Archiv für Februar 2013

Home Office: Best Place to work?

Veröffentlicht am 26. Februar 2013 von Mark Pohlmann | Allgemein

Heute macht eine interne Mail von Yahoo die Runde, die Yahoo-Mitarbeiter vorbereitet, ab Juni 2013 Home Office Vereinbarungen zu kündigen.

To become the absolute best place to work, communication and collaboration will be important, so we need to be working side-by-side. That is why it is critical that we are all present in our offices. Some of the best decisions and insights come from hallway and cafeteria discussions, meeting new people, and impromptu team meetings. Speed and quality are often sacrificed when we work from home. We need to be one Yahoo!, and that starts with physically being together.

Die Reaktionen auf Twitter und Facebook sind eher negativ. Es wird argumentiert, dass, wer wie Marissa Mayer nur 6 Wochen nach Geburt ihres Kindes wieder in den Job zurückkehre, doch mehr Empathie für eine gesunde Work-Life-Balance haben solle. Und man sich alleine besser konzentrieren könne. Das ist alles nicht falsch, aber trifft den Punkt nicht.

Yahoos Entscheidung, (zugunsten anderer Mitarbeiterverbesserungen) die Ortsunabhängigkeit und damit eine der größten Privilegien der digitalen Wirtschaft zu opfern, ist keinesfalls so reaktionär, wie jetzt behauptet wird. Ich kann die Argumentation verstehen: Sich miteinander zu treffen und auseinanderzusetzen, ist ein Gebot der Kreativität. Warum arbeiten die ganzen High Potentials bei einer Marke wie Yahoo? Um Dinge zu bewegen, die sie als Einzelner eben allenfalls begleiten könnten. Große Ideen entstehen vielleicht im stillen Kämmerlein oder im Wohnzimmer, aber ihre Energie entfachen sie in Gruppen. Das Zusammensein ist “critical” im Sinne von: erfolgsentscheidend.

Vielleicht noch wichtiger für Yahoo ist das offensichtlich fehlende Zusammengehörigkeitsgefühl. Ein “Wir” entsteht nur durch Nähe. Wie selbst kleine Veränderungen Wirkung erzeugen, sehen wir gerade bei MAVENS und Brandslisten. Hatten wir vorher einen langen Flur mit abgehenden Büros, hat unsere neue Fläche jetzt einen zentralen Treffpunkt, von dem alle Räume abgehen. Dank der Glaswände sieht jeder jeden, die transparente Architektur erleichtert den Austausch. Wo man sich ständig über den Weg läuft, nimmt der Flurfunk zu, und dort, wo jeder auch Details von Projekten anderer kennt, fühlen sich alle besser informiert. In der Summe steigt das Zusammengehörigkeitsgefühl, auch wenn die Einzelbüros sicher mehr Möglichkeit zur Konzentration boten.

Dennoch das Home Office auch bei uns längst nicht tot. Das Büro ist zwar immer der “First Place”, aber prinzipiell  kann bei uns jeder arbeiten, wo er will. Wer Mittags einen Arzttermin hat, arbeitet den Vormittag eben von zu Hause. Wer glaubt, Konzepte zu Hause besser schreiben zu können, kann dies jederzeit tun. In der Summe profitieren wir alle von der Freiheit, den Ort jederzeit wechseln zu können – solange das Unternehmen selbst nicht zur Fiktion wird, sondern ein realer Erlebnisraum für alle bleibt.

 

 

Online-Kauf mit Twitter-Hashtag

Veröffentlicht am 12. Februar 2013 von Stefan | Allgemein, E-Commerce, Game Changer, Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Twitter

Twitter IconTwitter und American Express kooperieren für ein Experiment im Online-Shopping. Kunden können mit Hilfe von Hashtags über Twitter einkaufen, indem sie ein speziell generiertes Hashtag tweeten. Dafür müssen Amex-Kunden ihr Konto vorab einmal mit Twitter verknüpfen. Das Angebot schließt im Moment Produkte von Amazon, Sony, Urban Zen und Xbox 360 sein. Der Einkauf von weiteren Produkten per Twitter, den ich in Deutschland Tweinkauf nennen würde, Kollegen von mir eher Twittkauf, wird ab 13. Februar möglich sein, wenn die komplette Liste der speziellen Produkt-Hastags auf der @AmericanExpress Twitter- Seite veröffentlicht wird. Wird der Service später auch bei uns eingeführt, gibt es eine Möglichkeit mehr, in der U-Bahn einen Amazon Kindle Fire HD oder eine Xbox 360 mit wenigen Klicks zu erwerben. Die Kaufwilligen müssen dafür nach dem Twittern des Angebots-Hashtags noch einen Tweet mit dem Bestätigungs-Hashtag von @AmexSync innerhalb von 15 Minuten senden, um den Kauf zu bestätigen. Die Einkäufe werden dann kostenfrei an die Rechnungsadresse der Kartenbesitzer verschickt – vermutlich nur innerhalb der USA (eine Anfrage bei der PR-Abteilung von Amex läuft noch).

Laptop-Nutzerin / Bild: Barbara Reichart  / pixelio.de

Bild: Barbara Reichart  / pixelio.de

Eine gestern veröffentlichte Studie  besagt übrigens, dass sich etwa 60 Prozent der 200 Millionen Nutzer mobil bei Twitter einloggen. Die Studie versorgt uns neben erwarten Ergebnissen wie der Tatsache, dass Mobilnutzer jünger als der Durchschnitt bei Twitter sind noch mit Detailinformationen wie der um 169 % erhöhten Wahrscheinlichkeit gegenüber Desktop-Nutzern, dass sie Online-Käufe tätigen. Weitere Ergebnisse: Die Smartphone-Twitterati nutzen den Dienst sehr viel öfter direkt nach dem Aufstehen und bevor sie ins Bett gehen – und träumen dann sicher auch oft mit Hashtags ;-) . Mobile Neutzer seien zudem “amplifiers” – Verstärker von Botschaften, in dem sie das Engagement voranbringen und originäre Inhalte kreieren, die Rich Media, Links und oft starke Handlungsaufforderungen enthalten (“call to actions”). Wenn Tweets die Worte “Please retweet” enthalten, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Re-Tweet um das 23-fache so Buddy Media. Gute Nachricht für Marken: Der durchschnittliche Twitternutzer folgt fünf oder mehr Marken, die zunehmende Zahl mobiler Nutzer dagegen elf und mehr. Der ”Advertiser Tip” der Autoren für Ladenbesitzer: Informationen twittern, die mobile Nutzer suchen: Echtzeit-Informationen, die im Alltag  unterwegs unmittelbar helfen (können) wie aktuelle Angebote umgebender Läden. Hierfür eignen sich Dienste wie Foursquare allerdings besser, da Nutzer hier über einen “check in” ihren Standort preisgeben und so das  Geo-Fencing viel einfacher möglich ist. Vielversprechende neue Dienste wie Geoloqui können hier sicher in Zukunft viel eher punkten als Twitter. Highlight and Glancee versuchen ebenfalls besser zu sein als der zunächst von Facebook übernommen und dann stillgelegte Dienst Gowalla. Das Wachstumspotential der Geo-Social-Apps ist noch groß: Erst 5% der Mobilnutzer verwendeten diese Apps Ende 2011; wöchentlich  - also halbwegs regelmäßig – gar nur 0,25%.