Medienkonsum 2.0: Überall und partizipativ

Veröffentlicht am 01. März 2010 von Anna Friedrich

Promiscuity is the new reality, ubiquity is the new exclusivity.

Auch Ariana Huffington ist sich dessen bewusst: im Internetzeitalter sie sind überall – nicht Ratten, sondern Nachrichten. Im World Wide Web gibt es jede News in allen denkbaren Versionen auf einer Vielzahl von Plattformen. Die Auswahl an Informanten ist schier unbegrenzt, schließt man Blogs als “offizielle” Quelle mit ein.

Die neue Internet-Studie des Forschungsinstituts Pew berichtet, dass 92 Prozent aller US-Amerikaner mehrere dieser Kanäle nutzen, um sich über Aktuelles zu informieren: von lokalen und nationalen TV-Sendern über das Internet hin zu lokalen und nationalen Zeitungen hin zum Radio sind alle Medien vertreten, die zum Informationsspektrum gehören. 46 Prozent der Befragten geben an, “nur” vier bis sechs davon zu nutzen. Gerade einmal sieben Prozent nutzen lediglich eine einzige Medienquelle, um sich auf dem Laufenden zu halten.

Persönliches Multi-Chanelling
Knapp zwei Drittel (59 Prozent) der Amerikaner nutzen laut Pew On- und Offline-Resourcen gleichermaßen. Newsportale sind an dritter Stelle der Beliebtheitsskala und zwar nach lokalen und nationalen TV-Sendern. Online nutzen die meisten Befragten zwei bis fünf News-Seiten, 65 Prozent bevorzugen keinen Anbieter. Lediglich 21 Prozent verlassen sich auf eine einzige Quelle.

Die Kanäle, die zur Auswahl stehen, sind vielfältig. Mit der steigenden Anzahl an Möglichkeiten verändert sich die Beziehung des Menschen zum Nachrichtenkonsum: Aktuelles wird ortsunabhängig, personalisiert und motiviert jederzeit die (An)Teilnahme der Leser.

News im Pocket-Format
33 Prozent der befragten US-Handy-Nutzer rufen Nachrichten mobil ab, 28 Prozent nutzen personalisierte Startseiten im Netz und 37 Prozent tragen aktiv zu Nachrichten bei – z.B. über Kommentare oder das Teilen des Links. Dabei interessant ist: Konsumenten, die Nachrichten auf dem Handy lesen, lesen mit 50-Prozent höherer Wahrscheinlichkeit auch die gedruckte Version nationaler Zeitungen.

Neutrale und lokale Berichterstattung ade
Nachrichten müssen objektiv? Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer (49 Prozent) sagt aus, dass sie gerne Quellen nutezn, die eine Meinung zum Thema äußern. 31 Prozent lesen gerne diejenigen Autoren, die ihren Standpunkt vertreten, 11 Prozent bevorzugen widersprüchliche Ansichten.

smallgqvoguewirednyttmock1Pew fand auch heraus, dass lokale Nachrichten keineswegs zu den bevorzugten Informatoinskanälen gehören. Beliebtestes Online-Thema ist – worüber spricht man auch, wenn man sonst nichts zu reden weiß – das Wetter. Dem folgen die Themen Internet (81 Prozent), nationale Ereignisse (73 Prozent), Gesundheit und Medizin (66 Prozent). Die ausführlichen Ergebnisse gibt es im Studien-Bericht zum Nachlesen.

Das Ende der klassischen Werbeanzeigen?
Für Pew-Projektleiter Tom Rosenstiel stellen die Ergebnisse ganz klar klassische Geschäftsmodelle in Frage:

The data suggest that the notion of a primary news source is almost obsolete. People graze. I think it’s increasingly clear that conventional popups and display advertising aren’t going to work.

Wie wird dann erst der Launch des iPads die Medienlandschaft verändern? Und was stellt es mit uns als Konsumenten an?

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