunde liegenden Gegenstandswert, der anhand der verletzten Marke bestimmt wird. Dieser wurde in den vorliegenden Fällen so gering wie möglich angesetzt. Die sich daraus ergebenen Kosten in Höhe von € 991,00 sind für einen Kleinunternehmer noch immer verhältnismäßig hoch, jedoch ist dieser für die Entstehung der Kosten verantwortlich, da er markenverletzende Ware verkauft hat und Jack Wolfskin dadurch zur Verteidigung der Marke gezwungen war.

Leider zeigt das gestern publizierte Statement, dass Jack Wolfskin so gar nicht gelernt hat aus dem Fall! Anstatt die Aufmerksamkeit dafür zu nutzen, den “Buzz” ins Positive zu wenden, macht sich die Outdoor-Marke nur doppelt lächerlich. Übrigens, auch die Markenrechte von Puma werden hier verletzt ;) :

Bild 8

Social Media läuft und läuft und läuft

Veröffentlicht am 16. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Bloggerei, Web 2.0



via Mercedes Bunz

Facebook weiß, wie glücklich wir sind

Veröffentlicht am 14. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Bloggerei, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0, Werbung

Mit über 300 Millionen Nutzern ist Facebook das größte Netzwerk weltweit. Im September 2009 machten 8,80 Millionen Unique Visitors hierzulande Facebook zum beliebtesten sozialen Netzwerk. Diese Masse an Menschen bedeutet gleichzeitig ein Meer an Informationen, die für Recherche-Zwecke sinnvoll eingesetzt werden können.

Bild 4 So kann die Wortwahl und Tonalität eines Tweets oder Status-Updates auf Facebook Auskunft darüber geben, in welcher Stimmung sich eine Person befindet – das zumindest behaupten Experten und Psychologen. Deshalb werteten Researcher anhand von 100 US-Profilen aus, wie fröhlich sich die User zu welchem Zeitpunkt gaben. Der “Gross National Happiness Index” repräsentiert die Daten der letzten zwei Jahre. “Glück-Worte” sind da “happy,” “yay”, “awesome”, Nachrichten mit trauriger Stimmung enthalten “sad,” “doubt”, “tragic.”

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass derartige Untersuchungen durchaus die Stimmung einer Nation widerspiegeln: Am Ende der Woche sind die Menschen einfach glücklicher als Montags. Auch geben sich die Amerikaner sind besonders erfreut an Feiertagen wie dem vierten July oder Thanksgiving und eher traurig, wenn die Todesnachricht von Stars wie Michael Jackson oder Heath Ledger öffentlich wird.

Sind also Facebook-Daten verwertbar für Unternehmen und Marken, um Reaktionen zu bestimmten Ereignissen und auch der Grundeinstellung ihrer Konsumenten und Kunden zu überprüfen? Ist ein Status-Update repräsentativ? Der optimistische Adam D. I. Kramer erklärt in seinem Eintrag auf dem Facebook-Blog nicht nur, dass er zu 72 Prozent glücklicher ist, als dier Durchschnitts-User:

When people in their status updates use more positive words—or fewer negative words—then that day as a whole is counted as happier than usual.

Kramer glaubt gar, Facebook könnte der erste Schritt sein, um das Selbstwertgefühl einer gesamten Nation neu zu evaluieren:

We have tracked the economic health of the nation for a long time. The reason we track those things is that the government is full of economists, not psychologists.

Verstärkt gibt es die Diskussion, dass Länder falsche Erhebungen nutzen, um Gesetze aufzustellen. Eine deartige Kommission gründete Nicolas Sarkozy unter anderem mit Nobelpreisträger und Wirtschafts-Guru Joseph Stiglitz. Sie will bessere Modelle finden, um die wiritschaftliche Leistung und den sozialen Fortschritt zu bewerten. Das Ergebnis: auch Faktoren wie das WohlergehenBild 5 der Bürger sollten miteinbezogen werden.

Das würde für den Glücks-Index sprechen, der auf den ersten Blick sinnvoll erscheint. Tatsächlich ist es doch nicht mehr als ein Aktienindex, der genauso gut oder schlecht die Stimmung und Wirtschaftlichkeit eines Landes darstellt. Dabei zeichnet sich auf den diversen sozialen Netzwerken immer stärker eine Klassengesellschaft ab: Während auf Facebook die Besserverdienenden unterwegs sind, wird Myspace zum “Social Media Ghetto”, so die Ergebnisse einer Nielsen-Befragung unter 200.000 US-Nutzern. Allein deshalb sind wohl Status-Updates auf Facebook genauso aussagekräftig wie ein Wahlergebnis, an dem nur 20 Prozent der wohlhabenderen Bevölkerung teilnehmen würde.

Cameron Marlow, Leiter des Facebook-Research Teams, ist dennoch überzeugt davon, dass sein Social Network wertvollere Daten zu bieten hat als der Suchgigant Google. Klar – die meistgenutzte Suchmaschine liefert Informatoinen zum Suchverhalten der Menscheit und versucht, so effizient wie möglich die gewünschten Suchtreffer zu liefern. Facebook dagegen trifft Aussagen zum Umfang, zur Ausbreitung und zur Veränderung von Beziehungen und will wissen, wie Freundschaften entstehen und bestehen bleiben:

The type of things that people reveal on Facebook are the kind of things that sociologists have tried to collect through surveys for decades. Say I want to understand how the divorce rate is changing — for a social scientist to produce a report on this, it would take a team of researchers, a company to collect the data.

Unbestritten – aber Facebook spricht nun einmal nur für einen Teil der sozialen Schichten. Noch weniger repräsentativ wird Facebook, wenn man sich die Markteinteile in USA anschaut: Knapp 59% aller Seitenbesuche auf Social Networks kassiert Facebook. Immerhin 30 Prozent der Klicks kommen auf MySpace. Ausserdem sind Frauen in fast allen Netzwerken in der Überzahl (Frauen tratschen, Männer posen – auch im Web).

Selbst Psychologieprofessor James W. Pennebaker, der für die Wertung der Worte auf Facebook verantwortlich war, räumt ein:

I could imagine it would allow us to look at a group of people, get a sense of what their concerns are, how insecure they feel. It could be an advertiser’s dream. Yes, it is creepy from a government perspective, but it is even creepier from an advertising perspective.

Für Marketiers ist der Stoff auf Facebook also ebenfalls kaum verwertbar. Dabei sind Social Networks gerade für Marken besonders interessant: Freunde sind gleichzeitig diejenigen, deren Empfehlungen zu Produkten und Dienstleistungen wir vertrauen. Dafür braucht es allerdings mehr, als die Auswertung verwendeter Worte der Nutzer.

Werbung im Wandel

Veröffentlicht am 09. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Werbung

advertising 2009

via Thinkaloud

Frauen tratschen, Männer posen – auch im Web

Veröffentlicht am 07. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Bloggerei, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Die Damenwelt ist stärker in sozialen Netzwerken aktiv (s. Artikel Frauen networken mehr als Männer). Sie twittert und shoppt auch anders als ihr männlicher Gegenpart. Brian Solis, der als Social Media Guru sicherlich nicht diesem Klischee entspricht, wertete die Geschlechterverteilung in den sozialen Netzwerken via Google Ad Planner aus. Weniger überraschend sind die Ergebnisse, die das gesellschaftliche Stereotyp unterstreichen. Denn fast außnahmslos regiert das kommunikativere weibliche Geschlecht auf den Plattformen.

Spitzenreiter mit fast 70 Prozent Frauenanteil ist die im englischsprachigen Raum verbreitete Networking-Seite bebo. Bei Facebook und Twitter sind sie mit sieben Prozent mehr ebenfalls jeweils in der Überzahl. Das einzige “Netzwerk”, was mit mehr männlichen Nutzern punkten kann, ist digg. Irgendwie typisch Mann funktioniert digg ganz simpel: die Community postet Videos, Artikel, Links, über die dann abgestimmt wird. Dialog unter den Nutzern findet in diesem Netzwerk eher indirekt statt und ist Nebensache.

Gleich verteilt sind die beiden Geschlechter dagegen bei gängigen Business-Netzwerken wie LinkedIn, beim Videoportal Youtube und dem Bookmarking-Dienst Delicious. Das verstärkt deutschsprachige Netzwerk Xing soll allerdings männer-dominant sein: lediglich 35 Prozent aller User sind weiblich.

Was unterschiedliche Nutzungsweise von Mann und Frau andeutet, bestätigt die Untersuchung der Uni Potsdam vom Februar: sie wollen (auch) online einfach nicht das gleiche. Jungs suchen auf StudiVZ Dates, während Mädchen reden wollen (s. Artikel StudiVZ: Männer und Frauen finden nicht zueinander).

Heißt das umgekehrt, dass Frauen auch die besseren Multiplikatoren für Empfehlungen sind? Nein, ergibt der “Women’s Survey” von Q Interactive. Zwar sind in Amerika mehr als die Hälfte aller Frauen aktiv in sozialen Medien, aber 75 Prozent lassen sich nicht in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen. Entscheidender sind da beispielsweise Coupons und sonstige Diskount-Angebote, so die Ergebnisse der Studie. Hier spiegelt sich wohl doch der Sammel-Instinkt des Weibleins wieder. (Klassische Rollenverteilung beim E-Shopping).

Q interactive-CEO Matt Wise erklärt die Befunde so:

We found that there’s a substantial disconnect between women’s interactions online and the impact of brand perceptions there. So we’ve got women online, controlling the purchasing process and interacting in huge numbers with social networks, and yet they’re not being influenced by those networks to make purchases. We see a huge opportunity in that for marketers.

Soziale Netzwerke werden immer wertvoller, um mit KonsumentInnen in Kontakt zu treten. Um diese Diskrepanz zu brechen sollten sich Marketiers vor allem eins zur Aufgabe machen: ihre KundInnen verstehen lernen, um sie dann online “zu erobern”.

Wir brauchen einen Social Media Guru

Veröffentlicht am 06. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Jennifer Leggio stellt zu recht die Kompetenzen vieler Social Media Berater in Frage. Noch wichtiger, als das “schlaue” Gerede eines selbsternannten Gurus ist der Track Record – abgeschlossene Projekte, die beweisen, dass er Unternehmem kompetent in Sachen Social Media Präsenz unterstützen kann. Wozu braucht man einen Social Media Berater? Nur ein Grund von vielen ist, dass 92 Prozent der Inhalte im Netz von Benutzern selbst erzeugt werden. Das bedeutet zugleich, dass hier über Marken gesprochen wird – ohne dass diese direkten Einfluss auf die Konversationen hat. Dieses Video zeigt die komplette Antwort auf die Gretchenfrage:

Twitter – eine Modeerscheinung?

Veröffentlicht am 01. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

vanity fair befragung

Was im US-Wahlkampf so vorbildlich eingesetzt wurde, scheint trotzdem nicht gang und gäbe in der amerikanischen Bevölkerung. Der Vanity-Fair-Umfrage “60 Minutes” zufolge ist die nämlich überhaupt nicht überzeugt vom Microblogging-Tool.

Nur 15 Prozent der Amerikaner sehen Twitter als relevant für die Massenkommunikation, so die Ergebnisse der August-Befragung. Fast 40 Prozent der 1.097 Teilnehmer geben an, dass das Tool auch wieder verschwinden wird – hier spielen wohl Zweifel an der Nützlichkeit und Bekanntheit von Twitter eine große Rolle. Ein Drittel hat noch nicht einmal vom 140-Zeichen-Service gehört! Eine derartige Umfrage würde in Deutschlang wohl noch eindeutiger gegen Twitter ausfallen.

Twitter ist also doch (noch) kein Massenphänomen? Hat es überhaupt eine Zukunft? Vielleicht spielt die digitale Kluft eine entscheidende Rolle. Clay Shirky hat eine andere Erklärung. Social Media Tools wie Twitter müssen erlebbar und interessant gemacht werden, so der bekannte Web 2.0 Autor, damit die Angst, Dinge zu publizieren, verschwindet:

The new digital divide question is, how do we go to people who don’t sense they have permission to speak in public and offer them that permission? And then the other, as you say, is the interest. If there are people who are just uninterested in this stuff, how can you make an experience that’s still satisfying for them as, you know, traditional consumers of media, without making them feel bad for not being the people posting the Flickr pictures of potholes or, you know, adding a comment to an NPR story?