Archiv für Februar 2010

Das Internet in Zahlen

Veröffentlicht am 26. Februar 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Web 2.0

The State of The Internet from Jesse Thomas

Werbung, die schockt

Veröffentlicht am 25. Februar 2010 von Anna Friedrich | Virales Marketing, Werbung

Bildschirmfoto 2010-02-25 um 11.35.16Amerika ist bekannt dafür, aussergewöhnliche Werbebotschaften zu zensieren oder zu verbieten. Jetzt sorgt eine provokative Anti-Raucher-Kampagne der französischen Nichtraucher-Organisation DNF (Droits des non-fumeurs) für Aufruhr im Sechseck. Politiker wie die französische Familienministein Nadine Morano forderten, die Kampagne aufgrund der sexuellen Anspielung zu stoppen.

Denn die Jungen bzw. die junge Frau auf den Fotos sind in einer eindeutig zweideutigen Situation abgebildet mit dem bezeichnenden Claim: “Smoking means being a slave to tobacco.” DNF-Chef Rémi Parola verantwortet die Kampagne und sieht die konservativen Argumente der Gegner nicht und besteht drauf, dass die Intention der Idee nicht auf Sex basiert:

Traditional advertisements targeting teens don’t affect them. Talking about issues of health, illness or even death, they don’t get it. However, when we talk about submission and dependence, they listen. (…) The visuals have a sexual connotation, that I can’t deny, but it’s really a way to start a discussion with young people to get them to understand the dangers of smoking.

Selten gelingt es Kampagnen, für ein verdrängtes Gesundheitsthema wie Rauchen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlangen. Dabei braucht es das dringend: 40 Prozent aller Raucher zwischen 12 und 25 sind süchtig, jährlich Sterben allein in Frankreich 66.000 an den Folgen des Nikotinkonsums.
Jetzt, wo es die Nichtraucher-Organisation mit ein wenig Provokation schafft, bietet die französische Regierung Paroli. Die Darstellungen seien unanständig und anstößig, heißt es und es gäbe bessere Wege, um Teenager vom Rauchen abzuhalten.

Noch existieren die Fotos nur im Internet und in den zahlreichen Medienberichten, die Resultat der heißen Debatte sind. Heute beschloss DNF, die Kampagne auzugeben. Doch hat sie mit dem enormen Media-Buzz schon mehr erreicht, als erwartet.

Der Zweck heiligt die Mittel. Wie würde man hierzulande auf eine solche Kampagne reagieren? Wenn sich die Mehrheit über eine betrunkene Margot Käßmann am Steuer aufregt, würden unsere Politiker wohl auch an dieser Kampagne kein gutes Haar lassen. Vielleicht spielen steuerzahlende Tabakkonzerne ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle im Interesse der Regierungen.

Dumm klickt gut

Veröffentlicht am 18. Februar 2010 von Anna Friedrich | Web 2.0, Werbung

Klingt logisch und ist auch so. Je höher der IQ eines Internetnutzers, desto weniger klickt er sich durchs Netz – er weiß wo er hin will und surft gezielt. Das belegen Ergebnisse des US-Werbenetzwerkes Chitika.

Maßstab war das Bildungslevel der US-Staaten. Die Korrelationen waren eindeutig: Je gebildeter der Staat im Durchschnitt, desto schwieriger wird es, ihn mit Werbung zu beglücken, so die Untersuchung. Massachusetts und Washington hatten die niedrigsten Klickraten auf Werbung – gleichzeitig haben beide Staaten einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Bürgern mit College-Abschluss. Die höchste Klickrate produzierte West Virginia. Hier lebt auch der geringste Anteil an College-Graduierten.

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Für die Werbebranche bedeutet das hartes Brot, um am die vermutlich kaufkräftigere Klientel heranzukommen. Gebildete Konsumenten blenden Online-Werbung mehr oder weniger aus, indem sie sie erst gar nicht anklicken. Folglich zielen Werbebanner inhaltlich vielmehr auf die “blödelnde Masse”.

Studienleiter Daniel Ruby sieht die durchaus repräsentativen Ergebnisse als Chance auch für reine Werbung an, Inhalte in den Vordergrund zu stellen:

Obviously, if you’re targeting a more educated demographic, you need to do a better job of making your ad worthwhile. This, like everything, is an opportunity to push the industry towards the idea of content first, sales pitch second, even among advertisements.

Was er dabei nicht beachtet, sind die Orte, an denen Werbung platziert wird. Das Prinzip “Dumm klickt gut” spiegelt sich auch auf deutschen Newssites wider, betrachtet man die Startseite der Bild komplett mit Bannern bepackt gegenüber fast werbefreien Startseiten wie FAZ.net oder Sueddeutsche.de. Während Bild die gemeinsame Familien-Aktion mit Landliebe und die Oral-B Volks-Zahnbürste (!) bewirbt, findet sich auf der Süddeutschen eine Anzeige zum neuen Kinofilm Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon. Mehr gibt es zur Wertigkeit von Inhalten eigentlich nicht zu sagen.

Gefundenes Fressen für Datensammler

Veröffentlicht am 09. Februar 2010 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 2.0

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Ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt…

Veröffentlicht am 09. Februar 2010 von Anna Friedrich | Peer-to-Peer, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Dass “Freunde” die Quelle unseres Vertrauens sind, wollen aktuelle Ergebnisse des Edelman Trust Barometers widerlegen. Laut der Befragung von 4.875 informierten Menschen auf fünf Kontinenten nimmt unser Vertrauen in unsere eigenen Freunde ab. Nur noch ein Viertel der Studienteilnehmer geben an, dass die Meinung ihrer Freunde für sie zählt.

Hier ist die Definition des Begriffes “Freund” äußerst missverständlich. Er hat in Zeiten von Social Networks eine völlig neue Bedeutng: die amerikanische Oberflächigkeit hat auf die deutsche Übersetzung von “Friend” abgefärbt. Ein Freund bei Facebook oder gar Twitter ist nicht gleichbedeutend mit dem Freund im echten Leben. Online vernetzen wir uns auch mit weniger guten Bekannten. Das Leben ist schnelllebig, wir ziehen häufiger um und treffen überall auf der Welt Menschen, mit denen wir uns “unverbindlich” auf Social Networks verbinden (ein Oxymoron an sich). Dass wir sie in unsern Kontakten haben, macht sie aber nicht zu einer vertrauenswürdigen Person. Ihre Meinung interessiert uns kaum im Vergleich zu langjährigen Freunden, mit denen wir regelmäßig kommuniziern.

Dementsprechend falsch ist auch die Schlussfolgerung der Studie. Die gängige Social Media Marketing Philosophie geht nicht auf, heißt es. Richard Edelman, CEO, persönlich ist der Überzeugung, dass Marketiers umdenken müssen. Peer-to-peer Netzwerke sind die falsche Quelle, um virale Botschaften zu verbreiten und Konsumenten glauben Dinge nur noch, wenn sie sie über mindestens fünf verschiedenen Kanälen erfahren. Er sagt weiter:

The events of the last 18 months have scarred people. People have to see messages in different places and from different people. That means experts as well as peers or company employees. It’s a more-skeptical time. So if companies are looking at peer-to-peer marketing as another arrow in the quiver, that’s good, but they need to understand it’s not a single-source solution. It’s a piece of the solution.

5.000 Studienteilnehmer sind nicht repräsentativ für die Welt und haben sicherlich auch ein unterschiedliches Verständnis von einem “Freund”. Wie hoch der Grad der gegenseitigen Bekanntheit ist, das definiert die Studie leider nicht.

Daher glaube ich nur bedingt an das Fazit von Herrn Edelman. Ja, eine Empfehlung ist umso plausibler, je öfter man sie hört. Dennoch geht es in unserem persönlichen Netzwerken niemals um Quantität. Von meiner Schulfreundin, die ich 20 Jahren kenne, nehme ich eher eine Meinung an als von drei relativ neuen Bekanntschaften, deren Urteilsvermögen ich schlecht einschätzen kann. Das bestätigt auch Zocalo-CEO Paul Rand, der auch Präsident der Word-of-Mouth Marketing Association ist:

The mind-set is no longer ‘I can just trust it because it’s somebody’s opinion. It’s, ‘I can trust that specific opinion because it’s someone I know.

Die Glaubwürdigkeit unserer Freunde insgesamt mag mit den stetig wachsenden Netzwerken und der damit verbundenen “Überinformation” sinken. Dennoch wird sich unser Grundvertrauen in die (wenigen) guten Beziehungen dadurch nicht ändern. Und vor allem wird es sie immer geben: die Mavens, die Meinungsführer in einem bestimmten Expertengebiet, deren Überzeugungskraft und Einfluss uns zum Nachahmen animiert. Marketiers müssen nur wissen, wo sie diese “Influencer” finden, so auch Consumer Practice-Chefin Christina Smedley:

If marketers can find those action consumers, they can build campaigns that work through their parameters and get some very good results.

Nicht ohne mein Facebook

Veröffentlicht am 04. Februar 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Web 2.0

cofee_my_morning_wouldnt_be_the_same_withou_mug-p1682999007271388572om5b_400Vom größten sozialen Netzwerk der Welt kommt man so schnell nicht los. Hier und da taucht Abhilfe zum Thema Selbstmord 2.0 auf. Ehrlicherweise können wir alle nicht ohne die Gesichtsbuch-Gemeinde. Eine aktuelle Untersuchung belegt: ihr Suchtfaktor ist gigantisch.

Wir haben Facebook in unserem Alltag integriert wie Zähneputzen und Frühstücken. Es gibt uns ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Nähe, auch wenn wir allein im Büro, im Zug oder auf der heimischen Couch sitzen. Und Freunde, die kein Facebook-Profil haben, sind irgendwie nicht von dieser Welt. Letztendlich melden sie sich doch an, weil alle genervt haben – so wächst und wächst die Community immer weiter. Beängstigenderweise schafft des das soziale Netzwerk, auch über nicht angemeldete Nutzer jede Menge Informationen zu aggregieren.

Attraktiv ist Facebook aber auch durch seine Offenheit: von Videos über Fotos, Links, Tests, Spielchen hin zu sonstigen Diensten können User alles hochladen und verlinken. Die Möglichkeiten der Selbstdarstellung scheinen schier unbegrenzt. In der Tat ist Facebook wie eine Sekte, wie auch SZ-Autor Mark Felix Serao bemerkt.

Die Schweizer Agentur Rod Kommunikation hat ein spannendes Experiment gestartet. 50 Probanden im Alter von 17 bis 52 Jahren, die eigentlich Heavy User sind, lebten für die Untersuchung “Facebookless: Mein Monat ohne Facebook” ohne die Plattform. Auch wenn nicht repräsentativ, so sind die Ergebnisse doch aufschlussreich. Ein “Facebook-loser” hat überraschend starke Verlustgefühle und:

  • empfindet soziale Ausgrenzung,
  • arbeitet konzentrierter und effizienter,
  • hat das Gefühl, seine Kontakt-Pflichten zu vernachlässigen,
  • kommuniziert kaum noch mit seinem Freundeskreis,
  • fokusiert sich anstelle der Kommunikation mit anderen auf eigene Freizeitaktivitäten,
  • führt wenige, aber dafür bewusstere Konversationen per Telefon, SMS oder E-Mail,
  • nutzt seinen Rechner seltener für private Zwecke, da er keine Zeit mehr auf Facebook verbirngt
    vermisst ein Kompensations-Medium.

(via www.persoenlich.com)

Für keinen der auf Entzug Gesetzten kam in Frage, für immer auf Facebook zu verzichten. Einen Extremfall, den Wirtschaftspsychologe und Studienautor Dominik Orth beschreibt, ist eine junge Frau, die sich ohne die Community fühlte “wie ein Kind, dessen Mutter gestorben ist”. Immerhin: die Teilnehmer machten sich anhand der “Entzugsphase” bewusst, wie viel sinnlose Zeit sie auf Facebook vergeudeten. Von sozialen Netzwerken wie Facebook profitiert, wer sich auch im realen Leben vernetz und die Plattform nicht zum Lebensmittelpunkt macht.

Kommunikation ohne Grenzen

Veröffentlicht am 02. Februar 2010 von Anna Friedrich | Online-Relations, Soziale Netzwerke, Web 2.0

We have become such experts at being always in touch, informed, connected. Now must relearn how to be silent, disconnected, alone.

Autor Alain de Botton findet auf Twitter treffende Worte für das Kommunikationsdesaster von heute: immer und überall sind wir erreichbar, “always on”. Das klassische Sender-Empfänger-Modell steht einer unüberschaubaren Menge an Kommunikationskanälen gegenüber.

Die Internetnutzung wächst und damit unsere digitale Verfügbarkeit, vor allem in sozialen Netzwerken. Hinzu kommt der Mobilfunk, der den Analoganschluss mehr und mehr überflüssig macht. Wenn wir heute jemanden treffen, sieht das ungefähr so aus:

I had this guy leave me a voicemail at work, so I called him at home, and then he emailed me to my BlackBerry, and so I texted to his cell, and now you just have to go around checking all these different portals just to get rejected by seven different technologies.

Wie verschiebt sich mit dieser Erreichbarkeit unser Kommunikationsverhalten? Die sozialen Netzwerke wissen Bescheid über unsere Vorlieben und die unserer Freunde. Tools wie Facebook Connect erlauben es uns, unseren “sozialen Graphen” problemlos überall hin zu tragen.

Dies ermöglicht personalisierte Werbung und beeinflusst nicht nur deshalb unsere Kaufentscheidungen. Marken haben eine breite Spielwiese, um dieses Thema noch weiter zu spinnen. Eines der Szenarien, welches der Economist beschreibt:

As you are buying a pair of running shoes that you think one of your friends might be interested in, you can send a picture to their network page with a couple of clicks on a keypad next to the checkout counter. (…) Everything from cars to cookers could ultimately have social connectivity embedded in it.

Möglich macht das die Mobilität der sozialen Netzwerke via Handy. So fand eine Opera-Trendanalyse heraus, dass allein die mobile Nutzung von Facebook im vergangenen Jahr um satte 619 Prozent zulegte (!) und damit das am häufigsten mobil genutzte Social Network weltweit ist. Unschlagbar ist Twitter mit einem Wachstum von 2859 Prozent. Das mobile Surfen ist bereits auf dem Weg, die Internetnutzung via Computer zu überholen. Laut Berechnungen von eMarketer werden in nur drei Jahren über 600 Millionen Menschen ihr Handy zum sozialen Netzwerken einsetzen. 2009 waren es noch 140 Millionen User. Auch fürs Shopping finden mobile Endgeräte verstärkten Einsatz. Eine Motorola-Studie belegt: während der Feiertage Ende 2009 haben über die Hälfte der Nutzer bevorzugt per Handy eingekauft.

Ein klarer Trend, der sich aus der Mobilisierung unserer eigenhändig gespinnten Online-Netze ergibt: location-based services. Applikationen von AkaAki über Gowalla hin zu Foursquare, das als “The next big thing” gehandelt wird, lokalisieren unseren Standort. Sie bedienen uns mit Angeboten in der Umgebung, zeigen uns an, welche Personen aus unserem Netzwerk sich in der Nähe befinden. Während die einen vom “Ortsstatus” nicht genug bekommen können – schließlich kann man spontan Treffen arangieren – ist es ein Alptraum à la Bigbrother für Skeptiker, wie der Economist es beschreibt:

To people who run social networks, location-based networking is a logical extension of their efforts to humanise technology and harness it to the cause of greater global openness. The networks’ founders seem to have an almost Utopian belief in the benefits that their creations will deliver.

Utopie? Ein Leben im kontinuierlichen “Status-Update” ist aus meiner Sicht unvorstellbar. Deshalb stimme ich Alain de Botton zu – wir brauchen einen Weg aus dem Trubel der Konnektivität hinaus zu einem gesunden Maß zwischen “on” und “off”. Die Social-Media-Müdigkeit verstärkt den Wunsch nach etwas weniger Digitalität.

1-2-do.com: Bosch startet Brand Community

Veröffentlicht am 01. Februar 2010 von Mark Pohlmann | Allgemein

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“Einer weiß immer, wie es geht” – Unter diesem Motto startet Bosch mit 1-2-do.com in diesen Tagen eine eigene Brand Community. Sie richtet sich an Heimwerker und Kreative und macht ganz im Sinne des Web 2.0 Wissen sichtbar und vernetzt Menschen. Wenige Wochen nach dem inoffiziellen Start sind knapp 2.000 Heimwerker-Enthusiasten auf der Plattform aktiv. (Disclaimer: MAVENS unterstützt Bosch beim Community Building von 1-2-do).

Wer gerne an Baumarktregalen langflaniert und im Kriechschritt durch die Wohnung tackert, ist hier genau richtig. Denn anders als bei den Liebsten Zuhause, die das eigene Können oftmals frevelhaft ignorieren, bietet 1-2-do genau die richtige Bühne um zu sagen: “Schaut mal, das habe ICH gemacht”. Schon jetzt findet sich in der Community eine große Auswahl privat vorgestellter Projekte, die viel Resonanz bekommen und zum Nachbauen oder Bessermachen anregen. Ein Forum sowie ein Produkt- und Material-Wiki komplettieren das Angebot.

Drei wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brand Community, die 1-2-do meines Erachtens sehr gut umgesetzt hat, möchte ich hervorheben:

Erstens: Markenneutrale Diskussionen, aber markenbezogener Service. Neutralität heißt nicht Gleichgültigkeit. Wer will, kann hier die Menschen hinter der Marke sehr wohl treffen und sich beispielsweise mit Geräteexperten von Bosch über die richtige Bedienung austauschen. Auch richtiger Kundendienst wird auf Nachfrage angeboten.

Zweitens: Die Marke hört zu und reagiert, wenn dies gewünscht ist. Diese Nähe schafft Sympathie und Vertrauen, die beiden wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine Marke in Zeiten einer Überfülle konkurrierender Angebote.

Drittes: der Spaß an der Sache. Auf 1-2-do geht es erstmal ums Hämmern, Bohren und Dekorieren. Und sonst gar nichts. Dementsprechend stehen die Menschen und ihre Leidenschaft im Vordergrund. Sie kann man hier richtig kennenlernen. Viele Fragen müssen deswegen auch gar nicht mehr von Mitarbeitern beantwortet werden, weil die Community sich selbst hilft. Wenn diese Form der Vernetzung durch eine Marke geschaffen wird, hat sie ihrem Leistungsversprechen einen riesigen neuen Mehrwert hinzugefügt, der auch jenseits laufender Werbekampagnen für Aufmerksamkeit sorgt.

Dennoch ist es um Brand Communities stiller geworden. Das hat zwei vermeintlich einleuchtende Gründe: Sie können scheitern. Ob sich die Kunden dauerhaft um die Marke scharen wollen, weiß derzeit niemand. Brand Communities sind also immer Chance und Risiko für den Markenwert. Und sie haben kein festes Business Model. Ihre Nutzung ist kostenlos und werbefrei, Premium-Modelle existieren nicht.

Haben Communities einen ROI? Ja. Wenn man ihr Potential richtig nutzt. Eine eigene Community ist der effizienteste Kommunikationskanal zum Kunden für eine Marke, deren Kundenbeziehung eigentlich über Dritte, bei Bosch ist es der Einzelhandel, geht. Bosch erfährt ungefiltert und aus erster Hand, wie zufrieden seine Kunden sind, welche Ideen sie haben und wo es hakt. Das Zusammenspiel zwischen Marke und Kunde hat großes Entwicklungspotential, noch befinden sich die meisten Marken hier im Experimentierstadium. Viel wichtiger noch der unmittelbare Vorteil: Bosch kann antworten und wird gehört. Das geht nur in Netzwerken, die man selbst betreibt, denn hier läßt sich die Kommunikation sinnvoll bündeln und zu anderen Orten referenzieren. Probleme lassen sich jetzt erstmals effizient lösen, Neuerungen schneller kommunizieren und Missverständnisse leichter aus der Welt schaffen. Die schönste Aussicht aber ist, dass die Aktiven auf der Plattform schnell wichtige Ansprechpartner und Multiplikatoren sein werden.

Wir wünschen Bosch viel Erfolg mit 1-2-do.com!