Nun ist man ja gewohnt, daß vom Markt gestrafte Unternehmen das Sparen als eigentliche Daseinsberechtigung entdecken und fortan als Heilslehre propagieren. Aber wie Sony Deutschland seine Restrukturierung durch Umzug der Vertriebsmannschaft von Köln nach Berlin ins (bislang?) imageträchtige Sony-Center am Potsdamer Platz verkauft, das treibt einem dann doch die Tränen ins Gesicht: Man will den dortigen Leerstand minimieren. Und was passiert mit dem künftigen Leerstand in Köln? Daß die PDS das Ganze nun für eine "gute Entscheidung" hält, zeigt, wie viel man in Berliner Regionalpolitikerkreisen von Wirtschaft versteht hält.
Die Restrukturierung "ist erforderlich, um
die Wettbewerbsfähigkeit von Sony auf dem deutschen Markt zu verbessern
und das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen." Hier fehlt wie immer an dieser Stelle die Begründung, warum nicht mehr Umsatz / Marktanteil oder bessere Produkte das eigentliche Ziel sind und wie diese zu erreichen oder warum sie eben nicht zu erreichen sind.
Mit dem Besetzen freier Flächen durch eigene Mitarbeiter sei "zu erwarten, dass auf diese Weise die effizienteste Nutzung der verfügbaren Flächen im Sony Center in Berlin erlangt wird."
Leistungsträger werden als finanzielle Belastung zur physischen Manövriermasse. Da kommt bestimmt Freude auf in Berlin und in Köln.
Der Wirtschaftssenator
Berlins, Harald Wolf (PDS/Die Linke, vormals SED), jedenfalls ist angesichts des unverhofften Zustroms aus dem nichtsozialistischen Ausland ganz euphorisch: "Das ist eine
gute Entscheidung – für Sony und für Berlin. Ich freue mich, dass mit
diesem Schritt intensive Gespräche zwischen dem Senat und dem
Unternehmen zum Erfolg geführt haben." (Zitate aus: de.internet.com)