Das ist der perfekte Post

Veröffentlicht am 28. Juni 2012 von Anna Friedrich

Jedes Posting ist wie eine Flaschenpost – man weiß nie, ob sie wie, wann, wo und wie gut ankommt. Wie bekomme ich die höchste oder eher die beste Response von meinen “Fans”? Kann ich einen Dialog schaffen, der sich einprägt? Diesen und ähnlichen Fragen geht so manch Social Media Analytiker nach. Dan Zarrella, ein alter Hase, analysierte mehr als 1,3 Millionen Facebookposts der führenden 10.000 Fanseiten. Er widmet sich sechs Aspekten des Postings – hier die Ergebnisse in Kürze:

1. Posting-Typ. Fotos als Geheimwaffe? Fotos sind gegenüber Text, Video und Links die erfolgreichsten Beiträge: Sie erhalten die meisten Likes, fast die meisten Kommentare und werden vor allem mit Abstand am häufigsten geteilt.

Das macht durchaus Sinn, schließlich sind wir alle vor allem in Netz visuell getrieben. Ein Foto sagt mehr als tausend Worte oder weiterführende Links und Zusatzinformationen. Und es kann den Rezipienten damit viel leichter emotionalisieren und zur Interaktion antreiben.

2. Die Länge. Ist egal? Der “Gefällt mir”-Anteil schwankt hier bei einer Nachrichtenlänge zwischen 20 und 800 Zeichen zwischen 0,1 und 0,2 Prozent, Tendenz mit zunehmender Länge leicht steigend. Geteilt werden die Posts je nach Länge ebenso stakkatoartig und haben lediglich ein überraschendes Hoch bei einer Nachrichtenlänge von rund 450 Zeichen. Das kann aber genauso gut Zufall sein – schließlich nahm Zarrella die Inhalte der jeweiligen Posts darüber hinaus nicht unter die Lupe.

3. Selbstreferentielle Posts sind gewollt. Je mehr Selbstbezug die untersuchten Postings hatten, desto eher erhielten sie von den Fans ein Like. Ist gut zu wissen, lässt sich aber auch erklären: Wer eine Marke “mag”, der will auch keine neutrale Berichterstattung (dazu gibt es die Medien – theoretisch zumindest). Vielmehr besteht explizites Interesse, mehr Insiderwissen über Facebook zu erhalten. Somit ist Facebook nicht nur für Personen, sondern auch für Unternehmen eine Ego-Plattform.

4. Stimmung. Hauptsache extrem, am besten negativ! Postings, die eine freundliche Stimmung verbreiten, werden am häufigsten “geliked” und bekommen auch mehr Kommentare, als diejenigen mit neutraler Stimmung. Weniger “Likes” und dafür mehr Kommentare generieren negativ gestimmte Beiträge. Am wenigsten erregen logischerweise neutrale Posts. Wichtig ist also, dass man die Emotionen der Nutzer anspricht – was sich auch mit Punkt 1 deckt bzw. überschneidet.

5. Tageszeit? Zwischen 17 und 20h. Je später der Post, desto besser. Am meisten klicken Fans gegen 20h auf “gefällt mir”, am häufigsten geteilt wird um 17h. Vermutlich liegt das an der Feierabendzeit eines durchschnittlichen (Büro)Arbeiters. Dass die digitale Aufmerksamkeit auf Ausserberufliches gegen Abend am höchsten ist, wissen erprobte Ebay-Verkäufer übrigens schon lange.

6. Wochentag. Am besten am Wochenende… Ähnlich verhält es sich mit dem optimalen Wochentag. Unter der Woche gibt es weniger “Likes”, der Tiefpunkt wird durch den Donnerstag markiert (Mist, das ist heute!).

Eine Antwort zu “Das ist der perfekte Post”

  1. So sieht er aus, der perfekte Post für eine Facebook (Karriere)-Seite « personalmarketing | employer branding | social media – kritisch hinterfragt | personalmarketing2null

    [...] liest und natürlich alles kritisch hinterfragen sollte, so gilt das natürlich auch für “den perfekten Facebook-Post“. Und diesen Artikel [...]

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