Archiv für die Kategorie ‘Corporate Publishing’

Corporate Blogging ist tot?

Veröffentlicht am 15. März 2007 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

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Auf dem Bild: nugg.ad-Gründer Stephan Noller in seinem ersten Leben.

Robert Basic hatte sich vor einigen Wochen bereits mit dem Thema beschäftigt, daß bloggende Unternehmen schnell frustriert davon sind, daß Aufwand und Reichweite in keinem vernünftigen Verhältnis stehen. Wer wochenlang liebevoll Artikel um Artikel schreibt und dabei vielleicht ein, zwei Dutzend Leser am Tag gewinnt, der fragt sich schon, ob er die Zeit nicht sinnvoller investieren kann.

Solange handwerkliche Regeln berücksichtigt werden (die wichtigste: Es bloggen immer Menschen, nie Unternehmen), gibt es aber keine Alternative zum Bloggen. Nirgendwo sonst im Corporate-Publishing-Universum kann eine solche inhaltliche Intensität wie in einem Blog hergestellt werden. Verarbschieden muß man sich allerdings vom Traum einer großen Reichweite. Nicht möglichst viele, sondern genau die Richtigen zu bedienen ist das Ziel eines Blogs. Und wenn das 50 Personen sind, und diese den Blog lesen, ist alles erreicht. Wer es anders sieht, wird nicht lange durchhalten. Oder muß Horst Schlämmer engagieren.

Jetzt findet der Behavorial-Targeting-Dienstleister nugg.ad (Achtung, nugg.ad ist zwar Kunde von uns, aber gerade in dieser Sache vollkommen selbständig agierend) eine adäquate Antwort auf das Problem.


Das neue nugg.ad Blog wird also Abschied nehmen von redaktionellen Prozessen und Publikationsplänen sowie überhaupt von jeglicher Form der Kontrolle. Ein paar nugg.ads werden also in Zukunft über den Alltag in einem spannenden Startup, der Homebase der weltbesten Relevanzmaschine berichten.

Herzlichen Glückwunsch von meiner Seite. Genau DAS ist Corporate Blogging.

DLD 07

Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

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Wo ich gerade im Kongreß-Modus bin: Ziemlich beeindruckend, wen Burda Ende Januar auf seinem “Digital Lifestyle Day” zusammentrommelt.

Es sprechen u.a.:

Marissa Mayer (VP Google)
Nicklas Zennström (Founder Skype)
Martin Varsavsky (Founder FON)
Chris Bangle (Chief Designer BMW)
Craig Newmark (Founder Craigslist)
Rolf Sachs (Designer & Artist)
Christiane zu Salm and Oliver Samwer (Entrepreneurs) and
Thierry Antinori (CMO Lufthansa).

Ein Tag in der Coca-Cola-WG

Veröffentlicht am 30. Juni 2006 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

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hier lesen, wie´s war.

Interview mit Felix Schwenzel zum Astra-Test: „Aufregen ist eine Triebfeder des Bloggens“

Veröffentlicht am 14. Juni 2006 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

Mark Pohlmann: Felix, vielen Dank für die Möglichkeit, mit Dir über das Astra.Blogg zu sprechen. Du und drei weitere Blogger haben vier Wochen jeweils einen Opel Astra zum Testen bekommen. Als Gegenleistung habt Ihr über Eure Erfahrungen gebloggt. Wie Du den Wagen findest, kann man hier ausführlich nachlesen. Wie zufrieden bist Du selbst mit dem Autotest?
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Felix Schwenzel: Insgesamt bin ich zufrieden, denn ich habe ein Auto und Sprit kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen und ein Thema zum Schreiben. Andererseits hasse ich das Autofahren. Don Dahlmann hat das schön zusammengefaßt: Lauter gehetzte Irre auf den Autobahnen. Ich habe die Gelegenheit genutzt und bin an Orte gefahren, an denen ich schon lange nicht mehr war und wo ich schon länger mal wieder hin wollte. Das war befriedigend. Der Alltag mit dem Auto in Berlin und Hamburg war weniger befriedigend.

Wie zufrieden ist Opel mit dem Test?

Keine Ahnung. Ich habe mir auch von Anfang an vorgenommen, mir darüber keine Gedanken zu machen. Auch wenn das hier und da steif und fest behauptet wird – ich blogge nicht für Opel, sondern, so wie immer, für irgendwen, irgendwelche Leute die ich zum großen Teil nicht kenne und die mein Blog lesen. Offensichtlich ist also noch Raum für weitere Interviews: mit Orangemedia, mit UniversalMcCann und Opel.

Viele Blogger und Leser haben sehr emotional auf euer Engagement reagiert. Kritisiert wurde, wie schnell Ihr als unabhängige Blogger zu käuflichen Werbeträgern mutiert seid. Du und Deine schreibenden Co-Tester mußten sich als “korrumpierte Rosettenlutscher” beschimpfen lassen. War Euch bewußt, wie stark ihr mit eurer Aktion polarisiert? Oder war dies Teil des Konzeptes?

Das Wort „Rosettenlecker“ kam ursprünglich von der Schwadroneuse. Ich habe die Beschreibung dankbar aufgegriffen für Leute, die sich ohne den geringsten originellen Gedanken an die Polemik von Herrn Poodle dranhängen. Den Poodle-Text habe ich übrigens eher sportlich gesehen. Abgesehen davon habe ich Verständnis für solche Wut-Postings, in denen man etwas, was einen richtig aufregt, kräftig runtermacht. Mir ist ein ordentlicher, ehrlicher Wutausbruch sehr viel lieber als kryptisches Rumformulieren oder dieses ewige Hinterhergelaufe hinter irgendwelchen vermeintlichen Vorbildern, in der Hoffnung, etwas von deren Karma oder deren Fähigkeit zu denken abzubekommen und sich so die eigenen Gedanken zu sparen.

Daß wir „korrumpiert“, „instrumentalisiert“ und „unglaubwürdig“ seien, haben wir uns eine Weile anhören müssen. Allerdings hat das, nachdem auch ein paar Texte zur Aktion online standen, ziemlich stark nachgelassen. Daß die Aktion polarisiert, war zu erwarten. Allerdings hat niemand mit dieser Heftigkeit gerechnet. Davon war im übrigen auch der Herr Poodle überrascht. Ich war aber auch wieder überrascht, wie wenig Resonanz die bekannten Trittbrettfahrer und Selbstdarsteller bekommen haben.

Was würdest Du Opel und der Agentur fürs nächste Mal empfehlen?

Ich würde MC Winkel keinen 250-PS-Renner versprechen, um ihm dann `nen Diesel-Kombi hinzustellen. Mir wurden auch 30 PS weniger als versprochen geliefert. Blogger reagieren auf zurückgezogene Versprechen bekanntlich schnell pampig. Andererseits habe ich Verständnis für die vielfältigen Schwierigkeiten beim Organisieren einer solchen Aktion. Nur eins sollte jedem klar sein, der sich mit Bloggern einläßt: die schreiben (fast) alles sofort auf. Da öffnen sich ganz schnell ungeschützte Flanken, in denen dann von Außen mit Zahnstochern rumgebohrt wird. Nichts gegen freundschaftlichen, kumpelhaften Umgang. Aber das, was kommuniziert wird, sollte wasserdicht sein.

Nochmal zurück zu den Reaktionen aus dem Blog-Umfeld. Kann man sagen, daß viele so reagiert haben, wie sie immer reagieren? Sie regen sich auf? Dieses mal halt vor dem Hintergrund eines Autotestes?

Aufregen ist eine Triebfeder des Bloggens. Man darf das emotionale Moment nicht unterschätzen. Aber im Gegenteil zu mancher Theorie des aufgepeitschten blinden Blogmobs, der Unschuldige niedermacht, glaube ich daran, daß die meisten ganz gut merken, ob ihre Aufregung Substanz hat oder nicht. Viele halten die Blogger ja für blöde Herdentiere, was aber mit Ausnahme einiger “Rosettenlutscher / Applausheinis” vorne und hinten nicht stimmt.


Kraftausdrücke scheinen Dir zu liegen, Du benutzt sie oft und gerne. Es war absehbar, daß Opel durch Dich und Deine Leser mittenrein kommen würde in den Strudel der Wortkraftmeierei. Hätte man Opel nicht warnen müssen? Hättest Du selbst Opel nicht vor Dir schützen müssen?

Wie bereits gesagt: mich interessiert es nicht, wo für Opel der Nutzen liegt. Ich verstehe nicht, wie solche Unternehmen ticken. Sonst wäre ich wohl Werbefuzzi oder PR-Tante geworden. Wenn man mir gesagt hätte, was man gerne für Texte von mir hätte, was ich tun und was ich lassen sollte, hätte ich nicht mitgemacht oder wäre nur das Auto gefahren und hätte nix geschrieben. Offenbar ist man bereit, nicht nur Journalisten Autos zum Testen zu geben, ohne zu wissen, was dabei herauskommt. Sondern man ist auch bereit, dieses Risiko bei Bloggern einzugehen. Das finde ich erstmal gut. Und das Risiko sehe ich bei Opel und den beteiligten Agenturen. Ich hatte ja nichts zu verlieren.

Was glaubst Du: wo war für Opel der Nutzen, Dir, Deinen Lesern und der Blogosphäre diesen Test zuzumuten?

Zumuten muß sich mein Weblog wirklich niemand. Mir hat das Bloggen schon Spaß gemacht, als ich nur 100 Leser hatte und niemand meinte mir Glaubwürdigkeit, Moral oder Mangel daran attestieren zu müssen. Hinter meinem Blog steht nur eine kleine Idee, auf die ich sogar ein bißchen stolz bin: Ich schreibe, was ich will. Daß ich ein paar Leser gefunden habe, obwohl ich gegen alle gutgemeinten Ratschläge und Regeln des guten Geschmacks, der Verdaulichkeit, der Rechtschreibung und Zeichensetzung verstoße, freut mich ungemein.

Hat die Aktion Dein Bild von Opel verändert?

Der letzte Opel, den ich fuhr, zitterte am ganzen Leib, wenn ich schneller als 140 fuhr. Der Opel heute fährt dagegen wie auf Schienen, auch bei 210. Das Bild der Autos wurde sozusagen geupdated. Um zu sagen, ob mein Bild von Opel verändert wurde, müßte ich mich fragen, was ich vorher für ein Bild hatte. Und ich stelle erschreckt fest: fast gar keins. Jetzt habe ich zumindest ein kleines Bild von Opel.

Felix, Danke für das Gespräch.
(Per E-Mail aufgezeichnet)

Siehe auch: Blogger vorm Werbekarren

PDF -Publishing: Revenues Getting Real

Veröffentlicht am 24. Mai 2006 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

37Signals, Meister des Eigenmarketings, geben Einblicke in die Umsatzerlöse ihres ausschließlich online vertriebenen PDF-Buches “Getting Real”. 175.000 Dollar in 75 Tagen.

Pentax macht Lust aufs Lesen

Veröffentlicht am 08. Mai 2006 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

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Sprachregeln

Veröffentlicht am 28. April 2006 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

In der PR – und im Rest der Welt

  • Das Wichtigste nach vorne
  • Wenige Adjektive, kräftige Substantive
  • Kein Nominalstil sondern Verben
  • Viel Aktiv, wenig Passiv
  • Hauptsachen in Hauptsätze, Nebensachen in Nebensätze
  • Überflüssiges und Belangloses weglassen
  • Konkret formulieren statt abstrakt erzählen
  • Positive Begriffe statt Verneinungen
  • Keine Fremdwörter, keine Abkürzungen 

Quelle: PR-Report (Print)

Haltung zeigen

Veröffentlicht am 02. November 2005 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

Ashampoo_3 Herzlichen Glückwunsch, Ashampoo: Rückgrat beweisen und Stellung beziehen fördert das eigene unternehmerische Profil – auch wenn das eine mit dem anderen eigentlich nichts zu tun hat. Denn von Unternehmern, die nicht schnacken, sondern anfassen, lebt das Land – so jedenfalls will diese ganzseitige Anzeige aus der heutigen FAZ uns Glauben machen. Und authentisch ist es auch noch – kurzum: beste PR für ein mittelstandändisches Unternehmen. Mehr dazu auf Spiegel.

Was Microsoft anders macht als S&J

Veröffentlicht am 21. September 2005 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

Microsoft und Springer & Jacoby. Zwei Unternehmen, die nichts als der Zwang zur Restrukturierung verbindet. Was mir bei der heute kommunizierten Repositionierung von Microsoft besser gefällt als bei der S&J-Meldung vor wenigen Tagen: MS benennt den Feind. "Grund für die Umstrukturierung ist die wachsende Konkurrenz von Internetunternehmen wie Google und der zunehmende Erfolg des Linux-Betriebssystems", so die Meldung im Wall Street Journal, über die heute u.a. das Handelsblatt berichtet.

Was bewegt S&J? Zu geringe Umsätze, zu teure Honorarmodelle, zu aufwendige Awards. Wo ist der Unterschied? Der eine blickt nach vorne, der andere nach hinten. Für den einen steht der Feind außen, für den anderen innen.

Lesenswert zu S&J auch die Betrachtungen von Werbewunderland.

Nachtrag: Meldung auf horizont.net

Mercedes-Benz
stellt Springer & Jacoby ein Ultimatum

Schlechte Nachricht für die
Hamburger Agentur Springer & Jacoby: Stammkunde
Mercedes-Benz ist offenbar nicht einverstanden mit dem Umbau bei seinem
langjährigen Etathalter und stellt der Agentur ein Ultimatum.

“Die goldenen Zeiten sind vorbei” oder: Wir erfinden uns neu

Veröffentlicht am 15. September 2005 von Mark Pohlmann | Corporate Publishing

Die Hamburger Werber Springer & Jacoby sortieren sich neu. Probleme machen zunehmend diversifizierte Werbekanäle mit geringerer Reichweite (vulgo: mehr Arbeit für weniger Geld) und ein fortschreitender Preisverfall, oder: lästiger Wettbewerb.

Als Reaktion wird das Projektgeschäft fortan in "klassische Dienstleistung" und einen "Effizienztarif" unterteilt. Letzterer bietet weniger Arbeitsstufen, straffere Abläufe und standardisierte Briefings und soll deutlich günstiger sein. Kurz: Wer sich auf einen festen Projektablauf einläßt, zahlt weniger. Wer das volle Programm alltäglichen Agenturwahnsinns will, bekommt die dementsprechende Rechnung. Dazu kommen eine neue interne Struktur, neue Geschäftsführer, der Verzicht auf imageträchtige, aber kostspielige Teilnahme an Awards.

Klingt doch irgendwie vernünftig. Wurde aber schlecht aufgenommen. Der Höhepunkt war heute die FAZ, die "Springer & Jacoby ist auf Abwegen" titelt und urteilt: "Auf eine gesunde Entwicklung deutet das nicht hin."

Warum die Ablehnung? Einige vage Erklärungsversuche aus der Außenperspektive. 

1. In dem Pressegespräch wurde offenbar die aktuelle wirtschaftliche Situation nicht wirklich ausformuliert dargestellt – jedenfalls fehlen jegliche Fakten in der Berichterstattung. Keine Zahlen, keine Herleitungen, das läßt Raum für Spekulation und Zweifel. Der Verweis auf die Börsenregeln für den Haupteigner Interpublic zeigt nur, daß dieses Kommunikationsproblem zwar gesehen, aber nicht gelöst wurde.

2. Reorganisationen werden immer als Krisenzeichen wahrgenommen. Warum hat man nicht früher reagiert? Woher kommt die Gewißheit, daß die bedienten Hebel die richtigen sind? Am Ende richtet sich das Timing immer gegen den Akteur, der beweisen muß, daß jetzt die richtige Zeit zum Handeln ist. Hier scheint es bis auf die Kündigungen keinen plausiblen Anker gegeben zu haben. Zitate wie "Die goldenen Zeiten sind vorbei" (laut FAZ) sorgen da eher für Endzeitstimmung.

3. Konsequenz der PR-Aktion: die Fachgazetten sind voll, aber auf www.sj.com ist kein Sterbenswörtchen zu lesen. Die letzte News im Pressebereich ist von Mai 2005. Das wirkt nicht vorbereitet. Was ist mit Kunden, Mitarbeitern, Partnern, Ehemaligen, Assoziierten, Freunden & Bekannten? Wurden alle vorab informiert, so daß jegliche allgemeine Information überflüssig ist? Oder haben sie es aus der Presse erfahren? Dann werden sie sich jedenfalls nicht bevorzugt behandelt fühlen. Journalisten zuerst zu informieren heißt, Prioritäten gegen die zu setzen, von denen das Unternehmen lebt.

4. Ein Dienstleister soll sich um den Kunden kümmern, nicht um sich. Wer über die eigene Effizienz redet und Awardeinreichungen abschafft, bestraft den Kunden. Beides sind nicht die richtigen Ausgangspunkte für ein Gefühl des Aufschwungs.