Twitter – eine Modeerscheinung?

Veröffentlicht am 01. Oktober 2009 von Anna Friedrich

vanity fair befragung

Was im US-Wahlkampf so vorbildlich eingesetzt wurde, scheint trotzdem nicht gang und gäbe in der amerikanischen Bevölkerung. Der Vanity-Fair-Umfrage “60 Minutes” zufolge ist die nämlich überhaupt nicht überzeugt vom Microblogging-Tool.

Nur 15 Prozent der Amerikaner sehen Twitter als relevant für die Massenkommunikation, so die Ergebnisse der August-Befragung. Fast 40 Prozent der 1.097 Teilnehmer geben an, dass das Tool auch wieder verschwinden wird – hier spielen wohl Zweifel an der Nützlichkeit und Bekanntheit von Twitter eine große Rolle. Ein Drittel hat noch nicht einmal vom 140-Zeichen-Service gehört! Eine derartige Umfrage würde in Deutschlang wohl noch eindeutiger gegen Twitter ausfallen.

Twitter ist also doch (noch) kein Massenphänomen? Hat es überhaupt eine Zukunft? Vielleicht spielt die digitale Kluft eine entscheidende Rolle. Clay Shirky hat eine andere Erklärung. Social Media Tools wie Twitter müssen erlebbar und interessant gemacht werden, so der bekannte Web 2.0 Autor, damit die Angst, Dinge zu publizieren, verschwindet:

The new digital divide question is, how do we go to people who don’t sense they have permission to speak in public and offer them that permission? And then the other, as you say, is the interest. If there are people who are just uninterested in this stuff, how can you make an experience that’s still satisfying for them as, you know, traditional consumers of media, without making them feel bad for not being the people posting the Flickr pictures of potholes or, you know, adding a comment to an NPR story?

3 Antworten zu “Twitter – eine Modeerscheinung?”

  1. Von Ex-Freunden, der Hölle und kritischen Twitter-Stimmen – Die Frühstückslinks - Frühstückslinks - Alles2null

    [...] Twitter – Eine Modeerscheinung? (Themenblog) Endlich mal halbwegs fundierte Zahlen über Twitter in den USA. Auch nicht der Wahnsinns-Hype wie man beim Studieren der Zahlen bemerkt. Auch hier sind die berühmten 15% derjenigen wieder zu finden, die Twitter toll finden und auf die sich die ganzen VC-Geber stützen. Mal schauen wie es weiter geht. [...]

  2. Wolfgang Lehner

    Was erwartet ihr denn? Es ist doch nicht die ganze Bevölkerung in den Medien beschäftigt bzw. sitzt den ganzen Tag vor dem PC. 15% der US-Amerikaner benutzen Twitter? Das ist ein fantastischer Wert. 45 Prozent der Deutschen haben gerade mal Zugang zu einem DSL-Anschluss. Von denen lernen mehr als die Hälfte zur Zeit, wie man bei Amazon einkauft. Wie ich bei meinen Kollegen aus dem Medienbereich mitkriege, hat mancher noch ein Problem damit, einen PayPal-Account einzurichten. Die meisten Menschen können während des Tages keine Mails abrufen, und schon garnicht Twittern. Twitter am Abend: das ist fad. Da ist ja schon alles gelaufen. Und mal ehrlich: Wieviele “Normalbürger” sind so intensiv auf der Suche nach bestimmten Informationen, dass sie sich dafür einen Twitteraccount und die Followerschaft zulegen um dann am Abend die eingegangenen Tweets zu checken? Für den Alltagsgebrauch, für Klatsch und Tratsch, ist Twitter nicht wirklich brauchbar. Aber für Schnäppchenjäger oder wer zu einem bestimmten Thema forscht, kenne ich nichts vergleichbares. Es ist wie mit E-Mail: die Hälfte der Bevölkerung hat dafür keine Verwendung und wird es nicht vermissen. Wieviele Deutsche besaßen einen Brockhaus, als der noch Standard im gebildeten Haushalt war?

  3. Tweets die Themenblog » Blog Archiv » Twitter – eine Modeerscheinung? erwähnt -- Topsy.com

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von v. Reinhardstoettner, Anna Friedrich und Anna Friedrich erwähnt. Anna Friedrich sagte: @FerdinandvR Danke für deinen Tweet! –> Vanity-Fair-Umfrage: US-Bevölkerung nicht von Microblogging-Tools überzeugt. http://is.gd/3QfR9 [...]

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