Archiv für 2011

Stay hungry (stay foolish)

Veröffentlicht am 12. Oktober 2011 von Anna Friedrich | Themenmanagement, Web 2.0

Es ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Steve Jobs war ein Genie und wir alle trauern um ihn. Er hat schnell erkannt, dass es bei Produkten darauf ankommt, eine kritische Masse zu begeistern, um einen Hype auszulösen – ein MAVENS-Prinzip. Sein Tod macht ironischerweise das iPhone 4S zum Verkaufsschlager und Apple damit ein Stück weit reicher.

Seine 13 besten Weisheiten, dir wir uns merken sollten, hat unter anderem Businessinsider treffend zusammengefasst. Darunter auch das berühmt berichtigte “Stay hungry, stay foolish”, welches auch zweideutig verstanden werden kann.

All den Lobeshymnen auf Steve zum Trotz: Wer seine Botschaften richtig verstanden hätte, wüsste, dass die Trauer um seine Person nicht sein letzter Wille gewesen wäre. Ein Leben lang engagierte er sich selbst für wohltätige Zwecke und gründete eine eigene Charityorganisation. Auch er hätte also diese Wahrheit unterschrieben:

Nikon-Shitstorm auf Facebook: First know your product, then post!

Veröffentlicht am 29. September 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Themenmanagement

Jede Marke fürchtet genau das, was Nikon heute auf seiner Facebook-Fanseite erlebt. Ein offenbar wenig bis gar nicht fotografie-affiner Mitarbeiter einer vermutlich externen Agentur wollte die Fans nach den persönlichen Nikon-Lieblingsobjektiven fragen. Nur führt er diese Frage mit einem sehr unglücklich gewählten Statement ein:

Wer die Aufregung anhand der mehr als 3.000 Reaktionen noch nicht versteht: Allein die Aussage, dass ein guter Fotograf an der Qualität seines (teuren) Equipment zu messen ist, ist eine schiere Beleidigung für Hobby- wie auch professionelle Fotografen – und das aus dem Munde eines der größten Kamerahersteller.

In Wirklichkeit geht es nicht um die Technik, die dahinter steht. Das ist selbsterklärend und sollte selbst einem Praktikanten klar sein. Ein gutes Foto entsteht dann, wenn der Kameramann Objekt und Umgebung gekonnt in Szene stellt und ein Auge für den richtigen Moment hat. Das weiß auch Fotograf Chuck Miller, der in seinem Blog seine Enttäuschung über Nikon äußert.

Krisen-PR bekommt in Zeiten von Social Media Shitstorms eine völlig neue Dimension. Nikon reagierte mit einer Entschuldigung, beteuernd, es ginge doch nur darum, herauszufinden, mit welcher Ausstattung die eigenen Fans tolle Pics schießen. Wie Community Manager eine derartige Eskalation der Fanbase verhindern können?

1. Kennt Euer Produkt und dessen Enthusiasten.
2. Seid engagiert! Reagiert nicht nur, sondern stellt Fragen, um Eure Fans kennen zu lernen und mit Ihnen zu interagieren.
3. Seid leidenschaftlich. Nichts verprellt mehr, als ein Community-Team, dass weder Lust noch Freude am Dialog hat.
4. Bleibt auf dem Laufenden. Was ist der neueste Hype in der Branche? Wo ist der “heiße Scheiß”?
5. Postet regelmäßig, wenngleich auch nicht zu oft. Eine Facebook-Seite, die einen Monat lang inaktiv ist, interessiert keinen Menschen und positioniert die Marke negativ.
6. Der Name lautet SOCIAL Media. Auf Plattformen menschelt es also. Zwar ist es ein absoluter Fail, die Fans wie im Falle von Nikon zu beleidigen. Doch suchen Eure Fans das Persönliche, keine Maschine.
7. Postet relevante Beiträge – kein Spam. Die Themen müssen für Zielgruppe und Unternehmen gleichermaßen attraktiv sein.

Wer dies nicht tut, verliert nicht nur treue Fans, sondern als Agentur auch gute Kunden. Zu allen Punkten gehört die allgemein gültige Regel: Do what you sell!

Das MAVENS-Team freut sich darüber, unter anderem bei Lumix einen besseren Job zu machen.

Hell no. Amen.

Veröffentlicht am 15. September 2011 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Storytelling, Web 2.0, Werbung

Amen ist das neu gehypte Start-up aus Berlin. Die App erinnert an einen virtuellen Schulhof: man äußert seine Meinung zu einer Person, einem Ort oder aber einer Sache. Ganz banal nach dem “Hot or not”-Prinzip segnen die Kontakte im Netzwerk diese mit “Amen” ab oder sie wiedersprechen mit dem “Hell no!” Button.

Aus den Bewertungen wird eine persönliche Topliste generiert, die das Leben offenbar vereinfachen soll. Ziel sei ”Quoten für alle Themen der Menschheit” zu etablieren. Der Titel des Welt-Artikels: Die Welt ist voller Flops. Amen fasst den Zweifel über die Notwendigkeit gut aus. Andererseits: Wer hätte vor vier Jahren geglaubt, dass Twitter sich derart mainstreamig entwickelt?

Das Potential für Marken und Unternehmen ist durchaus vorhanden. Bei großer Nutzerschaft könnte sich Amen zu einer reinen Statistikdatenbank entwickeln, deren Daten teuer verkäuflich sind. Nichts ist wichtiger, als zu wissen, welche Produkte, welche Hersteller, welche Hypes die jeweiligen Märkte gerade dominieren, wie hier im Beispiel der derzeit uncoolsten Fashiontrends. Und nichts ist einfacher, als eine Vorliebe über “Ja/Nein” bzw. “Richtig/Falsch” auszudrücken – ohne komplizierte Kommentare und Optionen.

Gleiches gilt für die Gastronomie, die über die “Places”-Funktion, die im übrigen mit Facebook-Places und/oder Foursquare verbunden zu sein scheint. Beim Klick auf “Places” kennt das System bei aktivierter Ortungsfunktion sofort den Namen der Location.

Ich teile, also bin ich.

Veröffentlicht am 15. September 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Diese übersichtliche Studie entspringt einer Befragung von über 9.000 Konsumenten ab dem Alter von 15 Jahren. Initiator Steven van Belleghem hat auch das Buch The Conversation Manager geschrieben und beansprucht die Repräsentativität seiner Ergebnisse für Länder wie Europa, USA und Australien repräsentativ sind. Einige Fakten können wir auch aus der eigenen Praxis bestätigen:

  • Das Twitter-Paradoxon: 80 Prozent kennen Twitter, aber nur 16 benutzen es.
  • Über 50 Prozent der Nutzer von Social Networks sind mit Marken verbunden.
  • Die Markenerfahrung offline sind der Hauptanlass, um online mit der Marke in Kontakt zu treten.
  • Menschen “liken” Seiten auf Facebook, weil sie das Produkt mögen, nicht aufgrund der Werbung.
  • 36 Prozent haben bereits Inhalte zu einer Marke auf Social Networks geposted.
  • Konsumenten wollen mitentscheiden: 44 Prozent wollen bei dabei sein beim Finden bzw. Verändern von (neuen) Produkten und Werbemaßnahmen.
  • Positive Erlebnisse veranlassen eher zur Online-Konversation als negative.
  • Menschen mögen Menschen, die sie kennen – deshalb verhalten sich Marken als seien sie einer von ihnen.
  • Weiterer Motivator zum connecten sind Informationen zu Produkten und Marken.

Whose space is MySpace?

Veröffentlicht am 05. September 2011 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 2.0

Myspace hat innerhalb kürzester Zeit die Mitgliederzahl auf 40 Millionen halbiert und ringt ums Überleben. Unter dem neuen Mutterkonzern Specific Media und mit Justin Timberlake als Werbezugpferd soll die Online-Community zum “It”-Netzwerk der Musikszene werden. Ob die geschrumpfte Community noch eine Chance hat? Man bezweifle die Ziele und schmunzle derweil über den Gedanken eines Vintage Social Networks:

Robert Kirsch wird zweiter Geschäftsführer bei Mavens

Veröffentlicht am 31. August 2011 von Mark Pohlmann | Allgemein
Herzlich willkommen, Robert!
Die Zukunft der PR liegt im Marketing – und die ist ohne Social Media undenkbar 

Mavens, Deutschlands erste Agentur für Empfehlungsmarketing, nimmt ab sofort Robert Kirsch (41) als zweiten Geschäftsführer an Bord. Er kommt von der internationalen PR-Agentur Weber Shandwick, wo er als Managing Director, Standortleiter Berlin und Leiter Digital Communications tätig war. Mavens, 2007 gegründet, zählt Panasonic, Vivendi, limango, 9flats, Gräfe und Unzer und simyo zu ihren Kunden.

“Ich freue mich riesig auf Robert Kirsch, denn uns eint eine Vision: Die Zukunft der PR liegt im Marketing. Und Marketing ist ohne Social Media nicht mehr denkbar”, erläutert Mark Pohlmann (42), geschäftsführender Gesellschafter von Mavens.

Die Hauptaufgabe von Robert Kirsch wird es sein, aus der Vision das passende Agenturmodell zu schmieden: “Medien sind nur noch eine Zielgruppe der PR. Umgekehrt kann sich Marketing nicht länger nur auf den Neukunden konzentrieren. Nach dem Prinzip “One voice to the audience” verbindet Mavens PR, Social Media und CRM zu einem einzigartigen Markenerlebnis, erklärt Robert Kirsch.

Bei Weber Shandwick verantwortete Kirsch mehr als zehn Jahre nationale und internationale Kunden wie Samsung, eBay, PayPal, Deutsche Telekom, Metro Cash & Carry, McFit, Navigon oder Texas Instruments. Zusätzlich leitete er die Agenturniederlassungen in Hamburg und zuletzt Berlin. Zuvor war er für DeekelingArndtAdvisors in Düsseldorf und Media Consulta in Köln tätig.

Robert Kirsch (l), Mark Pohlmann

Die Weisheit der Vielen: Schwarzfahren 2.0

Veröffentlicht am 03. August 2011 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke

Knapp 7.000 Fans sind es schon: auf der Facebook-Seite Schwarzfahren Hamburg warnen sich Smartphone-Nutzer gegenseitig vor Kontrollattacken. Während die einen die Weisheit der Vielen im Web nutzen, um sich vor dem Kauf eines Fahrscheines in den Hamburger S- und U-Bahnen sowie Bussen zu drücken, ärgern sich die anderen: die Kontrolleure des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) ärgern sich. Doch, auch wenn es indirekt Reklame fürs Schwarzfahren ist, sind die Initiatoren der Seite rechtlich auf der sicheren Seite.

Eine Sprecherin des HVVs appelliert an den Menschenverstand der Allgemeinheit, indem sie darauf hinweist, dass Schwarzfahren am Ende von den ehrlichen Fahrgäste und Steuerzahlern mitfinanziert wird. Gleichzeitig empfindet sie die Internetwarnungen nicht als bedrohlich. Bei mehreren hundert Prüfern könne auch eine Facebook-Gruppe nicht den Überblick behalten.

In München tauschen sich auf MVV Blitzer knapp 14.000 Menschen zu den Kontrollgängen in der bayrischen Landeshauptstadt aus, in Berlin tut es ihnen die neugegründete Schwarzfahren Berlin-Seite gleich. Die Münchner Verkehrsbetriebe sehen den “Blitzer”-Melder ebenfalls gelassen, da die MVV-Mitarbeiter ständig ohne Muster Linien und Richtung wechseln. (Quelle: Tagesspiegel)

Noch sind das keine schädlichen Ausmaße, nein. Aber das Phänomen zeigt, wie einfach es ist, sich als Gruppe “für” oder “gegen” etwas zu organisieren. Und am Ende entscheidet nicht, was recht und unrecht ist, sondern die Mehrheit.

Die Social Media-Verdrossenheit

Veröffentlicht am 28. Juli 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Soziale Netzwerke, Trends

via Tom Fishburne

DAS sollten sich Social Media Marketiers sich auf die Stirn schreiben und anschließend auf der Facebookwall ihres Unternehmens operativ umsetzen: Im Sumpf von Facebook, Google+, Blogs und Twitter befinden sich ihre Kunden längst im Überdruss. Sie sind müde von der Masse der Inhalte, der Anzahl der Unternehmen, die im Social Web auf der Pirsch nach ihnen und ihrem Netzwerk sind.

Sie machen kurzer Hand per “Unlike” virtuell Schluss mit Marken, die zu viel, zu wenig, unangepasst postet und damit nicht performen, ähnlich wie in einer echten Beziehung.

 

Elefanten sind die echten Networker

Veröffentlicht am 27. Juli 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Medien 2.0, Soziale Netzwerke

Die Zirkuselefantin Rosie ist im Film “Wasser für die Elefanten” best friends mit Dompteurin Reese Witherspoon und Tierpfleger Robert Pattinson.
Das ist gar nicht so weit hergeholt. Denn: Elefanten ähneln den Menschen mehr als gedacht. Oder umgekehrt? Eine Studie der Universität von Pennsylvania will belegen, dass Elefanten menschenähnliche Beziehungen pflegen, die sie ihr Leben lang nicht vergessen. Nach dem Prinzip der sozialen Netzwerke halten sie sich in kleinen Herden um die Weibchen und Jungtiere herum auf, lediglich das männliche Geschlecht wandert umher.

Laut Studienleiterin Dr. Shermin de Silva sind die Herden miteinander verbundene soziale Gruppierungen, die sich gegenseitig über lange Distanzen hinweg anhand von Rufen und Gerüchen orten. Sie erklärt weiter erklärt sie:

So the “herd” of elephants one sees at any given time is often only a fragment of a much larger social group. Our work shows that they are able to recognize their friends and renew these bonds even after being apart for a long time.

Wie auch in der Menschenwelt gibt es “Social butterflies”, die häufig ihre Bekannten wechseln, und solche, die lieber mit einem festen Kreis abhängen. Nur 16 Prozent der untersuchten Elefanten wechselten die bevorzugten “Top 5″ ihrer Freunde. Und: Statt wahlloser Kontakte bevorzugen auch Elefanten ganz bestimmte Artgenossen. Tiere mit weniger Freunden sind darüber hinaus ihren Kumpanen treuer als diejenigen mit zahlreichen Kontakten. Auch, so die Studie, vergessen sie nie die Nase – ähm den Rüssel – des Gegenübers und erkennen damit auch verloren gegangene Freunde wieder.

Die Herdenfunktion dient dem sinnvollen Zusammenhalt, beispielsweise zur Trockenzeit, wenn Wasser und Nahrung knapp werden. Zum Kampf ums pure Überleben beziehen die Rüsseltiere auch entferntere Bekannte mit ein in die Gruppe. Diese überraschenden sozialen Beziehungen zeigen einmal mehr, dass Google+, Facebook und Twitter im Grunde ein Bedürfnis unserer Evolution abbilden. Aus ihnen ergibt sich auch der Wunsch nach Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit und Anerkennung sowie Mitteilungsbedürfnis bei Tieren wie bei Menschen.

Twikipedia: Es gibt auf jede Frage Antworten

Veröffentlicht am 05. Juli 2011 von Anna Friedrich | Allgemein, Soziale Netzwerke, Web 2.0
  • Hat jemand eine Idee, wie man Kaugummi am besten aus Hundepfoten kriegt?
  • Weiße oder schwarze Nagellack-Punkte auf rotem Nagellack?
  • Was für Sounds muss ich unbedingt herunterladen, damit mein Leben musikalisch Sinn macht?

Fragen gibt es im Leben viele. Antworten meist weniger. Das muss jedoch nicht so sein. Laut einer Studie von InboxQ eignet sich Twitter bestens dazu, um Fragen, auch solche spezieller Art, beantwortet zu bekommen. Ob aus dem Bereich Musik, Auto oder Reisen: In dem sozialen Netzwerk finden sich Experten für jedes Gebiet. Und nicht nur direkte Follower antworten gerne. Oft nehmen sich auch Fremde dem Problemm an. Tipp: Leichter auffindbar werden Fragen durch Hashtags wie #followerpower oder #Frage.

Genauso können (und sollten) sich Unternehmen Twitter zu Nutzen machen und hier auf Fragen bzw. Probleme ihrer Kunden eingehen. So kann eine positive Kundenbeziehung aufgebaut, Probleme gelöst und Kritik zur Verbesserung genutzt werden. Denn viele Twitterer mögen dies und empfinden die Qualität der Tweets direkt von Unternehmen als besonders hochwertig. Fast 60 Prozent folgen im Schnitt einem Unternehmen, nachdem es ihnen bei Twitter geantwortet hat. Und das wirkt sich wiederum positiv auf die Verkaufszahlen aus.

Was fehlt nun noch? Antworten! Hundepfoten lassen sich am besten durch Eisspray oder Vaseline von Kaugummi befreien. Tendenziell sind schwarze Punkte den weißen auf rotem Nagellack vorzuziehen. Und zum Sound des Leben? Das ist eine schwierigere Frage. Beispielsweise gibt es ihn beim Radiosender Sound of Life.