Archiv für die Kategorie ‘Facebook’

Boost Engagement: Wie erfolgreich ist die Verknüpfung von Offline-Kampagnen mit Facebook?

Veröffentlicht am 25. Juli 2013 von Tina Günther | Facebook, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Bildschirmfoto 2013-07-22 um 15.01.46Softdrinks aus Automaten gegen Geld kennt jeder. Wie aber ist es, wenn der Automat statt Geld, Facebook-Likes nimmt? Facebook-Nutzer erhalten sofort einen Pepsi-Drink, sobald sie über ihr Smartphone oder am Touchscreen des Automaten die Unternehmensseite liken. Pepsi setzt damit einen weiteren Akzent in der Vermarktung besonderer Automaten. Bereits vor zwei Jahren führte Pepsi das Social Vending System ein: Fans können bei Angabe ihrer Daten personalisierte Videos sehen, oder Freunden ein Geschenk via Handy-Nachricht zukommen lassen. Pepsi testete die „Like-Machine“ erstmals bei einem Beyoncé Konzert in Belgien. Das Unternehmen lockte offline potentielle Kunden an und sammelte gleichzeitig Fans auf Facebook. Doch ist das ausreichend für eine gelungene Social Media Kampagne? Eine Facebook-Page mit über 50.000 Fans hat im Durchschnitt eine Engagement Rate von 0,19 Prozent. Die Engagement Rate von Pepsi Belgium liegt bei 0,02 Prozent – trotz erfolgreichem Post der Like-Machine: Post Engagement Rate: 0,76 Prozent.

Likes für Kleiderbügel im Laden? Auf Facebook sind Likes ein Indikator für die Beliebtheit der Produkte bei Kunden. In Offlineshops ist diese Art der Bewertung nicht möglich. Aus diesem Grund hat sich C&A Brasilien eine Idee einfallen lassen: Die Fans können auf Facebook die Kleidung liken. Die Likes werden direkt an den Kleiderbügel versendet, an dem das Teil im Laden hängt. Diese, mit einem digitalen Zähler ausgestattet, wurden extra für die Kampagne hergestellt. Der Kunde im Laden und die Online-Fans sehen gleichzeitig, wie beliebt das Kleidungsstück auf Facebook ist. Auf den ersten Blick gibt es die gewünschte Interaktion: Die Fans liken, kommentieren und teilen die Kampagne. Die durchschnittliche Engagement Rate bei einer Fan-Zahl von über eine Million liegt bei rund 0,09 Prozent. Die Engagement Rate von C&A Brasilien liegt bei 0,01 Prozent. Im Vergleich zu Pepsi ist die Post Engagement Rate mit 0,04 Prozent ebenfalls sehr niedrig.

UnbenanntBeide Fälle zeigen, dass witzige Kampagnen und Fans alleine nicht ausreichen, um eine gute Engagement Rate zu erzielen. Die Studie von Facebook Karma Wie viele Likes, Comments und Shares sammeln Facebook Seiten? bringt es auf den Punkt: Die Anzahl der Fans auf einer Facebook-Seite sind in erster Linie nicht wichtig. Vielmehr kommt es auf die Aktivität dieser an. Likes, Comments und Shares sorgen für die virale Verbreitung von Produkten und damit für eine Steigerung der Sichtbarkeit. Im besten Fall wirkt sich eine hohe Viralität positiv auf die Kaufentscheidung aus. Ob die Kampagnen tatsächlich zu einer Umsatzsteigerung geführt haben, weiß ich nicht. Entscheidend ist die bewusste Umstellung der Social Media Strategie von Unternehmen: Im Vordergrund steht nicht mehr der wahllose Aufbau von Fans auf Facebook. Unternehmen legen ihren Fokus vermehrt auf den Dialog im Online- und Offlinebereich um damit die Interaktion auf Facebook zu steigern.

 

 

 

Degenierierte Scham im Social Web?

Veröffentlicht am 24. Juni 2013 von Anna Friedrich | Bloggerei, Facebook, Journalisten, Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Storytelling

Erst lief es gut für Lars: Die Medien liebten seine kreative Idee, über die Webpräsenz Obdachlars nach einer Wohnung in Hamburg zu suchen. Was medial Anfang April 2013 noch positive Aufmerksamkeit brachte, schlug durch die Leserschaft in einen Shitstorm um, auf den Lars nicht gefasst war (und es auch nicht sein konnte). Statt Unterstützung bei der Wohnungssuche erntete Lars fiese Kommentare und Anschuldigungen – nur, weil er äußerte, dass er sehr gerne im Szeneviertel St. Pauli wohnen bleiben würde. Die Wohnungssuche in Hamburg ist hart und vielleicht hat die Mopo Lars arrogant wirken lassen. Nichts jedoch befugt dazu, Privatpersonen wie ihn derart zu beleidigen – auch Plattformen wie Facebook sollten nicht dazu motivieren. Sie machten “L. unfreiwillig zu einer Symbolfigur für Gentrifizierung und Preistreiberei”, wie SPON es auf den Punkt bringt.

Markenskandale wie kürzlich Dextro Energy oder vor längerem Nestlé zeigen, dass ein derartiger Shirtstorm häufig nicht verhindert werden kann, weil die “Wut” der Community zwar (im Nachhinein) verständlich, deren Ausmaß aber schlecht vorhersehbar ist. Spannend war auch der absurde #Neuland-Eklat der Netzgemeinde, der durch Merkels durchaus berechtige Äußerung entstand, dass das Web für viele eben Neuland ist. Eine Masse gegen ein Unternehmen oder gegen die Politik ist eine Sache. Was aber, wenn dieser Hass – in dem Fall auf die prekäre Hamburger Mietsituation – an eine Privatperson geht? Ein gestandener Mann wie Lars kann vielleicht damit umgehen, aber Cyberstalking endet bei Jugendlichen nicht selten mit Selbstmord, wie die Kanadierin Amanda im vorangegangenen Jahr bewiesen hat.

Degeneriert das Social Web unsere Scham? Oder gibt es nur all denjenigen einen Kanal, die uns auch auf der offenen Straße ankeifen würden? Vermutlich würden sie sich auf offener Straße nicht trauen, haben aber im (halb)anonymen Modus kein Problem mit geschmackloser Pöbelei. Wir sind nicht gegen Kritik, doch sie sollte auch in den sozialen Netzen fair und offen sein. Wer anonym meckert, hat etwas zu verbergen und weiß gleichzeitig, dass es nicht richtig ist, was er gerade tut. Denn bei offener Kritik kann ein Dialog mit den Fans entstehen und Unternehmen wie auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, Fakten richtig zu stellen, sich ggf. zu entschuldigen oder die Sache wieder gutzumachen – sollten die Zweifel gerechtfertigt sein.

147 Dollar pro Facebook-Fan: Und jetzt?

Veröffentlicht am 23. April 2013 von Mark Pohlmann | Facebook, Soziale Netzwerke, Themenmanagement, Web 2.0

Für einen kleinen Aufreger in der Social Media Welt sorgte Ende vergangener Woche die Studie “Rising Value of Facebook Brand Fans Validates Social Marketing Investment“der US-Agentur Syncapse. Sie ermittelt für einen Facebook Fan den beeindruckenden Wert von durchschnittlich 147 Dollar. BMW kommt auf 1.613 Dollar, Adidas auf 75 Dollar.

Syncapse listet auf, welche KPIs sie berücksichtigen. Allem voran steht der Umsatz, den eine Marke mit einem Fan macht. Und da Facebook-Fans wohl mehrheitlich Bestandskunden sind, ist dieser Wert quer über die Markenlandschaft recht hoch. Konsequenterweise haben Hochpreis-Hersteller wie BMW einen deutlich höheren Fanwert als beispielsweise Lebensmittelmarken. Im Vergleich dazu dürften Loyalität, Empfehlungen, Reichweite und CRM kaum ins Gewicht fallen.

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Wie auch immer: Den Zahlen selbst muss man nicht unbedingt Bedeutung beimessen, es sind auch schon Schätzungen von 3,60 Dollar erhoben worden. Der Ansatz, Fans nach dem Umsatz zu bemessen, ist natürlich attraktiv. Und bringt mich zu folgenden Überlegungen

  1. Fans sind Kunden. Stupid
    Die Syncapse-Studie beweist: Menschen, die den Like-Button drücken, sind zuerst einmal zahlende und kaufkräftige Kunden. Vielfach wahrscheinlich die besten, die eine Marke hat. Ihre Kaufkraft stellt einen höheren Wert als ihre Viralität da. Marken erhalten auf Facebook vor allem die Chance,  ihre Kunden kennenzulernen und ihre Loyalität auszubauen. Das kann zu steigenden Umsätzen führen, muss aber nicht. Denn dieses Ziel ist ob der hohen Grundumsätze nicht einfach zu erreichen. 
    Auf der anderen Seite steht das Risiko, die Erwartungen der Kunden in der Direktbeziehung zu enttäuschen oder sie zu nerven, und so einen negativen Effekt auf zukünftige Kaufentscheidungen zu erzielen. 
  2. Erwartungen und Erlebnisse zählen 
    Was aber erwartet ein Bestandskunde von einer Marke auf Facebook? Hierzu gibt es tonnenweise Studien. Natürlich möchte ein Fan auf Facebook News, unterhalten werden und ein paar gute Angebote, die ihm den Klick auf den Like-Button versüßen. Aber am Ende sucht er Bestätigung: Jeder Post sollte ihm klarmachen, dass er bei der richtigen Firma gelandet ist, dass er sich für das richtige Produkt entschieden hat. Wechselt er von der passiven Beobachtung zur Interaktion, tritt er in die nächste Stufe der Markenbeziehung ein. Jetzt geht um sein persönliches Verhältnis zur Marke. Er sucht mehr als Bestätigung, er will Erlebnis, vielleicht sogar eine Veränderung der Beziehung. Je nachdem, ob er liked, kommentiert oder eigene Beiträge schreibt, kann ein Mitarbeiter, aber auch ein anderer Kunde gemeint sein. Schließlich ist niemand ist spannender als jemand, der sich mit den gleichen Gedanken und Erfahrungen rumschlägt wie man selbst. Oder den man zwingen kann, sich mit den eigenen Problemen zu beschäftigen. Wie auch immer: Aktivisten sind Multiplikatoren, ganz gleich wie hoch ihre Reichweite ist. Und sie sind Fans, ganz gleich wie kritisch sie sind. Die Auseinandersetzung mit einer Marke erfordert Energie, die nur investiert wird, wenn sie der Aufwand lohnt.
  3. Fans sind gar keine Fans
    Facebook Pages haben Interaktionsraten von weniger als 0,5 Prozent - jeder 200. ist nur aktiv. Fans verhalten sich, mit Verlaub, anders. 99,5 Prozent einer Page sind also Kunden. Ist aber auch nicht schlimm – denn es sind ja loyale Kunden, also die besten, die sich eine Marke wünschen kann.
  4. Facebook ist One-to-One 
    Die 174 Dollar Umsatz macht jeder für sich und alleine. Also sollte eine Marke auf Facebook auch genau diese Einzelbeziehung fokussieren. Und zwar als Dreiklang: Die Zufriedenheit mit einer Marke führt den Konsumenten auf die Facebook Page, die Interaktion mit ihr schafft Loyalität – diese ist Voraussetzung, um im dritten Schritt selbst als Multiplikator aktiv zu werden. Marken sollten also potentielle Influencer rechtzeitig erkennen und sie gezielt durch diesen Karrierepfad dirigieren.
  5. Ohne Netzwerk keine Reichweite
    Klar ist auch: Marken können gar nicht zu jedem Kunden die Beziehung aufbauen, die sich dieser vielleicht wünscht. Das ist wirtschaftlich schlicht nicht abbildbar. An die Stelle der Marke selbst tritt zunehmend der Markenbotschafter. Er verfügt über das notwendige Wissen, die Empathie und Geduld, um die kleinen und großen Themen der Kundenbeziehung zu managen. Diese Influencer sind das wichtigste kommende Glied zwischen Markt und Marke. Und die Marke ist gut beraten, ihre Influencer (die nicht nur Blogger sein können) zu kennen und zu involvieren. Fehlt es an diesen Personen, sollten sie aufgebaut werden. Denn noch immer gilt: Hat eine Marke heute kein Netzwerk, hat es morgen keine Reichweite.
  6. Content rules. Irgendwie. 
    Selbstverständlich ist es unglaublich wichtig, spannende Inhalte zu publizieren. Nur solange dieser Content nicht wirklich sensationell und einzigartig ist, ist guter Content eher ein Hygienefaktor als ein Differenzierungsmal. Kreative Marken gehen dazu über, für jeden Kanal eigenen Content zu erstellen. Das ist sehr bewundernswert, verbessert die Erwartungshaltung aber auch nicht. Am besten (und schwersten) ist es, die Diskussionen rund um die Marke als Agenda für eigene Themen und Inhalte zu verstehen.
  7. Ich bin ein Kunde. Behandelt mich auch so.   
    Als Kunde habe ich Erfahrung mit den Produkten einer Marke. Ich bin sicher auch neugierig, Neues zu erfahren, weiß aber eben selbst auch schon sehr viel: Warum ich mich dafür entschieden habe, ob es seinen Preis wert ist, wie es sich im Alltag bewährt oder ob ich es mir noch einmal kaufen würde. Warum bloß interessiert sich die Marke nicht hierfür? Dieses Wissen, oder wenigstens der Respekt gegenüber den Erfahrungen, spielt bei zu wenigen Marken eine Rolle und ist ein riesiges Potential für die Intensivierung der Kundenbeziehung.
  8. Es geht um die 5 Cs
    Was ist zu tun? Jede Marke sollte auf die 5 Cs achten: Content, Contact, Curation, (Customer) Care, Commerce. Nicht jede Einzeldisziplin ist für jeden Kunden gleich wichtig. Aber jedes C ist irgendwann einmal wichtig. Scheitert auch nur ein C in dieser Kette, gibt es eine Störung in der Markenbeziehung. Und dann ist nicht nur der Fanstatus in Gefahr. Sondern gleich 174 Dollar. Ob Marken sich dessen bewußt waren, als sie ihre Page eröffnet haben?
  9. Facebook Fans sind überdurchschnittlich loyale und kaufkräftige Bestandskunden, die noch zu selten als solche wahrgenommen werden. Hier besteht Handlungsbedarf.

Facebook sagt Pinterest den Kampf an

Veröffentlicht am 10. Oktober 2012 von Carsten Skansen | Allgemein, Facebook, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Mit “Collections”, also Sammlungen, testet Facebook eine neue Funktion, die zu einer Konkurrenz für Pinterest werden könnte. Damit verlinken Unternehmen Bilder auf Facebook direkt mit ihrem Online-Shop. Anstelle eines “likes” können User hier “want” klicken. Die Objekte der Begierde werden in einer Wunschliste gesammelt und leiten den Nutzer direkt in den Verkaufsbereich weiter.

Absurdität oder Bedrohung? Angesichts der nun mehr als einer Milliarde Nutzer weltweit könnte das Netzwerk damit zur Gefahr für jeden Online-Anbieter werden. Dabei muss das Gigantennetzwerk nicht einmal die gleiche Qualität des Dienstes erreichen: Die Masse alleine reicht schon aus, kleinere Seiten und deren Geschäftsmodell zu vernichten. Allerdings ist Facebook schon an einigen Projekten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, gescheitert.

Agenturen wie Mindshare sind sogar der Meinung, dass e-Commerce nur außerhalb von Sozialen Netzwerken stattfinden kann. Die Investoren haben wegen des Kursverfalls der Aktie Interesse an einem Erfolg der Shop-Funktion. Aber auch Konkurrenten und Social-Media Experten sind neugierig, ob es Zuckerberg gelingt, neue Wege der Monetarisierung zu erschließen.

Produkttester im 3D-Rausch

Veröffentlicht am 11. Juli 2012 von Carsten Skansen | Facebook, Soziale Netzwerke

Alles begann vor einem Jahr: Auf der IFA 2011 waren wir nach der Vorführung des Panasonic 3D HD LCD Projektors PT-AT5000E schwer begeistert. Zusammen mit unserem Kunden Panasonic haben wir überlegt, wie wir diese Erfahrung mit den Fans teilen können. Kurz davor hatten wir einen Digitalkamera Produkttest durchgeführt: Facebook-Fans nahmen die LUMIX TZ22 Kamera mit in den Urlaub. Etwas Ähnliches musste auch mit dem 3D Projektor passieren.

Warum Produkttests?
Für ca 70% der Konsumenten hat die Empfehlung durch andere Verbraucher im Internet einen hohen Stellenwert. Viele probieren gern neue Geräte aus, bevor sie sich für den Kauf entscheiden. Sie lernen neue Funktionen und Technologien kennen, teilen ihre Eindrücke und tauschen sich mit anderen aus. Für den Hersteller ist die offene Meinung des Kunden ebenso wertvoll, das Feedback ist ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung der Geräte.

Zurück zum Panasonic Projektor: Unter dem Motto “Dein Heimkino-Abend in der dritten Dimension!” konnten sich Nutzer für einen Produkttest bewerben und ein 3D Event mit Freunden bei sich Zuhause schmeissen.

Ablauf des 3D Projektor Tests
Um Heimkino-Erfahrene Tester zu finden, riefen wir auf Facebook und im HIFI-Forum, der größten deutschen HIFI-Community, zur Teilnahme auf. In beiden Kanälen entstand eine lebhafte Diskussion, allein im HIFI-Forum können Leser auch heute in rund 140 Fachbeiträgen von den Erfahrungen der Tester profitieren.

Ergebnisse des 3D Projektor Tests
Die Tester waren von der Aktion begeistert. Jeder hat den Projektor intensiv unter die Lupe genommen und einen 3D Tiefenrausch genossen. Die ausführlichen Testberichte setzen sich mit allen Funktionen und Details auseinander. Interessenten finden diese auf der Projektor Produktseite, und erhalten so einen persönlichen und ehrlichen Einblick.

Über 1.000 Likes und Kommentare hat die Aktion auf Facebook und im Forum geerntet. Diese positive Erfahrung hat sich MAVENS zu Herzen genommen. In den vergangenen Monaten haben wir das Produkttestverfahren standardisiert. Derzeit schließen wir zwei weitere Produkttest für Panasonic ab – mehr dazu in Kürze :-) .

Facebook Memology 2011: Wir reden gerne über den Tod

Veröffentlicht am 07. Dezember 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Medien 2.0, Soziale Netzwerke

Alle Jahre wieder untersucht Facebook, was die heftigsten Reaktionen der User waren. Die Top Ten Themen der 800 Millionen Facebooker sind in der Memology 2011 dargestellt. Hoch im Kurs in den USA ist der Tod von Osama bin Laden, gefolgt von der Tatsache, dass die “Packers” das US-Football-Finale gewinnen und der Freispruch von Casey Anthony im Mordfall ihrer Tochter .

In Deutschland sehen die meistdiskutierten Posts etwas anders aus: am meisten schockte Amy Winehouse’s Tod, gefolgt von der EHEC-Diskussion. Erst dann kommt Osama bin Laden. Auf Platz acht liegt Muammar al-Gaddafi’s Ermordung. Die Deutschen mögen also – das ist mal wieder typisch – nicht nur Todesanzeigen in der Zeitung, sondern auch das Gespräch über “prominente” Tote.


Darüber hinaus bietet die Memology noch Statistiken zu den am schnellsten gewachsenen Fanseiten. Jedoch sind nur die Bereiche Musik, Entertainment, TV und Sport abgedeckt. Viel spannender wäre es, welche Marken denn am meisten “Likes” in diesem Jahr generieren konnten, auch, um zu sehen, ob es überhaupt alles echte Fans waren…

Kleine neue Welt: Über vier Facebook-Ecken

Veröffentlicht am 22. November 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Die Gesellschaft rückt im Zeitalter der digitalen Kommunikation zusammen, so die neuesten Statistiken. Psychologe Stanley Milgram fand in den 60ern in seinem berühmten “Small World Experiment” das Phänomen, dass jeder jeden über sechs Ecken kennt (“Six Degrees of Separation”).

Heute sind es laut Facebook Social Graph nur noch vier Ecken. Das ist das Resultat der Untersuchung von 721 Millionen aktiven Facebook Nutzern und damit 10 Prozent der Weltbevölkerung – dato die größte Studie zu sozialen Netzwerken überhaupt, durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Universität von Mailand. Die Forscher untersuchten, wie viele Freunde die einzelnen User jeweils haben und stellte fest, dass die Verteilung sich deutlich von den vorangegangenen Studien zu sozialen Netzwerken unterscheiden. Des weiteren fanden sie heraus, dass der Bekanntheitsgrad zwischen zwei Facebook-Nutzern deutlich größer ist.

Spannend ist der Grad der kumulierten Verteilung egal welches Social Networks. Die Grafik zeigt, wie viele Menschen weniger Freunde haben als eine bestimmte Anzahl an Freunden. Die Grafik zeigt: 10 Prozent haben weniger als 10 Freunde, 20 Prozent haben weniger als 25 und 50 Prozent haben mehr als 100 Freunde. Durchschnittlich hat jeder 190 Freunde. Zwar sieht die obige Verteilung bereits recht ungleich gewichtet aus, allerdings ergaben frühere Messungen noch sehr viel größere Differenzen.

Über vier Handschläge….

Diese Darstellung zeigt: 99.6 Prozent der Userpaare sind über fünf Grade (6 “Sprünge”) miteinander verbunden, 92 Prozent über nur vier Grade (5 “Sprünge”). Mit dem Wachstum von Facebook stiegen offenbar auch die Verbindungen der Weltbevölkerung – logischerweise. Während 2008 noch 5,28 “Sprünge” zwischen Bekanntschaften lagen, sind es nur noch 4,74.

Zudem zeigt die Studie, dass 84 Prozent aller “Freundschaften” zwischen Nutzern der selben Länder existieren. Cluster bestehen zudem zwischen Menschen, die sich ähnlich sind hinsichtlich der Anzahl der Freunde und des Alters. Überraschend, wie das Facebook Data Team findet: auch unter den 60-Jährigen zeigt sich ein sehr ähnliches Alter zum eigenen Freundeskreis im sozialen Netzwerk (vermutlich nur entsprechend eine geringere Anzahl an Freunden insgesamt?).

Der Status Quo auf Facebook ist also perfekt. Perfekt nicht nur aus Sicht der User, die sich hier mit Gleichgesinnten connecten. Sondern auch für die Dinge (Marken, Produkte), die sie lieben. Was sie mögen (“liken”) und im sozialen Netzwerk öffentlich zeigen, das werden höchstwahrscheinlich auch ihre Freunde und Bekannte bevorzugen. Empfehlungen sind besonders sinnvoll und zielgruppengerecht, schließlich bewegt man sich ja stets in den eigenen Kreisen.

Fanjagd: Von Datenmüll zu Markenimpressionen

Veröffentlicht am 14. November 2011 von Anna Friedrich | Corporate Publishing, Facebook, Virales Marketing, Web 2.0

Stolze 3,4 Milliarden Word of Mouth (WoM) Impressionen zu Marken pro Woche allein in UK – auf dieses Ergebnis kommt Keller Fay Research. Danach unterhält sich ein erwachsener Brite durchschnittlich 78 Mal pro Woche über Marken. Face-to-Face-Empfehlungen schlagen Unterhaltungen online um Längen: 94 Prozent der Konversationen finden offline statt. Die Mehrheit der WoM Gespräche seien positiv, sie werden als glaubwürdiger empfunden und eher in Form von Empfehlungen weitergegeben. Beim Auslösen von der “Mundpropaganda” spielen Medien und Marketing eine wichtige Rolle – immerhin die Hälfte der Konversationen bezieht sich darauf.

Das Beratungsinstitut TNS hingegen will herausgefunden haben, dass Kunden sich online von Marken nicht verstanden fühlen. Mehr als die Hälfte aller Konsumenten wolle laut aktueller Studie auf Facebook, Twitter und Co. von Marken nichts wissen. Undifferenzierte und zu verallgemeinernde Digitalstrategien proudzieren vielmehr bergeweise Datenmüll anstatt zu unterhalten. “Fan-armen” Facebook-Accounts und Blogs ohne Leserschaft sind die Folge. Masse statt Klasse führt gleichzeitig zu einem Aufmerksamkeits- und Reputationsproblem für die einzelnen gute Präsenzen. Matthew Frogatt von TNS interpretiert die Ergebnisse so:

Winning and keeping customers is harder than ever. The online world undoubtedly presents massive opportunities for brands, however it is only through deploying precisely tailored marketing strategies that they will be able to realise this potential. Choosing the wrong channel, or simply adding to the cacophony of online noise, risks alienating potential customers and impacting business growth.

54 Prozent der befragten 72000 Konsumenten aus 60 Ländern bestätigen, dass soziale Netzwerke bei der Produkt- und Markenrecherche helfen. Für eine langfristige Kundenbeziehung müssen Marken aufpassen, dass sie nicht zu spammig werden. Dazu gilt es, geographische Unterschiede stärker als bisher beachten – eine global einsetzbare Strategie gibt es nicht. Hier eine schöne Zusammenfassung der interkulturellen Unterschieden im Social Media Umfeld:

Fazit: Social Media Plattformen sind der perfekte “Verstärker”-Kanal für Marketiers, um Konsumenten als Sprachrohr für die eigene Marke zu aktivieren – das haben Unternehmen richtig erkannt. Dass Konversationen ins offline weiter getragen werden, sollte nicht dem Zufall überlassen sein. Ein professioneller zielgruppengerechter Social Media Auftritt von Google Plus über Facebook hin zu Twitter bietet den notwendigen Platz und Kommunikationsanlass, um die eigenen Mavens zu erreichen und die Kundenbasis zu multiplizieren.

Dennoch ist es ein schmaler Grat zwischen dem, was Marken wollen – “mehr Fans” = Reichweite – und dem, was Agenturen predigen – “bessere Fans” = Qualität. Die eigene Fanbase mit Gewinnspielen zu pushen ist generell natürlich in Ordnung. Grundsätzlich sollte doch aber der Fokus eines jeden Unternehmens sein, die richtigen Fans auf den eigenen Social Media Präsenzen zu haben und mit auf sie zugeschnittenen Dialogen auf sie zuzugehen.

Vier gute Gründe für Google+ Pages

Veröffentlicht am 10. November 2011 von Carsten Skansen | Bloggerei, Facebook, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Die Firmenseiten für Google+ sind da. Sie nennen sich (wie bei Facebook) Pages, und bieten im Moment wenig überraschende Neuerungen. Dennoch sollte man diese Seiten jetzt nicht mit einem Schulterzucken abtun. Auch wenn man schon viel in die eigene Facebook-Seite gesteckt hat, gibt es einige gute Argumente für eine Google+ Page, die über die reine Präsenz im neuen Netzwerk hinausgeht.

1. Es ist gut vorstellbar, dass die Google+ Seiten bei einer Google-Suche weit besser gefunden werden, als die entsprechende Facebook-Seite. Zusätzlich kann man die Google+ Pages durch “Direct Connect” leicht in der normalen Google-Suche finden. Die Suchmaschine wurde dazu verändert: Wenn Nutzer ihrem Suchbegriff ein “+” voranstellen, kommen sie direkt auf die entsprechende Google+ Seite, sofern vorhanden.

2. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Google+ Seiten inhaltsbezogen sind. Viele Firmen sind nicht übermäßig gut für soziales Netzwerken geeignet. Sie haben kein Produkt, welches ständig besprochen werden muss. Sie haben nicht das Bedürfnis, jeden Tag etwas zu sagen, und gehen leicht im Grundrauschen von Facebook unter. Dennoch möchten auch solche Firmen ihre relevanten Informationen an den Kunden bringen. Google+ kann hier zu einer eleganteren Form des Newsletters oder Firmenblogs werden.

3. Ansonsten wird es bei Google+ auch Funktionen geben, die aus den Verbindungen mit bestehenden Google-Produkten ihren Nutzen schöpfen. Die Möglichkeit, eine Firmenseite gleich als Ort anzulegen, bietet lokalen Unternehmen durch Google Maps immensen Mehrwert, und wird sicher noch ausgebaut werden.

4. Auch die Integration der Google+ Pages in Google Analytics ist vorteilhaft, da viele Firmen mit dem Tool schon vertraut sind.

Es ist zu erwarten, dass Google in der Zukunft weitere Funktionen für Google+ auf den Markt bringen wird – und wir werden darüber berichten.

Ich teile, also bin ich.

Veröffentlicht am 15. September 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Diese übersichtliche Studie entspringt einer Befragung von über 9.000 Konsumenten ab dem Alter von 15 Jahren. Initiator Steven van Belleghem hat auch das Buch The Conversation Manager geschrieben und beansprucht die Repräsentativität seiner Ergebnisse für Länder wie Europa, USA und Australien repräsentativ sind. Einige Fakten können wir auch aus der eigenen Praxis bestätigen:

  • Das Twitter-Paradoxon: 80 Prozent kennen Twitter, aber nur 16 benutzen es.
  • Über 50 Prozent der Nutzer von Social Networks sind mit Marken verbunden.
  • Die Markenerfahrung offline sind der Hauptanlass, um online mit der Marke in Kontakt zu treten.
  • Menschen “liken” Seiten auf Facebook, weil sie das Produkt mögen, nicht aufgrund der Werbung.
  • 36 Prozent haben bereits Inhalte zu einer Marke auf Social Networks geposted.
  • Konsumenten wollen mitentscheiden: 44 Prozent wollen bei dabei sein beim Finden bzw. Verändern von (neuen) Produkten und Werbemaßnahmen.
  • Positive Erlebnisse veranlassen eher zur Online-Konversation als negative.
  • Menschen mögen Menschen, die sie kennen – deshalb verhalten sich Marken als seien sie einer von ihnen.
  • Weiterer Motivator zum connecten sind Informationen zu Produkten und Marken.