Die Weisheit der Vielen: Schwarzfahren 2.0

Veröffentlicht am 03. August 2011 von Anna Friedrich

Knapp 7.000 Fans sind es schon: auf der Facebook-Seite Schwarzfahren Hamburg warnen sich Smartphone-Nutzer gegenseitig vor Kontrollattacken. Während die einen die Weisheit der Vielen im Web nutzen, um sich vor dem Kauf eines Fahrscheines in den Hamburger S- und U-Bahnen sowie Bussen zu drücken, ärgern sich die anderen: die Kontrolleure des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) ärgern sich. Doch, auch wenn es indirekt Reklame fürs Schwarzfahren ist, sind die Initiatoren der Seite rechtlich auf der sicheren Seite.

Eine Sprecherin des HVVs appelliert an den Menschenverstand der Allgemeinheit, indem sie darauf hinweist, dass Schwarzfahren am Ende von den ehrlichen Fahrgäste und Steuerzahlern mitfinanziert wird. Gleichzeitig empfindet sie die Internetwarnungen nicht als bedrohlich. Bei mehreren hundert Prüfern könne auch eine Facebook-Gruppe nicht den Überblick behalten.

In München tauschen sich auf MVV Blitzer knapp 14.000 Menschen zu den Kontrollgängen in der bayrischen Landeshauptstadt aus, in Berlin tut es ihnen die neugegründete Schwarzfahren Berlin-Seite gleich. Die Münchner Verkehrsbetriebe sehen den “Blitzer”-Melder ebenfalls gelassen, da die MVV-Mitarbeiter ständig ohne Muster Linien und Richtung wechseln. (Quelle: Tagesspiegel)

Noch sind das keine schädlichen Ausmaße, nein. Aber das Phänomen zeigt, wie einfach es ist, sich als Gruppe “für” oder “gegen” etwas zu organisieren. Und am Ende entscheidet nicht, was recht und unrecht ist, sondern die Mehrheit.

Eine Antwort zu “Die Weisheit der Vielen: Schwarzfahren 2.0”

  1. Hubert Jäger

    Am Ende entscheidet die Mehrheit, das klingt doch nach Demokratie ;-)

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