Facebook: Die soziale Datenbankzentrale

Veröffentlicht am 22. April 2010 von Anna Friedrich

500 million Unique Visitors im Monat März (comscore) und über 400 Millionen registrierte Nutzer (bald scheint die 500er-Grenze erreicht), die 25 Milliarden Objekte monatlich mit anderen Usern teilen. Facebook regiert die (Netz)Welt. Was aber wäre ein König, der nicht regelmäßig die Regeln in seinem Reich verändert?

Deshalb verkündet Mark Zuckerberg, Chef des Netzwerkgiganten, auf seiner gestrigen Entwicklerkonferenz F8, wie genau sich Facebook weiter öffnen wird und damit die Daten seiner Nutzer (noch) transparenter macht. Sein Claim:

We are building a Web where the default is social.

Die Bezeichnung “Fans” hatte das Netzwerk bereits vor zwei Tagen eliminiert. Mittlerweile können Nutzer Objekte – Seiten, Fotos, Kommentare, Links – “nur” noch loben, was vermutlich auch die Hemmschwelle zum “Like”-Klick verringern soll. Ganz nebenbei erwähnt Zuckerbeg, dass das Gesetz ab, Daten nur für 24 Stunden zu speichern, abgeschafft ist.

Our goal is to use the open graph so people can have instantly social experiences wherever they go.

All das sind wertvolle informationen, nicht nur für unsere “Freunde”, sondern für Unternehmen und Marketiers dieser Welt. Zuckerberg’s abschließenden Sätze klingen alles andere als devot:

The world can be a lot better and we’re going to make it that way. (…) If heaven is where all your friends are, then meet the new St. Peter.

Mit dem “Open Graph Protokoll” könne Facebook eine Milliarde “Likes” innerhalb von 24 Stunden generieren, verspricht Zuckerberg. Jede Website kann über ein Social Plugin den “Gefällt-mir-Knopf” zu integrieren. Besuche ich also eine Homepage, sehe ich gleichzeitig, wer aus meinem Netzwerk welche Artikel bereits gelesen und für gut empfunden hat. Umgekehrt sehe ich auch alle diese “Likes” auf Facebook. Es geht noch weiter: Der Docs gemeinsam mit Mircosoft direkt die Konkurrenzlösung Google-Documents an. Zukünftig, so viel steht fest, werden wir unsere Dokumente nur noch “in der Wolke” verwalten. Facebook, davon ist auch MG Siegler von TechCrunch überzeugt, verändert das Web mit diesen neuen Regeln komplett und er äußert seine Bedenken: 23668_10150180590285484_591250483_12217121_1060345_n

Its claws for pulling in outside content are now razor-sharp. It’s going to be very hard for anyone to escape.

Vielleicht wird Facebook nicht gleich die Weltherrschaft übernehmen, aber immer mehr wird deutlich wie groß die Macht Facebook ist. Jetzt, wo es für jeden von uns selbstverständlich ist, ein Facebook-Profil zu haben, ist die Plattform auch für Marken ein “Must be”.

Eine Antwort zu “Facebook: Die soziale Datenbankzentrale”

  1. Gerhard Baumann

    Laut Deutschland-Vertreter Andreas van de Castel soll Facebook Ende des Jahres bereits 17 Millionen Mitglieder in Deutschland haben. Ich denke, die Macher haben das Negativbeispiel MySpace vor Augen und wollen mit allen Mitteln verhindern, dass das Wachstum nachlässt oder gar aufhört. Und sie haben Erfolg damit. Daher stimme ich zu: Vor einem Jahr hätte man noch gesagt, Facebook sei zu verspielt für Unternehmen. Jetzt kommen sie nicht mehr dran vorbei.

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