Streetview: Einladung zum Niveauverlust

Veröffentlicht am 20. August 2010 von Mark Pohlmann

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Ja, so elaboriert wie Deutschlands Vorzeigewerber kann man sich auch mit dem Thema auseinandersetzen. Muss man aber nicht. Hier mal eine kleine Handreichung zwischen den Blindwütigen und den Verständnislosen.

(1) Nur weil man etwas nicht versteht, muss man nicht dafür sein. Wo kämen wir denn dahin? Wer dürfte dann noch wählen, gegen die Schulreform, den Krieg oder das schlechte Wetter sein? Ich muss hier mal ganz grundsätzlich Partei für die Macht der Ahnungslosen ergreifen – etwas, das sogar für Politiker gilt. So unverständlich das für manchen sein mag, aber das Recht zur Meinungsäußerung erwirbt man sich nicht erst durch den Gebrauch von Google und Twitter. Ich wünsche mir gerade von den Befürwortern radikaler Meinungsdemokratie mehr Freude an der Meinungsverschiedenheit.

(2) Predigt nicht zu den Gläubigen, sondern den Ungläubigen. Lieber Amir, und alle anderen, die vor lauter Selbstgewissheit kaum um die Kurve kommen: Erfolg hat nicht der, der in seinem Wohnzimmer ausruft, dass es keinen Gott gibt, sondern der in die Kirchen geht und die Zweifler besiegt. Das ist aber anstrengender, zugegeben.

(3) Meinungen sind Tatsachen. Es ist eine subtile Angst oder Unwohlsein vor der Veröffentlichung von Privatem, das die Streetview-Zweifler zu Gegnern macht. Auch wenn man die Meinung nicht teilt, sollte man sie als Tatsache anerkennen können. Politiker reagieren auf subjektive Tatsachen. Werber und PRler tun das ja auch. Wir machen alle nur unseren Job. Und werden abgewählt, wenn wir ihn nicht erfüllen.

(4) Macht ist niemals harmlos. Google ist das einflussreichste Unternehmen des 21. Jahrhhunderts. Es vereint soviele Daten und Nutzer wie kein anderes auf der Welt. Ein bisschen Distanz zu einem Unternehmen, das den Machtmissbrauch schon im Selbstverständnis thematisiert (“Don’t be Evil”), ist nie verkehrt. Und von Menschen mit einem intellektuellem Selbstverständnis erst recht nicht.

(5) Empathie schadet nie. Es ist schön für die digitale Bohemè, dass sie der Welt gerne ihre stylischen Quartiere zeigt. Aber was ist mit denen, die sich ihrer Herberge schämen? Oder sie wenigstens nicht öffentlich zeigen wollen? Eine andere Perspektive öffnet manchmal neue Räume.

(6) Streetview ist vollkommen überbewertet. Jetzt mal im ernst: das bisschen verpixelte Hausfassade bringt einen ganzen Hofstaat dazu, so aus der Fassung zu geraten? Wo noch nicht mal Google überbordende Reaktionen zeigt (von einer Zeitungsanzeige einmal abgesehen), sollten wir als Speerspitze des digitalen Fortschritts auch mehr Gelassenheit zeigen. Und hinausgehen und den Menschen zeigen, was das neue Spielzeug denn nun wirklich kann.

19 Antworten zu “Streetview: Einladung zum Niveauverlust”

  1. Andrea

    Danke für diesen Blogpost. Ich hatte den Tweet auch gesehen und mich unglaublich darüber geärgert. Die Wortwahl und diese unsägliche Arroganz.
    Auch alle anderen von Euch angesprochenen Punkte kann ich voll und ganz als Thesen so mit unterschreiben.

  2. Jens Best

    1) Stimmt, Die Ahnungslosen wurden von einigen Journalisten (RP, Bild) unglaublich frech in die Öffentlichkeit gestellt und gefühlt große Teile der Digi-Szene lacht sich meiner Meinung nach unverhaltnismässig lange drüber schlapp. Wenn Ahnungslose sich produzieren kann man da sicher ein wenig belustigt drüber sein, aber man sollte nie vergessen, das selbst diese ihre Meinung halt irgendwie vertreten wollen. Auch wenn es in den eignenen Augen die albernste, gefährlichste oder spiessigste Meinung der Welt ist.

    2)Ich würde sogar noch weiter gehen und eine amerikanische Bemerkung zu dem Thema von Anfang des Jahres aufnehmen: “Stopp evangelizing, start educating” (siehe auch dazu meine Antwort unter Mathias Richels Rant zum Thema Streetview vor ein paar Tagen)

    Raus auf die Strasse, ran an die “Unwissenden” und mit Überzeugung und Offenheit; mit Verständnis und Zwischenzielen des Erkenntnisvermittlung ran an die “Nicht-Digitalen”. In deren Welt, in deren Worten, mit dem Versuch für diese Zugänge zu finden.
    Und es gibt doch wunderbare Tools für Spiesser, verzeihung, besorgte Bürger, wie z.B. fixmystreet oder das deutsche Äquivalent Märker Brandenburg. Denen sollte man natürlich nicht gleich am Anfang mit dem neuen TED-Video mit Microsofts Chef-Map-Developer Blaise Agüera y Arcas kommen. Da kippen die doch gleich richtig aus den Latschen und laufen zu Tante Aigner. step by step, aber bitte nicht im Schneckentempo.

    3) Subjektive Tatsachen aka Meinungen. Schön gesagt. Auch gerne akzeptiert. Aber wenn Menschen die Ohren zuklappen, wenn man versucht die “subjektiven Tatsachen” in einen anderen Kontext zu setzen, um so den Blick zu erweitern und man stösst dort auf Arroganz – dann ist bei mir nach einiger Zeit die Geduld am Ende.
    Meinung gerne, aber wenn der blockierende Mensch “dödelig” auf seiner Meinung beharrt ohne diese wenigstens ergründen zu wollen, dann muss ich nicht davon meine Zukunftsmöglichkeiten negieren lassen. Das ist dann deren passive Gewalt auf der Meinungsebene.

    4)Google hat mit dem Verrat der Netzneutralität gezeigt, dass sie primär an Geld interessiert sind, despite all den guten Dingen, die es prozessual innovativ oder CSR-mässig etc. macht. Ich bin auch, obwohl google-freundlich, irritiert, dass einige Medien und herum-rantende Blogger mich zum Google-Fan machen.
    Mir geht es um das offene Web, das mit einer möglichst geschickten digitalen Ebene der Realität möglichst verschiedene Aspekte unseres Lebens besser, effizienter mit Informationen versorgt. Informationen, auf denen wir Entscheidungen treffen können.

    Wenn das mit einem breiteren Engagement auf zivilgesellschaftlicher Ebene geschehen würde ( s. code for america oder openstreetmap) dann würde mich das sehr freuen. Das ist einer der Gründe, warum die Digi-Szene rausgehen muss und vermitteln statt wie du richtig schreibst mit Arroganz niveaulos auf “die Dummen” einzuschlagen. Das ist aber auch eine Verpflichtung an die Politik. Anstatt die Ängste in der Bevölkerung zu schüren ,sollte zu mehr digitalem Engagement bzw. grundlegender Medienbefähigung durch Selbst-Hand-anlegen an die Bytes das Verständnis gefördert werden.

    5)Empathie ist für mich eine der größten Chancen des digitalen Zeitalters. Das mag im ersten moment komisch klingen. Dadurch aber, dass Informationen jetzt mehr miteinander verknüpfen sind, besteht die Chance, dies als eine neue Ebene der Bildung von Solidarität, von Gemeinschaftssinn zu sehen. Die Digitale Ebene allein ist “kalt”, aber wenn wir sie mit unseren anderen Empfindungsebenen verbinden, kann mehr Gemeinsames als Trennendes gefördert werden. Davon bin ich fest überzeugt. Dieser Punkt kommt aber nicht “von selbst” aus dem Web heraus, er muss engagiert herausgearbeitet werden.

    6) Streetview ist nicht das most-sexy map-tool on the block, aber es ist ein Kristallisationspunkt für das Verständnis der digitalen Ebene der Realität. Das Web ist für die einen Bestandteil der Realität. In diesen Kreisen hat man ein unterschiedliches Verständnis von der Bewertung persönlicher Daten, darüber kann man diskutieren und Absprachen treffen. Dann gibt es aber andere, für die ist, trotz ein wenig email und ebay, das Web immer noch ein anderer Planet, ein “second life”, eine virtuelle Welt irgendwo, aber auf jeden Fall nicht hier und auch erst recht nicht vor ihrer Häuserfassade. Da ist einiges zu tun, um dort zu vermitteln.

    Aber, und damit ende ich, will ich als Initiator der Aktion “Verschollene Häuser” auch klarstellen, dass neben all der Notwendigkeit der Dialogs mit den Andersdenken eine Notwendigkeit besteht, das Digitale nicht durch zuviel Ängste und darauf basierendem politischem Unsinn bedrohen zu lassen.
    Wenn erklärt wird das Häuserfassaden, die im Analogen öffentlich sind, nun im digitalen privat sein sollen, dann muss hier eine Linie gezogen werden. Dann muss es hier auch ggf. Widerstand geben. Datenschutz ist kein Selbstzweck, einige Web-Feinde missbrauchen den wichtigen Begriff Datenschutz um möglichst viel Fortschritt im freien Web zu verhindern, weil es ihre Machtstrukturen angreift, weil sie nicht wollen, was sie nicht kennen und auch nichts mehr kennenlernen wollen.

    Verantwortungsvolle Neugier ist wichtig und muss (selbstkritisch) verteidigt werden.

  3. M. Pört

    “Verantwortungsvolle Neugier”? Du bist nichts andres als der selbsternannte xxxxxxxxxxxxxxx (Anm. gelöscht), Best!

  4. Jens Best

    @M. Pört

    Ihre Erregung in allen Ehren. Aber sie sind unsachlich.

    @all Rest

    jaja, ich weiss, don’t feed the trolls.

  5. M. Pört

    best, ich komm demnächst bei dir vorbei und fotografier’ xxxxxxxxxxx (gelöscht). dein recht am eigenen bild interessiert mich dann auch nicht. hasse kapiert?

  6. Lutz Falkenburg

    Vielleicht sollte ich die Aktion “verschollene Hiren” doch etwas weiter ausbauen – vielleicht schafft diese es dann auch bis in die NYT und ich habe meine 15 Minuten Ruhm :D

    http://www.lfalkenburg.de/2010/08/18/aktion-verschollene-hirne/

  7. G. Socks

    Von einem Kommunikationsprofi wie Jens Best hätte ich zumindest erwartet, dass sein Kommentar kurz, knapp, auf den Punkt und allgemeinverständlich formuliert ist. So bleibt weiterhin der Verdacht, dass es ihm nicht um ein allgemeines Recht auf öffentliche Ansichten geht, sondern schlicht um eine Plattform, die insbesondere seinem Geschäft einen großen Nutzen bringt.

  8. Jens Best

    @ G. Socks

    Wir sind hier doch nicht bei der Bild. Sicher würden mehr lesen, wenn ich auch hier prägnanter schreibe. Ich glube nicht, dass die Aktion “meinem Geschäft” (was immer du dir darunter vorstellst) zuträglich ist. Und das ist auch nicht meine Intention, das sollte hoffentlich rüberkommen, wenn man sich die Mühe macht den etwas langen Text zu lesen.

    Da aber das Feedback der meisten Kritiker oftmals entweder auf so einer Meta-Ebene (kürzere Texte! sonst keine Probleme?) oder einfach nur vulgär drohend kommt, kann ich diese Personen auch leider nicht (zumindest mit einem solchen digitalen Auftreten) ernstnehmen. Das ist nicht verletzend gemeint, aber ich verschwende auch ungern meine Zeit mit Idioten.

  9. Igor F.

    1) Deshalb haben wir auch eine _repräsentative_ Demokratie. Die Ahnungslosen dürfen wählen, aber die Entscheidungen sollen (so das Ideal) Informierte treffen.

    2) Das wird auch gemacht. Leider sitzen die Ahnungslosen am längeren Hebel, z.B. in Ministerien.

    3) Meinungen können verändert werden. Das unterscheidet sie von anderen Tatsachen, wie z.B. Form der Erde. Mit der muss man sich abfinden, gegen Meinungen kann man etwas unternehmen.

    4) Einerseits: Ja. Anderseits: Ist Google schon deshalb verdächtig, weil es “Don’t be evil!” als Firmenmotto hat?

    @Jens Best: Welcher “Verrat”? Der Vorschlag von Google/Verizon gerade garantiert die Netzneutralität, wo die Ressourcen (Bandbreite) nicht knapp sind. Dass man beim Radio-Spektrum, wo die Bandbreite knappes Gut ist, Kompromisse eingehen muss, sollte einleuchtend sein.

    5) Gilt auch umgekehrt. Was ist mit denen, die sich einen Urlaub in Paris (oder wo auch immer) nicht leisten können? Die in fremden Städten zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind? Die ein visuelles Gedächtnis haben und sich eher nach Landmarken als anhand des Stadtplans orientieren?

    6) Ja. Und weshalb beschäftigt es die Regierung, Datenschützer und Massenmedien?

  10. kogentis

    Das Google Street View Sommerlochtheater – Deutschland einig Pixelland…

    (Quelle: verpixelter Fernsehturm Berlin, Germany)…

  11. Mark Pohlmann

    Hallo in die Runde,

    danke für das überwiegend wunderbar konstruktive Feedback. First things first: Beleidigungen jeder Art werden nicht geduldet und gelöscht. Dass das solange gedauert hat, ist dem Wochenende zuzuschreiben.

    @ Jens Best: ich habe großen Respekt vor dem Engagement, und auch ich freue mich darauf, dass Streetview nach Deutschland kommt. Aber ich mag dieses reflexhafte Vorverurteilen nicht (besorgte Bürger = Spießer). Das gilt aber für beide Seiten. Es ist nunmal so in einer Demokratie, dass beide Seite das Recht auf Berücksichtigung haben. Ich habe wirklich immer noch große Hoffnungen, dass mit dem Internet auch eine neue Diskussionskultur entsteht. Leider sehe ich die selbsternannte digitale Avangarde hier überhaupt nicht in Führung, sondern schon vor dem Start in Stellungskämpfen verstrickt. Umso mehr wünsche ich deiner Plattform viel mehr Wahrnehmung!

    @igor F: eine feine Replik. Ja, Meinungen können verändert werden. Aber eben nicht mit auf-die-Fresse-hau Rhetorik. Wäre toll, wenn mehr Menschen ihre Abneigung gegen eine verrohte Sprache äußerten. Und Du verwechselt m.E. Tatsachen mit Fakten (Erde=Kugel). Tatsache ist, was unser Handeln bestimmt. Fakten sind nur eine Inspiration.

  12. mediaclinique | ralf schwartz

    Selbstversuch: 21 Tage mit @AmirKassaei…

    Am 30. Juli begann ich meine 3 Wochen mit @AmirKassaei: “Mein #ff today: @AmirKassaei – Denn nur wer sich reibt, der bleibt! ;) ” Schon lange hatte ich davon geträumt, Amir zu folgen, denn natürlich war ich schon immer Fan, hatte……

  13. Jens Best

    Hola Mark,

    ich verurteile keinen Bürger persönlich. Ich bin überzeugt, dass es Menschen gibt, die aufgrund schlimmer Erfahrungen am liebsten garniemanden vor ihrem Haus sehen wollen. Diese Ängste kann ich ihnen nicht nehmen, aber diese (individuellen) Ängste dürfen auch nicht Grundlage sein, den als öffentlich anerkannten Raum einzuschränken. Im digitalen Zeitalter gilt dies off- wie online.

    Ich bezweifle aber, dass die meisten, die bei Google widersprechen, von inneren Ängsten getrieben sind. Vorurteile, Fehlinformation und das was ich verkürzt als “Haltung des Deutschen Michels” beschreibe spielt sicher bei vielen auch eine Rolle. Für eine solche Haltung habe ich kein Verständnis.

    Während in der ersten Gruppe ein Nicht-Fotografieren denkbar wäre, haben die Ignoranten auch nicht ansatzweise das Recht uns das Fotografieren im öffentlichen Raum abzusprechen. Der Hetze einiger Politik und Medien ist es geschuldet, dass es jetzt schwierig ist diese Motivationen auseinanderzuhalten. Die Brandstifter sind nicht wir von der Aktion “Verschollene Häuser” sondern diejenigen die gesellschaftliche Gestaltung mit Hetzparolen und Unsachlichkeit betreiben wollen.

    Digitale Avangarde kann von mir aus Grabenkämpfe haben, ist vielleicht auch gut so. Mir geht es langfristig um die Möglichkeit einer besseren Gesellschaft durch aufgeklärtere Menschen, die die digitalen Werkzeuge benutzen, um gemeinsam zu wirken.

    Beste Grüsse

    Jens Best

  14. Lutz Falkenburg

    Nein, Herr Best würde NIEMALS jemanden persönlich verurteilen, der folgende Tweet ist wahrscheinlich auch gar nicht von Ihm: http://twitter.com/jensbest/status/21847971716 ansonsten muss Herrn Best Recht geben, jeder sollte sein Recht auch digitale Öffentlichkeit einfordern. Daher sage ich ja auch öffentlich meine Meinung und lasse Sie mir von Herrn Best nicht verbieten. Toleranz, Respekt und Sachlichkeit würden Ihnen meiner Meinung gut zu Gesicht stehen Herr Best.

    Zur eigentlichen Diskussion – der Datenschutz ist soweit erodiert, dass er faktisch kaum noch vorhanden ist also sollten wir uns um die wichtigere Dinge kümmern und nicht jedem Spinner, der seine 15 Minuten Ruhm jagt eine Plattform bieten.

  15. Amir Kassaei

    Also, der Reihe nach:

    1. Ja, der Ton war vielleicht nicht richtig. Aber es war auf dem selben unterirdischen Niveau mit dem die Politiker dieses Landes teotz ahnungslosigkeit und aus reinem populismus eine Hetze betreiben.

    2. Wenn man schon als Ritter und Retter der Privatsphäre auftrten will, dann solltean auch gegen alle vorgehen. Die Liste ist sehr lang: Schufa, GEZ, kreditkartenunternehmer, telekommunikationsfirmen.
    3. Man sollte auch den leuten reinen wein einschenken und sagen dass man mit google maps auf einen meter genau auf jedes haus blicken und mit passenden geodaten jeden mieter und besitzer kennt.

  16. Mark aus Hamburg

    Vielen Dank für diesen wunderbaren, präzisen Beitrag!

    Ich bin GEGEN Google Street View, doch dieser Artikel hier ist scheinbar die einzig kühle und vernünftige Stimme inmitten der wilden Wogen der World Wide Depps! ;0)
    Wirklich gut.

  17. 50hz

    1.) Amir spricht explizit Politiker an. Die sind entweder vom Fach und in sofern hoffentlich informiert oder nicht und halten sich dann bitte – in ihrer Funktion als Politiker – aus der Sache raus.
    Und außerdem: Nicht ganz blöde Leute reden sich seit gefühlten Jahrzehnten den Mund fusselig, man möge sich seitens der Politik doch mal mit diesem Interdings mal befassen. Sorry. Für Mitleid mit Bornierten habe ich keine Zeit.
    2.) Recht haste! Mach ich doch! Und Amir bestimmt auch.
    3.) Hmm. Und woher kommt diese subtile Angst? Warum bricht sie gerade bei diesem Thema so extrem hervor? Ich bin überzeugt, dass das vor allem an dem schon lange zu beobachteten sachlich kaum nachvollziehbaren Gestichel gegen die Datenkrake seitens polemisierender Politiker und beleidigter Medienhäuser liegt.
    4.) Pruuust! Was für ein Unsinn. Google ist nicht eben unwichtig. Aber bezogen auf seinen gesellschaftlichen Einfluss maßlos überschätzt. Nur mal so: Wenn die Wettbewerbshüter Microsoft ließen, dürfte das Basisgeschäft von Google binnen kurzer Frist zu halbieren sein. Und außerdem: Schau Dir mal Umsatz, Gewinn und vor allem Zahl der Mitarbeiter von ein paar internationalen Konzernen an.
    5.) Das kann und darf kein Thema sein. Es geht um die Einschränkung der Panoramafreiheit. Meine Meinung: Es gibt eine definierte Grenze (Hauswand), die sich bewährt hat und nicht angetastet werden sollte. Sonst droht der Dammbruch.
    6.) Stimmt. Gerade deshalb ist es doch so absurd, dass Politik und Medien jetzt Google wahlweise zerschlagen oder sozialisieren wollen.

    P.S.: Ich bin eher kein Fan von Amir.

  18. Igor F.

    @Mark Pohlmann: Du verwechselst m.E. “verwechseln” mit “vermengen” ;-)

    Aber zurück zum Thema: Wenn die Debatte jetzt im “auf-die-Fresse-hau” Ton geführt wird, dann liegt es nicht zuletzt an unseren Daten- und Verbraucherschützern. Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar hat schon vor vier Monaten behauptet, schon die Aufzeichnung von WLAN SSIDs, die Google betreibe, sei “rechtswidrig”. Als Privatperson würde ich mir nicht gefallen lassen, als Krimineller bezeichnet zu werden und finde es erstaunlich, mit welcher Ruhe Google die ganze Kampagne hinnimmt.

    Ich glaube, Street View dient den Fadenziehern im Hintergrund nur als Vorwand, um Massen für ihre Zwecke zu mobilisieren. Medien stinkt Google News. Verlage fühlen sich durch Google Books bedroht. Politiker haben bei den letzten Wahlen gemerkt, dass Datenschutz und Internet Wählern wichtig sind (siehe Piratenpartei) und wollten das Stasi 2.0- und Zensursula-Image los werden. Durch den Kampf gegen Street View profilieren sie sich auf einmal als die Guten.

    Um es klar zu stellen: Ich glaube gerne, dass es berechtigte Gründe geben könnte, bestimmte Gebäude (Kaserne? Kraftwerke?) zu pixeln und würde es begrüßen, wenn die Debatte sachlicher wäre. Aktuell geht es eher um Persönlichkeitsrechte für Gartenzwerge (um bei der “auf-die-Fresse-hau-Rhetorik” zu bleiben).

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