Kleine neue Welt: Über vier Facebook-Ecken

Veröffentlicht am 22. November 2011 von Anna Friedrich

Die Gesellschaft rückt im Zeitalter der digitalen Kommunikation zusammen, so die neuesten Statistiken. Psychologe Stanley Milgram fand in den 60ern in seinem berühmten “Small World Experiment” das Phänomen, dass jeder jeden über sechs Ecken kennt (“Six Degrees of Separation”).

Heute sind es laut Facebook Social Graph nur noch vier Ecken. Das ist das Resultat der Untersuchung von 721 Millionen aktiven Facebook Nutzern und damit 10 Prozent der Weltbevölkerung – dato die größte Studie zu sozialen Netzwerken überhaupt, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Universität von Mailand. Die Forscher untersuchten, wie viele Freunde die einzelnen User jeweils haben und stellte fest, dass die Verteilung sich deutlich von den vorangegangenen Studien zu sozialen Netzwerken unterscheiden. Des weiteren fanden sie heraus, dass der Bekanntheitsgrad zwischen zwei Facebook-Nutzern deutlich größer ist.

Spannend ist der Grad der kumulierten Verteilung egal welches Social Networks. Die Grafik zeigt, wie viele Menschen weniger Freunde haben als eine bestimmte Anzahl an Freunden. Die Grafik zeigt: 10 Prozent haben weniger als 10 Freunde, 20 Prozent haben weniger als 25 und 50 Prozent haben mehr als 100 Freunde. Durchschnittlich hat jeder 190 Freunde. Zwar sieht die obige Verteilung bereits recht ungleich gewichtet aus, allerdings ergaben frühere Messungen noch sehr viel größere Differenzen.

Über vier Handschläge….

Diese Darstellung zeigt: 99.6 Prozent der Userpaare sind über fünf Grade (6 “Sprünge”) miteinander verbunden, 92 Prozent über nur vier Grade (5 “Sprünge”). Mit dem Wachstum von Facebook stiegen offenbar auch die Verbindungen der Weltbevölkerung – logischerweise. Während 2008 noch 5,28 “Sprünge” zwischen Bekanntschaften lagen, sind es nur noch 4,74.

Zudem zeigt die Studie, dass 84 Prozent aller “Freundschaften” zwischen Nutzern der selben Länder existieren. Cluster bestehen zudem zwischen Menschen, die sich ähnlich sind hinsichtlich der Anzahl der Freunde und des Alters. Überraschend, wie das Facebook Data Team findet: auch unter den 60-Jährigen zeigt sich ein sehr ähnliches Alter zum eigenen Freundeskreis im sozialen Netzwerk (vermutlich nur entsprechend eine geringere Anzahl an Freunden insgesamt?).

Der Status Quo auf Facebook ist also perfekt. Perfekt nicht nur aus Sicht der User, die sich hier mit Gleichgesinnten connecten. Sondern auch für die Dinge (Marken, Produkte), die sie lieben. Was sie mögen (“liken”) und im sozialen Netzwerk öffentlich zeigen, das werden höchstwahrscheinlich auch ihre Freunde und Bekannte bevorzugen. Empfehlungen sind besonders sinnvoll und zielgruppengerecht, schließlich bewegt man sich ja stets in den eigenen Kreisen.

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