Armutszeugnis? H&M wirft neue Kleidung in die Mülltonne
Ein PR-Desaster, wie es im Buche steht: Während im Big Apple hunderte von Obdachlosen in der klirrenden Kälte erfrieren, schmeißt H&M ungetragene Ware einfach weg. Anstatt die Kleidung an Bedürftige zu geben, entsorgt die Filiale am Herald Square in der 35th Street nicht verkaufte Produkte lieber auf der Straße.
Das entdeckte eine Studentin aus New York City, Cynthia Magnus, zufällig beim Schlendern auf der 35th Street, fotografiert mit einem absichtlich zerlöcherten Shirt, das noch mit einem Preisschild versehen war.
It is winter. A third of the city is poor. And unworn clothing is being destroyed nightly.
Auf Twitter das H&M vor zwei Tagen DAS Trend-Thema No. 1, die Tweets zum unfassbaren Wegwerfen nehmen noch immer kein Ende.
H&M kommuniziert das gängige langweilige Bedauern über den Vorfall und lässt verlauten, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird:
Die Unternehmenssprecherin, Nicole Christie, gibt an, dass die Ware überlicherweise an Hilfsorganisationen gespendet wird und sie nicht weiß, warum dies im Falle des Ladens in der 34th Street nicht der Fall ist.Wal-Mart scheint die gleichen Praktiken zu pflegen. Ganze Müllsäcke voll von Klamotten aus dem Kleidungsdiscounter wurden gefunden. Natürlich erregte auch dieser Skandal nicht weniger Aufsehen in der Twitter-Gemeinde. Unternehmens-Sprecherin Melissa Hill erklärte, dass sie nicht wüsste, warum die Waren zerstört wurde. Angeblich seien auch hier alle nichtverkauften Neuwaren für gute Zwecke gespendet oder zumindest ordnungsgemäß recycled.
Die Vorsitzende einer Art Altkleidersammlung namens New York Clothing Bank, Mary Lanning meint:
Alternativen zur sinnlosen Wegwerf-Aktion gibt es sicherlich en Masse. Die Chance, wenigstens jetzt einen PR-Gag aus dem Skandal nach dem Motto “dumm gelaufen” zu machen, hat H&M offenbar verpasst. Vielleicht sind große Konzerne wie die schwedische Mode-Kette aber einfach nicht gewappnet für eine spontane adäquate Krisen-Kommunikation, die mehr als Standardfloskeln zu bieten hat.
Wenigstens im Nachhinein hätte der Konzern spasseshalber behaupten können, dass das Wegwerfen und Zerlöchern der Klamotten eine PR-Aktion für den neuen Voodoo-Trend “Project Black Book” sein sollte…
Ernstaft, H&M sollte sich überlegen, es sich Bredouille manövrieren kann, z.B: “Denkt endlich an eure Konsumenten und euren Ruf als Hersteller. Startet eine Charity-Aktion. Macht etwas positives aus dem Fauxpas anstatt jetzt einfach so zu tun, als wärt ihr nur mal aus Versehen schwarz gefahren.”












Am 11. Januar 2010 um 09:14 Uhr
[...] Themenblog » Blog Archiv » Armutszeugnis? H – "Vielleicht sind große Konzerne wie die schwedische Mode-Kette aber einfach nicht gewappnet für eine spontane adäquate Krisen-Kommunikation, die mehr als Standardfloskeln zu bieten hat." (Tags: PR Krisenkommunikation SocialMedia ) Posted in from delicious | Tags: Dropbox, Freizeit, Krisenkommunikation, Luhmann_Niklas, Online-Tools, PR, Rheinhessen, Ruhrgebiet, SEO, SocialMedia, Tatort, Tipps, Wissensmanagement, Wordpress, Zettelkasten, _toread « Linkdump for 09. Januar 2010 You can leave a response, or trackback from your own site. [...]
Am 11. Januar 2010 um 10:32 Uhr
[...] der unsäglichen Kälte. Und so regen wir uns über Textilunternehmen auf, die rücksichtslos ihre nicht verkaufte Ware zerstören, anstatt sie den Armen zu [...]
Am 12. Januar 2010 um 00:20 Uhr
[...] Wir sitzen im Warmen und warten auf Daisy. Uns kann sie nichts anhaben. Uns geht es gut – trotz Krise. Wohlstandssorgen. Und so regen wir uns über Textilunternehmen auf, die rücksichtslos ihre nicht verkaufte Ware zerstören, anstatt sie den Armen zu spenden. Das trifft auf Unmut. [...]
Am 22. Januar 2010 um 08:26 Uhr
Das ist wirklich schlimm. Es gibt so viele bedürftige Menschen, die Kleidung dringend benötigen würden.
Am 8. Februar 2010 um 07:10 Uhr
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Am 5. Mai 2010 um 19:40 Uhr
es ist schon alles richtig was hier oben geschrieben steht, man muss mehr Verschenkbörsen nutzen. Zum Glück gibt es im Internet viele davon
ich selber habe bei http://www.armesland.de Kleidung von meiner Tochter angeboten und viele haben sich mit Interesse gemeldet. Gut dass es so was gibt!