Archiv für November 2009

Social, who me?

Veröffentlicht am 04. November 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke

Social Media in einer Prezi verständlich gemacht:

Der Kampf um die digitale Aufmerksamkeit

Veröffentlicht am 03. November 2009 von Anna Friedrich | The Work, Trends, Web 2.0

Ist bloggen out? Steve Rubel, SVP, Edelman Digital, kommuniziert mehreren Monaten nicht mehr über seinen Blog Micropersuasion, sondern über den Steve Rubel Lifestream. Der “Attention Crash” zwingt uns dazu, Nachrichten kurz und prägnant zu formulieren, so dass sie leicht auffindbar sind und nicht untergehen. Mit Posterous war es nie einfacher, Nachrichten an einem zentralen Ort zu veröffenlichen, so Rubel in einem Interview auf der Blogging World Expo vor zwei Wochen. Für Marken heißt das:

They have to be in the places where their stakeholders spend the time and to be there in a relevant way. And second they have to think  adopting different messages to each place.  you do one kind of story one kind of messaging, say youtube which is the longer form video; but do something in an even shorter form, more customer service driven in Twitter. So have to really adopt it and you finally have to be discoverable: you have to make sur ethat everything you create and generate is discoverable for your search. And that people that build the biggest footprints online will do well for your search.

Dass er weiß, wo die Zukunft für Marken ist, hat Rubel bei seinem fesselnden Vortrag auf der next09 in Hamburg bewiesen. Menschen und Marken müssen sicher gehen, dass sie “digitally discoverable” sind, denn die Zeiten des Push-Marketings sind vorbei. Es geht um die Macht des “Pull”: Marken müssen sich engagieren, um Meinungsführer zu aktivieren, die ihre Botschaft weitertragen:

Online-Sein oder nicht Online-Sein, das ist nicht die Frage

Veröffentlicht am 02. November 2009 von Anna Friedrich | Bloggerei, Journalisten, Medien 2.0, Personen-PR, Web 2.0

Darauf hat die Welt gewartet: Ab sofort kann ich mit dem MySkyStatus meinen Twitter- und Facebook-Kontakten mitteilen, wann ich wo mit welchem Lufthansa-Flug über den Wolken bin. Die Web 2.0-Generation lebt und liebt ihre digitale Identität – manchmal mehr als alles andere. Doch gleichzeitig gibt sie mit jedem weiteren Foto, Kommentar oder Status ein Stück ihrer Privatsphäre auf und macht sich damit verfolgbar, immitierbar und vor allen Dingen öffentlich.

Wie bei Talentshows à la DSDS oder “Das Supertalent” kann man sich durch Exhibitionismus im Internet profilieren oder aber glimpflich scheitern (und so oder so auch schnell wieder vergessen werden). Wer keine Inhalte teilt, der existiert jedoch nicht, das betont Mashable-CEO Pete Cashmore:

We’re living at a time when attention is the new currency. (…) Those who insert themselves into as many channels as possible look set to capture the most value. They’ll be the richest, the most successful, the most connected, capable and influential among us.

Die “Dauerveröffentlicher” im Netz sollten aber daran denken, dass das Netz – im Gegensatz zur DSDS-schauenden TV-Meute – nichts vergisst: Einmal Publiziertes ist kaum zu entfernen. Tweets beispielsweise werden zwar aus dem eigene Profil gelöscht, sind aber über die Twitter-Suche immer noch zu finden. Mit negativen bzw. nachteiligen Social Media-Einträgen können nicht nur Unternehmen wie Jack Wolfskin ihren Ruf ruinieren, sondern auch Privatpersonen.

Insbesondere Bewerber können ihre Online-Präsenz als Türöffner zur beruflichen Entwicklung nutzen. Wenn sie es aber falsch angehen, verbauen sie sich häufig Chancen. Dass der eigene Ruf online kriegsentscheidend wird, bestätigt auch Jochen Mai, Karriere-Experte und Redakteur der WirtschaftsWoche:

Es geht nicht mehr so sehr darum, wen du kennst, sondern darum, wer dich kennt. Wer im Netz nicht gefunden wird, hat künftig das Nachsehen. Und wessen Online-Profil keinen seriösen oder kompetenten Eindruck macht, auch.

Das heißt umgekehrt nicht, dass Angestellte sich um ihre digitale Identität kümmern müssen. Im Gegenteil: wie Pete Cashmore feststellt, haben viele Journalisten unabhängig von der Website ihrer Zeitung eigene Publikationskanäle, die sie wiederum (oder gerade deshalb) unentbehrlich für ihren Arbeitgeber machen können.

So gibt es auch hierzulande zahlreiche renommierte Journalisten, die sich auf Twitter einen breiten Zuhörerkreis aufgebaut haben und teilweise auch privat bloggen. Die Internetgemeine betrachtet Thomas Knüwer, Holger Schmidt, Jochen Mai, Mario Sixtus, Olaf Kohlbrück & Co. gleichzeitig Follower als Vertreter des jeweiligen Mediums an (hier meine Journalisten-Twitter-Liste).

Aufmerksamkeit heißt die neue Währung. Denn je mehr Informationen auf allen Kanälen, von TV über Video hin zum Internet verbreitet werden, desto schwieriger ist es, in einem Meer von Daten hervorzustechen. Deshalb gilt: participate or fade into a lonely obscurity.