Archiv für die Kategorie ‘Medien 2.0’

Facebook engagiert Agentur für Googles Negativ-PR

Veröffentlicht am 12. Mai 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, PR 1.0, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Seit Dienstag steht eine der fünf größten PR Agenturen weltweit, Burson-Marsteller, am Pranger: Wie USA Today berichtete, versuchten zwei BM-Vertreter, Negativgerüchte über Google zu streuen. Sie behaupteten, Googles “Social Circle” verstoße gegen diverse Datenschutzgesetze.

Während noch Apple und Microsoft in Verdacht gerieten, steht seit heute fest: Absender der Hetzkampagne ist Google-Feind Facebook. Ein Sprecher des Social Networks erklärt die Motivation für dieses schäbige Vorhaben damit, dass Facebook glaubt, Google’s Netzwerk-Aktivitäten seine privatsphäretechnisch bedenklich und zudem, weil man glaube, dass Google die Facebook-eigenen Daten nutze:

We are concerned that Google may be improperly using data they have scraped about Facebook users

Burson-Marsteller hatte bisher einen tadellosen Ruf – nicht ganz unwichtig als PR-Agentur, die unter anderem die Clintons vertritt. Peinlich ist der Vorfall für beide Seiten: Facbeook präsentierte sich bisher als vertrauenswürdig und leidet derzeit noch unter anderen öffentlich gewordenen Datenpannen. Empfehlenswert wäre hier nur Philosophie “DO what you sell” anstelle von “Fight the enemy”.

Das Teufelsdreieck

Veröffentlicht am 28. Januar 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Es ist Freitag Nachmittag, die ToDo-Liste nimmt kein Ende. Eigentlich wollen wir nichts lieber, als Schritt für Schritt alles produktiv zu Ende zu bringen. Aber dank Twitter, Facebook und Emails sind wir gefangen im Bermudadreieck der Produktivität. Schöne Grafik :)

Warum wir TEILEN…

Veröffentlicht am 26. Januar 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Web 2.0

The Sharing Economy from AdNerds

Der Bogen kann aber noch sehr viel weiter gespannt werden: Es liegt in unserer Natur, uns unseren Freunden mitzuteilen und unsere Vorlieben und Örtlichkeiten auszutauschen. Facebook deckt diesen Bedarf ab und wird heute mit mehr als 600 Millionen Nutzern weltweit zum Social Media Monopol. Facebook-VP Dan Rose bringt das so auf den Punkt:

We’re moving from the ‘wisdom of crowds’ to the ‘wisdom of friends.

Ich erkenne dich

Veröffentlicht am 16. Dezember 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Trends, Web 2.0

Facebook macht seinem Namen alle Ehre. Tatsächlich kündigte das Team gestern an, was jeder schon längst erwartet hat: die Gesichtserkennung auf Fotos. Natürlich geht es dabei darum den Komfort, Fotos zu taggen, zu erhöhen, so der Entwickler Justin Mitchell im Unternehmensblog. Immerhin zählt das soziale Netzwerk (jetzt schon) 100 Millionen Verknüpfungen mit Fotos – täglich!  Er erklärt:

Now if you upload pictures from your cousin’s wedding, we’ll group together pictures of the bride and suggest her name. Instead of typing her name 64 times, all you’ll need to do is click “Save” to tag all of your cousin’s pictures at once. By making tagging easier than before, you’re more likely to know right away when friends post photos. We notify you when you’re tagged, and you can untag yourself at any time.  As always, only friends can tag each other in photos.

Das zunächst in den USA gestartete Feature sollte aus meiner Sicht ein Appell sein, die eigenen Privatsphäre-Einstellungen zu checken. Was Geeks im FF beherrschen, ist für viele normale User tatsächlich eine Herausforderung dar. “Better be safe than sorry” – ungewünschte Fotos, die für alle sichtbar sind, bereiten keine Freu(n)de.

Be cool on Facebook

Veröffentlicht am 26. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Virales Marketing, Web 2.0

We don’t do advertising any more. We just do cool stuff. It sounds a bit wanky, but that’s just the way it is. Advertising is all about achieving awareness, and we no longer need awareness. We need to become part of people’s lives and digital allows us to do that.

Nike’s UK Marketing Chef Simon Pestridge wusste vor knapp zwei Jahren, was heute aktueller denn je ist. Nike ist mit Marken wie Dell bewährte Referenz für Marketing im Zeitalter von Social Media. Heute probiert sich fast jedes Unternehmen auf Facebook, Twitter und Co. Auch wenn das Handelsblatt Erfolgsbeispiele auf Facebook teilweise vergeblich sucht: Das Potential Facebook ist enorm.

Statt Print und TV heißt es auch beim Sportartikler adidas zukünftig Facebook und Youtube: ein Großteil des Marketingetats soll ab dem nächsten Jahr in Online-Aktivitäten verlegt werden. Jeder will dabei sein und es gehört längst zum guten Ton, den Dialog mit den Zielgruppen anzubieten:

Die Chefs wollen auf den Zug aufspringen, wissen aber nicht so recht, wo sie einsteigen sollen.

Ob die Themen und Aktionen gut ankommen, ist ebenso wie bei Viral-Spots à la Old Spice auf in Social Networks kaum planbar. So brachte sich der Otto-Konzern in dieser Woche mit seinem Facebook-Modelcontest perfekt ins Gespräch – und hatte doch ganz schön viel Glück dabei. Anstatt für eines der attraktiven Models stimmte die Mehrzahl der Nutzer für “Brigitte”, einem Studenten, der sich als Dame verkleidet einen Scherz erlaubte. Das Medien-Echo ist enorm und wird größten Teils als “Social-Media-Triumph” gefeiert. Ein “normaler” Gewinner dagegen hätte die Presse wohl kaum interessiert.

Die Frage nach dem ROI lässt sich nicht direkt beantworten. Eine funktionierende Social Media Präsenz wirkt sich nicht zwingend auf den Abverkauf aus. Vielmehr sind

Nutzer dazu geneigt, Produkte, die sie über das persönliche Netzwerk kennen, auszuprobieren. Das will eine Studie des MIT (Massachusetts Institute of Technology) belegen. Die Forscher gaben hierzu an 14.000 Probanden jeweils 48 Songs, die sie Probe hören und auf Wunsch herunterladen konnten. Soziale Interaktionen beeinflussen, wie beliebt der Song ist. Die Download-Rate allerdings bleibt unverändert. MIT-Professorin Lada Adamic glaubt dennoch daran, dass sozialer Einfluss elementar ist bei der Meinungsbildung:

For most real-life scenarios, social influence does play a big role, because we want to do what our friends do, and we trust their opinions. We want to fit in and be up-to-date.

Und diese Chance sollten sich Marken nicht entgehen lassen. MAVENS betreut übrigens unter anderem die Facebook-Präsenzen von Simyo und Panasonic.

Ein Leben auf Facebook

Veröffentlicht am 11. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Storytelling

Facebook verändert das eigene Verhalten in Partnerschaften. Vielmehr noch aber greift das größte soziale Netzwerk mit hierzulande bereits 12 Millionen Nutzern in das komplette Leben ein, wie dieser Video-Clip anhand der Geschichte eines Nutzers erzählt:

Gleichzeitig sollte man sich in Erinnerung rufen, welch falsche Wirklichkeit uns das Soziale Netzwerk vorspielt. Digitale Freundschaften können zwischenmenschliche Beziehungen nicht ersetzen. “Likes” und “Pokes” sind schön und mögen virtuell auch Spaß machen, doch was bringen sie uns, wenn wir einander gegenüber stehen?

Zeitungstod in Deutschland im Jahr 2030?

Veröffentlicht am 01. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 1.0, Medien 2.0, Trends

Ein Mann sieht schwarz für die Druckindustrie. Ganz klar, die Zeitung wird irgendwann aussterben. Bisher gibt es zahlreiche Spekulanten, aber kaum konkrete Vorhersagen. Der australische Zukunftsforscher Ross Dawson behauptet nun, weltweit sterbe die gedruckte Zeitung in 52 Ländern bis zum Jahr 2040 komplett aus. In den USA werden Zeitungen bereits innerhalb der nächsten sieben Jahre aussterben. In Großbritannien und Island gehen sie in 2019 unter, gefolgt von Kanada und Norwegen in 2020 und Australien in 2022. In Deutschland erlische  die Print-Version im Jahr 2030.

Faktoren, die er nach eigenen Angaben bei seiner globalen Prognose einkalkuliert hat: das steigende Preis-Leistungs-Verhältnis von Mobiltelefonen und E-Tablets, die Entwicklung der digitalen Zeitung, Veränderungen beim Zeitungspapier und bei den Produktionskosten, das Begreifen von Monetarisierungsmöglichkeiten für digitale Nachrichten, Trends im Bereich der Werbeausgaben und – etats sowie die Entwicklung offener Plattformen.

Auf nationaler Ebene hat er die Aufnahme von Technologien, die wirtschaftliche Entwicklung, Struktur der Industrie, demographische Gegebenheiten, die Regierung sowie das Konsumentenverhalten betrachtet. Hier sein Ergebnis:

Lediglich in Entwicklungsländern wie Afrika, Teilen von Südamerika und Asien sieht Dawson noch eine etwas längere Überlebenschance:

In the developed world, newspapers are in the process of becoming extinct, driven by rapidly changing use of media and revenues out of line with cost structures.

Die Print-Ausgaben werden, so der Forscher, durch digitale Zeitungen ersetzt werden, die Videos einbinden können, aber auch aufgewickelt und gefaltet werden. Er ist überzeugt davon, dass wir bald noch sehr viel handlichere Tools als iPhone, iPads und Co. haben werden:

The big overlay in all of this is we’ll get digital paper that combines all the qualities of print and the benefits of digital within the next decade.

Die Macht des Teilens

Veröffentlicht am 13. Oktober 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke

Social Media ist ein elementarer Bestandteil von Marketing. Bei der Wahrnehmung von Nachrichten spielen Empfehlungen eine zunehmend große Rolle, wie es auch eine CNN-Studie bestätigt. 27 Prozent derjenigen, die häufig Inhalte teilen, sind für 87 Prozent aller im Internet geteilten News verantwortlich. Hier zeigt sich, wie wichtig die “Influencer” und damit die Mavens für die Mundpropaganda sind.

Wie aber werden die Inhalte geteilt? Laut CNN laufen sie in 43 Prozent der Fälle über Social Media Kanäle, 30 Prozent per Email, 15 per SMS und 12 Prozent via Messenger. SocialTwist, ein amerikanisches Marketingunternehmen, hat ähnliches herausgefunden. Zwar werden demnach nur 26 Prozent der Links per Social Media verbreitet (gegenüber 55 Prozent via Email), dennoch liegt die Click Through Rate hier am höchsten mit 60 Prozent (gegenüber 31 bei Email).

Facebook wird am häufigsten zum Teilen von Inhalten genutzt, ergeben die SocialTwist-Befunde. 78 Prozent der User setzen es ein, nur 5 Prozent wählen Twitter. Dafür ist der Microblogging-Dienst bei der Click Trough Rate unschlagbar: während Twitter durchschnittlich 19,04 Klicks produziert, schafft es Facebook nur auf 2,87.

Das zeigt, wie wertvoll Twitter als Marketingtool ist, wenn es um die Verbreitung von Inhalten geht. Dick Costolo, neuer CEO, behauptet gar, Twitter “cracked the code on a new form of advertising, and we feel like we’ve got a hit on our hands.”

Online-Vermarkter GoViral behauptet in seiner Studie, Facebook sei für für Viral-Videos das effektivste Tool. Dank des im zweiten Quartal eingeführten “Like”-Buttons, sei es besonders einfach für Nutzer, Links ihrem eigenen Newsfeed hinzuzufügen. Entsprechend stiegen seitdem die Aktivitäten auf Video-Inhalten.

Während in Q3 je 1.000 Seitenansichten 5,64 Interaktionen auf Facebook folgen, sind es auf Twitter nur 0,75. Immerhin, die Zahlen vor der “Like”-Ära sprechen für sich: im ersten Quartal ergaben 1.000 Videoansichten lediglich 1,19 Facebook-Interaktionen, im zweiten waren es mit 2,27 schon doppelt so viele. Klar erleichtert die Einfachheit des “Likes” das Teilen und schafft vielleicht auch eine längerfristige Beziehung, wovon Produkt-Direktor Nick Roveta von GoViral überzeugt ist.

Es kommt also darauf an, welche Inhalte im Netz geteilt werden. Glaubt man den Studien von CNN und SocialTwist, so ist Facebook das beliebteste Tool zur Verbreitung, während Twitter eher die meisten Klicks auf die jeweiligen Links produziert. Gemäß GoViral eignet sich für Viral-Videos dennoch Facebook am besten.

Insgesamt werden weder Facebook noch Twittter allein Strategie für Marken sein können. Unternehmen müssen ihre Coroporate- und Kampagnen Social Media kompatibel gestalten, vom “Like”-Button über alle möglichen Email- und Bookmarking-Dienste hin zur “Twitter”-Share Option. Die Zahlen zeigen jedenfalls, dass die “Likeability” nicht mehr wegzudenken ist, um Empfehlungen für die eigene Marke sinnvoll zu nutzen.

Online-Glückseligkeit?

Veröffentlicht am 01. Oktober 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Storytelling, Web 2.0

“Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt”, diese Weisheit bekommt im Internet eine ganz andere Bedeutung: Wir teilen mit Spaß und Freude unsere digitale Identität mit anderen, vom gekauften Schnäppchen über die aktuelle Gemütslage hin zum aktuellen Ortsstatus. Doch: Das Netz bringt uns dazu, uns ständig in Beziehung zu anderen zu setzen, anstatt auch mal das Alleinsein zu genießen. Wir begeben uns in Abhängigkeit dieser Technologie und geben unsere Privatssphäre auf.

So steht der Literaturwissenschaftler William Deresiewicz der zunehmenden Vernetzung online sehr kritisch gegenüber. Man tauscht, davon ist er überzeugt, vielmehr die Qualität einer Freundschaft gegen eine Quantität ein. Verbindungen sprich Freundschaften sind oberflächlich und deshalb aus seiner Sicht wenig erfüllend, erklärt er das Missverhältnis in “Faux Friendships”:

Das Merkwürdige ist doch, dass wir immer glauben, dass eine neue Technik ein vorhandenes Bedürfnis befriedigt. Tatsächlich schafft sie dieses Bedürfnis oft erst. In diesem Fall ist das der Wunsch, 24 Stunden am Tag zu wissen, was unsere Freunde machen. Aber darum geht es in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht. Ein Freund ist nicht der, der mir jeden blödsinnigen Gedanken mitteilt, der ihm im Kopf herum geht – ein Freund ist der, den ich sechs Monate nicht sehe, für den ich mir aber dann ein ganzes Wochenende Zeit für Gespräche mit ihm nehme.

Dass wir den Begriff Freundschaft dank Facebook und Co. gänzlich neu definiert haben, zeigt auch die Tatsache, dass die Entfreundung auf dem sozialen Netzwerk bei Menschen zu einem Gefühl der Einsamkeit führt. Sie bringt absurderweise fast genauso viel Stress für die Betroffenen, wie eine echte Kündigung der Freundschaft.
Eine Studie der British Computer Society (BCS) will jedoch beweisen: Das Internet macht glücklich. Das Netz bietet ein unerschöpfliches Repertoire und Wissen, Informationen und Zugang zu anderen Kulturen. Damit gibt es Nutzern ein stärkeres Freiheits- und Kontrollgefühl, was sich wiederum positiv auf ihr Wohlbefinden auswirkt, so die Quintessenz der BCS-Analysten. Besonders trifft dies auf Frauen, geringer verdienende Schichten sowie User mit niedrigerem Bildungsniveau zu. “IT empowers the desimpowered”, schlussfolgert der Bericht. Vorsitzende des BCS, Elizabeth Sparrow, betont, dass Informationstechnologien umsonst mit negativen Assoziationen versehen werden:

Too often conventional wisdom assumes IT has a negative impact on life satisfaction, but the research has found the opposite to be true. IT has a direct positive impact on life satisfaction, even when controlling for income and other factors known to be important in determining well-being.

Eine Legitimation für Nerds sind die Befunde wohl kaum. Auf der ankündigenden Pressekonferenz sagte Paul Flatters vom durchführenden Befragungsinstitut Trajectory Partnership:

Facebook makes us happier. Given the immediate uplift in life satisfaction that people experience when using social networking, teaching people about how to use services like Facebook could be a more effective way of bridging the digital divide and getting people online.

Kurzfristig mag das wohl stimmen. Wir bleiben mit Freunden und Marken in Kontakt – oberflächlich – und teilen unser sonst so einsames Leben. Doch sollten wir, wie Deresiewicz zu recht bemängelt, einmal überlegen, wie viel mehr wir von einer wahren Freundschaft und den “echten” Kontakten im Leben haben.

So hat kürzlich der Versuch der Harrisburg University of Science and Technology in Pennsylvania, USA gezeigt, wozu der Facebook-Entzug von 800 Studenten führen kann. Zu Beginn der einwöchigen Enthaltsamkeit kämpften die Probanden schwer damit, sich nicht digital mitteilen zu dürfen. Doch mit der Zeit gewöhnten sie sich und konzentrierten sich besser aufs Studium. Eric Darr, Hochschuldirektor, freute sich darüber, dass viele Studienteilnehmer die persönliche Kommunikation wieder mehr wertschätzten und ihren Alltag insgesamt als weniger stressig empfanden:

Only by stopping and paying attention can we understand. We may not even be aware that social media plays a big part in what we do and how we do it. Face-to-face meetings and relating through Facebook is probably the way to go.

Markengeflüster

Veröffentlicht am 20. September 2010 von Anna Friedrich | Allgemein, Bloggerei, Medien 2.0, Themenmanagement, Werbung

What’s true at cocktail parties is also true in marketing i.e. If you want to be boring, talk about yourself. If you want to be interesting, talk about something else.

Hugh McLeod’s “Cocktail Party Rule” trifft es auf den Punkt. Eine Marke ist nur dann interessant, wenn sie Gesprächsanlässe schafft, nicht jedoch sich selbst zum Inhalt der Diskussionen macht. So definiert sich das Paradeexempel Zappos über Glück (Happiness) und nicht über Schuhe, dem eigentlichen Verkaufsstoff. limango (MAVENS-Kunde) macht das Einkaufen auf der Plattform zum Shopping-Erlebnis für Frauen, z.B. über die DaWanda-Anbindung, über die Shopperinnen passend zum Marken-Schnäppchen handgefertigte Accessoires angeboten bekommen.

Doch viele Unternehmen verstehen noch immer nicht viel davon, ihre Botschaft anders als in Werbebudgets zu verpacken. In Zeiten des Web 2.0 vertreiben Sie ihre Konsumenten mit billigen Werbebotschaften mehr, als dass sie sie überzeugen. Das sieht Amir Kassai ähnlich:

Man kann die Kunden heute nicht mehr verarschen. Ein schlechtes Produkt hat es heute viel schwerer, einen Markt zu finden. Und das ist auch gut so.

Das ist nicht neu. Medien, Blogger und Agenturen gleichermaßen predigen schon seit Jahren, die neue Macht des Konsumenten ernst zu nehmen. Der Schlüssel liegt nicht darin, die Verbraucher von der Einmaligkeit des Produkts oder der Dienstleistung zu überzeugen. Im Gegenteil: Sie wollen Spannendes, Aufregendes, Leidenschaftliches hören. Geschichten, die sie weitererzählen können und KEINE 08/15 Werbesprüche mit Pseudo-Botschaften von Daniela Katzenberger oder Boris Becker. Journalisten wie auch Konsumenten erzählen die Geschichte weiter, wenn sie gut ist. So auch MIT-Professor Henry Jenkins: If it doesn’t spread, it’s dead.


Tom Fishburne, Zeichner dieser fantastischen Karikatur, verweist auf die Unterteilung der Medien in bezahlte, verdiente, eigene und selbst geschaffene Berichterstattung (Einheiten, über die sich interaktive Marketingagenturen wie TBWA definieren). Klar: jedes Unternehmen will Geld sparen und fordert “kostenloses” Marketing in Form von PR – gleichzeitig ist diese Verwechslung das größte und schlimmste Missverständnis aller Zeiten. Ein Bericht in den Medien kann niemals ähnliche Wirkung und Bedeutung haben wie bezahlte Berichterstattung bzw. Werbeanzeigen. Marken, die ohne Budget in die Medien gelangen wollen, sollten statt dessen darüber nachdenken, welche Themen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit – optimalerweise im positiven Sinne – erregen könnten.

Selbstkreierte Medien sind ähnlich und verglichen zu bezahlten sehr viel bedeutsamer für das Marken-Image: Über eigene Kanäle sollte das Unternehmen Themen für die Konsumenten aufgreifen, die nicht direkt mit dem Brand in Verbindung stehen. Der Dialog mit den Kunden zu Themen, die auf die Marke zurückfallen, seht im Vordergrund. Wer mehr investiert, darf gleichzeitig nicht glauben, dass auch ein besseres Ergebnis dabei rumkommt. Generell geht es um eine kreative Idee, die muss nicht unbedingt viel kosten. Wunder können Medien dabei nicht bewirken – die Geschichte muss berichtenswert sein. Media is just an accelerant, betont Fishburne. Wie sich die Medientypen genau unterscheiden, darüber gibt Forrester einen guten Überblick: