Elefanten sind die echten Networker

Veröffentlicht am 27. Juli 2011 von Anna Friedrich

Die Zirkuselefantin Rosie ist im Film “Wasser für die Elefanten” best friends mit Dompteurin Reese Witherspoon und Tierpfleger Robert Pattinson.
Das ist gar nicht so weit hergeholt. Denn: Elefanten ähneln den Menschen mehr als gedacht. Oder umgekehrt? Eine Studie der Universität von Pennsylvania will belegen, dass Elefanten menschenähnliche Beziehungen pflegen, die sie ihr Leben lang nicht vergessen. Nach dem Prinzip der sozialen Netzwerke halten sie sich in kleinen Herden um die Weibchen und Jungtiere herum auf, lediglich das männliche Geschlecht wandert umher.

Laut Studienleiterin Dr. Shermin de Silva sind die Herden miteinander verbundene soziale Gruppierungen, die sich gegenseitig über lange Distanzen hinweg anhand von Rufen und Gerüchen orten. Sie erklärt weiter erklärt sie:

So the “herd” of elephants one sees at any given time is often only a fragment of a much larger social group. Our work shows that they are able to recognize their friends and renew these bonds even after being apart for a long time.

Wie auch in der Menschenwelt gibt es “Social butterflies”, die häufig ihre Bekannten wechseln, und solche, die lieber mit einem festen Kreis abhängen. Nur 16 Prozent der untersuchten Elefanten wechselten die bevorzugten “Top 5″ ihrer Freunde. Und: Statt wahlloser Kontakte bevorzugen auch Elefanten ganz bestimmte Artgenossen. Tiere mit weniger Freunden sind darüber hinaus ihren Kumpanen treuer als diejenigen mit zahlreichen Kontakten. Auch, so die Studie, vergessen sie nie die Nase – ähm den Rüssel – des Gegenübers und erkennen damit auch verloren gegangene Freunde wieder.

Die Herdenfunktion dient dem sinnvollen Zusammenhalt, beispielsweise zur Trockenzeit, wenn Wasser und Nahrung knapp werden. Zum Kampf ums pure Überleben beziehen die Rüsseltiere auch entferntere Bekannte mit ein in die Gruppe. Diese überraschenden sozialen Beziehungen zeigen einmal mehr, dass Google+, Facebook und Twitter im Grunde ein Bedürfnis unserer Evolution abbilden. Aus ihnen ergibt sich auch der Wunsch nach Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit und Anerkennung sowie Mitteilungsbedürfnis bei Tieren wie bei Menschen.

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