Archiv für 2010

Weihnachtsgeschichte im Facebook-Modus

Veröffentlicht am 23. Dezember 2010 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Storytelling, Web 2.0

Hätten sich Maria und Joseph im größten sozialen Netzwerk kennen gelernt, sähe das in etwa so aus, wie in diesem Viral dargestellt. Schönes Storytelling à la Weihnachten 2.0!

In diesem Sinne wünschen wir allen Themenblog-Lesern erholsame und besinnliche Weihnachtsfeiertage.

Ich erkenne dich

Veröffentlicht am 16. Dezember 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Trends, Web 2.0

Facebook macht seinem Namen alle Ehre. Tatsächlich kündigte das Team gestern an, was jeder schon längst erwartet hat: die Gesichtserkennung auf Fotos. Natürlich geht es dabei darum den Komfort, Fotos zu taggen, zu erhöhen, so der Entwickler Justin Mitchell im Unternehmensblog. Immerhin zählt das soziale Netzwerk (jetzt schon) 100 Millionen Verknüpfungen mit Fotos – täglich!  Er erklärt:

Now if you upload pictures from your cousin’s wedding, we’ll group together pictures of the bride and suggest her name. Instead of typing her name 64 times, all you’ll need to do is click “Save” to tag all of your cousin’s pictures at once. By making tagging easier than before, you’re more likely to know right away when friends post photos. We notify you when you’re tagged, and you can untag yourself at any time.  As always, only friends can tag each other in photos.

Das zunächst in den USA gestartete Feature sollte aus meiner Sicht ein Appell sein, die eigenen Privatsphäre-Einstellungen zu checken. Was Geeks im FF beherrschen, ist für viele normale User tatsächlich eine Herausforderung dar. “Better be safe than sorry” – ungewünschte Fotos, die für alle sichtbar sind, bereiten keine Freu(n)de.

Zuckerberg, der Napoleon des 21. Jahrhunderts

Veröffentlicht am 10. Dezember 2010 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke

Fast 600 Millionen Mitglieder zählt Facebook mittlerweile. Immer mehr lokale Wettbewerber, vor allem in Europa, werden verdrängt, wie die Karte von Vincenzo Cosenza deutlich zeigt. In 115 der von ihm untersuchten 132 Länder heißt es: “Schöne blaue Welt.” Neu eingenommen hat Zuckerberg Ungarn (zuvor Iwiw), Polen (zuvor Nasza-Klasa), die Mongolei (zuvor Hi5) sowie Paraguay und Indien (beides zuvor Orkut). Nur Brasilien erlag dem Eroberer noch nicht, hier bleibt Orkut führend.

Ein Blick auf die Top3 Social Networks zeigt, dass MySpace klar von Twitter überholt wird. So auch hierzulande sowie in Australien, Kanada, Italien. Auch LinkedIn konnte sich in Australien, Kanada und UK bewähren. Weitere Details gibt es auf Vincenzos Blog.

Be cool on Facebook

Veröffentlicht am 26. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Virales Marketing, Web 2.0

We don’t do advertising any more. We just do cool stuff. It sounds a bit wanky, but that’s just the way it is. Advertising is all about achieving awareness, and we no longer need awareness. We need to become part of people’s lives and digital allows us to do that.

Nike’s UK Marketing Chef Simon Pestridge wusste vor knapp zwei Jahren, was heute aktueller denn je ist. Nike ist mit Marken wie Dell bewährte Referenz für Marketing im Zeitalter von Social Media. Heute probiert sich fast jedes Unternehmen auf Facebook, Twitter und Co. Auch wenn das Handelsblatt Erfolgsbeispiele auf Facebook teilweise vergeblich sucht: Das Potential Facebook ist enorm.

Statt Print und TV heißt es auch beim Sportartikler adidas zukünftig Facebook und Youtube: ein Großteil des Marketingetats soll ab dem nächsten Jahr in Online-Aktivitäten verlegt werden. Jeder will dabei sein und es gehört längst zum guten Ton, den Dialog mit den Zielgruppen anzubieten:

Die Chefs wollen auf den Zug aufspringen, wissen aber nicht so recht, wo sie einsteigen sollen.

Ob die Themen und Aktionen gut ankommen, ist ebenso wie bei Viral-Spots à la Old Spice auf in Social Networks kaum planbar. So brachte sich der Otto-Konzern in dieser Woche mit seinem Facebook-Modelcontest perfekt ins Gespräch – und hatte doch ganz schön viel Glück dabei. Anstatt für eines der attraktiven Models stimmte die Mehrzahl der Nutzer für “Brigitte”, einem Studenten, der sich als Dame verkleidet einen Scherz erlaubte. Das Medien-Echo ist enorm und wird größten Teils als “Social-Media-Triumph” gefeiert. Ein “normaler” Gewinner dagegen hätte die Presse wohl kaum interessiert.

Die Frage nach dem ROI lässt sich nicht direkt beantworten. Eine funktionierende Social Media Präsenz wirkt sich nicht zwingend auf den Abverkauf aus. Vielmehr sind

Nutzer dazu geneigt, Produkte, die sie über das persönliche Netzwerk kennen, auszuprobieren. Das will eine Studie des MIT (Massachusetts Institute of Technology) belegen. Die Forscher gaben hierzu an 14.000 Probanden jeweils 48 Songs, die sie Probe hören und auf Wunsch herunterladen konnten. Soziale Interaktionen beeinflussen, wie beliebt der Song ist. Die Download-Rate allerdings bleibt unverändert. MIT-Professorin Lada Adamic glaubt dennoch daran, dass sozialer Einfluss elementar ist bei der Meinungsbildung:

For most real-life scenarios, social influence does play a big role, because we want to do what our friends do, and we trust their opinions. We want to fit in and be up-to-date.

Und diese Chance sollten sich Marken nicht entgehen lassen. MAVENS betreut übrigens unter anderem die Facebook-Präsenzen von Simyo und Panasonic.

Ein Leben auf Facebook

Veröffentlicht am 11. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Storytelling

Facebook verändert das eigene Verhalten in Partnerschaften. Vielmehr noch aber greift das größte soziale Netzwerk mit hierzulande bereits 12 Millionen Nutzern in das komplette Leben ein, wie dieser Video-Clip anhand der Geschichte eines Nutzers erzählt:

Gleichzeitig sollte man sich in Erinnerung rufen, welch falsche Wirklichkeit uns das Soziale Netzwerk vorspielt. Digitale Freundschaften können zwischenmenschliche Beziehungen nicht ersetzen. “Likes” und “Pokes” sind schön und mögen virtuell auch Spaß machen, doch was bringen sie uns, wenn wir einander gegenüber stehen?

Zeitungstod in Deutschland im Jahr 2030?

Veröffentlicht am 01. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 1.0, Medien 2.0, Trends

Ein Mann sieht schwarz für die Druckindustrie. Ganz klar, die Zeitung wird irgendwann aussterben. Bisher gibt es zahlreiche Spekulanten, aber kaum konkrete Vorhersagen. Der australische Zukunftsforscher Ross Dawson behauptet nun, weltweit sterbe die gedruckte Zeitung in 52 Ländern bis zum Jahr 2040 komplett aus. In den USA werden Zeitungen bereits innerhalb der nächsten sieben Jahre aussterben. In Großbritannien und Island gehen sie in 2019 unter, gefolgt von Kanada und Norwegen in 2020 und Australien in 2022. In Deutschland erlische  die Print-Version im Jahr 2030.

Faktoren, die er nach eigenen Angaben bei seiner globalen Prognose einkalkuliert hat: das steigende Preis-Leistungs-Verhältnis von Mobiltelefonen und E-Tablets, die Entwicklung der digitalen Zeitung, Veränderungen beim Zeitungspapier und bei den Produktionskosten, das Begreifen von Monetarisierungsmöglichkeiten für digitale Nachrichten, Trends im Bereich der Werbeausgaben und – etats sowie die Entwicklung offener Plattformen.

Auf nationaler Ebene hat er die Aufnahme von Technologien, die wirtschaftliche Entwicklung, Struktur der Industrie, demographische Gegebenheiten, die Regierung sowie das Konsumentenverhalten betrachtet. Hier sein Ergebnis:

Lediglich in Entwicklungsländern wie Afrika, Teilen von Südamerika und Asien sieht Dawson noch eine etwas längere Überlebenschance:

In the developed world, newspapers are in the process of becoming extinct, driven by rapidly changing use of media and revenues out of line with cost structures.

Die Print-Ausgaben werden, so der Forscher, durch digitale Zeitungen ersetzt werden, die Videos einbinden können, aber auch aufgewickelt und gefaltet werden. Er ist überzeugt davon, dass wir bald noch sehr viel handlichere Tools als iPhone, iPads und Co. haben werden:

The big overlay in all of this is we’ll get digital paper that combines all the qualities of print and the benefits of digital within the next decade.

Soziales Dinner

Veröffentlicht am 26. Oktober 2010 von Anna Friedrich | Bloggerei, Online-Relations

(via Digitalbuzz)

Das Image der klassischen Energieversorger, allem voran Vattenfall, ist auch hierzulande schlecht. Umso genialer ist die Idee des Design-Studenten Luong Lu, die er für Vattenfall entwickelt hat. Es ist kein Geheimnis, dass die steigende Anzahl an Single-Haushalten höhere Energiekosten je Einwohner mit sich bringt. Zudem neigen einsame Menschen laut Studien eher zu Alkohol-, Fett- und Nikotinsucht.

Neighbor Dining ist das Konzept über ein Abendessen-Treff für Singles. Über eine Foursquare-Anbindung finden Alleinstehende Dinner in der Umgebung und können selbst ihre Nachbarn einladen. Damit wird der Abend sozial und energieeffizient für alle Beteiligten. Auch, wenn die Umsetzung der Applikation den Ruf von Vattenfall nicht umkehren wird, so wäre sie doch ein Anfang!

Pinocchios auf Twitter und Co.

Veröffentlicht am 25. Oktober 2010 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 2.0

Wer sich hinter einem Bildschirm versteckt, dem fällt es leichter, zu lügen als im persönlichen Kontakt, besonders auf Twitter. Dies belegt der “Straight Talking Report”, durchgeführt von der Versicherungsfirma Direct Line.

Demnach sind von 2.000 Befragten nur 20 Prozent komplett ehrlich auf Twitter oder in Kurznachrichten. 31 Prozent bleiben nur im realen Leben komplett bei der Wahrheit. Insgesamt flunkern vor allem Männer gerne mal in Kurznachrichten – nur 17 Prozent der Männer, aber 21 Prozent der Frauen sind auch beim Schreiben ehrlich.

Dafür sind die männlichen Genossen im realen Leben angeblich eher authentisch. Laut Ergebnissen beanspruchen dies 12 Prozent mehr Männer als Frauen für sich. Die Studie lässt Psychologe Glenn Wilson erklären:

Modern technologies, such as smartphones, social networking and instant messaging have been hailed as innovations in the way people interact, removing obstacles to conversation and allowing for openness of discourse. However, we sometimes use these means of communication rather than a face-to-face encounter or a full conversation when we want to be untruthful, as it is easier to fib to someone when we don’t have to deal with their reactions or control our own body language.

Umgekehrt heißt das, wir sollten Menschen, die wir nicht persönlich kennen, online nicht vertrauen. Die Vorsicht wird zur Umsicht, wenn es um die eigene Privatsphäre geht. Denn, wer selbst lügt, nutzt auch ungefragt die Informationen anderer. Abgesehen davon, dass Systeme wie Facebook zahlreiche Sicherheitslücken aufweisen, schrecken Nutzer nicht davor zurück, persönliche Informationen für Stalking- oder Spionage-Zwecke zu nutzen.

So geschah es im Falle des Rutgers-Studenten in USA, der sich umbrachte, weil sein Mitbewohner ihn über einen Video-Post als schwul outete. Jeff Jarvis, der sich intensiv mit den Auswirkungen des Internets auf unsere Privatsphäre auseinandersetzt, hat eine schöne Idealvorstellung:

Privacy is the responsibility of the person who receives information about someone. Once you know something about me, the weight lies with you as you decide how to use that information, whether to spread it, in what light.

Die Macht des Teilens

Veröffentlicht am 13. Oktober 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke

Social Media ist ein elementarer Bestandteil von Marketing. Bei der Wahrnehmung von Nachrichten spielen Empfehlungen eine zunehmend große Rolle, wie es auch eine CNN-Studie bestätigt. 27 Prozent derjenigen, die häufig Inhalte teilen, sind für 87 Prozent aller im Internet geteilten News verantwortlich. Hier zeigt sich, wie wichtig die “Influencer” und damit die Mavens für die Mundpropaganda sind.

Wie aber werden die Inhalte geteilt? Laut CNN laufen sie in 43 Prozent der Fälle über Social Media Kanäle, 30 Prozent per Email, 15 per SMS und 12 Prozent via Messenger. SocialTwist, ein amerikanisches Marketingunternehmen, hat ähnliches herausgefunden. Zwar werden demnach nur 26 Prozent der Links per Social Media verbreitet (gegenüber 55 Prozent via Email), dennoch liegt die Click Through Rate hier am höchsten mit 60 Prozent (gegenüber 31 bei Email).

Facebook wird am häufigsten zum Teilen von Inhalten genutzt, ergeben die SocialTwist-Befunde. 78 Prozent der User setzen es ein, nur 5 Prozent wählen Twitter. Dafür ist der Microblogging-Dienst bei der Click Trough Rate unschlagbar: während Twitter durchschnittlich 19,04 Klicks produziert, schafft es Facebook nur auf 2,87.

Das zeigt, wie wertvoll Twitter als Marketingtool ist, wenn es um die Verbreitung von Inhalten geht. Dick Costolo, neuer CEO, behauptet gar, Twitter “cracked the code on a new form of advertising, and we feel like we’ve got a hit on our hands.”

Online-Vermarkter GoViral behauptet in seiner Studie, Facebook sei für für Viral-Videos das effektivste Tool. Dank des im zweiten Quartal eingeführten “Like”-Buttons, sei es besonders einfach für Nutzer, Links ihrem eigenen Newsfeed hinzuzufügen. Entsprechend stiegen seitdem die Aktivitäten auf Video-Inhalten.

Während in Q3 je 1.000 Seitenansichten 5,64 Interaktionen auf Facebook folgen, sind es auf Twitter nur 0,75. Immerhin, die Zahlen vor der “Like”-Ära sprechen für sich: im ersten Quartal ergaben 1.000 Videoansichten lediglich 1,19 Facebook-Interaktionen, im zweiten waren es mit 2,27 schon doppelt so viele. Klar erleichtert die Einfachheit des “Likes” das Teilen und schafft vielleicht auch eine längerfristige Beziehung, wovon Produkt-Direktor Nick Roveta von GoViral überzeugt ist.

Es kommt also darauf an, welche Inhalte im Netz geteilt werden. Glaubt man den Studien von CNN und SocialTwist, so ist Facebook das beliebteste Tool zur Verbreitung, während Twitter eher die meisten Klicks auf die jeweiligen Links produziert. Gemäß GoViral eignet sich für Viral-Videos dennoch Facebook am besten.

Insgesamt werden weder Facebook noch Twittter allein Strategie für Marken sein können. Unternehmen müssen ihre Coroporate- und Kampagnen Social Media kompatibel gestalten, vom “Like”-Button über alle möglichen Email- und Bookmarking-Dienste hin zur “Twitter”-Share Option. Die Zahlen zeigen jedenfalls, dass die “Likeability” nicht mehr wegzudenken ist, um Empfehlungen für die eigene Marke sinnvoll zu nutzen.

Apples Text-Zensur

Veröffentlicht am 13. Oktober 2010 von Anna Friedrich | Bloggerei, Storytelling

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb schuf Apple ein gerade bewilligtes Patent auf eine Anti-Sexting Applikation. Die Systematik verhindert, dass perverse, anzügliche Sms geschrieben und verschickt werden können. Typisch amerikanisch wird natürlich keines der Worte im offiziellen Patent verwendet. Es nennt sich “Text-based communication control for personal communication device”. Hintergrund ist, dass es bisher keine Möglichkeit gibt, gewollte oder ungewollte sexuelle Inhalte in Kurznachrichten zu kontrollieren. Entsprechend können Eltern in einer Kontrolleinstellung über den Grad der “Zensur” bestimmen und damit schlimme Inhalte im Schriftverkehr ihrer kleinen verhindern, so zitiert TechCrunch die Patentbeschreibung.

Doch: Verbotene Früchte schmecken süßer. Die amerikanischen Teenies, werden – wie auch bei allen anderen Verboten – garantiert einen Weg finden, die Kontrollfunktion zu umgehen. Und sei es mit einem neuen Slang, der alle Verbotenen Worte umgeht. Wie sieht es mit dem Verhindern “unpässlicher” Telefonaten aus? Bestimmt arbeitet der Cupertino-Konzern gerade an der Sprachzensur – damit die Eltern auch sicher gehen können, dass ihre Kinder keine schmutzigen Worte aus dem Hörer vernehmen. :D