Archiv für 2013

147 Dollar pro Facebook-Fan: Und jetzt?

Veröffentlicht am 23. April 2013 von Mark Pohlmann | Facebook, Soziale Netzwerke, Themenmanagement, Web 2.0

Für einen kleinen Aufreger in der Social Media Welt sorgte Ende vergangener Woche die Studie “Rising Value of Facebook Brand Fans Validates Social Marketing Investment“der US-Agentur Syncapse. Sie ermittelt für einen Facebook Fan den beeindruckenden Wert von durchschnittlich 147 Dollar. BMW kommt auf 1.613 Dollar, Adidas auf 75 Dollar.

Syncapse listet auf, welche KPIs sie berücksichtigen. Allem voran steht der Umsatz, den eine Marke mit einem Fan macht. Und da Facebook-Fans wohl mehrheitlich Bestandskunden sind, ist dieser Wert quer über die Markenlandschaft recht hoch. Konsequenterweise haben Hochpreis-Hersteller wie BMW einen deutlich höheren Fanwert als beispielsweise Lebensmittelmarken. Im Vergleich dazu dürften Loyalität, Empfehlungen, Reichweite und CRM kaum ins Gewicht fallen.

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Wie auch immer: Den Zahlen selbst muss man nicht unbedingt Bedeutung beimessen, es sind auch schon Schätzungen von 3,60 Dollar erhoben worden. Der Ansatz, Fans nach dem Umsatz zu bemessen, ist natürlich attraktiv. Und bringt mich zu folgenden Überlegungen

  1. Fans sind Kunden. Stupid
    Die Syncapse-Studie beweist: Menschen, die den Like-Button drücken, sind zuerst einmal zahlende und kaufkräftige Kunden. Vielfach wahrscheinlich die besten, die eine Marke hat. Ihre Kaufkraft stellt einen höheren Wert als ihre Viralität da. Marken erhalten auf Facebook vor allem die Chance,  ihre Kunden kennenzulernen und ihre Loyalität auszubauen. Das kann zu steigenden Umsätzen führen, muss aber nicht. Denn dieses Ziel ist ob der hohen Grundumsätze nicht einfach zu erreichen. 
    Auf der anderen Seite steht das Risiko, die Erwartungen der Kunden in der Direktbeziehung zu enttäuschen oder sie zu nerven, und so einen negativen Effekt auf zukünftige Kaufentscheidungen zu erzielen. 
  2. Erwartungen und Erlebnisse zählen 
    Was aber erwartet ein Bestandskunde von einer Marke auf Facebook? Hierzu gibt es tonnenweise Studien. Natürlich möchte ein Fan auf Facebook News, unterhalten werden und ein paar gute Angebote, die ihm den Klick auf den Like-Button versüßen. Aber am Ende sucht er Bestätigung: Jeder Post sollte ihm klarmachen, dass er bei der richtigen Firma gelandet ist, dass er sich für das richtige Produkt entschieden hat. Wechselt er von der passiven Beobachtung zur Interaktion, tritt er in die nächste Stufe der Markenbeziehung ein. Jetzt geht um sein persönliches Verhältnis zur Marke. Er sucht mehr als Bestätigung, er will Erlebnis, vielleicht sogar eine Veränderung der Beziehung. Je nachdem, ob er liked, kommentiert oder eigene Beiträge schreibt, kann ein Mitarbeiter, aber auch ein anderer Kunde gemeint sein. Schließlich ist niemand ist spannender als jemand, der sich mit den gleichen Gedanken und Erfahrungen rumschlägt wie man selbst. Oder den man zwingen kann, sich mit den eigenen Problemen zu beschäftigen. Wie auch immer: Aktivisten sind Multiplikatoren, ganz gleich wie hoch ihre Reichweite ist. Und sie sind Fans, ganz gleich wie kritisch sie sind. Die Auseinandersetzung mit einer Marke erfordert Energie, die nur investiert wird, wenn sie der Aufwand lohnt.
  3. Fans sind gar keine Fans
    Facebook Pages haben Interaktionsraten von weniger als 0,5 Prozent - jeder 200. ist nur aktiv. Fans verhalten sich, mit Verlaub, anders. 99,5 Prozent einer Page sind also Kunden. Ist aber auch nicht schlimm – denn es sind ja loyale Kunden, also die besten, die sich eine Marke wünschen kann.
  4. Facebook ist One-to-One 
    Die 174 Dollar Umsatz macht jeder für sich und alleine. Also sollte eine Marke auf Facebook auch genau diese Einzelbeziehung fokussieren. Und zwar als Dreiklang: Die Zufriedenheit mit einer Marke führt den Konsumenten auf die Facebook Page, die Interaktion mit ihr schafft Loyalität – diese ist Voraussetzung, um im dritten Schritt selbst als Multiplikator aktiv zu werden. Marken sollten also potentielle Influencer rechtzeitig erkennen und sie gezielt durch diesen Karrierepfad dirigieren.
  5. Ohne Netzwerk keine Reichweite
    Klar ist auch: Marken können gar nicht zu jedem Kunden die Beziehung aufbauen, die sich dieser vielleicht wünscht. Das ist wirtschaftlich schlicht nicht abbildbar. An die Stelle der Marke selbst tritt zunehmend der Markenbotschafter. Er verfügt über das notwendige Wissen, die Empathie und Geduld, um die kleinen und großen Themen der Kundenbeziehung zu managen. Diese Influencer sind das wichtigste kommende Glied zwischen Markt und Marke. Und die Marke ist gut beraten, ihre Influencer (die nicht nur Blogger sein können) zu kennen und zu involvieren. Fehlt es an diesen Personen, sollten sie aufgebaut werden. Denn noch immer gilt: Hat eine Marke heute kein Netzwerk, hat es morgen keine Reichweite.
  6. Content rules. Irgendwie. 
    Selbstverständlich ist es unglaublich wichtig, spannende Inhalte zu publizieren. Nur solange dieser Content nicht wirklich sensationell und einzigartig ist, ist guter Content eher ein Hygienefaktor als ein Differenzierungsmal. Kreative Marken gehen dazu über, für jeden Kanal eigenen Content zu erstellen. Das ist sehr bewundernswert, verbessert die Erwartungshaltung aber auch nicht. Am besten (und schwersten) ist es, die Diskussionen rund um die Marke als Agenda für eigene Themen und Inhalte zu verstehen.
  7. Ich bin ein Kunde. Behandelt mich auch so.   
    Als Kunde habe ich Erfahrung mit den Produkten einer Marke. Ich bin sicher auch neugierig, Neues zu erfahren, weiß aber eben selbst auch schon sehr viel: Warum ich mich dafür entschieden habe, ob es seinen Preis wert ist, wie es sich im Alltag bewährt oder ob ich es mir noch einmal kaufen würde. Warum bloß interessiert sich die Marke nicht hierfür? Dieses Wissen, oder wenigstens der Respekt gegenüber den Erfahrungen, spielt bei zu wenigen Marken eine Rolle und ist ein riesiges Potential für die Intensivierung der Kundenbeziehung.
  8. Es geht um die 5 Cs
    Was ist zu tun? Jede Marke sollte auf die 5 Cs achten: Content, Contact, Curation, (Customer) Care, Commerce. Nicht jede Einzeldisziplin ist für jeden Kunden gleich wichtig. Aber jedes C ist irgendwann einmal wichtig. Scheitert auch nur ein C in dieser Kette, gibt es eine Störung in der Markenbeziehung. Und dann ist nicht nur der Fanstatus in Gefahr. Sondern gleich 174 Dollar. Ob Marken sich dessen bewußt waren, als sie ihre Page eröffnet haben?
  9. Facebook Fans sind überdurchschnittlich loyale und kaufkräftige Bestandskunden, die noch zu selten als solche wahrgenommen werden. Hier besteht Handlungsbedarf.

Influencer Relations: Der Wert authentischer Markenbotschafter

Veröffentlicht am 22. April 2013 von Sonja Petersmeier | Allgemein, Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Ist jemand glaubwürdig, nur weil er bekannt ist? Hören wir Promis mehr zu? Und wenn ja, beeinflusst uns das Gesagte wirklich positiv? Und wie wichtig ist jemand, den wir nicht kennen, der aber auf Basis von Wissen und Erfahrung und in tiefer Überzeugung für eine Marke eintritt? Wer von beiden ist der wahre Influencer?

Chelsea Hickey, Marketing Manager bei Zuberance, hat dazu vor kurzem im Social Media Club einen interessanten Artikel veröffenlicht. Den Erkenntnissen können wir aus der Erfahrung unser täglichen Arbeit nur zustimmen.

  • Überzeugte Markenbotschafter sind 74 Prozent glaubwürdiger als allgemein reichweitenstarke Influencer
  • Die oft kurzlebigen Botschaften von Influencern beeinflussen eher den Verlauf von Nachrichten, die so in kurzer Zeit hohe Reichweiten erzielen können (z. B. Product Launches)
  • Nur authentische Markenbotschafter erzielen langfristigen Mehrwert für Unternehmen
  • Das Anwerben und Aktivieren nachhaltiger Markenbotschafter braucht Zeit

Hier geht es zum Artikel Influencers Versus Advocates – Who Really Matters? von Chelsey Hickey.

Home Office: Best Place to work?

Veröffentlicht am 26. Februar 2013 von Mark Pohlmann | Allgemein

Online-Kauf mit Twitter-Hashtag

Veröffentlicht am 12. Februar 2013 von Stefan | Allgemein, E-Commerce, Game Changer, Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Twitter

Twitter IconTwitter und American Express kooperieren für ein Experiment im Online-Shopping. Kunden können mit Hilfe von Hashtags über Twitter einkaufen, indem sie ein speziell generiertes Hashtag tweeten. Dafür müssen Amex-Kunden ihr Konto vorab einmal mit Twitter verknüpfen. Das Angebot schließt im Moment Produkte von Amazon, Sony, Urban Zen und Xbox 360 sein. Der Einkauf von weiteren Produkten per Twitter, den ich in Deutschland Tweinkauf nennen würde, Kollegen von mir eher Twittkauf, wird ab 13. Februar möglich sein, wenn die komplette Liste der speziellen Produkt-Hastags auf der @AmericanExpress Twitter- Seite veröffentlicht wird. Wird der Service später auch bei uns eingeführt, gibt es eine Möglichkeit mehr, in der U-Bahn einen Amazon Kindle Fire HD oder eine Xbox 360 mit wenigen Klicks zu erwerben. Die Kaufwilligen müssen dafür nach dem Twittern des Angebots-Hashtags noch einen Tweet mit dem Bestätigungs-Hashtag von @AmexSync innerhalb von 15 Minuten senden, um den Kauf zu bestätigen. Die Einkäufe werden dann kostenfrei an die Rechnungsadresse der Kartenbesitzer verschickt – vermutlich nur innerhalb der USA (eine Anfrage bei der PR-Abteilung von Amex läuft noch).

Laptop-Nutzerin / Bild: Barbara Reichart  / pixelio.de

Bild: Barbara Reichart  / pixelio.de

Eine gestern veröffentlichte Studie  besagt übrigens, dass sich etwa 60 Prozent der 200 Millionen Nutzer mobil bei Twitter einloggen. Die Studie versorgt uns neben erwarten Ergebnissen wie der Tatsache, dass Mobilnutzer jünger als der Durchschnitt bei Twitter sind noch mit Detailinformationen wie der um 169 % erhöhten Wahrscheinlichkeit gegenüber Desktop-Nutzern, dass sie Online-Käufe tätigen. Weitere Ergebnisse: Die Smartphone-Twitterati nutzen den Dienst sehr viel öfter direkt nach dem Aufstehen und bevor sie ins Bett gehen – und träumen dann sicher auch oft mit Hashtags ;-) . Mobile Neutzer seien zudem “amplifiers” – Verstärker von Botschaften, in dem sie das Engagement voranbringen und originäre Inhalte kreieren, die Rich Media, Links und oft starke Handlungsaufforderungen enthalten (“call to actions”). Wenn Tweets die Worte “Please retweet” enthalten, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen Re-Tweet um das 23-fache so Buddy Media. Gute Nachricht für Marken: Der durchschnittliche Twitternutzer folgt fünf oder mehr Marken, die zunehmende Zahl mobiler Nutzer dagegen elf und mehr. Der ”Advertiser Tip” der Autoren für Ladenbesitzer: Informationen twittern, die mobile Nutzer suchen: Echtzeit-Informationen, die im Alltag  unterwegs unmittelbar helfen (können) wie aktuelle Angebote umgebender Läden. Hierfür eignen sich Dienste wie Foursquare allerdings besser, da Nutzer hier über einen “check in” ihren Standort preisgeben und so das  Geo-Fencing viel einfacher möglich ist. Vielversprechende neue Dienste wie Geoloqui können hier sicher in Zukunft viel eher punkten als Twitter. Highlight and Glancee versuchen ebenfalls besser zu sein als der zunächst von Facebook übernommen und dann stillgelegte Dienst Gowalla. Das Wachstumspotential der Geo-Social-Apps ist noch groß: Erst 5% der Mobilnutzer verwendeten diese Apps Ende 2011; wöchentlich  - also halbwegs regelmäßig – gar nur 0,25%.

Die Kunst der Pressemittelung: Gute Inhalte statt SEO

Veröffentlicht am 23. Januar 2013 von Anna Friedrich | Medien 2.0, The Work, Virales Marketing, Web 2.0

Das Herz des leidenschaftlichen PRlers schlägt nicht für SEO, sondern für Inhalte, gute Stories und spannende Texte. Nichtsdestotrotz müssen sie das Thema im Hinterkopf behalten oder gar in die Taktiken der Kommunikationsstrategie integrieren – erst recht dann, wenn es sich um eCommerce-Geschäftsmodelle und/oder Online-Communities handelt.

Haben Pressemitteilungen nun einen positiven Effekt auf das SEO eines Unternehmens – ja oder nein? PR Newswire glaubt, die Antwort zu haben. Noch vor Jahren galt: Je mehr Links in der versendeten Pressemittelung integriert waren, desto mehr Backlinks als Resultat  - ergo desto höher die Sichtbarkeit der jeweiligen Website bei Google & Co. Doch, die Suche ist weitaus intelligenter geworden. Sie richtet sich nicht mehr nach Masse, sondern nach Klasse. SEO-spezialisierte Pressemitteilungen werden zwar indiziert, fallen aber aus dem Suchraster bei der Bewertung der Inhalte.

Auch, wenn Ihr hartnäckiger SEO-Berater Ihenn etwas anderes erzählt und die PR-Verbreitungsplattformen, die gerne Knebelverträge anbieten, das Gegenteil behaupten. Google selbst bestätigt, dass Links von Pressemitteilungen den Page Rank nicht beeinflussen. Nun gut, natürlich nicht direkt! Dennoch verarbeiten die Crawler der Suchmaschinen Inhalte von gut bewerteten Beiträgen – egal, ob es sich um Blogbeiträge, Pressemitteilungen oder sonstigen Posts handelt. Wie also Facebook-Posts und Tweets, können auch Pressemitteilungen das SEO  beeinflussen, doch verlagert sich der Anspruch auf die Qualität: Nur Inhalte, die gefallen, gefallen auch Google. Rod Nicolson von PR Newswire rät deshalb, was wir schon immer wussten:

Our advice is that we should write for our audience first, and then work to make the press release findable. By sharing information that your audience needs, or providing them with something else they want you’ll be using best practice that is as old as press releases themselves.

Es gibt also keine 08/15-Formel, nach der man das SEO pushen kann? Wunderbar! Das MAVENS PR-Team gibt nur Pressemitteilungen heraus, wenn es einen tatsächlichen Nachrichtenwert gibt, der die Chance hat, von Journalisten und Webnutzern aufgenommen und optimalerweise geteilt zu werden.

Wann werden Online-Inhalte öfter viral verteilt?

Veröffentlicht am 22. Januar 2013 von Stefan | Allgemein, Bloggerei, Journalisten, Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Storytelling, Trends, Virales Marketing, Web 2.0

Bild ViralDie beiden Professoren der University of Pennsylvania Jonah Berger and Katherine L. Milkman haben die Statistiken des Onlineangebotes der New York Times untersucht. Die beiden Professoren erhielten für die Studie “What Makes Online Content Viral?” Zugang auf die Auswertungen der “per Mail weiterempfehlen”-Funktion der New York Times. Die Studienautoren ermittelten auf Grundlage dieser Zahlenbasis, wie ein Artikel rein statistisch beschaffen sein muss, damit er von den Lesern häufig geteilt wird.

Das sind ihre Ergebnisse:

1. Auf die Länge kommt es an

Je länger ein Artikel ist, desto häufiger wird er erstaunlicherweise geteilt. Könnte man doch denken, dass die beklagte geringere Aufmerksamkeitsspanne dazu führt, dass diese Artikel sowieso niemand liest. Die Ergebnisse der beiden Autoren weisen aus, dass längere Artikel häufiger als kurze Artikel geteilt werden. Die Zahlen sind aber insbesondere für Journalisten beruhigend: Der größere Aufwand für längere Artikel lohnt.

2. Ärger, Ehrfurcht und Besorgnis helfen, traurige Inhalte nicht
Inhalte, die längere auf der Homepage verbleiben, werden öfter viral verteilt. Soweit nicht überraschend. Interessant wird es, betrachtet man die Gefühle, die Artikel auslösen: Wenn diese Ärger, Ehrfurcht oder Besorgnis (“anger, awe, or anxiety”) auslösen, werden die Inhalte häufiger geteilt. Traurige Leser teilen weniger. Den besten Viraleffekt erzeugt Ärger. Carson Ward schreibt in seiner Zusammenfassung der Studie im Blog eines SEO-Spezialisten in Seattle:

„Anger wins the award as the most viral emotion studied. Before belittling and insulting your readers, note that anger is typically directed at the topic – not the author or publication. Inciting anger in readers typically requires some tolerance for dealing with controversial topics.“

Auch wenn Ärger auslösende Artikel gemäß der Studie doppelt so viele Kommentare als andere Artikel erhalten, werden Marken weiterhin vorsichtig sein, in ihrer Kommunikation solche Themen anzuschneiden, vermuten die Autoren. Wir stimmen überein. Ihr wisst warum, ohne dass wir hier das Buzzword des Jahres 2012 nennen…McDonald‘s, ProSieben, H&M und Vodafone…genau!

Wenn Inhalte Ehrfurcht erzeugen oder die Leser  beeindrucken, ist das der zuverlässigste und sicherste Weg zu viralem Content.  Das überrascht nicht nur die Autoren der Studie. Allerdings spielen hier die gleichen Mechanismen eine Rolle, mit der uns spannende Filme und übermenschliche Filmhelden in ihren Bann ziehen („it’s the reason we can’t stop watching movies with big explosions and larger-than-life heroes“).

3. Zeigen Sie, dass Sie mitfühlen
Artikel und Posts, die ehrliche Emotionen enthalten, werden mehr geteilt. Diese Inhalte als professioneller Texter oder Journalist zu erzeugen, sei aber schwieriger als man meinen könnte. Gewollt emotionale Inhalte von Unternehmen gelingen selten, so die Autoren. Gleichzeitig gäbe es aber Massen an guten durchdachten Inhalten, für die sich niemand interessiert – einfach weil sie zu farblos und emotionslos sind. Eine schwierige Aufgabe also für alle Berufskommunikatoren da draußen.

4. Überraschend, interessant und mit Nutzwert
Das sicherlich am wenigsten überraschende Ergebnis, den das lernt man in jedem Social-Media-Seminar in den ersten Stunden, nützliche, überraschende und interessante Meldungen verbreiten sich stärker. Die Autoren ermittelten für diese Faktoren eine Rangfolge für die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte mit diesen Elementen geteilt werden: Mit +34% der praktische Nutzwert, gefolgt von „interessant“ mit + 29% und „überraschend“ mit 16%.

5. Prominente Autoren
Artikel von namhaften Autoren werden öfter weitergeleitet als Artikel unbekannter Autoren. Erstaunlich dabei: Ein bekannter Autor hilft sogar ein wenig mehr als guter Content. Dieses Ergebnis kann nicht alle überrascht haben, denn der US-Bloger Luke Clum schrieb bereits jüngst im Distilled blog:

…a common misconception has developed amongst SEO’s – mainly that good content speaks entirely for itself. While content is innately influential, it usually only carries the authority of its creator or publisher.

6. Weibliche Autoren
Texte weiblicher Autoren werden öfter geteilt. Die Gründe bleiben unklar: Werden die „besseren“ Themen gewählt? Lohnt es sich für Online-Redaktionen und Agenturen jetzt mehr Frauen einzustellen? Die Antwort muss diese Studie schuldig bleiben.

7. Humor hilft (fast) immer
Auch wenig überraschend haben humorvolle Inhalte eine höhere Chance, viral verteilt zu werden. Interessant ist aber die von den beiden Professoren angeführte Studie “From subservient chickens to brawny men”. Sie zeigte, dass 60 % der Werbung, die eine hohe Viralität hatte, von kleineren Firmen geschaltet wurde, obwohl insgesamt 62 % aller Spots von den Fortune 500-Unternehmen kamen. Die Autoren erklären es sich damit, dass kleinere Unternehmen mehr Mut haben, ungewöhnlichere und überraschendere Ideen umzusetzen. Humor hilft nicht immer, aber ist sehr oft Element viraler Inhalte.

Abschließend noch eine Checklist, um zu prüfen, ob Eure Inhalte eine gute Chance haben, sich viral zu verbreiten:

 Die „Viral-Checkliste“

  • Wird das Thema umfangreich genug beschrieben? Ist der Artikel lang genug? (24)
  • Wird ein Gefühl wie Ehrfurcht, Ärger oder Besorgnis erzeugt? (18)
  • Erzeugt die Tonalität des Textes Emotion(en)? (12)
  • Ist der Inhalt praktisch nutzbar? (16)
  • Ist er interessant? (14)
  • Ist er überraschend? (8)
  • Ist der/die Autor(in) bekannt oder genießt er/sie eine hohe Glaubwürdigkeit? (8)
  • Wenn es lustig sein soll – ist es tatsächlich lustig? Seid Ihr sicher, dass Eure Kollegen oder Freunde nicht nur nett sein wollen? (∞)

Da nicht alle Faktoren erfüllt werden können (Bitte in den Kommentaren gerne Links zu Texten, die vermeintlich doch alles erfüllen), haben die beiden Professoren noch einen Maximalwert des Faktors in Klammern angeben, um die Faktoren zu priorisieren. Ist die Gesamtpunktzahl nahe 100 ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Ihr einen viral erfolgreichen Text geschaffen habt.

Neu bei Mavens

Veröffentlicht am 18. Januar 2013 von Stefan | Allgemein

Nach unserem Blogpost im Dezember was Start-ups und Agenturen von ihren Bewerbern so hören wollen stellen wir hier drei neue Kollegen vor, die offensichtlich die richtigen Dinge gesagt haben.

Sonja Petersmeier

Sonja Petersmeier

 

Sonja Petersmeier wird uns als Social Media Beraterin verstärken und die Kunden Bosch und Spontacts betreuen. Die studierte Historikerin (“auf Magister – das ist mir wichtig…”) hat Erfahrung in Hamburger PR-Agenturen gesammelt und ist auch privat sehr internet-affin. In der Offline-Welt kocht Sonja gern “gutes Fleisch”, wovon auch ihr Blog erzählt.

Stefan Munko

Stefan Munko

Stefan Munko verstärkt uns zunächst projektbezogen und ist als Berater für PR und Social Media zunächst für den Kunden Panasonic sowie einige Neukunden verantwortlich, für deren Nennung es noch zu früh ist. Neben der PR-Arbeit in Agenturen und im Bereich Enterprise Social Software war Stefan 10 Jahre in der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) aktiv und unter anderem Bundesjuniorensprecher und Vorstandsmitglied mit den Ressorts Internet und Junioren.

Als dritter Neuzugang unterstützt Tina Günther das Social Media Team. Sie hat Publizistik und Ethnologie in Mainz studiert. Bevor sie zu uns kam, arbeitete sie in der Onlineredaktion des SWR und als Projektassisstentin bei PRIME Research.

Tina

Tina

Ihre Schreibe lernte sie bei ihren Praktika bei der Mainzer Rheinzeitung, dem Hessischen Rundfunk und bei der „Landesschau“ des SWR. Als studierte Ethnologin hat Tina sich mit Dauerbrenner-Musical im Hamburger Hafen, den König der Löwen, beschäftigt. Wer wissen will, ob das im Musical gezeigte Afrika Klischée ist oder der Wirklichkeit entspricht, schreibe hier einen Kommentar an sie!

MAVENS-Kunde Auctionata gewinnt DLD-Preis “Digital Star”

Veröffentlicht am 17. Januar 2013 von Anna Friedrich | Corporate Publishing, The Work

Das Online-Kunst- und Auktionshaus Auctionata erhält auf dem DLD 2013 den Digital Star Award in der Kategorie „Perspective“. Die Verleihung findet am 20. Januar in München statt. Die FOCUS Initiative “Digital Star – Innovations made in Germany” startet erstmals in diesem Januar auf der Digital-Konferenz. Der Preis zeigt und fördert die Innovationskraft der deutschen Digitalszene und soll damit die zukünftigen “Game Changer” hierzulande stärken. In der Kategorie „Innovation des Jahres“ wurde myTaxi und in der Kategorie „Special BtoB“ wurde Blue Yonder ausgezeichnet. CEO und Gründer Alexander Zacke sagt zu Focus Online:

„Jemand, der antritt, um das Modell von Christie’s oder Sotheby´s online zu stellen, das hat sich außer uns noch niemand getraut“.

Der DLD zählt zu den wichtigsten Digital-Events Europas. Entsprechend freuen wir uns sehr für unseren Kunden Auctionata, dessen Kommunikation wir seit August 2012 verantworten. Neben Erwähnungen im Spiegel, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Tagesspiegel, Handelsblatt und vielen weiteren meinungsführenden Medien, ist dieser Preis natürlich auch eine Ehre für uns. Auctionata weiß eben, dass es sich lohnt, Regeln zu brechen (Auszug aus der unserer heutigen Pressemitteilung):

Auctionata braucht keine alteingesessene Marke, keinen Printkatalog, keine Ausstellungsräume und keinen Auktionssaal. Auctionata kommt direkt in das Wohnzimmer seiner Kunden, auf den Tablet oder das Mobiltelefon. Auctionata ist E-Commerce in Reinkultur.

In diesem Sinne gratulieren wir dem 80-köpfigen Auctionata-Team mit Sitz in Berlin ganz herzlich und freuen uns auf die vielen spannenden Themen, die uns in diesem Jahr noch erwarten.

Neu im 6. Stock: Jetzt noch mehr Hafenblick

Veröffentlicht am 15. Januar 2013 von Stefan | Allgemein, The Work

Am Freitag sind wir umgezogen, ohne die Adresse zu ändern. Warum? Wir waren vorher Untermieter und mussten aus den alten Räumen raus – wollten aber eigentlich nicht. Deswegen haben wir die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und sind in die nächste freie Fläche gezogen. Wir bleiben also weiter im Holzhafen an der Großen Elbstraße 47, einem prämiertem Bürobau des Jahres 2002, können jetzt aber vom 6. Stock in die Elbe spucken. Damit ist der Blick auf Containerriesen, Schlepper und Fähren noch etwas … raffinierter geworden.

Der Umzug selbst hat keine zwei Stunden gedauert, dann saßen alle wieder am Rechner. Mark: “So muss das sein – an dieser Stelle ein großes Danke an die Möbelpacker und ein kleines Eigenlob in Sachen Umzugsorganisation.”

Unser großer Raum

Unser großer Raum

Die Rohdaten: knapp 300qm, sechs Büros, ein schöner verglaster Konfi und ein großer zentraler Treffpunkt in der Mitte. Zwar ohne Tresen, dafür mit Couch und Esstisch. Der Besprechungsraum glänzt mit optimal schallisolierter Front.

Unseren High-End-Panasonic Beamer schonen wir, da jetzt ein LCD-Bildschirm an der Kopfseite schwebt. Weiterhin im Dauereinsatz ist die Vibiemme, unsere Espressomaschine. Meistens verarbeiten wir hier die beim Verkostungswettbewerb der deutschen Röstergilde mit Gold ausgezeichneten Bohnen von Langen Kaffee. Nach dem nächsten Kundengewinn vielleicht auch mal von Elefanten verdaute Edelbohnen. Mir als passioniertem Kaffeeliebhaber ist beides recht.

Unser Konti

Unser Konti

Unsere Kaffeemaschine

Unsere Kaffeemaschine

Abschließend möchten wir Euch einladen, gerne auf einen Kaffee vorbeizukommen. Sucht uns dann wie gesagt im sechsten Stock und nicht im dritten wie noch unten im Eingangsbereich steht. Und freut Euch auf die kontemplative Wirkung von vorbeiziehenden Schiffen.

Hier findet Ihr weitere Fotos vom Umzug und von den neuen Räumen