Jede Marke fürchtet genau das, was Nikon heute auf seiner Facebook-Fanseite erlebt. Ein offenbar wenig bis gar nicht fotografie-affiner Mitarbeiter einer vermutlich externen Agentur wollte die Fans nach den persönlichen Nikon-Lieblingsobjektiven fragen. Nur führt er diese Frage mit einem sehr unglücklich gewählten Statement ein:



Wer die Aufregung anhand der mehr als 3.000 Reaktionen noch nicht versteht: Allein die Aussage, dass ein guter Fotograf an der Qualität seines (teuren) Equipment zu messen ist, ist eine schiere Beleidigung für Hobby- wie auch professionelle Fotografen – und das aus dem Munde eines der größten Kamerahersteller.
In Wirklichkeit geht es nicht um die Technik, die dahinter steht. Das ist selbsterklärend und sollte selbst einem Praktikanten klar sein. Ein gutes Foto entsteht dann, wenn der Kameramann Objekt und Umgebung gekonnt in Szene stellt und ein Auge für den richtigen Moment hat. Das weiß auch Fotograf Chuck Miller, der in seinem Blog seine Enttäuschung über Nikon äußert.
Krisen-PR bekommt in Zeiten von Social Media Shitstorms eine völlig neue Dimension. Nikon reagierte mit einer Entschuldigung, beteuernd, es ginge doch nur darum, herauszufinden, mit welcher Ausstattung die eigenen Fans tolle Pics schießen. Wie Community Manager eine derartige Eskalation der Fanbase verhindern können?
1. Kennt Euer Produkt und dessen Enthusiasten.
2. Seid engagiert! Reagiert nicht nur, sondern stellt Fragen, um Eure Fans kennen zu lernen und mit Ihnen zu interagieren.
3. Seid leidenschaftlich. Nichts verprellt mehr, als ein Community-Team, dass weder Lust noch Freude am Dialog hat.
4. Bleibt auf dem Laufenden. Was ist der neueste Hype in der Branche? Wo ist der “heiße Scheiß”?
5. Postet regelmäßig, wenngleich auch nicht zu oft. Eine Facebook-Seite, die einen Monat lang inaktiv ist, interessiert keinen Menschen und positioniert die Marke negativ.
6. Der Name lautet SOCIAL Media. Auf Plattformen menschelt es also. Zwar ist es ein absoluter Fail, die Fans wie im Falle von Nikon zu beleidigen. Doch suchen Eure Fans das Persönliche, keine Maschine.
7. Postet relevante Beiträge – kein Spam. Die Themen müssen für Zielgruppe und Unternehmen gleichermaßen attraktiv sein.
Wer dies nicht tut, verliert nicht nur treue Fans, sondern als Agentur auch gute Kunden. Zu allen Punkten gehört die allgemein gültige Regel: Do what you sell!
Das MAVENS-Team freut sich darüber, unter anderem bei Lumix einen besseren Job zu machen.