Archiv für Januar 2013

Die Kunst der Pressemittelung: Gute Inhalte statt SEO

Veröffentlicht am 23. Januar 2013 von Anna Friedrich | Medien 2.0, The Work, Virales Marketing, Web 2.0

Das Herz des leidenschaftlichen PRlers schlägt nicht für SEO, sondern für Inhalte, gute Stories und spannende Texte. Nichtsdestotrotz müssen sie das Thema im Hinterkopf behalten oder gar in die Taktiken der Kommunikationsstrategie integrieren – erst recht dann, wenn es sich um eCommerce-Geschäftsmodelle und/oder Online-Communities handelt.

Haben Pressemitteilungen nun einen positiven Effekt auf das SEO eines Unternehmens – ja oder nein? PR Newswire glaubt, die Antwort zu haben. Noch vor Jahren galt: Je mehr Links in der versendeten Pressemittelung integriert waren, desto mehr Backlinks als Resultat  - ergo desto höher die Sichtbarkeit der jeweiligen Website bei Google & Co. Doch, die Suche ist weitaus intelligenter geworden. Sie richtet sich nicht mehr nach Masse, sondern nach Klasse. SEO-spezialisierte Pressemitteilungen werden zwar indiziert, fallen aber aus dem Suchraster bei der Bewertung der Inhalte.

Auch, wenn Ihr hartnäckiger SEO-Berater Ihenn etwas anderes erzählt und die PR-Verbreitungsplattformen, die gerne Knebelverträge anbieten, das Gegenteil behaupten. Google selbst bestätigt, dass Links von Pressemitteilungen den Page Rank nicht beeinflussen. Nun gut, natürlich nicht direkt! Dennoch verarbeiten die Crawler der Suchmaschinen Inhalte von gut bewerteten Beiträgen – egal, ob es sich um Blogbeiträge, Pressemitteilungen oder sonstigen Posts handelt. Wie also Facebook-Posts und Tweets, können auch Pressemitteilungen das SEO  beeinflussen, doch verlagert sich der Anspruch auf die Qualität: Nur Inhalte, die gefallen, gefallen auch Google. Rod Nicolson von PR Newswire rät deshalb, was wir schon immer wussten:

Our advice is that we should write for our audience first, and then work to make the press release findable. By sharing information that your audience needs, or providing them with something else they want you’ll be using best practice that is as old as press releases themselves.

Es gibt also keine 08/15-Formel, nach der man das SEO pushen kann? Wunderbar! Das MAVENS PR-Team gibt nur Pressemitteilungen heraus, wenn es einen tatsächlichen Nachrichtenwert gibt, der die Chance hat, von Journalisten und Webnutzern aufgenommen und optimalerweise geteilt zu werden.

Wann werden Online-Inhalte öfter viral verteilt?

Veröffentlicht am 22. Januar 2013 von Stefan | Allgemein, Bloggerei, Journalisten, Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Storytelling, Trends, Virales Marketing, Web 2.0

Bild ViralDie beiden Professoren der University of Pennsylvania Jonah Berger and Katherine L. Milkman haben die Statistiken des Onlineangebotes der New York Times untersucht. Die beiden Professoren erhielten für die Studie “What Makes Online Content Viral?” Zugang auf die Auswertungen der “per Mail weiterempfehlen”-Funktion der New York Times. Die Studienautoren ermittelten auf Grundlage dieser Zahlenbasis, wie ein Artikel rein statistisch beschaffen sein muss, damit er von den Lesern häufig geteilt wird.

Das sind ihre Ergebnisse:

1. Auf die Länge kommt es an

Je länger ein Artikel ist, desto häufiger wird er erstaunlicherweise geteilt. Könnte man doch denken, dass die beklagte geringere Aufmerksamkeitsspanne dazu führt, dass diese Artikel sowieso niemand liest. Die Ergebnisse der beiden Autoren weisen aus, dass längere Artikel häufiger als kurze Artikel geteilt werden. Die Zahlen sind aber insbesondere für Journalisten beruhigend: Der größere Aufwand für längere Artikel lohnt.

2. Ärger, Ehrfurcht und Besorgnis helfen, traurige Inhalte nicht
Inhalte, die längere auf der Homepage verbleiben, werden öfter viral verteilt. Soweit nicht überraschend. Interessant wird es, betrachtet man die Gefühle, die Artikel auslösen: Wenn diese Ärger, Ehrfurcht oder Besorgnis (“anger, awe, or anxiety”) auslösen, werden die Inhalte häufiger geteilt. Traurige Leser teilen weniger. Den besten Viraleffekt erzeugt Ärger. Carson Ward schreibt in seiner Zusammenfassung der Studie im Blog eines SEO-Spezialisten in Seattle:

„Anger wins the award as the most viral emotion studied. Before belittling and insulting your readers, note that anger is typically directed at the topic – not the author or publication. Inciting anger in readers typically requires some tolerance for dealing with controversial topics.“

Auch wenn Ärger auslösende Artikel gemäß der Studie doppelt so viele Kommentare als andere Artikel erhalten, werden Marken weiterhin vorsichtig sein, in ihrer Kommunikation solche Themen anzuschneiden, vermuten die Autoren. Wir stimmen überein. Ihr wisst warum, ohne dass wir hier das Buzzword des Jahres 2012 nennen…McDonald‘s, ProSieben, H&M und Vodafone…genau!

Wenn Inhalte Ehrfurcht erzeugen oder die Leser  beeindrucken, ist das der zuverlässigste und sicherste Weg zu viralem Content.  Das überrascht nicht nur die Autoren der Studie. Allerdings spielen hier die gleichen Mechanismen eine Rolle, mit der uns spannende Filme und übermenschliche Filmhelden in ihren Bann ziehen („it’s the reason we can’t stop watching movies with big explosions and larger-than-life heroes“).

3. Zeigen Sie, dass Sie mitfühlen
Artikel und Posts, die ehrliche Emotionen enthalten, werden mehr geteilt. Diese Inhalte als professioneller Texter oder Journalist zu erzeugen, sei aber schwieriger als man meinen könnte. Gewollt emotionale Inhalte von Unternehmen gelingen selten, so die Autoren. Gleichzeitig gäbe es aber Massen an guten durchdachten Inhalten, für die sich niemand interessiert – einfach weil sie zu farblos und emotionslos sind. Eine schwierige Aufgabe also für alle Berufskommunikatoren da draußen.

4. Überraschend, interessant und mit Nutzwert
Das sicherlich am wenigsten überraschende Ergebnis, den das lernt man in jedem Social-Media-Seminar in den ersten Stunden, nützliche, überraschende und interessante Meldungen verbreiten sich stärker. Die Autoren ermittelten für diese Faktoren eine Rangfolge für die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte mit diesen Elementen geteilt werden: Mit +34% der praktische Nutzwert, gefolgt von „interessant“ mit + 29% und „überraschend“ mit 16%.

5. Prominente Autoren
Artikel von namhaften Autoren werden öfter weitergeleitet als Artikel unbekannter Autoren. Erstaunlich dabei: Ein bekannter Autor hilft sogar ein wenig mehr als guter Content. Dieses Ergebnis kann nicht alle überrascht haben, denn der US-Bloger Luke Clum schrieb bereits jüngst im Distilled blog:

…a common misconception has developed amongst SEO’s – mainly that good content speaks entirely for itself. While content is innately influential, it usually only carries the authority of its creator or publisher.

6. Weibliche Autoren
Texte weiblicher Autoren werden öfter geteilt. Die Gründe bleiben unklar: Werden die „besseren“ Themen gewählt? Lohnt es sich für Online-Redaktionen und Agenturen jetzt mehr Frauen einzustellen? Die Antwort muss diese Studie schuldig bleiben.

7. Humor hilft (fast) immer
Auch wenig überraschend haben humorvolle Inhalte eine höhere Chance, viral verteilt zu werden. Interessant ist aber die von den beiden Professoren angeführte Studie “From subservient chickens to brawny men”. Sie zeigte, dass 60 % der Werbung, die eine hohe Viralität hatte, von kleineren Firmen geschaltet wurde, obwohl insgesamt 62 % aller Spots von den Fortune 500-Unternehmen kamen. Die Autoren erklären es sich damit, dass kleinere Unternehmen mehr Mut haben, ungewöhnlichere und überraschendere Ideen umzusetzen. Humor hilft nicht immer, aber ist sehr oft Element viraler Inhalte.

Abschließend noch eine Checklist, um zu prüfen, ob Eure Inhalte eine gute Chance haben, sich viral zu verbreiten:

 Die „Viral-Checkliste“

  • Wird das Thema umfangreich genug beschrieben? Ist der Artikel lang genug? (24)
  • Wird ein Gefühl wie Ehrfurcht, Ärger oder Besorgnis erzeugt? (18)
  • Erzeugt die Tonalität des Textes Emotion(en)? (12)
  • Ist der Inhalt praktisch nutzbar? (16)
  • Ist er interessant? (14)
  • Ist er überraschend? (8)
  • Ist der/die Autor(in) bekannt oder genießt er/sie eine hohe Glaubwürdigkeit? (8)
  • Wenn es lustig sein soll – ist es tatsächlich lustig? Seid Ihr sicher, dass Eure Kollegen oder Freunde nicht nur nett sein wollen? (∞)

Da nicht alle Faktoren erfüllt werden können (Bitte in den Kommentaren gerne Links zu Texten, die vermeintlich doch alles erfüllen), haben die beiden Professoren noch einen Maximalwert des Faktors in Klammern angeben, um die Faktoren zu priorisieren. Ist die Gesamtpunktzahl nahe 100 ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Ihr einen viral erfolgreichen Text geschaffen habt.

Neu bei Mavens

Veröffentlicht am 18. Januar 2013 von Stefan | Allgemein

Nach unserem Blogpost im Dezember was Start-ups und Agenturen von ihren Bewerbern so hören wollen stellen wir hier drei neue Kollegen vor, die offensichtlich die richtigen Dinge gesagt haben.

Sonja Petersmeier

Sonja Petersmeier

 

Sonja Petersmeier wird uns als Social Media Beraterin verstärken und die Kunden Bosch und Spontacts betreuen. Die studierte Historikerin (“auf Magister – das ist mir wichtig…”) hat Erfahrung in Hamburger PR-Agenturen gesammelt und ist auch privat sehr internet-affin. In der Offline-Welt kocht Sonja gern “gutes Fleisch”, wovon auch ihr Blog erzählt.

Stefan Munko

Stefan Munko

Stefan Munko verstärkt uns zunächst projektbezogen und ist als Berater für PR und Social Media zunächst für den Kunden Panasonic sowie einige Neukunden verantwortlich, für deren Nennung es noch zu früh ist. Neben der PR-Arbeit in Agenturen und im Bereich Enterprise Social Software war Stefan 10 Jahre in der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) aktiv und unter anderem Bundesjuniorensprecher und Vorstandsmitglied mit den Ressorts Internet und Junioren.

Als dritter Neuzugang unterstützt Tina Günther das Social Media Team. Sie hat Publizistik und Ethnologie in Mainz studiert. Bevor sie zu uns kam, arbeitete sie in der Onlineredaktion des SWR und als Projektassisstentin bei PRIME Research.

Tina

Tina

Ihre Schreibe lernte sie bei ihren Praktika bei der Mainzer Rheinzeitung, dem Hessischen Rundfunk und bei der „Landesschau“ des SWR. Als studierte Ethnologin hat Tina sich mit Dauerbrenner-Musical im Hamburger Hafen, den König der Löwen, beschäftigt. Wer wissen will, ob das im Musical gezeigte Afrika Klischée ist oder der Wirklichkeit entspricht, schreibe hier einen Kommentar an sie!

MAVENS-Kunde Auctionata gewinnt DLD-Preis “Digital Star”

Veröffentlicht am 17. Januar 2013 von Anna Friedrich | Corporate Publishing, The Work

Das Online-Kunst- und Auktionshaus Auctionata erhält auf dem DLD 2013 den Digital Star Award in der Kategorie „Perspective“. Die Verleihung findet am 20. Januar in München statt. Die FOCUS Initiative “Digital Star – Innovations made in Germany” startet erstmals in diesem Januar auf der Digital-Konferenz. Der Preis zeigt und fördert die Innovationskraft der deutschen Digitalszene und soll damit die zukünftigen “Game Changer” hierzulande stärken. In der Kategorie „Innovation des Jahres“ wurde myTaxi und in der Kategorie „Special BtoB“ wurde Blue Yonder ausgezeichnet. CEO und Gründer Alexander Zacke sagt zu Focus Online:

„Jemand, der antritt, um das Modell von Christie’s oder Sotheby´s online zu stellen, das hat sich außer uns noch niemand getraut“.

Der DLD zählt zu den wichtigsten Digital-Events Europas. Entsprechend freuen wir uns sehr für unseren Kunden Auctionata, dessen Kommunikation wir seit August 2012 verantworten. Neben Erwähnungen im Spiegel, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Tagesspiegel, Handelsblatt und vielen weiteren meinungsführenden Medien, ist dieser Preis natürlich auch eine Ehre für uns. Auctionata weiß eben, dass es sich lohnt, Regeln zu brechen (Auszug aus der unserer heutigen Pressemitteilung):

Auctionata braucht keine alteingesessene Marke, keinen Printkatalog, keine Ausstellungsräume und keinen Auktionssaal. Auctionata kommt direkt in das Wohnzimmer seiner Kunden, auf den Tablet oder das Mobiltelefon. Auctionata ist E-Commerce in Reinkultur.

In diesem Sinne gratulieren wir dem 80-köpfigen Auctionata-Team mit Sitz in Berlin ganz herzlich und freuen uns auf die vielen spannenden Themen, die uns in diesem Jahr noch erwarten.

Neu im 6. Stock: Jetzt noch mehr Hafenblick

Veröffentlicht am 15. Januar 2013 von Stefan | Allgemein, The Work

Am Freitag sind wir umgezogen, ohne die Adresse zu ändern. Warum? Wir waren vorher Untermieter und mussten aus den alten Räumen raus – wollten aber eigentlich nicht. Deswegen haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und sind in die nächste freie Fläche gezogen. Wir bleiben also weiter im Holzhafen an der Großen Elbstraße 47, einem prämiertem Bürobau des Jahres 2002, können jetzt aber vom 6. Stock in die Elbe spucken. Damit ist der Blick auf Containerriesen, Schlepper und Fähren noch etwas … raffinierter geworden.

Der Umzug selbst hat keine zwei Stunden gedauert, dann saßen alle wieder am Rechner. Mark: “So muss das sein – an dieser Stelle ein großes Danke an die Möbelpacker und ein kleines Eigenlob in Sachen Umzugsorganisation.”

Unser großer Raum

Unser großer Raum

Die Rohdaten: knapp 300qm, sechs Büros, ein schöner verglaster Konfi und ein großer zentraler Treffpunkt in der Mitte. Zwar ohne Tresen, dafür mit Couch und Esstisch. Der Besprechungsraum glänzt mit optimal schallisolierter Front.

Unseren High-End-Panasonic Beamer schonen wir, da jetzt ein LCD-Bildschirm an der Kopfseite schwebt. Weiterhin im Dauereinsatz ist die Vibiemme, unsere Espressomaschine. Meistens verarbeiten wir hier die beim Verkostungswettbewerb der deutschen Röstergilde mit Gold ausgezeichneten Bohnen von Langen Kaffee. Nach dem nächsten Kundengewinn vielleicht auch mal von Elefanten verdaute Edelbohnen. Mir als passioniertem Kaffeeliebhaber ist beides recht.

Unser Konti

Unser Konti

Unsere Kaffeemaschine

Unsere Kaffeemaschine

Abschließend möchten wir Euch einladen, gerne auf einen Kaffee vorbeizukommen. Sucht uns dann wie gesagt im sechsten Stock und nicht im dritten wie noch unten im Eingangsbereich steht. Und freut Euch auf die kontemplative Wirkung von vorbeiziehenden Schiffen.

Hier findet Ihr weitere Fotos vom Umzug und von den neuen Räumen