Freitag, 12. März 2010
  • The Next Big Thing

    Die Revolution der Märkte heißt: Zuhören. Die Macher von MAVENS Empfehlungsmarketing, Mark Pohlmann und Anna Friedrich, berichten an dieser Stelle über Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, bevor sie selbst reden.
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Armutszeugnis? H&M wirft neue Kleidung in die Mülltonne

Veröffentlicht am 8. Januar 2010 von Anna Friedrich

Ein PR-Desaster, wie es im Buche steht: Während im Big Apple hunderte von Obdachlosen in der klirrenden Kälte erfrieren, schmeißt H&M ungetragene Ware einfach weg. Anstatt die Kleidung an Bedürftige zu geben, entsorgt die Filiale am Herald Square in der 35th Street nicht verkaufte Produkte lieber auf der Straße.

Das entdeckte eine Studentin aus New York City, Cynthia Magnus, zufällig beim Schlendern auf der 35th Street, fotografiert mit einem absichtlich zerlöcherten Shirt, das noch mit einem Preisschild versehen war.

NYT-Autor Dwyer bringt den Skandal auf den Punkt:

It is winter. A third of the city is poor. And unworn clothing is being destroyed nightly.

Auf Twitter das H&M vor zwei Tagen DAS Trend-Thema No. 1, die Tweets zum unfassbaren Wegwerfen nehmen noch immer kein Ende.

H&M kommuniziert das gängige langweilige Bedauern über den Vorfall und lässt verlauten, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird:

It will not happen again. (…) We are committed 100 percent to make sure this practice is not happening anywhere else, as it is not our standard practice.

Die Unternehmenssprecherin, Nicole Christie, gibt an, dass die Ware überlicherweise an Hilfsorganisationen gespendet wird und sie nicht weiß, warum dies im Falle des Ladens in der 34th Street nicht der Fall ist.Wal-Mart scheint die gleichen Praktiken zu pflegen. Ganze Müllsäcke voll von Klamotten aus dem Kleidungsdiscounter wurden gefunden. Natürlich erregte auch dieser Skandal nicht weniger Aufsehen in der Twitter-Gemeinde. Unternehmens-Sprecherin Melissa Hill erklärte, dass sie nicht wüsste, warum die Waren zerstört wurde. Angeblich seien auch hier alle nichtverkauften Neuwaren für gute Zwecke gespendet oder zumindest ordnungsgemäß recycled.

Die Vorsitzende einer Art Altkleidersammlung namens New York Clothing Bank, Mary Lanning meint:

I would welcome H & M, Wal-Mart and every enterprise that presently is destroying new clothing to call me immediately. We use a method of ‘defacing’ each garment that does not impair itswearability, but does remove any potential street value in the underground market. We operate a full clothing warehouse and distribution center right under their noses.

Alternativen zur sinnlosen Wegwerf-Aktion gibt es sicherlich en Masse. Die Chance, wenigstens jetzt einen PR-Gag aus dem Skandal nach dem Motto “dumm gelaufen” zu machen, hat H&M offenbar verpasst. Vielleicht sind große Konzerne wie die schwedische Mode-Kette aber einfach nicht gewappnet für eine spontane adäquate Krisen-Kommunikation, die mehr als Standardfloskeln zu bieten hat.

Wenigstens im Nachhinein hätte der Konzern spasseshalber behaupten können, dass das Wegwerfen und Zerlöchern der Klamotten eine PR-Aktion für den neuen Voodoo-Trend “Project Black Book” sein sollte…

Ernstaft, H&M sollte sich überlegen, es sich Bredouille manövrieren kann, z.B: “Denkt endlich an eure Konsumenten und euren Ruf als Hersteller. Startet eine Charity-Aktion. Macht etwas positives aus dem Fauxpas anstatt jetzt einfach so zu tun, als wärt ihr nur mal aus Versehen schwarz gefahren.”

Corporate Publishing, Online-Relations, Presseschau, Web 2.0
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Sind Journalisten Alpha und Blogger Beta – oder umgekehrt?

Veröffentlicht am 8. Juni 2009 von Anna Friedrich

Kaum lässt eine plausible Quelle im Internet eine “News” verlauten, so verbreitet sich diese in Windeseile. Dabei schenken wir Alpha-Blogs häufig genauso viel Glauben wie einer renommieten Zeitung. Aber sowohl Blogger als auch Journalisten können irren. Genau darum dreht sich die aktuelle Diskussion, die gerade zwischen der NYT und der amerikanischen Blogossphäre, darunter Jeff Jarvis und Michael Arrington, statt findet.

Die Liste von verbreiteten Gerüchten im Netz ist lang. So verkündete Michael Arrington kürzlich, dass Apple erwäge, Twitter zu kaufen. Dabei griff er aber lediglich auf eine Diskussion auf Gawker zurück “Could Apple by Twitter?“, die in der Kategorie “Rumormanga” veröffentlicht wurde.

Für Damon Darlin ist diese Art der Berichterstattung unvertretbar. Er findet, dass ihre Inhalte keine Kredibilität haben und beschuldigt solche Blogger in der Sonntagsausgabe der NYT indirekt der “Sensationsgeilheit“:

Such news judgment is not unusual among blogs covering tech. For some blogs, rumors are their stock in trade. (…) But seeking credibility may be a less-important strategy for the blogs at this stage. (…) Mr. Arrington and the other bloggers see this not as rumor-mongering, but as involving the readers in thereporting process.

Eine ähnlich fragwürdige Verbreitung von Gerüchten entsteht im Netz häufig bei aktuellen Ereignissen wie dem Amoklauf in Winnenden vor wenigen Monaten (mehr dazu im Blogbeitrag Glaubst du dem Internet?) oder aber der Schweinegrippe (Pandemisches Treiben auf Twitter).

Dennoch gibt es doch genauso viel schlecht recherchierte Beiträge von Journalisten wie auch von Bloggern. Gizmodo deckte beispielsweise den falschen CNBC-Report über Steve Jobs’ angeblichen Rücktritt auf. Und genauso verbreitet auch die NYT bewusst Gerüchte: Martin Margiela to exit Margiela?. Sensationsfokussierte Medien wie Bild, InTouch & Co. sind zwar kein adäquater Vergleich, da ihr Anspruch auf Qualitätsjournalismus gering ist. Dennoch zeigt doch die Wirkung deren Nachrichtenverbreitung, wie leicht es ist, Gerüchte in die Welt zu streuen. Ob das nun aus der Feder eines Bloggers oder eines Journalisten stammt – ist das am Ende des Tages noch wichtig?

Journalisten, Medien 2.0, Presseschau, Web 2.0
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Auf der next09 wird “Share Economy” zur Realität

Veröffentlicht am 8. Mai 2009 von Anna Friedrich

1.300 Teilnehmer lauschten diese Woche, am 5. und 6. Mai, den bunt gemischten Vorträgen und Diskussionen von 130 namhaften Moderatoren und Referenten auf dem Hamburger Kampnagel-Gelände. Wir sind stolz und glücklich, zusammen mit dem SinnerSchrader-Team eine fantastische next09 auf die Beine gestellt zu haben.

Positives Feedback erhalten wir auf allen Kanälen: von der next09 als DER “Messe für Trends im Internetgewerbe” ist in der ZEIT die Rede. Trendsetter sind all diejenigen, die dazu beigetragen haben: Marketiers aus den großen und kleinen Markenhäusern, Buchautoren, Start-up-Gründer, VC’s und Fachjournalisten. Sie alle haben mit dem Teilen ihrer Gedanken unter Beweis gestellt, dass sie unser diesjähriges Motto “Share Economy” leben.

We are what we share – treffender hätte es kein anderer als Brian Solis formulieren können. Spiegel Online hat berichtet, US-Blogger Dennis Howlett, Olaf Kolbrück von der HORIZONT, Robin Wauters von TechCrunch, das t3n magazin und viele mehr. Da bleibt uns am Ende nur eines – sich über das deutlich positive Feedback, wie hier von Thomas Knüwer, zu freuen:

(…) ein ausdrücklicher Glückwunsch an das Organisationsteam. An dem kann sich jeder Veranstalter von Kongressen und Seminaren ein Beispiel nehmen.

Alle Vorträge und Sprecher der next09 gibt es auf SpeakerRate. Den fröhlichen Twitter-Stream zur Konferenz können Sie sich hier ansehen. Sevenload hat für uns alle next09-Vorträge auf Video mitgeschnitten.

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Wie Agenturen Erfolg steuern.

Veröffentlicht am 19. Juni 2008 von Mark Pohlmann

Leseempfehlung SZ Magazin Jetzt: “Falscher Ruhm im Netz. Die gekaufte Weisheit der Vielen: Wie Agenturen den Erfolg von YouTube-Videos steuern”

Nachtrag, 20.6.2006, 16:00

Björn Ognibeni, der in dem Artikel erwähnt wird, weist auf einige krasse und vom Autor anscheinend wissentlich in Kauf genommene Missverständlichkeiten im Text hin:

- Wenn man den Artikel liest, könnte man den Eindruck bekommen, dass man hierzulande für 300.000 Euro garantierte 1 Mio Views auf Youtube einkaufen könnte. In Wirklichkeit verhält es sicher aber anders: bei der in dem Text erwähnten Firma Goviral bekommt man für virale Videos tatsächlich eine Garantie für die Anzahl von Views, diese sind aber immer länderbezogen. Für Deutschland sind das z.B. nur 100.000 und keine 1 Mio. Und das eben nicht auf Youtube (s.u.). Es wird auch nicht eine fixe Anzahl von eingekauft, sondern Goviral verspricht nur das ein von ihnen angenommenes Video mindestens 100.000 mal gesehen wird. Klappt das nicht, bekommt der Kunde Geld zurück. Eine Garantie für 1 Mio kann man auch bekommen, aber dann z.B. über 10 grosse Länder verteilt.

- Den im Text erwähnten fixen Preis pro View von 30 Cent gibt es so nicht. In Wirklichkeit bekommt Goviral ein festes Projektbudget aus dem sich zusammen mit der garantierten View-Zahl bloss rein rechnerisch ein Preis von 30 Cent/View ergibt. Diesen zahlen die Kunden nur bis zu der garantierten Zahl von Views!!! Alles darüber ist für den Kunden kostenfrei. Wird ein Video also z.b. 500.000 mal gesehen, reduziert sich der tatsächliche Preis pro View auf nur noch 6 Cent. Falls aber die Garantie nicht erreicht wird, bekommen die Kunden entsprechend 30 Cent/View zurück. Das Risiko dafür liegt bei Goviral

- Es gibt auch keine, wie der Artikel suggeriert, geheimnisvolle Liste von 150 deutschen Bloggern, die für Geld Videos pushen. Stattdessen schreibt Goviral z.B. Blogger an, wenn diese über Videos von ihnen geschrieben haben. Sie werden dann gefragt, ob sie Interesse haben zukünftig über neue Kampagne vorab informiert zu werden. Manche mögen das als Spam sehen. Aber das geschieht persönlich, nicht als Massenmail und offen als Goviral und nicht verdeckt und konspirativ. Für Kampagnen werden dann gezielt die Personen über eine neue Kampagne informiert, die thematisch passen. Da die jeweils nur ein paar hundert Views bringen, fliesst hier auch kein Geld. Für Geld gebucht werden dagegen z.B. Plätze auf grösseren Fun- und Spassseiten, die aber im Vergleich zu Youtube & Co. relativ klein sind.

- Was der Artikel total unerwähnt lässt, ist die Tatsache, dass Goviral überall auf das Prinzip der Freiwilligkeit setzt: Inhalte werden nur vorgeschlagen, der jeweilige Blogger oder Seitenbetreiber entscheidet vollkommen frei, ob er ein Video annimmt oder nicht. Was nicht gefällt, wird abgelehnt und deshalb nimmt auch Goviral nicht jedes Video an.

- Interessant ist in dem Artikel auch der Fokus auf Youtube, der sich als roter Faden durch den gesamten Text zieht. Dem Autor scheint es vor allem darum zu gehen, aufzuzeigen, dass die Inhalte dort massiv manipuliert werden. Björn sagte mir aber, dass Goviral bei Youtube kaum aktiv ist, was einen einfachen Grund hat: da die ausgesprochenen Garantien immer bezogen auf bestimmte Länder sind, wird Goviral nur für Views bezahlt, die diesen Ländern zugeordnet werden können. Dies geht jedoch bei Youtube nicht, weil Youtube technisch nicht in das Tracking von Goviral eingebunden werden kann, mit der Folge, dass Goviral für Views auf Youtube kein Geld bekommt. Deshalb würden Manipulationen hier, selbst wenn sie möglich wären, für jemanden mit einem Geschäftskonzept wie Goviral überhaupt keinen Sinn machen. In dem Artikel bekommt man allerdings seltsamerweise einen komplett anderen Eindruck.

Ergänzend kann ich nur sagen, dass die SZ sich weiter mächtig schwer tut, das Internet so darzustellen wie es ist, dass aber in diesem Artikel dennoch das Mavens-Prinzip sehr schön vorgestellt wird. Vielleicht ein wenig zu simpel, aber trotzdem schön mythenumworben. Also: Lesen ;-)

Presseschau
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Selbstkritisierende Unternehmen

Veröffentlicht am 12. Juni 2006 von Mark Pohlmann

Im Orignal viel schöner getitelt mit “I Like companies That Say: We Suck”, beschreibt Edelmans Edel-Blogger Steve Rubel, wie sehr er es schätzt, wenn Manager zu Selbstkritik in der Lage sind.

“Now that conversation is king it’s critical that companies begin to have these honest discussions with their customers and do it out in the open.”

In diesem Fall Yahoo360°-Manager Ernie Hsiung, der in seinem Blog über “Five things that bug me about Yahoo! 360t” schreibt. Der Schönste: Nicht einmal die eigenen Mitarbeiter nutzen die MySpace-Kopie von Yahoo.

So schön schonungslos geht es im ängstlichen Manager-Deutschland noch nicht zu. Aber es gibt Lichtblicke. Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer warnt bereits jetzt davon, daß der Senderstart nicht reibungslos laufen könnte (Quelle: FAS, hier zitiert aus heise.de). Bei 500.000 Neukunden in nicht ganz acht Wochen läßt sich natürlich auch gelassener mit Problemchen umgehen, die in der Zukunft liegen. Mal sehen, wie arena sich verhält, wenn beim Bundesliga-Anpfiff wirklich was schiefgehen sollte.

Vielleicht gibt das hiesige Wirtschaftsleben ja noch prägnantere Beispiele her?

Presseschau
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Guter Job

Veröffentlicht am 24. April 2006 von Anna Friedrich

Wer macht eigentlich PR für Tschernobyl? Das Thema läuft erstaunlich gut in diesen Tagen. Dabei sind 20 Jahre gar kein so richtig rundes Jubiläum. Und erst nach 25 Jahren ist tatsächlich eine ganze neue Generation herangewachsen, der das Thema von Grund auf neu erklärt werden müsste.

Presseschau
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