Freitag, 30. Juli 2010
  • The Next Big Thing

    Die Revolution der Märkte heißt: Zuhören. Die Macher von MAVENS Empfehlungsmarketing, Mark Pohlmann und Anna Friedrich, berichten an dieser Stelle über Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, bevor sie selbst reden.
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Übervernetzt: Kann man im Seichten doch ertrinken?

20091219-e15y258gaqacdd1yjpwsxrtfg1Boom, Boom, Boom. Im vergangenen Jahr erlebten wir eine rasante “Social Mediasierung”. Mit mehr als 350 Millionen aktiven Usern dürfte Facebook der Gewinner 2009 gewesen sein. Allein in Deutschland finden sich rund sechs Millionen Nutzer, fast doppelt so viele wie noch im Vorjahr.

Das Non plus ultra ist die Vernetzung auf Facebook jedoch nicht. Denn, kaum ist der erste Social Media-Tsunami über uns hereingebrochen, fangen wir an zu zweifeln. Oder wir sind einfach nur heillos überfordert mit dieser Übervernetzung.

Jesse Stanchak stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob sich alles ins Gegenteil umkehren wird und Social Media vor einem Crash steht. Er glaubt, dass viele Unternehmen die Social Media Präsenz missverstehen. Indem sie keine wertvollen Inhalte liefern, turnen sie ihre Nutzer eher ab, anstatt ihre Präsenz für sich einzusetzen:

No one is going to log onto a network just because it’s there. You need to give the crowd a reason to keep coming back.

Huffington Post-Autorin Jasmine Boussem philosophiert darüber, ob sich unsere Übervernetzung im Privaten ins Gegenteil umkehren wird. Das Zuviel an Online-Kontakten verringert unsere Aufmerksamkeit und damit die Qualität unserer Kommunikation. Und wir sind zu beschäftigt damit, uns in dieser Welt darzustellen anstatt uns auf die eigene Präsenz und wenige wichtige Verbindungen im Netzwerk zu konzentrieren, so ihre These:

We want to connect with so many people at the same time that we may fail to give each one the proper attention. Maximizing communication is invaluable in business, but can we apply the “same message for everyone” principle to our personal relationships without consequences? Does efficiency negate intimacy?

Relevanz geht verloren, wenn wichtiger Input mit der Masse an überflüssigen Botschaften vermischt ist. Es entsteht ein Gefühl der Seichtigkeit, in dem dennoch wichtige Informationen zur Nichte gemacht werden. Aus der Furcht heraus, den Überblick verloren zu haben, entstehen digitale Selbstmord-Dienste wie die “Digital Suicide Machine“.

Was tun? Völlig überfordert im Datenmeer schwimmen oder ans nächstgelegene Ufer retten? “Im Seichten kann man nicht ertrinken”, sagte einst Helmut Thoma und bezog sich damit eigentlich auf die massive Berieselung im Fernsehen.

Das Rezept, die Informationsperlen zu finden, ist individuell. Sicherlich gilt: Nur wichtige Kanäle zu aktivieren, nicht auf jeder Welle mitzusurfen und sich in den sozialen Netzwerken auf das zu besinnen, was für den persönlichen Kommunikationsfluss wirklich relevant ist.

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3 Reaktionen zu “Übervernetzt: Kann man im Seichten doch ertrinken?”

  1. Manu
    Am 12. Januar 2010 um 21:13 Uhr

    Genau das ist der springende Punkt, enhalten im Zitat von Jesse Stanchak. Social Media kann irritierend für besonder kleine Unternehmen sein. Das Schlagwort ist in aller Munde und wie ich oft selber als Feedback erhalten: man will irgendwie dabei sein. Kennt aber weder die Codices, noch das Ziel der unterschiedichen Netzwerke und die damit verbundenen netzwerkspezifischen Möglichkeiten.

    Ich denke nicht, dass Social Media vor einem Crash steht, allerdings denke ich, dass sich die einzelnen Netzwerke weiter spezialisieren werden in ihrem Angebot.

    Für soziale Netzwerke gilt eben auch, was für Blogs und den PageRank gilt: liefere guten Content, dann wirst du belohnt.

    Wir müssen den Kunden ganz klar sagen, wann sie mit ihrem speziellen Service oder ihren Produkten in welchem Sozialen Netzwerk eine Chance haben. Das bemisst sich nicht zuletzt auch an den Produkten und am Service selber, der angeboten wird.

  2. Anna Friedrich Anna Friedrich
    Am 13. Januar 2010 um 10:28 Uhr

    Volle Zustimmung! Anstelle eines Crashs wird es wohl eher eine Verschiebung der Gewichtigkeit von sozialen Netzwerken geben, die zudem landerabhängig ist.

    Eine 100% Garantie kann allerdings keiner geben, trotz Erfahrungswerte, Studien etc. Bei erfolgreichen Social Media-Kampagnen ist es häufig das Tüpfelchen auf dem i, das eher per Zufall entstand und das Ganze zum Hit macht.

    Das wichtigste dabei sind die Mavens, diejenigen, die als gutes Beispiel (bspw. mit hochwertigem Content aus ihrer Expertise heraus) vorangehen und in ihrer Meinung so überzeugend sind, dass sie andere zum Nachahmen animieren ;)

  3. Nachrichten aus der Netzwelt #10 | Internet Gesellschaft
    Am 18. Januar 2010 um 11:42 Uhr

    [...] >> Übervernetzt: Kann man im Seichten doch ertrinken? (themenblog.de) [...]

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