Ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt…
Veröffentlicht am 09. Februar 2010 von Anna FriedrichDass “Freunde” die Quelle unseres Vertrauens sind, wollen aktuelle Ergebnisse des Edelman Trust Barometers widerlegen. Laut der Befragung von 4.875 informierten Menschen auf fünf Kontinenten nimmt unser Vertrauen in unsere eigenen Freunde ab. Nur noch ein Viertel der Studienteilnehmer geben an, dass die Meinung ihrer Freunde für sie zählt.
Hier ist die Definition des Begriffes “Freund” äußerst missverständlich. Er hat in Zeiten von Social Networks eine völlig neue Bedeutng: die amerikanische Oberflächigkeit hat auf die deutsche Übersetzung von “Friend” abgefärbt. Ein Freund bei Facebook oder gar Twitter ist nicht gleichbedeutend mit dem Freund im echten Leben. Online vernetzen wir uns auch mit weniger guten Bekannten. Das Leben ist schnelllebig, wir ziehen häufiger um und treffen überall auf der Welt Menschen, mit denen wir uns “unverbindlich” auf Social Networks verbinden (ein Oxymoron an sich). Dass wir sie in unsern Kontakten haben, macht sie aber nicht zu einer vertrauenswürdigen Person. Ihre Meinung interessiert uns kaum im Vergleich zu langjährigen Freunden, mit denen wir regelmäßig kommuniziern.
Dementsprechend falsch ist auch die Schlussfolgerung der Studie. Die gängige Social Media Marketing Philosophie geht nicht auf, heißt es. Richard Edelman, CEO, persönlich ist der Überzeugung, dass Marketiers umdenken müssen. Peer-to-peer Netzwerke sind die falsche Quelle, um virale Botschaften zu verbreiten und Konsumenten glauben Dinge nur noch, wenn sie sie über mindestens fünf verschiedenen Kanälen erfahren. Er sagt weiter:
5.000 Studienteilnehmer sind nicht repräsentativ für die Welt und haben sicherlich auch ein unterschiedliches Verständnis von einem “Freund”. Wie hoch der Grad der gegenseitigen Bekanntheit ist, das definiert die Studie leider nicht.
Daher glaube ich nur bedingt an das Fazit von Herrn Edelman. Ja, eine Empfehlung ist umso plausibler, je öfter man sie hört. Dennoch geht es in unserem persönlichen Netzwerken niemals um Quantität. Von meiner Schulfreundin, die ich 20 Jahren kenne, nehme ich eher eine Meinung an als von drei relativ neuen Bekanntschaften, deren Urteilsvermögen ich schlecht einschätzen kann. Das bestätigt auch Zocalo-CEO Paul Rand, der auch Präsident der Word-of-Mouth Marketing Association ist:
Die Glaubwürdigkeit unserer Freunde insgesamt mag mit den stetig wachsenden Netzwerken und der damit verbundenen “Überinformation” sinken. Dennoch wird sich unser Grundvertrauen in die (wenigen) guten Beziehungen dadurch nicht ändern. Und vor allem wird es sie immer geben: die Mavens, die Meinungsführer in einem bestimmten Expertengebiet, deren Überzeugungskraft und Einfluss uns zum Nachahmen animiert. Marketiers müssen nur wissen, wo sie diese “Influencer” finden, so auch Consumer Practice-Chefin Christina Smedley:
09. Februar 2010 um 10:35
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Manuela Kohl, mundpropaganda erwähnt. mundpropaganda sagte: Themenblog » Blog Archiv » Ein guter Freund, das ist das Schönste … http://ow.ly/16x2CV [...]
13. Februar 2010 um 11:18
Social comments and analytics for this post…
This post was mentioned on Twitter by youareweb: Studie Vertrauen in Social Media | http://bit.ly/ayUkAB | #socialmedia #studie #friend #unfriended…