Samstag, 13. März 2010
  • The Next Big Thing

    Die Revolution der Märkte heißt: Zuhören. Die Macher von MAVENS Empfehlungsmarketing, Mark Pohlmann und Anna Friedrich, berichten an dieser Stelle über Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, bevor sie selbst reden.
    (Über uns)
  • Themenblog via RSS abonnieren
  • Anna Friedrich bei Twitter
  • Mark Pohlmann bei Twitter
  • Feedburner-Leser
  • Themenspektrum

    • Allgemein (28)
    • Bloggerei (41)
    • Corporate Publishing (19)
    • Game Changer (4)
    • Journalisten (18)
    • Medien 1.0 (32)
    • Medien 2.0 (108)
    • Online-Relations (21)
    • Peer-to-Peer (40)
    • Personen-PR (40)
    • PR 1.0 (33)
    • Presseschau (6)
    • Soziale Netzwerke (128)
    • Storytelling (14)
    • The Work (66)
    • Themenmanagement (28)
    • Trends (94)
    • Virales Marketing (52)
    • Web 1.0 (5)
    • Web 2.0 (132)
    • Werbung (31)
  • Retrospektive

    • März 2010 (3)
    • Februar 2010 (8)
    • Januar 2010 (6)
    • Dezember 2009 (4)
    • November 2009 (12)
    • Oktober 2009 (8)
    • September 2009 (5)
    • August 2009 (7)
    • Juli 2009 (8)
    • Juni 2009 (6)
    • Mai 2009 (7)
    • April 2009 (5)
    • März 2009 (5)
    • Februar 2009 (13)
    • Januar 2009 (10)
    • Dezember 2008 (5)
    • November 2008 (13)
    • Oktober 2008 (14)
    • September 2008 (10)
    • August 2008 (12)
    • Juli 2008 (9)
    • Juni 2008 (23)
    • Mai 2008 (10)
    • April 2008 (13)
    • März 2008 (8)
    • Februar 2008 (8)
    • Januar 2008 (10)
    • Dezember 2007 (8)
    • November 2007 (10)
    • Oktober 2007 (20)
    • September 2007 (11)
    • August 2007 (13)
    • Juli 2007 (12)
    • Juni 2007 (15)
    • Mai 2007 (14)
    • April 2007 (14)
    • März 2007 (16)
    • Februar 2007 (18)
    • Januar 2007 (25)
    • Dezember 2006 (9)
    • November 2006 (13)
    • Oktober 2006 (13)
    • September 2006 (7)
    • August 2006 (9)
    • Juli 2006 (9)
    • Juni 2006 (9)
    • Mai 2006 (19)
    • April 2006 (24)
    • März 2006 (30)
    • Februar 2006 (1)
    • Januar 2006 (1)
    • Dezember 2005 (4)
    • November 2005 (9)
    • Oktober 2005 (4)
    • September 2005 (8)
    • August 2005 (14)
    • Juli 2005 (9)
    • Juni 2005 (9)
    • Mai 2005 (11)
    • April 2005 (10)
    • März 2005 (10)
    • Februar 2005 (10)

1-2-do.com: Bosch startet Brand Community

Veröffentlicht am 1. Februar 2010 von Mark Pohlmann

Bildschirmfoto 2010-02-01 um 10.50.44

“Einer weiß immer, wie es geht” – Unter diesem Motto startet Bosch mit 1-2-do.com in diesen Tagen eine eigene Brand Community. Sie richtet sich an Heimwerker und Kreative und macht ganz im Sinne des Web 2.0 Wissen sichtbar und vernetzt Menschen. Wenige Wochen nach dem inoffiziellen Start sind knapp 2.000 Heimwerker-Enthusiasten auf der Plattform aktiv. (Disclaimer: MAVENS unterstützt Bosch beim Community Building von 1-2-do).

Wer gerne an Baumarktregalen langflaniert und im Kriechschritt durch die Wohnung tackert, ist hier genau richtig. Denn anders als bei den Liebsten Zuhause, die das eigene Können oftmals frevelhaft ignorieren, bietet 1-2-do genau die richtige Bühne um zu sagen: “Schaut mal, das habe ICH gemacht”. Schon jetzt findet sich in der Community eine große Auswahl privat vorgestellter Projekte, die viel Resonanz bekommen und zum Nachbauen oder Bessermachen anregen. Ein Forum sowie ein Produkt- und Material-Wiki komplettieren das Angebot.

Drei wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Brand Community, die 1-2-do meines Erachtens sehr gut umgesetzt hat, möchte ich hervorheben:

Erstens: Markenneutrale Diskussionen, aber markenbezogener Service. Neutralität heißt nicht Gleichgültigkeit. Wer will, kann hier die Menschen hinter der Marke sehr wohl treffen und sich beispielsweise mit Geräteexperten von Bosch über die richtige Bedienung austauschen. Auch richtiger Kundendienst wird auf Nachfrage angeboten.

Zweitens: Die Marke hört zu und reagiert, wenn dies gewünscht ist. Diese Nähe schafft Sympathie und Vertrauen, die beiden wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine Marke in Zeiten einer Überfülle konkurrierender Angebote.

Drittes: der Spaß an der Sache. Auf 1-2-do geht es erstmal ums Hämmern, Bohren und Dekorieren. Und sonst gar nichts. Dementsprechend stehen die Menschen und ihre Leidenschaft im Vordergrund. Sie kann man hier richtig kennenlernen. Viele Fragen müssen deswegen auch gar nicht mehr von Mitarbeitern beantwortet werden, weil die Community sich selbst hilft. Wenn diese Form der Vernetzung durch eine Marke geschaffen wird, hat sie ihrem Leistungsversprechen einen riesigen neuen Mehrwert hinzugefügt, der auch jenseits laufender Werbekampagnen für Aufmerksamkeit sorgt.

Dennoch ist es um Brand Communities stiller geworden. Das hat zwei vermeintlich einleuchtende Gründe: Sie können scheitern. Ob sich die Kunden dauerhaft um die Marke scharen wollen, weiß derzeit niemand. Brand Communities sind also immer Chance und Risiko für den Markenwert. Und sie haben kein festes Business Model. Ihre Nutzung ist kostenlos und werbefrei, Premium-Modelle existieren nicht.

Haben Communities einen ROI? Ja. Wenn man ihr Potential richtig nutzt. Eine eigene Community ist der effizienteste Kommunikationskanal zum Kunden für eine Marke, deren Kundenbeziehung eigentlich über Dritte, bei Bosch ist es der Einzelhandel, geht. Bosch erfährt ungefiltert und aus erster Hand, wie zufrieden seine Kunden sind, welche Ideen sie haben und wo es hakt. Das Zusammenspiel zwischen Marke und Kunde hat großes Entwicklungspotential, noch befinden sich die meisten Marken hier im Experimentierstadium. Viel wichtiger noch der unmittelbare Vorteil: Bosch kann antworten und wird gehört. Das geht nur in Netzwerken, die man selbst betreibt, denn hier läßt sich die Kommunikation sinnvoll bündeln und zu anderen Orten referenzieren. Probleme lassen sich jetzt erstmals effizient lösen, Neuerungen schneller kommunizieren und Missverständnisse leichter aus der Welt schaffen. Die schönste Aussicht aber ist, dass die Aktiven auf der Plattform schnell wichtige Ansprechpartner und Multiplikatoren sein werden.

Wir wünschen Bosch viel Erfolg mit 1-2-do.com!

Allgemein
1 Kommentar »

FAZ: Kein Marketing ohne Internet

Veröffentlicht am 17. November 2009 von Mark Pohlmann

Obwohl nur knapp 10 Prozent der Werbebudgets ins Internet fließen, haben Suchmaschinen, Anbieterseiten, Kommentare anderer Nutzer, Produktvergleichsseiten und die Online-Werbung für deutsche Konsumenten inzwischen eine doppelt so hohe Relevanz für Kaufentscheidungen wie das zweitplazierte Medium Fernsehen, hat die Studie „Digital Influence Index Study” von Harris Interactive ergeben. Mittlerweile sind es 97 Prozent aller Konsumenten, die sagen, dass ihr Verhältnis zu einer Marke im Netz beeinflusst werde – unabhängig von einem Kauf. „Das Internet ist also nicht nur ein Platz, um eine Marke zu bilden. Man kann eine Marke dort auch zerstören”, lautet eine Schlussfolgerung. Die Nutzer wollten mit der Marke interagieren – egal ob die Marke das möchte oder nicht.

So sieht es aus.

Posted via web from Mark Pohlman

Allgemein
2 Kommentare »

Nur langweilige Technologie ist erfolgreich

Veröffentlicht am 16. November 2009 von Mark Pohlmann

Ich mag dieses Zitat von Clay Shirky: “Tools don’t geht socially interesting until they get technologically boring”.
Source

Posted via email from Mark Pohlmann

Allgemein
0 Kommentare »

Das Medium als Botschaft

Veröffentlicht am 10. Juli 2009 von Mark Pohlmann

Eben noch bereitete sich das Internet auf das Sommerloch vor, da beendet Vodafone dieses mit der aufwendigsten, integriertesten und stimmigsten Web-2.0-Kampagne, die wir in Deutschland bislang erlebt haben. Vordergründug geht es darum, die Marke Arcor zu beerdigen. Glaubt man Vodafone, wollen sie das Thema Internetzugang aber nicht irgendwie an die eigene Markenarithmetik anflanschen, sondern gleich über die “Generation Uplaod” zum wichtigsten Treiber des gesamten Geschäftes aufbauen. “Es ist deine Zeit” lautet der Claim, für den sich viel Web-Prominenz als Sympathieträger zur Verfügung gestellt hat. Begleitend hat Vodafone einen Blog gestartet und ist auf Myspace, Twitter, Facebook und StudiVZ präsent. Als erster Höhepunkt wurde die Pressekonferenz zur Vorstellung der Dachmarkenkampagne mit zwei Geschäftsführern und dem Marketingleiter von Vodafone Deutschland live im Internet übertragen und konnte öffentlich und vor Ort von jedermann verfolgt und kommentiert werden. Vodafone macht also genau das, was die Internetgemeinde seit Jahren von Unternehmen fordert.

Ob Vodafone für seinen Mut belohnt wird, ist dennoch ungewiss. Zuerst einmal ist Vodafone von den 2.000 Kommentaren während der PK “schier überwältigt“. Wer diese allerdings liest, erfährt, dass die Social Media Szene hauptsächlich Kübel des Spotts über die Kampagne ausschüttet.

Während im Prinzip die digitalen Kanäle richtig integriert und eingesetzt wurden und der reibungslose Ablauf  Standards setzt, wurden Fehler gemacht, die sich in einem Kernvorwurf zusammenfassen lassen: Vodafone skandiert den offenen Dialog, simuliert ihn dann aber als werbliche Fassade. So ist es einfach ungeschickt, eine Pressekonferenz, die sich zuerst an Werbefachjournalisten richtet, für eine meinungsaktive Klientel zu öffnen, die nicht mit der Liturgie dieser Branche vertraut ist, und dann nicht ein Jota von der seit Jahrzehnten eingespielten Dramaturgie einer Fachveranstaltung abzuweichen. Die Präsentationen waren langatmig, gespickt mit unklaren Anglizismen und blumigen Phrasen. Genauso war es ein Fehler,  Journalisten auf kleinen Hockern vor sich kauern zu lassen und diese Bilder dann in die Welt zu schicken. Interessante Fragen aus dem öffentlichen Chat wurden nicht in die PK aufgenommen. Wozu dann diese Funktion? Am Ende fühlten sich wohl beide, Journalisten und die Web-2.0-Szene, falsch auf der Veranstaltung. Nicht nur das, selbst den Akteuren auf der Bühne merkte man ein Unbehagen an.

Doch die Wackler in der Live-Performance sind Petitessen gegen den zentralen Fehler: Eine Kampagne zur Nachricht aufzubauschen, ohne dem Volke das zu geben, nach dem es verlangt: Produkte, die dem Gesagten Taten folgen lassen. Lieber beließ man das Medium selbst als Botschaft. Das “Ankommen im Web 2.0″ wird nicht als Aufbruch verstanden, sondern schon als Ergebnis zelebriert.

Das kann nicht gutgehen. Warum nicht, erklärt Claudia Sommer treffend in einem Komentar zum selben Thema auf Indiskretionen Ehrensache:

Web 2.0 taugt nicht für die Hochglanz Werbung, sondern fürs CRM – Direkte Kommunikation mit seinen Kunden eben. Leider sind ja die, die direkt mit dem Kunden sprechen nicht in der Kommunikationsabteilung angesiedelt, sondern zu 90% outgesourced und arbeiten für 7,50 als sogenannte Call Center Agents.

Es ist ein weiter Weg von der Erkenntnis zur Umsetzung selbst für die, die ihr Wollen zum Leitthema machen. Konsequenterweise versäumte es Vodfone auch nach der PK, ihr Gesprächsangebot wahr zu machen. Seit das Unternehmen gesagt hat, was es zu sagen hatte, herrscht wieder Schweigen im Walde. Keiner der sonst so gesprächigen Akteure hat sich bislang durchringen können, den vielen Stimmen zu antworten.

Meine Befürchtung: die negative Energie, die sich in den Diskussionen breitmacht, könnte dazu führen, dass andere Unternehmen es sich dreimal überlegen, bevor sie so etwas wie Vodafone wagen. Die Furcht, es nicht allen recht machen zu können, wird wieder stärker sein als die Hoffnung, durch Innnovation einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Das wäre schade. Diesen Unternehmen sei der Rat gegeben, es nicht gleich mit der großen Packung zu versuchen, sondern mit ganz einfachen Gesprächsangeboten dort, wo sich die eigene Kundschaft aufhält. Und erst dann, wenn man spürt, wie die Erwartungen mit den eigenen Möglichkeiten in Einklang zu bringen sind, es an die große Glocke zu hängen. Man könnte auch sagen, einfach den ersten Schritt vor dem zweiten zu tun und nicht umgekehrt.

Zur Inspiration mal ein beispielhafter Link auf eine unsere Aktivitäten für simyo als “simyo Community Team” Es kann so einfach sein. Im Internet ist es wie im richtigen Leben. Wer sein Gegenüber ernst nimmt, wird ernst genommen.

Allgemein
9 Kommentare »

Sind wir nicht alle ein bisschen Parko?

Veröffentlicht am 11. Juni 2009 von Anna Friedrich

Auf dem Digital Multimedia Kongress in Berlin hat die Agentur Zucker.Kommunikation ihr neu entwickeltes Buzzword für den Verbraucher von heute vorgestellt: PARKO schimpft sich der Begriff, der liebevoll den PARtizipativen KOnsumenten bezeichnet. PARKOs schreien nach mehr als den Standardformen der Kommunikation: sie fordern den aktiven Dialog.

Über 80 Prozent der PARKOs erwarten von Unternehmen, nicht nur offen gegenüber Kritikern sind, sondern auch eine Konversation zu ihnen, den Kunden, herstellen. 78 Prozent der über 1.000 Befragten können mit der Scheinwelt der Werbung nichts anfangen und 70 Prozent halten die klassische Werbung gar für komplett unglaubwürdig. Deshalb vertrauen 72 Prozent eher der Meinung anderer Konsumenten als der Firma selbst.

Ein Fazit der Studie: Angeblich sind bei einer breiten Fassung des Begriffs 21 Prozent der Bevölkerung PARKOs – das sind 13 Millionen! Jeder fünfte Deutschebeteiligt sich also aktiv im Netz an Diskussionen, schreibt Kommentare und interagiert mit anderen?

TechCrunch markiert Facebook mit seinen 2 Millionen Mitgliedern in Deutschland als das größte soziale Netzwerk hierzulande. Das entspräche gerade einmal rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. Tatsächlich das größte soziale Netzwerk aber Wer-kennt-wen: 6,1 Millionen Mitglieder und damit 7,4 Prozent der Bevölkerung sind hier aktiv. Dem folgt im Ranking direkt StudiVZ mit 5,6 Millionen und damit 6,8 Prozent der Deutschen. Betrachtet man das gesamte VZ-Netzwerk (inklusive SchülerVZ und MeinVZ), sind es laut eigenen Aussagen gar fast 14 Millionen aktive User. Bezogen auf die Gesamtpopulation sind das immerhin 17 Prozent “Beteiligung” hierzulande.

Glaubt man den Ergebnissen der PARKO-Studie, stellt sich die Frage, wie die übrigen Prozent am Netz teilnehmen. Wer sich bei Facebook u. Co. registriert, hat in der Regel bereits eine hohe Netzaffinität und ist auch auf anderen Plattformen aktiv, so dass die Schnittmengen hoch sind. Sind User, die in Foren, Blogs und auf anderen Communities partizipieren, nicht bei mindestens einem Social Network angemeldet?

Daran, dass der Konsument sich immer stärker den Austausch mit Unternehmen wünscht, gibt es – trotz der optimistischen 21 Prozent der “PARKOs” – keinen Zweifel. Dazu muss man sich nur die Trends in der heranwachsenden Generation anschauen: 84 Prozent der Zwölf- bis Neunzehnjährigen nehmen aktiv am Web 2.0 teil, so die Aussage von Ilse Aigner, der Bundesverbraucherschutzministerin, im Rahmen der Bewusstseins-Kampagne Watch Your Web.


Allgemein, Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0
3 Kommentare »

Deutsche lieben Online-Shopping

Veröffentlicht am 18. März 2009 von Anna Friedrich

Der Kaufrausch der deutschen Konsumenten hat dem E-Commerce im Jahr 2008 eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro gebracht. Dies ergibt das WebScope-Panel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zum Kaufverhalten der Deutschen im Internet.

Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig das World Wide Web als am stärksten wachsender Vertriebskanal ist. Obwohl im vergangenen Jahr bei Nonfood-Artikeln im Allgemeinen der Umsatz zurückging, wuchsen die Online-Umsätze deutlich.

Konsumenten kaufen bevorzugt im Web ein: mittlerweile nutzen allein in Deutschland 29,5 Millionen Menschen das Internet als Einkaufsmöglichkeit – das sind 12 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Ähnlich häufig wie im Jahr 2007 kaufte eine Person im Durchschnitt im Jahr 9,4 mal online ein, gab aber durchschnittlich mit 49 Euro sieben Prozent mehr für die Produkte aus.

Interessant sind die einzelnen Verbrauchergruppen, die das GFK Panel Services Deutschland in sieben Online-Nutzer-Typen unterteilt hat: sie shoppen völlig unterschiedlich. Gut ein Drittel (35 Prozent) der Konsumenten, die als Selektivnutzer gelten, tragen gerade mal 13 Prozent des Umsatzes bei. Banker und Online-Shopper dagegen, die 20 Prozent aller Internetkäufer ausmachen, erwirtschafteten beinahe 35 Prozent des E-Commerce-Umsatzes.

Dass die E-Commerce-Sparte boomt, ist keine Überraschung. Gleichzeitig bedeutet das veränderte Einkaufverhalten für die Marketiers: um Produkte an den “Mann” zu bringen, müssen sie die Online-Welt verstehen und für sich nutzen. Mit dem Boom von Social Networks wie Facebook, Twitter und Co. gewinnt Social-Commerce immer mehr an Bedeutung: Empfehlungen von Freunden haben einen direkt Einfluss auf die Kaufentscheidung. Dies bestätigt Thomas Lipke vom Bundseverband des Deutschen Versandhandels (bvh), der Ende Februar eine E-Commerce-Studie mit ähnlichen Umsatzzahlen veröffenlichte:

Social-Commerce wird immer wichtiger, denn die Menschen möchten durch Empfehlungen oder Kommentare die Meinungen anderer Käufer in ihre Kaufentscheidung einbeziehen können.

Allgemein
2 Kommentare »

Die erste nutzergenerierte Zeitung: The Printed Blog

Veröffentlicht am 17. März 2009 von Anna Friedrich

The Printed Blog, ein Start-up aus Chicago nutzt die Idee der kostenlosen Inhalte aus dem Web – allerdings mit einem ganz anderen Ansatz. Herausgeber Joshua Karp will gut funktionierende Systematiken aus dem Online-Bereich auf das Print-Modell seiner Zeitung übetragen, um eine kombinierte Strategie zu schaffen. Er bietet damit den US-Zeitungen mit weiter schrumpfenden Auflagen Paroli.

Ein Redaktionsteam von Freiwilligen wählt veröffenlichte Fotos und Blogbeiträge aus 300 Blogs aus. Das spart – mit Einwilligung der Autoren – die Kosten für professionelle Reporter. Natürlich kann man das Papier auch online als PDF herunterladen. Der kombinierte Ansatz funktoniert so:

The Printed Blog will publish blog posts alongside other Weblike content, like user-submitted photographs and readers’ comments. The paper will be printed on three or four 11-by-17-inch sheets of white paper and laid out like a blog instead of in columns.

Users will eventually be able to log on to its site, theprintedblog.com, to choose which blogs they want in their edition, and editors will decide which posts make the paper. A city the size of Chicago could have 50 separate editions tailored to individual neighborhoods.

Die Blogzeitung The Printed Blog wird aktuell zur Probe in New York, Chicago, San Francisco und Los Angeles kostenlos verteilt. Anschließend ist ein Roll-out geplant, so dass bis zu 50 Nachbarschafts-Editionen pro Stadt entstehen. Finanziert werden soll das Ganze über lokale Anzeigen.

Nach wie vor hat ein gedrucktes Blatt Papier eine ganz andere Wertigkeit als ein Text auf dem Bildschirm. Für die meisten Blogger bedeutet die Veröffentlichung im Printed Blog Ruhm und Anerkennung. Insofern profitieren alle von den gedruckten Blogbeiträgen. Klar können Blogger keinen Journalisten ersetzen, dennoch können sich die “Guten” in The Printed Blog von der Masse abheben.

Auch der berühmte Verleger Alfred Neven DuMont glaubt an die Zukunft des Print. Allerdings ist er der Meinung, dass sich die (konservative) Zeitung zukünftig eher an eine elitäre Gesellschaft richten wird:

Wir müssen besser werden, teurer werden. (…) Die Informationsgesellschaft im Gegensatz zur Konsumgesellschaft. Das Wort Elite darf ja in Deutschland nicht ausgesprochen werden. Nur hinter verschlossenen Türen, sonst macht man sich verdächtig.

Allgemein
7 Kommentare »

Zuviel Social Networking schadet der Gesundheit

Veröffentlicht am 25. Februar 2009 von Anna Friedrich

Die Welt der “Hyperconnected” lebt gefährlich. Bei zu extremer Nutzung machen die sozialen Plattformen, so die britische Studie Well connected? The biological implications of ’social networking (PDF), krank. Twitter, MySpace, Facebook und Co. ersetzen bei vielen Nutzern reale soziale Kontakte und die Isolation wirkt sich auf ihre Gesundheit aus.

Dr. Aric Sigman, Autor der in dem britischen Magazin Biologist veröffentlichten Untersuchung, sieht es als äußerst kritisch an, dass soziale Netzwerke mehr und mehr wirkliche Interaktionen ersetzen. Der Trend

…ermutigt uns, soziale Netzwerke aus unserem nicht-virtuellen Umfeld zu ignorieren. … Die Zeit, die wir damit verbringen, uns elektronisch zu sozialisieren grenzt uns von unseren physischen Netzwerken ab.

In seiner Studie erklärt er, warum die soziale Verbindung sowohl objektiv als auch subjektiv sich direkt auf physiologische Faktoren auswirkt, die Krankheit und Sterblichkeit beeinflussen. So macht die Einsamkeit der Netzwerker nach seinen Ausführungen empfänglicher für Demenz, Herzkrankheiten oder Diabetes.

Das heißt also, Leute auf sozialen Netzwerken sind nicht nur Freaks, sondern kranke Freaks? Und ab wann genau ist es “zu viel”? Der Vorschlag von The Register ist gar nicht verkehrt:

In other words, skip that next Tweet, postpone polishing your LinkedIn profile, put off updating your Facebook status, and go hug someone. You’ll live longer.

Allgemein
0 Kommentare »

2,45 Euro TKP bei Spiegel Online

Veröffentlicht am 20. Februar 2009 von Mark Pohlmann

Angesichts der Anzeigenkrise stellt sich die Frage: Wer macht denn überhaupt noch Gewinn? Und wie geht es eigentlich denen, denen es gut geht?

Ich vermute: Im Internet ist bei der derzeitigen Anzeigenkrise fast keiner mehr profitabel. Jedenfalls keiner der Qualitätsverlage mit richtigen Redaktionen und einem reichweitenbasierten Geschäftsmodell. Profitabel sind vor allem die Nischen: Themenspezialisten für Finanzanlagen, Medizin- und Pharmathemen oder der Auto- und Jobmarkt. Je massenmarkt- und reichweitenorienter die Angebote sind, umso geringer ist der TKP. Dieser, so meine Vermutung, wird in vielen Fällen nicht viel über 1 Euro hinauskommen. Damit kann niemand mehr profitabel arbeiten. Aber kann ich es belegen? Hier ist ein Versuch.

Als Benchmark nehmen wir mal den Qualitäts- und Reichweitenführer Spiegel online. Ich vermute, dass trotz der riesigen Reichweite von 600 Mio. PIs und rund 6-7 Mio. Unique Visitors (Zahlen: IVW) selbst dieses Flaggschiff des deutschen Online Journalismus es nicht länger in die Profitabilität schafft und von den Printern quersubventioniert werden muss. Je nachdem, wie sich die Anzeigenkrise im Printbereich verschärft und die Mutterblätter noch stärker ins Minus fallen, hätte dies dann eben auch Implikationen für das Online-Geschäft. Denn weiterhin gilt: Das Geld wird im Print verdient. Beim Spiegel sind waren es 2008 330 Mio. Euro (297 davon im Print) und 57 Mio. Euro Gewinn. Das Anzeigenvolumen ist in den letzten acht Jahren um 60 Prozent zurückgegangen.

Nun aber zu SPON.

Das Online Angebot hatte im Januar 2009 600 Mio. PIs und 100 Mio. Visits. Die Umsätze für 2008 sind aktuell nur für den gesamten Verlag bekannt, für Online wissen wir nur, dass sie um 7 Prozent über dem Vorjahr lagen. Für 2007 wiederum weist der Bundesanzeiger im Geschäftsbericht von Spiegel Online 20,3 Mio. Euro Umsatz und einen Ergebnis von 1,9 Mio. Euro aus. Das sind für 2008 dann 21,7 Mio. Euro oder 1,8 Mio. Euro Umsatz im Monat.

Gehen wir weiter davon aus, dass der Umsatz im Januar 2009 um 20 Prozent zurückgegangen ist. Das wäre nicht nur krisenbedingt zu erklären, sondern ein eigentlich recht normaler Effekt nach dem Hauptanzeigengeschäft in der Vorweihnachtszeit. Wahrscheinlich liegt dieser Rückgang deswegen ein ganzes Stück höher, aber sei’s drum: Minus 20 Prozent machen 1,45 Mio. Euro Umsatz für 600 Mio. PIs und damit einen TKP von 2,43 Euro. Für das Restjahr wird sich SPON  wohl mit Preisen Richtung 2 Euro anfreunden müssen, denn  Anzeigenkunden sind sehr geübt darin, Überkapazitäten in Preisvorteile umzumünzen, zudem dürfte die Quote nicht verkaufter Anzeigenplätze noch steigen.

2,43 Euro TKP. Dies ist allerdings ein Durchschnittswert, wohlgemerkt. Diese werden zudem noch sehr ungleich verteilt sein und vor allem von großflächigen Bannern auf den sichtbaren Bereichen der Homepage erwirtschaftet werden, deren Menge sich jedoch nicht beliebig erweitern läßt. Unten auf der Home und in den Unterrubriken fängt dann der Long Tail an. Denn hier wird “Performance Marketing” betrieben, also CPC-Deals geschaltet: Gezahlt wird nur, wenn ein User klickt. Und das ist selten genug der Fall – nur jedes 1.000 Mal wird überhaupt die Möglichkeit zum Klick genutzt.  Damit sind eben auch die Einnahmemöglichkeiten limitiert. Berücksichtigt man jetzt, dass Spiegel Online massiv Inhalte aus dem Print-Titel bezieht und wahrscheinlich auch in der ganzen Infrastruktur (Räume, Server) nicht die Vollkosten bezahlt, ist es mit der Profitabilität in einer Vollkostenrechnung nicht mehr weit hin.

Allgemein
14 Kommentare »

Vanity Fair ist nicht mehr

Veröffentlicht am 18. Februar 2009 von Mark Pohlmann

Print zerrint – so betitelte heute turi2 sehr treffend das Aus für das People-Magazin Vanity Fair. Was kommt als nächstes? Hier ein paar lose Gedanken:

- Der Verfall der Celibrity Press ist in erster Linie ein Niedergang der Stars und des Starkultes. Vanity Fair, Park Avenue (die ich persönlich sehr vermisse, obwohl ich auch sie kaum gekauft habe) – sie hatten kein Futter, keine Sensationen und konnten damit zu wenig Nachfrage erzeugen. Das ist deutsche Realität und damit sind die Probleme für diese Mediengattung auch ein Problem der deutschen Gesellschaft. Wir sind dann in der Summe wohl zu langweilig, um interessant darüber zu berichten. Wann – und wie – trifft es Stern, Focus, Bunte & Co.?.

- Mediale Arroganz verkauft nicht. Gut, Ulf Poschardt war eigentlich nicht lange genug dabei, aber das von ihm geprägte Großkotz-Image der Zeitschrift hielt sich tapfer: arrogant, laut, verschwenderisch. Das fing bei den Auflagenankündigungen an und hörte nicht bei den Designertischchen in der Redaktion auf. So in sich selbst verliebt dürfen heute Medienarbeiter nicht mehr auftreten. Denn das macht hässliche Flecken im designten Lebenslauf.

- Billig zieht nicht. Ich habe die Zeitschrift genau einmal gekauft. Damals, als sie sich im Copy-Preiskrieg mit der Park Avenue befand und nur 1 Euro gekostet hat. Dann, als sie wieder 2,50 Euro (glaube ich) kostete war sie mir zu teuer. Merke: Einmal billig, immer billig. Wer es nicht schafft, mit seinem Produkt zu überzeugen, wird es auch über den Preis nicht schaffen. Das ist auch sonst so.

- Es gibt noch immer zu viele Zeitschriften. Magazine werden gegründet, um Werbetreibenden die Rückseite für ihre Anzeigen zu liefern. Das ist legitim. Aber wenn schon reichweitenstarke Qualitätstitel wie Spiegel und Wirtschaftswoche mit historisch dünnen Heftchen rauskommen, wie steht es dann um die ganzen bunten Blätter? Wenn die Capital nur noch 4.000 Kioskkäufer findet, was sollen dann die anderen sagen? Was kommt dann noch auf uns zu?

- Print lebt. Das hoffe ich jedenfalls. Das Digitale ist zwar effizienter, aber Kultur und distributorische Effizienz sind zweierlei. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass genau die Verlage, die jahrzehntelang hohe zweistellige Renditen auswiesen, jetzt die ersten sind, die ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen. Wahrscheinlich brauchen wir vor allem neue Verlage oder Verleger, bevor Print wieder eine Perspektive bekommt.

- Digital ist keine Alternative. Mir ist kein Online-Titel eines größeren Verlages bekannt, der überhaupt Geld verdient. Wie sollen sie auch, wenn Spiegel Online 100 Mitarbeiter hat, aber einen TKP von um 2,5 Euro herausholt? Da kann man wachsen wie man will – die Kosten wachsen schneller. Und: Es solle doch niemand glauben, dass das digitale Medienangebot das gleiche bleibt, wenn Print erst einmal geschlagen ist. Noch lebt Internetjournalismus als gigantische Quersubvention. Und wenn im Print kein Geld fließt, ist Online auch am Bettelstab.

- Die Printkrise ist eine Me-too-Krise. Eine Formatkrise. Eine Innavotionskrise. Wo ist die gelebte Berechtigung zwischen Web und TV? Dass Vanity Fair nicht mehr ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen. Ich behaupte, dass die Kunden klüger als erhofft waren, denn Vanity Fair war eben doch nicht so neu, wie die Macher selbst es glauben wollten. Neue Nischen werden ständig und immer kleinteiliger bedient, aber wo bleiben die neuen Formate? Wer schreibt die Geschichten, die die Menschen wirklich lesen wollen?

- Das Internet steht sich mit seiner Arroganz selbst im Weg. Die Selbstzufriedenheit ob der Printkrise, die einem von der digitalen Bohème entgegenschlägt, geht mir mächtig auf den Zeiger. Wer nicht versteht, dass wir alle unsere Werbewirksamkeit täglich neu unter Beweis stellen müssen, weil wir sonst nichts mehr auf den Teller kriegen, sollte sich nicht überlegen fühlen. Das Web wird das gleiche Problem wie jetzt Print erleben, wenn sich mobile Formate von dem Internet emanzipiert haben. Wie unabhängige journalistische Qualität ohne Einnahmen funktionieren soll, ist jedenfalls bislang nicht gelöst. 140 Zeichen sind ihre Zukunft jedenfalls nicht.

- Was uns droht, wenn Print denn erst einmal stirbt und Online nicht profitabel wird ( weil sich auch im Internet schon heute niemand für Werbung interessiert) ist – siehe oben – das Monopol der Nachplapperer (bitte nicht zu verwechseln mit Schwarmintelligenz, also der Weisheit der Vielen): Medien, ob User Generated oder nicht, die sich darin genügen, Dinge, die woanders auch schonmal standen, neu zu verpacken. Das ist dann zwar auch irgendwie unterhaltsam, aber eben genauso wenig relevant wie das, was Capital und Vanity Fair heute schon bieten. Aber immerhin: es ist billiger. Das hilft, denn es wird auch hierfür in Zukunft niemand bereit sein, auch nur einen Cent zu zahlen.

- Was ist noch was wert? Keine Ahnung. Aber ich hätte da ein paar Wünsche: Wo bleibt denn überhaupt der Diskurs? Wer bekommt die feigen Banker zum Sprechen? Oder Ypsilanti? Oder wer führt mal die Linken vor? Wer streitet für intelligente Verteilungs- und Motivationsmodelle? Wer bricht Tabus (und wärmt nicht stattdessen alte wieder lauwarm auf wie die Zeit gerade mit ihren Abtreibungsmännern)? Ich würde gerne mehr unbequeme Wahrheiten lesen und unbequem denkende Menschen kennenlernen. Aber was soll’s. Ist wahrscheinlich doch kein Massenmarkt.

Allgemein, Medien 1.0
3 Kommentare »
« Vorherige Einträge