Archiv für September 2010

Markengeflüster

Veröffentlicht am 20. September 2010 von Anna Friedrich | Allgemein, Bloggerei, Medien 2.0, Themenmanagement, Werbung

What’s true at cocktail parties is also true in marketing i.e. If you want to be boring, talk about yourself. If you want to be interesting, talk about something else.

Hugh McLeod’s “Cocktail Party Rule” trifft es auf den Punkt. Eine Marke ist nur dann interessant, wenn sie Gesprächsanlässe schafft, nicht jedoch sich selbst zum Inhalt der Diskussionen macht. So definiert sich das Paradeexempel Zappos über Glück (Happiness) und nicht über Schuhe, dem eigentlichen Verkaufsstoff. limango (MAVENS-Kunde) macht das Einkaufen auf der Plattform zum Shopping-Erlebnis für Frauen, z.B. über die DaWanda-Anbindung, über die Shopperinnen passend zum Marken-Schnäppchen handgefertigte Accessoires angeboten bekommen.

Doch viele Unternehmen verstehen noch immer nicht viel davon, ihre Botschaft anders als in Werbebudgets zu verpacken. In Zeiten des Web 2.0 vertreiben Sie ihre Konsumenten mit billigen Werbebotschaften mehr, als dass sie sie überzeugen. Das sieht Amir Kassai ähnlich:

Man kann die Kunden heute nicht mehr verarschen. Ein schlechtes Produkt hat es heute viel schwerer, einen Markt zu finden. Und das ist auch gut so.

Das ist nicht neu. Medien, Blogger und Agenturen gleichermaßen predigen schon seit Jahren, die neue Macht des Konsumenten ernst zu nehmen. Der Schlüssel liegt nicht darin, die Verbraucher von der Einmaligkeit des Produkts oder der Dienstleistung zu überzeugen. Im Gegenteil: Sie wollen Spannendes, Aufregendes, Leidenschaftliches hören. Geschichten, die sie weitererzählen können und KEINE 08/15 Werbesprüche mit Pseudo-Botschaften von Daniela Katzenberger oder Boris Becker. Journalisten wie auch Konsumenten erzählen die Geschichte weiter, wenn sie gut ist. So auch MIT-Professor Henry Jenkins: If it doesn’t spread, it’s dead.


Tom Fishburne, Zeichner dieser fantastischen Karikatur, verweist auf die Unterteilung der Medien in bezahlte, verdiente, eigene und selbst geschaffene Berichterstattung (Einheiten, über die sich interaktive Marketingagenturen wie TBWA definieren). Klar: jedes Unternehmen will Geld sparen und fordert “kostenloses” Marketing in Form von PR – gleichzeitig ist diese Verwechslung das größte und schlimmste Missverständnis aller Zeiten. Ein Bericht in den Medien kann niemals ähnliche Wirkung und Bedeutung haben wie bezahlte Berichterstattung bzw. Werbeanzeigen. Marken, die ohne Budget in die Medien gelangen wollen, sollten statt dessen darüber nachdenken, welche Themen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit – optimalerweise im positiven Sinne – erregen könnten.

Selbstkreierte Medien sind ähnlich und verglichen zu bezahlten sehr viel bedeutsamer für das Marken-Image: Über eigene Kanäle sollte das Unternehmen Themen für die Konsumenten aufgreifen, die nicht direkt mit dem Brand in Verbindung stehen. Der Dialog mit den Kunden zu Themen, die auf die Marke zurückfallen, seht im Vordergrund. Wer mehr investiert, darf gleichzeitig nicht glauben, dass auch ein besseres Ergebnis dabei rumkommt. Generell geht es um eine kreative Idee, die muss nicht unbedingt viel kosten. Wunder können Medien dabei nicht bewirken – die Geschichte muss berichtenswert sein. Media is just an accelerant, betont Fishburne. Wie sich die Medientypen genau unterscheiden, darüber gibt Forrester einen guten Überblick:

Liebe geht durch den Mac…

Veröffentlicht am 13. September 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Was ich mag, das teile ich meinem Freundeskreis gerne mit. Das ist das Prinzip des Mitmach-Webs. “Gleich und gleich gesellt sich gern”, das dachten sich auch die Macher der Dating-Seite Cupidtino für Apple- und Mac-Lover. Die vier Gründer – selbsternannte Apple-Freaks – sind überzeugt: Mac- bzw. Apple-Fans teilen ähnliche Interessen. Ihr Lebensstil orientiert sich in der Tag an Werten wie Schönheit, Eleganz und Einfachheit. Damit liegt der Verdacht nahe, dass Wunschpartner ebenfalls Liebhaber des Apfel-Symbols sein könnte.

So haben Mitglieder beispielsweise häufig den Lieblingssong Viva la Vida von Coldplay oder Bad Romance von Lady GaGa gemeinsam. Zu den am häufigsten genannten Lieblingsfilmen zählen Avatar und Star Trek, die liebsten iPhone Apps sind Facebook, Twitter und Shazam.

Wichtiger Faktor ist die Exklusivität der Community – nur registrierte Mac-Nutzer dürfen sich anmelden. Mit bereits 30.000 Nutzern legt die Seite im Stil der Apple-Homepage einen guten Start hin. Bisher sind gut 55 Prozent der User Amerikaner, Deutschland folgt im Ranking direkt auf Platz zwei der Top-Länder.

Interessant auch das Finanzierungssystem. Die Anmeldung auf der Plattform ist kostenlos, ebenso der Versand von Nachrichten sowie deren Antworten darauf. Lediglich für das Lesen empfangener Nachrichten (ohne Selbstinitiative) zahlen Mac-Maniacs $4.79. Mit der geplanten iPhone App wäre ein Lokalisierungsdienst für die Mac-Singles ein spannendes Gimmick à la aka-aki!