Archiv für September 2011

Nikon-Shitstorm auf Facebook: First know your product, then post!

Veröffentlicht am 29. September 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Themenmanagement

Jede Marke fürchtet genau das, was Nikon heute auf seiner Facebook-Fanseite erlebt. Ein offenbar wenig bis gar nicht fotografie-affiner Mitarbeiter einer vermutlich externen Agentur wollte die Fans nach den persönlichen Nikon-Lieblingsobjektiven fragen. Nur führt er diese Frage mit einem sehr unglücklich gewählten Statement ein:

Wer die Aufregung anhand der mehr als 3.000 Reaktionen noch nicht versteht: Allein die Aussage, dass ein guter Fotograf an der Qualität seines (teuren) Equipment zu messen ist, ist eine schiere Beleidigung für Hobby- wie auch professionelle Fotografen – und das aus dem Munde eines der größten Kamerahersteller.

In Wirklichkeit geht es nicht um die Technik, die dahinter steht. Das ist selbsterklärend und sollte selbst einem Praktikanten klar sein. Ein gutes Foto entsteht dann, wenn der Kameramann Objekt und Umgebung gekonnt in Szene stellt und ein Auge für den richtigen Moment hat. Das weiß auch Fotograf Chuck Miller, der in seinem Blog seine Enttäuschung über Nikon äußert.

Krisen-PR bekommt in Zeiten von Social Media Shitstorms eine völlig neue Dimension. Nikon reagierte mit einer Entschuldigung, beteuernd, es ginge doch nur darum, herauszufinden, mit welcher Ausstattung die eigenen Fans tolle Pics schießen. Wie Community Manager eine derartige Eskalation der Fanbase verhindern können?

1. Kennt Euer Produkt und dessen Enthusiasten.
2. Seid engagiert! Reagiert nicht nur, sondern stellt Fragen, um Eure Fans kennen zu lernen und mit Ihnen zu interagieren.
3. Seid leidenschaftlich. Nichts verprellt mehr, als ein Community-Team, dass weder Lust noch Freude am Dialog hat.
4. Bleibt auf dem Laufenden. Was ist der neueste Hype in der Branche? Wo ist der “heiße Scheiß”?
5. Postet regelmäßig, wenngleich auch nicht zu oft. Eine Facebook-Seite, die einen Monat lang inaktiv ist, interessiert keinen Menschen und positioniert die Marke negativ.
6. Der Name lautet SOCIAL Media. Auf Plattformen menschelt es also. Zwar ist es ein absoluter Fail, die Fans wie im Falle von Nikon zu beleidigen. Doch suchen Eure Fans das Persönliche, keine Maschine.
7. Postet relevante Beiträge – kein Spam. Die Themen müssen für Zielgruppe und Unternehmen gleichermaßen attraktiv sein.

Wer dies nicht tut, verliert nicht nur treue Fans, sondern als Agentur auch gute Kunden. Zu allen Punkten gehört die allgemein gültige Regel: Do what you sell!

Das MAVENS-Team freut sich darüber, unter anderem bei Lumix einen besseren Job zu machen.

Hell no. Amen.

Veröffentlicht am 15. September 2011 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Storytelling, Web 2.0, Werbung

Amen ist das neu gehypte Start-up aus Berlin. Die App erinnert an einen virtuellen Schulhof: man äußert seine Meinung zu einer Person, einem Ort oder aber einer Sache. Ganz banal nach dem “Hot or not”-Prinzip segnen die Kontakte im Netzwerk diese mit “Amen” ab oder sie wiedersprechen mit dem “Hell no!” Button.

Aus den Bewertungen wird eine persönliche Topliste generiert, die das Leben offenbar vereinfachen soll. Ziel sei ”Quoten für alle Themen der Menschheit” zu etablieren. Der Titel des Welt-Artikels: Die Welt ist voller Flops. Amen fasst den Zweifel über die Notwendigkeit gut aus. Andererseits: Wer hätte vor vier Jahren geglaubt, dass Twitter sich derart mainstreamig entwickelt?

Das Potential für Marken und Unternehmen ist durchaus vorhanden. Bei großer Nutzerschaft könnte sich Amen zu einer reinen Statistikdatenbank entwickeln, deren Daten teuer verkäuflich sind. Nichts ist wichtiger, als zu wissen, welche Produkte, welche Hersteller, welche Hypes die jeweiligen Märkte gerade dominieren, wie hier im Beispiel der derzeit uncoolsten Fashiontrends. Und nichts ist einfacher, als eine Vorliebe über “Ja/Nein” bzw. “Richtig/Falsch” auszudrücken – ohne komplizierte Kommentare und Optionen.

Gleiches gilt für die Gastronomie, die über die “Places”-Funktion, die im übrigen mit Facebook-Places und/oder Foursquare verbunden zu sein scheint. Beim Klick auf “Places” kennt das System bei aktivierter Ortungsfunktion sofort den Namen der Location.

Ich teile, also bin ich.

Veröffentlicht am 15. September 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Diese übersichtliche Studie entspringt einer Befragung von über 9.000 Konsumenten ab dem Alter von 15 Jahren. Initiator Steven van Belleghem hat auch das Buch The Conversation Manager geschrieben und beansprucht die Repräsentativität seiner Ergebnisse für Länder wie Europa, USA und Australien repräsentativ sind. Einige Fakten können wir auch aus der eigenen Praxis bestätigen:

  • Das Twitter-Paradoxon: 80 Prozent kennen Twitter, aber nur 16 benutzen es.
  • Über 50 Prozent der Nutzer von Social Networks sind mit Marken verbunden.
  • Die Markenerfahrung offline sind der Hauptanlass, um online mit der Marke in Kontakt zu treten.
  • Menschen “liken” Seiten auf Facebook, weil sie das Produkt mögen, nicht aufgrund der Werbung.
  • 36 Prozent haben bereits Inhalte zu einer Marke auf Social Networks geposted.
  • Konsumenten wollen mitentscheiden: 44 Prozent wollen bei dabei sein beim Finden bzw. Verändern von (neuen) Produkten und Werbemaßnahmen.
  • Positive Erlebnisse veranlassen eher zur Online-Konversation als negative.
  • Menschen mögen Menschen, die sie kennen – deshalb verhalten sich Marken als seien sie einer von ihnen.
  • Weiterer Motivator zum connecten sind Informationen zu Produkten und Marken.

Whose space is MySpace?

Veröffentlicht am 05. September 2011 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 2.0

Myspace hat innerhalb kürzester Zeit die Mitgliederzahl auf 40 Millionen halbiert und ringt ums Überleben. Unter dem neuen Mutterkonzern Specific Media und mit Justin Timberlake als Werbezugpferd soll die Online-Community zum “It”-Netzwerk der Musikszene werden. Ob die geschrumpfte Community noch eine Chance hat? Man bezweifle die Ziele und schmunzle derweil über den Gedanken eines Vintage Social Networks: